Sohn eventuell hochbegabt - unsicher ob ich es testen lassen soll...

    • (1) 25.02.17 - 12:51

      Hallo,

      es geht um meinen 6-jährigen Sohn. Er geht seit Sommer 2016 in die Schule. Schon im Kindergarten ist der Erzieherin aufgefallen, dass er Probleme in der Feinmotorik hat. Der Kinderarzt sagte damals, dass Alles noch im normalen Bereich sei. Schon in den ersten Wochen in der Schule fiel auf, dass er Probleme beim Schreiben hat. Er ist Linkshänder, macht aber auch sehr viel mit rechts. Er ist sehr langsam im Schreiben und drückt zu fest auf. Ich sprach das mit dem Kinderarzt ab und mein Sohn bekommt seitdem Ergotherapie. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit dem Ergotherapeuten, der ihn auf eine visuelle Wahrnehmungsstörung getestet hat. Der Test viel aber gut aus. Der Therapeut fragte mich dann, ob ich mal darüber nachgedacht habe meinen Sohn auf Hochbegabung testen zu lassen. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür.

      Dass mein Sohn ein pfiffiges Kerlichen ist, ist mir natürlich nicht entgangen, aber unter einer Hochbegabung habe ich mir dann doch etwas anderes vorgestellt.

      Ich habe mich dann letzte Woche mit dem Thema mal beschäftigt und musste echt schlucken, als ich festgestellt habe, wie viele Merkmale von hochbegabten Kindern auf meinen Sohn passen. Er war als Baby sehr unzufrieden, wollte nur getragen werden, hat damals schon wenig geschlafen. Er hat überhaupt schon immer wenig Schlaf gebraucht. Der Mittagsschlaf im Alter von einem Jahr, hat 45 Min. gedauert. Mit 1,5 Jahren hörte er ganz damit auf. Dann das frühe sehr diffenzierte Sprechen. Er hat nie in der dritten Person von sich geredet. Hat direkt mit der Ich-Form angefangen. Im Alter von zwei Jahren konnte er sprechen, wie ein Vierjähriger. Farben und Zahlen bis 10 kannte er bis zum zweiten Lebensjahr. Plus- und Minusrechnen im Zehnerraum konnte er mit 3. Zwischen 4 und 5 Jahren hat er das Prinzip der Multiplikation verstanden. Er konnte sich schon immer Sachen sehr gut merken. Lieder und Gedichte brauchte er nur ein oder zwei mal zu hören und schon konnte er sie auswendig. Das Lesen der Uhr hat er sich mit 5 auch selbstbeigebracht, infach in dem er immer wieder fragte, wie spät es ist. Manchmal gefühlte 20 Mal am Tag.

      Als er in die Schule kam, fand er Mathe erstmal total langweilig, weil er das alles schon konnte. Auch seiner Lehrerin ist das aufgefallen. Da er in einer Eingangsstufe ist, in der das erste und zeite Schuljahr gemeinsam unterrichtet wird, darf mein Sohn in Mathe schon bei den Zweitklässlern mitmachen. Lesen konnte mein Sohn vor der Schule noch nicht. Er hat sich für Buchstaben nie sonderlich interessiert. Aber als er in der Schule dann die Lautetabelle bekommen hat, ging das blitzschnell. Erst waren es einzelne Wörter die er einfach überall gelesen hat und dann, er war gerade mal 4 Wochen in der Schule, hat er im Wartezimmer beim Arzt ein ganzes Kinderbuch durchgelesen. Jetzt ist Lesen seine neue Obsession. Er macht sich gerade einen Spaß daraus Spiegelverkehrt zu lesen.

      Ansonsten ist er echt ein ganz normaler Junge, der gerne mit seinen Freunden spielt, Fernseh guckt und Blödsinn macht. Er ist nicht auffällig, weder aggressiv noch schüchtern. Er geht ganz gerne in die Schule.

