Sohn eventuell hochbegabt - unsicher ob ich es testen lassen soll...

    • (1) 25.02.17 - 12:51

      Hallo,

      es geht um meinen 6-jährigen Sohn. Er geht seit Sommer 2016 in die Schule. Schon im Kindergarten ist der Erzieherin aufgefallen, dass er Probleme in der Feinmotorik hat. Der Kinderarzt sagte damals, dass Alles noch im normalen Bereich sei. Schon in den ersten Wochen in der Schule fiel auf, dass er Probleme beim Schreiben hat. Er ist Linkshänder, macht aber auch sehr viel mit rechts. Er ist sehr langsam im Schreiben und drückt zu fest auf. Ich sprach das mit dem Kinderarzt ab und mein Sohn bekommt seitdem Ergotherapie. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit dem Ergotherapeuten, der ihn auf eine visuelle Wahrnehmungsstörung getestet hat. Der Test viel aber gut aus. Der Therapeut fragte mich dann, ob ich mal darüber nachgedacht habe meinen Sohn auf Hochbegabung testen zu lassen. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür.

      Dass mein Sohn ein pfiffiges Kerlichen ist, ist mir natürlich nicht entgangen, aber unter einer Hochbegabung habe ich mir dann doch etwas anderes vorgestellt.

      Ich habe mich dann letzte Woche mit dem Thema mal beschäftigt und musste echt schlucken, als ich festgestellt habe, wie viele Merkmale von hochbegabten Kindern auf meinen Sohn passen. Er war als Baby sehr unzufrieden, wollte nur getragen werden, hat damals schon wenig geschlafen. Er hat überhaupt schon immer wenig Schlaf gebraucht. Der Mittagsschlaf im Alter von einem Jahr, hat 45 Min. gedauert. Mit 1,5 Jahren hörte er ganz damit auf. Dann das frühe sehr diffenzierte Sprechen. Er hat nie in der dritten Person von sich geredet. Hat direkt mit der Ich-Form angefangen. Im Alter von zwei Jahren konnte er sprechen, wie ein Vierjähriger. Farben und Zahlen bis 10 kannte er bis zum zweiten Lebensjahr. Plus- und Minusrechnen im Zehnerraum konnte er mit 3. Zwischen 4 und 5 Jahren hat er das Prinzip der Multiplikation verstanden. Er konnte sich schon immer Sachen sehr gut merken. Lieder und Gedichte brauchte er nur ein oder zwei mal zu hören und schon konnte er sie auswendig. Das Lesen der Uhr hat er sich mit 5 auch selbstbeigebracht, infach in dem er immer wieder fragte, wie spät es ist. Manchmal gefühlte 20 Mal am Tag.

      Als er in die Schule kam, fand er Mathe erstmal total langweilig, weil er das alles schon konnte. Auch seiner Lehrerin ist das aufgefallen. Da er in einer Eingangsstufe ist, in der das erste und zeite Schuljahr gemeinsam unterrichtet wird, darf mein Sohn in Mathe schon bei den Zweitklässlern mitmachen. Lesen konnte mein Sohn vor der Schule noch nicht. Er hat sich für Buchstaben nie sonderlich interessiert. Aber als er in der Schule dann die Lautetabelle bekommen hat, ging das blitzschnell. Erst waren es einzelne Wörter die er einfach überall gelesen hat und dann, er war gerade mal 4 Wochen in der Schule, hat er im Wartezimmer beim Arzt ein ganzes Kinderbuch durchgelesen. Jetzt ist Lesen seine neue Obsession. Er macht sich gerade einen Spaß daraus Spiegelverkehrt zu lesen.

      Ansonsten ist er echt ein ganz normaler Junge, der gerne mit seinen Freunden spielt, Fernseh guckt und Blödsinn macht. Er ist nicht auffällig, weder aggressiv noch schüchtern. Er geht ganz gerne in die Schule.

      So jetzt bin ich doch etwas verunsichert. Im Internet las ich, dass es fatale Folgen haben kann, wenn Kinder mit HB nicht entdeckt und gefördert werden. Andererseits wüsste ich jetzt aber nicht, was es bringen sollte, wenn wir nun wüssten, dass er hochbegabt ist. Eine Klasse zu überspringen bringt nichts, weil er vom Schreibtempo gar nicht mitkommen würde. Außerdem weiß ich nicht wie er damit umgehen würde. Er ist zwar pfiffig, aber nicht gerade fleißig. Er meidet Dinge für die er sich anstrengen muss. Alles was nur irgendwie Mühe macht, meidet er wie der Teufel das Weihwasser. Dann ist da noch die Befürchtung, dass Lehrer voreingenommen sind und mehr von ihm erwarten.

      Ich bin mir einfach unsicher, ob ich diesen Schritt gehen soll. Vielleicht hat hier jemand Erfahrung damit und kann mir Tipps geben?

      Danke im Voraus
      Pepper

      • Der Sohn meiner Schwester ist wohl, insbesondere in Mathe, hochbegabt.
        Sie hat ihn nie testen lassen, aber er bekam in der ersten Klasse bereits Aufgaben aus der dritten.
        Und so zog sich das weiter fort. Er ist jetzt in der vierten, kommt im Sommer auf's Gymnasium und rechnet aktuell Aufgaben aus der sechsten Klasse.
        Meine Schwester wollte keine Tests machen, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.
        Wichtig ist, dass er gefordert wird.

        • Keine Schule gibt hochbegabten Kindern Lernstoff aus höheren Jahrgangsstufen, dafür gibt es den Sprung.
          Hochbegabte Kinder werden in ihrer Jahrgangsstufe mit vertieften Lernstoff oder / und ....mit anderen, zusätzlichen Themen-Bereich "gefüttert".
          Kinder die sehr stark in ihrer Jahrgangsstufe unterfordert sind , wird zum überspringen geraten, wo sie auch den Stoff von dem übersprungen Jahrgang, zusätzlich aufarbeiten müssen.

          Ich denke mal, viele Eltern haben selbst Angst vor dem Test, die einen vor einer Bestätigung, weil sie evtl. damit überfordet sind , andere Eltern wiederum , dass ihr Kind anstatt hochbegabt oder höchstbegabt nur eine erhöhte oder überdurchschnittliche Intelligenz haben.

          Inzw. gibt es spezielle Gruppen mit Zusatzangebote für hochgegabte Schüler intern in etlichen Schulen , sowie auch externe Gruppen, die aber keine "ungetesten Kinder" aufnehmen..Schulen die das nicht bieten können, sind aber so eingerichtet, das für hochbegabte schon Extramaterial und Kurse zur Verfügung haben.
          Laut vieler Gymnasienlehrer ist inzw. die Aussage :
          " Hochbegabung " ist leider schon inzw. zur Modererscheinug geworden, so dass sie ohne schriftliche Bestätigung gar nicht mehr darauf eingehen (können/wollen).

          Was spricht gegen ein Test...es gibt den IQ Test, der "nur" den Intelligenzquotient errechnet, dann gibt es viele Arten von Intelligenzteste die mit breiten Spektrum verschiedene Fähigkeiten (und Verhalten) testen....durch so ein Testergebnis, kann maßgeschneidert auf das Kind eingegangen werden ..wo liegen die Stärken und wo sind Schwächen zu erkennen.
          Es müßte doch in jeden Eltern´s Interesse sein, zu Wissen....wo sollte /muss sein Kind gefordert werden (um eine Unterforderung zu vermeiden) und wo braucht es Unterstützung, damit dieser Bereich nicht überfordert wird, um eine gezielte und wohlwollende Schullaufbahn zu ermöglichen können. Für die Lehrer wäre dieses Wissen, auch eine Bereicherung, die dann auch gezielter darauf eingehen können.

          Wir kennen auch zwei Jungs.....Grundschule von Eltern als hochbegabt eingestuft ...nie testen lassen, keine Klasse übersprungen...normale gute Noten 1-2.......dann Gym....immer noch nicht getestet...Unterstufe Note1-(4)......inzw. Mittelstufe beide stark versetzungsgefärdet (E/Latein). Eltern ratlos....und ohne Fähigkeitstest weiterhin planlos #gruebel

          Fazit: Schwächen zuvor nie erkannt? oder doch nicht hochbegabt?

          Kinder die als hochbegabt eingstuft werden, sollten zur Einschulung mal getestet werden und da Intelligenz von Jahr zu Jahr wächst, sollte es zum Übertrittsalter erneut getestet werden, damit die richtigen begabten Fähigekeiten gefordert und Schwächen gefördert werden können. Deshalb verstehe ich nicht, das soviele Eltern eine Hochbegabung ihres Kindes der ganzen Welt mitteilen , ohne das es nicht mal bestätigt und bescheinigt wurde. Eltern brächte es Gewissheit und dazu maßgeschneiderte Diagnose.