      So jetzt bin ich doch etwas verunsichert. Im Internet las ich, dass es fatale Folgen haben kann, wenn Kinder mit HB nicht entdeckt und gefördert werden. Andererseits wüsste ich jetzt aber nicht, was es bringen sollte, wenn wir nun wüssten, dass er hochbegabt ist. Eine Klasse zu überspringen bringt nichts, weil er vom Schreibtempo gar nicht mitkommen würde. Außerdem weiß ich nicht wie er damit umgehen würde. Er ist zwar pfiffig, aber nicht gerade fleißig. Er meidet Dinge für die er sich anstrengen muss. Alles was nur irgendwie Mühe macht, meidet er wie der Teufel das Weihwasser. Dann ist da noch die Befürchtung, dass Lehrer voreingenommen sind und mehr von ihm erwarten.

      Ich bin mir einfach unsicher, ob ich diesen Schritt gehen soll. Vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit und kann mir Tipps geben?

      Danke im Voraus
      Pepper

      • Der Sohn meiner Schwester ist wohl, insbesondere in Mathe, hochbegabt.
        Sie hat ihn nie testen lassen, aber er bekam in der ersten Klasse bereits Aufgaben aus der dritten.
        Und so zog sich das weiter fort. Er ist jetzt in der vierten, kommt im Sommer auf's Gymnasium und rechnet aktuell Aufgaben aus der sechsten Klasse.
        Meine Schwester wollte keine Tests machen, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.
        Wichtig ist, dass er gefordert wird.

        • Keine Schule gibt hochbegabten Kindern Lernstoff aus höheren Jahrgangsstufen, dafür gibt es den Sprung.
          Hochbegabte Kinder werden in ihrer Jahrgangsstufe mit vertieften Lernstoff oder / und ....mit anderen, zusätzlichen Themen-Bereich "gefüttert".
          Kinder die sehr stark in ihrer Jahrgangsstufe unterfordert sind , wird zum überspringen geraten, wo sie auch den Stoff von dem übersprungen Jahrgang, zusätzlich aufarbeiten müssen.

          Ich denke mal, viele Eltern haben selbst Angst vor dem Test, die einen vor einer Bestätigung, weil sie evtl. damit überfordet sind , andere Eltern wiederum , dass ihr Kind anstatt hochbegabt oder höchstbegabt nur eine erhöhte oder überdurchschnittliche Intelligenz haben.

          Inzw. gibt es spezielle Gruppen mit Zusatzangebote für hochgegabte Schüler intern in etlichen Schulen , sowie auch externe Gruppen, die aber keine "ungetesten Kinder" aufnehmen..Schulen die das nicht bieten können, sind aber so eingerichtet, das für hochbegabte schon Extramaterial und Kurse zur Verfügung haben.
          Laut vieler Gymnasienlehrer ist inzw. die Aussage :
          " Hochbegabung " ist leider schon inzw. zur Modererscheinug geworden, so dass sie ohne schriftliche Bestätigung gar nicht mehr darauf eingehen (können/wollen).

          Was spricht gegen ein Test...es gibt den IQ Test, der "nur" den Intelligenzquotient errechnet, dann gibt es viele Arten von Intelligenzteste die mit breiten Spektrum verschiedene Fähigkeiten (und Verhalten) testen....durch so ein Testergebnis, kann maßgeschneidert auf das Kind eingegangen werden ..wo liegen die Stärken und wo sind Schwächen zu erkennen.
          Es müßte doch in jeden Eltern´s Interesse sein, zu Wissen....wo sollte /muss sein Kind gefordert werden (um eine Unterforderung zu vermeiden) und wo braucht es Unterstützung, damit dieser Bereich nicht überfordert wird, um eine gezielte und wohlwollende Schullaufbahn zu ermöglichen können. Für die Lehrer wäre dieses Wissen, auch eine Bereicherung, die dann auch gezielter darauf eingehen können.

          Wir kennen auch zwei Jungs.....Grundschule von Eltern als hochbegabt eingestuft ...nie testen lassen, keine Klasse übersprungen...normale gute Noten 1-2.......dann Gym....immer noch nicht getestet...Unterstufe Note1-(4)......inzw. Mittelstufe beide stark versetzungsgefärdet (E/Latein). Eltern ratlos....und ohne Fähigkeitstest weiterhin planlos #gruebel

          Fazit: Schwächen zuvor nie erkannt? oder doch nicht hochbegabt?