      (4) 25.02.17 - 13:44

      Hallo,

      mach dich schon mal auf ordentliche fotumsschelte gefasst. So nach dem Motto: das ist die hunderttausendste frage und nur weil das Kind pfiffig ist, ist es nicht hochbegabt! Das erstmal vorab.

      Die Schilderung deines Sohnes hätte ich Original auch so schreiben können. Meiner schreibt ganz ordentlich und wenn er möchte auch zügig.

      Zur Zeit ist die Lage so, dass wir ihn in keiner Ebene testen lassen. Er hat es nicht immer leicht, ist "anders" als die anderen, aber er ist im ein liebes Kerlchen und macht in der Schule keine Probleme bzgl verhalten, Arbeitsweise o. ä.

      Seine Baustellen könnten sein: hochbegabung, Autismus oder hochsensibel. Ich denke daraus wird es hinauslaufen, aber wenn es so bleibt wie bisher, wird er nicht getestet.

      Vom Überspringen wird erstmal aufgrund seiner sozial-emptionalen Andersartigkeit nicht gemacht. Alle halbe Jahre oder bei Auffälligkeiten wird gemeinsam mit der Schule geschaut.

      Das ein Kind von einer undiagnostizierten hochbefabumg das Kind einen Schaden davon tragen könnte, davon habe ich moch nichts gehört?

      Letztendlich solltest du nochmal Rücksprache mit der Schule halten, wie die Lehrer deinen Sohn sehen und einschätzen. Ob der Ergotherapeut da der richtige Ansprechpartner ist??

      Am Ende entscheidet ihr über eine Testung oder nicht. Ich persönlich würde nur testen, wenn es unhaltbare Zustände gibt oder das Kind wirklich auffällig ist.

      Viele Grüße

    • Hochbegabt hin oder her - wenn dein Sohn feinmotorisch Schwierigkeiten hat, braucht er da Hilfe (auch wenn Hochbegabte sowas vielleicht nochmal blöder finden als andere)

      Mein Sohn (übrigens auch feinmotorisch lange hintendran) wurde nach größeren Schulschwierigkeiten in der 3. Klasse auf Hochbegabung getestet. Für uns war das zum einen der Hinweis, dass er gefordert werden muss (klappte außerschulisch gut, aber in der Schule trotz Überspringend einer Klasse nicht), zum anderen hatten wir durch den KJP die Bestätigung, dass er nicht "einen an der Waffel hat" - das fand nämlich seine Lehrerin.

      Nur aufgrund der Aussage eines Ergotherapeuten würde ich nicht testen lassen, zumal sich das ja nicht auf das Schulische auswirken würde.

      Freut Euch, dass er liest und rechnet, arbeitet an den Defiziten und schaut, was er sonst noch für Futter brauchen kann!

      Hallo
      Ich würde nichts machen. Ihr arbeitet an seinen Problemen, in der Schule wird auf ihn eingegangen und er bekommt anderes Material. Ihr könnt ja auch außerschulisch schauen ob es noch etwas geben könnte was eher unter Gehirnfutter fällt, sowohl als Hobby als auch einfach so daheim.
      Bei meiner Tochter gab es den Verdacht schon eine ganze Weile aber bisher keinen wirklichen Anlass das sie getestet werden muss. Wir haben beschlossen zu warten bis sie Interesse an der "Gewissheit" hat. Das war Ende des letzten Jahres der Fall und so kam es dann halt dazu das wir jetzt ein Ergebnis haben. Davon weiß aber fast keiner und auch für uns hat es nichts geändert.

      LG

    • Wenn es keine Probleme gibt, kannst du es dir eigentlich sparen, es ändert ja nichts, du wirst ihn sicher auch ohne Test fördern, indem du ihm an Anregung gibst, was er braucht.
      Auf zwei meiner Söhne passt die Beschreibung auch etwa. Sie wurden beide getestet (allerdings, weil es Probleme in der Schule gab), der eine ist hochbegabt, der andere nicht (überdurchschnittlich, aber nicht hochbegabt).

      So lang er sich wohlfühlt und es sonst keine Probleme gibt, finde ich es unnötig, wenn auch durchaus interessant.