          Kinder die als hochbegabt eingstuft werden, sollten zur Einschulung mal getestet werden und da Intelligenz von Jahr zu Jahr wächst, sollte es zum Übertrittsalter erneut getestet werden, damit die richtigen begabten Fähigekeiten gefordert und Schwächen gefördert werden können. Deshalb verstehe ich nicht, das soviele Eltern eine Hochbegabung ihres Kindes der ganzen Welt mitteilen , ohne das es nicht mal bestätigt und bescheinigt wurde. Eltern brächte es Gewissheit und dazu maßgeschneiderte Diagnose.

      Hallo,

      mach dich schon mal auf ordentliche fotumsschelte gefasst. So nach dem Motto: das ist die hunderttausendste frage und nur weil das Kind pfiffig ist, ist es nicht hochbegabt! Das erstmal vorab.

      Die Schilderung deines Sohnes hätte ich Original auch so schreiben können. Meiner schreibt ganz ordentlich und wenn er möchte auch zügig.

      Zur Zeit ist die Lage so, dass wir ihn in keiner Ebene testen lassen. Er hat es nicht immer leicht, ist "anders" als die anderen, aber er ist im ein liebes Kerlchen und macht in der Schule keine Probleme bzgl verhalten, Arbeitsweise o. ä.

      Seine Baustellen könnten sein: hochbegabung, Autismus oder hochsensibel. Ich denke daraus wird es hinauslaufen, aber wenn es so bleibt wie bisher, wird er nicht getestet.

      Vom Überspringen wird erstmal aufgrund seiner sozial-emptionalen Andersartigkeit nicht gemacht. Alle halbe Jahre oder bei Auffälligkeiten wird gemeinsam mit der Schule geschaut.

      Das ein Kind von einer undiagnostizierten hochbefabumg das Kind einen Schaden davon tragen könnte, davon habe ich moch nichts gehört?

      Letztendlich solltest du nochmal Rücksprache mit der Schule halten, wie die Lehrer deinen Sohn sehen und einschätzen. Ob der Ergotherapeut da der richtige Ansprechpartner ist??

      Am Ende entscheidet ihr über eine Testung oder nicht. Ich persönlich würde nur testen, wenn es unhaltbare Zustände gibt oder das Kind wirklich auffällig ist.

      Viele Grüße

    • Hochbegabt hin oder her - wenn dein Sohn feinmotorisch Schwierigkeiten hat, braucht er da Hilfe (auch wenn Hochbegabte sowas vielleicht nochmal blöder finden als andere)

      Mein Sohn (übrigens auch feinmotorisch lange hintendran) wurde nach größeren Schulschwierigkeiten in der 3. Klasse auf Hochbegabung getestet. Für uns war das zum einen der Hinweis, dass er gefordert werden muss (klappte außerschulisch gut, aber in der Schule trotz Überspringend einer Klasse nicht), zum anderen hatten wir durch den KJP die Bestätigung, dass er nicht "einen an der Waffel hat" - das fand nämlich seine Lehrerin.

      Nur aufgrund der Aussage eines Ergotherapeuten würde ich nicht testen lassen, zumal sich das ja nicht auf das Schulische auswirken würde.

      Freut Euch, dass er liest und rechnet, arbeitet an den Defiziten und schaut, was er sonst noch für Futter brauchen kann!

      Hallo
      Ich würde nichts machen. Ihr arbeitet an seinen Problemen, in der Schule wird auf ihn eingegangen und er bekommt anderes Material. Ihr könnt ja auch außerschulisch schauen ob es noch etwas geben könnte was eher unter Gehirnfutter fällt, sowohl als Hobby als auch einfach so daheim.
      Bei meiner Tochter gab es den Verdacht schon eine ganze Weile aber bisher keinen wirklichen Anlass das sie getestet werden muss. Wir haben beschlossen zu warten bis sie Interesse an der "Gewissheit" hat. Das war Ende des letzten Jahres der Fall und so kam es dann halt dazu das wir jetzt ein Ergebnis haben. Davon weiß aber fast keiner und auch für uns hat es nichts geändert.