      (8) 25.02.17 - 16:37

      Also ehrlich gesagt bin ich bei diesem Thema immer sehr zwiegespalten.

      Einerseits geht mir dieser ganze Testwahn ordentlich auf den Sack #hicks,
      andererseits sind nicht alle intelligenten Kinder gleich und manchmal ist es schon sinnvoll über vorhandenes Potential objektive Gewißheit zu haben.
      Weil es auch unter besonders und hochbegabten Kindern "träge Faulis" gibt, die man doch mal antreiben muss.

      Dass eine nicht erkannte hohe Begabung fatal wäre, halte ich für Blödsinn.
      Intelligenz bietet beste Anpassungsvorraussetzungen.
      Probleme entstehen eher durch andere Baustellen, ( Asperger Tendenzen, motorische Reifeverzögerung, visuelle Wahrnehmungsstörungen, emotionale Entwicklungsstörungen, fehlende Erziehung......)

      Von allen Begabungen über die Kinder verfügen können, ist die kognitive nur eine unter vielen.
      Man wird sich irgendwann entscheiden müssen, welchen Stellenwert man dieser beimisst.

      Ich persönlich war schon immer fasziniert von extrem intelligenten Menschen.
      Mein Sohn (10 Jahre) ist hochbegabt und das freut mich durchaus.
      Was mal aus ihm wird steht aber trotzdem in den Sternen und auf meine nicht hochbegabte Tochter bin ich eigentlich stolzer, weil sie ein wunderbarer Mensch ist und unglaublich kämpfen kann.

      Außerdem bin ich der Meinung, dass man seine Begabung als Geschenk betrachten sollte, nicht als Besitz und dass sie ohne soziale Veranwortung GAR NICHTS wert ist.
      Aber das sind meine individuellen Überzeugungen, die von einigen Eltern nicht geteilt werden und das auch nicht müssen.

      Wenn es dir keine Ruhe lässt, dann lass ihn testen.
      Der Wert unter 10 Jahren ist jedoch noch nicht stabil, eine Tendenz wird aber natürlich klar.

      Was würde sich eigentlich für euch ändern, wenn sich eine HB bestätigte?

      Einen Klassensprung schließt ihr ja aus.
      Habt ihr eine anderes konkretes Anliegen, auf die ein Test euch Antworten bieten könnte?

      Hallo Pepper,
      Mein grosser Sohn ist ähnlich. Wir haben uns gegen eine Testung entschieden, da er keinerlei Schwierigkeiten/Probleme macht und wir ihn auch mit einer Zahl als IQ nicht anders behandeln würden.

      Er ist jetzt in der 7. Klasse Gymnasium. Seine Zeugnisse liegen seit der 3. Klasse im Durschnitt deutlich unter 1,5 ohne das er was dafür tut. Jetzt zum Halbjahr in den Hauptfächer sogar 1,0.

      Er spielt 2 Instrumente, ist im billingualen Zweig (was 2 Stunden mehr Unterricht in der Woche bedeutet) und macht auch bei MINT mit (wieder 2 Stunden mehr). Dazu kommen 5 Stunden Schwimmtraining. Er ist also gut beschäftigt, was er auch braucht.

      Dank Schule haben wir das immer gut hingekriegt, ohne dass er eine Klasse überspringen musste. Prima so, denn er ist bestens integriert.

      Und wir schauen, dass wir ihn auch so viel anbieten. Eine Zeit lang waren wir sehr oft in Planetarium, andere wiederum waren es Kunst und Museen und jetzt ist eher die Musik, also gehen wir oft in die Oper/Ballet oder Jazz-Konzerte.

      Er entwickelt sich sehr gut, also warum testen?

      Sollten irgendwann Schwierigkeiten auftreten, wäre das aber wahrscheinlich der erste Schritt. Um Gewissheit zu haben und daraus einen "Schlachtplan" entwickeln zu können :-)

      VG,
      Natalia

    (12) 25.02.17 - 19:40

    >Der Therapeut fragte mich dann, ob ich mal darüber nachgedacht habe meinen Sohn auf Hochbegabung testen zu lassen. Aus seiner Sicht spricht vieles dafür.<

    Hallo,

    spricht viel für eine Hochbegabung oder für den Test? Würde das Ergebnis die Therapie beeinflussen, würde der Therapeut anders mit ihm arbeiten? Dann würde ich es machen lassen.