      LG

    • Wenn es keine Probleme gibt, kannst du es dir eigentlich sparen, es ändert ja nichts, du wirst ihn sicher auch ohne Test fördern, indem du ihm an Anregung gibst, was er braucht.
      Auf zwei meiner Söhne passt die Beschreibung auch etwa. Sie wurden beide getestet (allerdings, weil es Probleme in der Schule gab), der eine ist hochbegabt, der andere nicht (überdurchschnittlich, aber nicht hochbegabt).

      So lang er sich wohlfühlt und es sonst keine Probleme gibt, finde ich es unnötig, wenn auch durchaus interessant.

      (8) 25.02.17 - 16:37

      Also ehrlich gesagt bin ich bei diesem Thema immer sehr zwiegespalten.

      Einerseits geht mir dieser ganze Testwahn ordentlich auf den Sack #hicks,
      andererseits sind nicht alle intelligenten Kinder gleich und manchmal ist es schon sinnvoll über vorhandenes Potential objektive Gewißheit zu haben.
      Weil es auch unter besonders und hochbegabten Kindern "träge Faulis" gibt, die man doch mal antreiben muss.

      Dass eine nicht erkannte hohe Begabung fatal wäre, halte ich für Blödsinn.
      Intelligenz bietet beste Anpassungsvorraussetzungen.
      Probleme entstehen eher durch andere Baustellen, ( Asperger Tendenzen, motorische Reifeverzögerung, visuelle Wahrnehmungsstörungen, emotionale Entwicklungsstörungen, fehlende Erziehung......)

      Von allen Begabungen über die Kinder verfügen können, ist die kognitive nur eine unter vielen.
      Man wird sich irgendwann entscheiden müssen, welchen Stellenwert man dieser beimisst.

      Ich persönlich war schon immer fasziniert von extrem intelligenten Menschen.
      Mein Sohn (10 Jahre) ist hochbegabt und das freut mich durchaus.
      Was mal aus ihm wird steht aber trotzdem in den Sternen und auf meine nicht hochbegabte Tochter bin ich eigentlich stolzer, weil sie ein wunderbarer Mensch ist und unglaublich kämpfen kann.

      Außerdem bin ich der Meinung, dass man seine Begabung als Geschenk betrachten sollte, nicht als Besitz und dass sie ohne soziale Veranwortung GAR NICHTS wert ist.
      Aber das sind meine individuellen Überzeugungen, die von einigen Eltern nicht geteilt werden und das auch nicht müssen.

      Wenn es dir keine Ruhe lässt, dann lass ihn testen.
      Der Wert unter 10 Jahren ist jedoch noch nicht stabil, eine Tendenz wird aber natürlich klar.

      Was würde sich eigentlich für euch ändern, wenn sich eine HB bestätigte?

      Einen Klassensprung schließt ihr ja aus.
      Habt ihr eine anderes konkretes Anliegen, auf die ein Test euch Antworten bieten könnte?

      Hallo Pepper,
      Mein grosser Sohn ist ähnlich. Wir haben uns gegen eine Testung entschieden, da er keinerlei Schwierigkeiten/Probleme macht und wir ihn auch mit einer Zahl als IQ nicht anders behandeln würden.

      Er ist jetzt in der 7. Klasse Gymnasium. Seine Zeugnisse liegen seit der 3. Klasse im Durschnitt deutlich unter 1,5 ohne das er was dafür tut. Jetzt zum Halbjahr in den Hauptfächer sogar 1,0.

      Er spielt 2 Instrumente, ist im billingualen Zweig (was 2 Stunden mehr Unterricht in der Woche bedeutet) und macht auch bei MINT mit (wieder 2 Stunden mehr). Dazu kommen 5 Stunden Schwimmtraining. Er ist also gut beschäftigt, was er auch braucht.

      Dank Schule haben wir das immer gut hingekriegt, ohne dass er eine Klasse überspringen musste. Prima so, denn er ist bestens integriert.

      Und wir schauen, dass wir ihn auch so viel anbieten. Eine Zeit lang waren wir sehr oft in Planetarium, andere wiederum waren es Kunst und Museen und jetzt ist eher die Musik, also gehen wir oft in die Oper/Ballet oder Jazz-Konzerte.

      Er entwickelt sich sehr gut, also warum testen?

      Sollten irgendwann Schwierigkeiten auftreten, wäre das aber wahrscheinlich der erste Schritt. Um Gewissheit zu haben und daraus einen "Schlachtplan" entwickeln zu können :-)

      VG,
      Natalia

    >Der Therapeut fragte mich dann, ob ich mal darüber nachgedacht habe meinen Sohn auf Hochbegabung testen zu lassen. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür.<

    Hallo,

    spricht viel für eine Hochbegabung oder für den Test? Würde das Ergebnis die Therapie beeinflussen, würde der Therapeut anders mit ihm arbeiten? Dann würde ich es machen lassen.

    Wie aufwändig ist bei euch eine Testung? Bei uns wird es in der Schule angeboten, das Kind wird dafür stundenweise vom Unterricht befreit. Die Kinder bekommen noch nicht mal mit, worum es bei diesen Aufgaben geht. Die Lehrer werden nicht automatisch über das Ergebnis informiert, es bleibt den Eltern überlassen, ob sie die betreffenden Lehrer darauf ansprechen wollen. Manchmal ist es aber nicht verkehrt zu wissen, ob für das Kind etwas zu langweilig ist, weil es über- oder unterfordert ist. Solange es aber noch keine Probleme gibt, braucht ihr den Test nicht, er wäre dann nur zur eigenen Info. Ihr könnt ihn jederzeit machen lassen.

    LG

    Mein Sohn würde in den Naturwissenschaften locker 1 Klasse weiter mitkommen, lesen auch kein Thema. Rechtschreibung ist er einfach zu faul für. Seine Aussage: "Mama, wenn ich mal in der Forschung bin dann hab ich einen Sprachgesteuerten Computer der alles richtig schreibt was ich ihm diktiere, das muss ich also nicht können" Oh doch mein Kind, denn sonst kommst du gar nicht bis zum Wissenschaftler der seinem Computer was diktieren kann". Drohe ich ihm an das er es neu schreiben muss wenn er nur schnell schnell hinschmiert statt drauf zu achten kann er auch richtig schreiben, weil nochmal machen wäre ja ganz ätzend. Im Diktat kann er es auch, im Aufsatz wieder nicht "Mama, im Aufsatz geht es doch um den Inhalt, nicht um die Rechtschreibung"
    Aber vor allem sozial wäre mein Sohn ganz klar nicht geeignet um eine Klasse zu überspringen. Im Sozialverhalten hinkt er eher hinterher.

    Wichtig ist das dein Sohn sich in der Schule nicht langweilt und deshalb einfach abschaltet, nicht mit macht, stört usw. Bei meinem Sohn klappt das ganz gut, in Mathe hat er immer Blätter mit Knobelaufgaben, so das er was zum denken hat aber eben noch nicht alles lernt was in Zukunft kommt. In Sachkunde ist er derjenige der die Lehrerin oft unterstützen "muss", letztens haben sie z.B so einen heißen Draht gebastelt, die Lehrerin mit der einen Gruppe, er mit der anderen Gruppe und musste denen dann auch erklären wie der Strom fließt usw. denn wenn er sowas für sich alleine basteln müsste.......langweilig (er hat hier zu Hause Fischertechnik Robotix und programmiert das fast alleine, selten muss Papa mal helfen)
    Also wir versuchen ihm zu Hause und in der Schule Möglichkeiten zu bieten seinen Grips zu nutzen ohne dem Lehrplan zu sehr vor zu greifen. Natürlich bekommt er erklärt was er wissen möchte, aber man muss ja nicht ins Detail gehen. Ich kann ihm ja einfache Bruchrechnung erklären, also das Dreiviertel gleich 3 : 4 ist, aber ich muss ihm noch nicht beibringen wie man Brüche kürzt, addiert usw.