    Wie aufwändig ist bei euch eine Testung? Bei uns wird es in der Schule angeboten, das Kind wird dafür stundenweise vom Unterricht befreit. Die Kinder bekommen noch nicht mal mit, worum es bei diesen Aufgaben geht. Die Lehrer werden nicht automatisch über das Ergebnis informiert, es bleibt den Eltern überlassen, ob sie die betreffenden Lehrer darauf ansprechen wollen. Manchmal ist es aber nicht verkehrt zu wissen, ob für das Kind etwas zu langweilig ist, weil es über- oder unterfordert ist. Solange es aber noch keine Probleme gibt, braucht ihr den Test nicht, er wäre dann nur zur eigenen Info. Ihr könnt ihn jederzeit machen lassen.

    LG

    Mein Sohn würde in den Naturwissenschaften locker 1 Klasse weiter mitkommen, lesen auch kein Thema. Rechtschreibung ist er einfach zu faul für. Seine Aussage: "Mama, wenn ich mal in der Forschung bin dann hab ich einen Sprachgesteuerten Computer der alles richtig schreibt was ich ihm diktiere, das muss ich also nicht können" Oh doch mein Kind, denn sonst kommst du gar nicht bis zum Wissenschaftler der seinem Computer was diktieren kann". Drohe ich ihm an das er es neu schreiben muss wenn er nur schnell schnell hinschmiert statt drauf zu achten kann er auch richtig schreiben, weil nochmal machen wäre ja ganz ätzend. Im Diktat kann er es auch, im Aufsatz wieder nicht "Mama, im Aufsatz geht es doch um den Inhalt, nicht um die Rechtschreibung"
    Aber vor allem sozial wäre mein Sohn ganz klar nicht geeignet um eine Klasse zu überspringen. Im Sozialverhalten hinkt er eher hinterher.

    Wichtig ist das dein Sohn sich in der Schule nicht langweilt und deshalb einfach abschaltet, nicht mit macht, stört usw. Bei meinem Sohn klappt das ganz gut, in Mathe hat er immer Blätter mit Knobelaufgaben, so das er was zum denken hat aber eben noch nicht alles lernt was in Zukunft kommt. In Sachkunde ist er derjenige der die Lehrerin oft unterstützen "muss", letztens haben sie z.B so einen heißen Draht gebastelt, die Lehrerin mit der einen Gruppe, er mit der anderen Gruppe und musste denen dann auch erklären wie der Strom fließt usw. denn wenn er sowas für sich alleine basteln müsste.......langweilig (er hat hier zu Hause Fischertechnik Robotix und programmiert das fast alleine, selten muss Papa mal helfen)
    Also wir versuchen ihm zu Hause und in der Schule Möglichkeiten zu bieten seinen Grips zu nutzen ohne dem Lehrplan zu sehr vor zu greifen. Natürlich bekommt er erklärt was er wissen möchte, aber man muss ja nicht ins Detail gehen. Ich kann ihm ja einfache Bruchrechnung erklären, also das Dreiviertel gleich 3 : 4 ist, aber ich muss ihm noch nicht beibringen wie man Brüche kürzt, addiert usw.

    (14) 25.02.17 - 21:36

    Hallo,

    eigentlich ist es doch nur wichtig zu wissen, ob ein Kind hochbegabt ist, wenn es Schwierigkeiten gibt. #kratz

    Ich meine jetzt nicht, Eure Schwierigkeiten mit der Feinmotorik. Die kann ja jedes Kind haben, sondern Probleme durch Unterforderung.
    Mit Unterforderung meine ich wiederum nicht, dass das Kind immer mal wieder jammert, dass die Schule langweilig ist. Das trifft nämlich in jeder Grundschul-Klasse auf das obere Drittel zu, weil das Niveau in Grundschulen mittelmäßig ist, damit alle Kinder mitkommen.
    Ich meine, dass wirklich ein Leidensdruck durch Unterforderung vorhanden ist.

    In allen anderen Fällen muss man doch als Eltern nur reagieren und entsprechende Angebote machen, wie technisch anspruchsvolle Spielsachen, anspruchsvollere Bücher, anspruchsvollere Brettspiele, ein Musikinstrument, Kurse im irgendwelchen Bereichen...
    Aber eigentlich machen die Kinder einem schon von sich aus klar, wofür sie sich interessieren.