    (14) 25.02.17 - 21:36

    Hallo,

    eigentlich ist es doch nur wichtig zu wissen, ob ein Kind hochbegabt ist, wenn es Schwierigkeiten gibt. #kratz

    Ich meine jetzt nicht, Eure Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Die kann ja jedes Kind haben, sondern Probleme durch Unterforderung.
    Mit Unterforderung meine ich wiederum nicht, dass das Kind immer mal wieder jammert, dass die Schule langweilig ist. Das trifft nämlich in jeder Grundschul-Klasse auf das obere Drittel zu, weil das Niveau in Grundschulen mittelmäßig ist, damit alle Kinder mitkommen.
    Ich meine, dass wirklich ein Leidensdruck durch Unterforderung vorhanden ist.

    In allen anderen Fällen muss man doch als Eltern nur reagieren und entsprechende Angebote machen, wie technisch anspruchsvolle Spielsachen, anspruchsvollere Bücher, anspruchsvollere Brettspiele, ein Musikinstrument, Kurse im irgendwelchen Bereichen...
    Aber eigentlich machen die Kinder einem schon von sich aus klar, wofür sie sich interessieren.

    Eine Gefahr durch nicht erkannte Hochbegabung besteht doch nur, wenn die Kinder ausgebremst werden, weil die Eltern kein Rücksicht auf ihre Neigungen nehmen, oder eben, wenn sie sich unterfordert fühlen und dadurch Probleme in der Schule entwickeln.

    Ein Freund unseres Sohnes (7) ist sicherlich hochbegabt im Bereich Zeichnen und Malen. Er hat mit 4 schon perspektivisch gezeichnet und kann jetzt, mit 7, mit Aquarell-Farben malen, obwohl ihm das niemand beigebracht hat. Er erarbeitet sich das alles weitgehend selbst bzw. fordert es von sich aus ein. Da müssen die Eltern nicht viel machen, außer ihm Material zur Verfügung zu stellen, und Bücher mit Zeichnungen und Gemälden. Eine Bekannte, die hobbymäßig malt, hat ihm ein paar Tricks gezeigt, und das war es bisher.
    Testen braucht man da nichts. Das sieht man. ;-)

    Ob unsere Kinder (7 und 9) hochbegabt sind, wissen wir nicht. Es gibt ein paar Anzeichen dafür, aber wir hatten bisher keinen Anlass, sie testen zu lassen. Aber zumindest sind sie ziemlich intelligent und fordern die Sachen ein, für die sie sich interessieren.

    Die Große hatte früher eine Leidenschaft für Puzzle und war mit 3,5 bei 150 Teilen. Dann war eine Weile Technik-Spielzeug spannend. Momentan sind es Jugendbücher ca. ab 12, und ansonsten unterhält sie sich mit mir viel über Politik und Zeitgeschichte, während Papa für Physik zuständig ist.
    Der Kleine interessiert sich sehr für alte Geschichte, vor allem für Römer, Wikinger und Germanen und kann darüber ganze Vorträge halten. Er hört auch schon lange Hörbücher, wie Narnia. Seit neuestem spielt er Schach mit seinen Freunden in der OGS. Das ist bei ihm zwar mehr Figuren schlagen, als Taktik, aber bisher haben wir beide zweimal unentschieden gespielt, und einmal habe ich knapp gewonnen. #schwitz

    Unsere Kinder sind beide auch nicht sonderlich scharf auf Dinge in der Schule, die sie anstrengend finden.
    Der Kleine (1. Klasse) motzt momentan jedesmal, wenn er Lesen üben soll.
    Die Große (4. Klasse) macht immer so eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Wenn sie meint, dass sie etwas in der Schule nicht kann, übt sie es. Wenn sie meint, dass das schon laufen wird, nicht. Bisher hat sie das fast immer richtig eingeschätzt. Von ihren Noten her, hätte sie springen können. Sie wollte aber nicht, weil sie keine Lust hatte, den fehlenden Stoff nachzuholen und weil sie bei ihren Freundinnen bleiben wollte, und sagt, sie langweilt sich dann lieber mal.

    LG

    Heike

    Also wichtig ist ja, dass er in der Schule und im Alltag gut zurecht kommt. Und den Anschein macht er ja. Deswegen wäre es jetzt nicht unbedingt notwendig. Vielleicht könntest du aber mal den Ergotherapeuten fragen, ob er noch irgendeinen Nutzen sieht, der uns hier gerade nicht in den Sinn kommt.

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