    Eine Gefahr durch nicht erkannte Hochbegabung besteht doch nur, wenn die Kinder ausgebremst werden, weil die Eltern kein Rücksicht auf ihre Neigungen nehmen, oder eben, wenn sie sich unterfordert fühlen und dadurch Probleme in der Schule entwickeln.

    Ein Freund unseres Sohnes (7) ist sicherlich hochbegabt im Bereich Zeichnen und Malen. Er hat mit 4 schon perspektivisch gezeichnet und kann jetzt, mit 7, mit Aquarell-Farben malen, obwohl ihm das niemand beigebracht hat. Er erarbeitet sich das alles weitgehend selbst bzw. fordert es von sich aus ein. Da müssen die Eltern nicht viel machen, außer ihm Material zur Verfügung zu stellen, und Bücher mit Zeichnungen und Gemälden. Eine Bekannte, die hobbymäßig malt, hat ihm ein paar Tricks gezeigt, und das war es bisher.
    Testen braucht man da nichts. Das sieht man. ;-)

    Ob unsere Kinder (7 und 9) hochbegabt sind, wissen wir nicht. Es gibt ein paar Anzeichen dafür, aber wir hatten bisher keinen Anlass, sie testen zu lassen. Aber zumindest sind sie ziemlich intelligent und fordern die Sachen ein, für die sie sich interessieren.

    Die Große hatte früher eine Leidenschaft für Puzzle und war mit 3,5 bei 150 Teilen. Dann war eine Weile Technik-Spielzeug spannend. Momentan sind es Jugendbücher ca. ab 12, und ansonsten unterhält sie sich mit mir viel über Politik und Zeitgeschichte, während Papa für Physik zuständig ist.
    Der Kleine interessiert sich sehr für alte Geschichte, vor allem für Römer, Wikinger und Germanen und kann darüber ganze Vorträge halten. Er hört auch schon lange Hörbücher, wie Narnia. Seit neuestem spielt er Schach mit seinen Freunden in der OGS. Das ist bei ihm zwar mehr Figuren schlagen, als Taktik, aber bisher haben wir beide zweimal unentschieden gespielt, und einmal habe ich knapp gewonnen. #schwitz

    Unsere Kinder sind beide auch nicht sonderlich scharf auf Dinge in der Schule, die sie anstrengend finden.
    Der Kleine (1. Klasse) motzt momentan jedesmal, wenn er Lesen üben soll.
    Die Große (4. Klasse) macht immer so eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Wenn sie meint, dass sie etwas in der Schule nicht kann, übt sie es. Wenn sie meint, dass das schon laufen wird, nicht. Bisher hat sie das fast immer richtig eingeschätzt. Von ihren Noten her, hätte sie springen können. Sie wollte aber nicht, weil sie keine Lust hatte, den fehlenden Stoff nachzuholen und weil sie bei ihren Freundinnen bleiben wollte, und sagt, sie langweilt sich dann lieber mal.

    LG

    Heike

    (15) 26.02.17 - 05:50

    Also wichtig ist ja, dass er in der Schule und im Alltag gut zurecht kommt. Und den Anschein macht er ja. Deswegen wäre es jetzt nicht unbedingt notwendig. Vielleicht könntest du aber mal den Ergotherapeuten fragen, ob er noch irgendeinen Nutzen sieht, der uns hier gerade nicht in den Sinn kommt.

    (16) 26.02.17 - 09:18

    Die wichtigste aller Fragen hast du dir ja schon selbst gestellt: was würde es bringen?

    Fatal ist es nur dann, wenn ein Kind massiv darunter leidet. Soziale Probleme hat. Chronisch unterfordert ist etc. Für dumm gehalten wird, weil es eigentlich weiter ist und irgendwann komplett verweigert.
    Oder wenn eine Teil-Hochbegabung vorliegt und man vor lauter Schwächen, die Stärken nicht mehr sieht.
    DANN kann es fatal werden.

    Wenn er gut genug gefordert wird - in den Bereichen, die er schon kann. Wo er die Herausforderung braucht, ist super.
    Z.B. bei euch in Mathe. Er darf in der zweiten Klasse mitmachen. Hervorragend. Wenn er sich da weiterentwickeln kann. Prima.

    Umgekehrt schreibst du ja auch selbst, dass er motorisch große Probleme hat. Ergo kann helfen.
    Da ist natürlich wichtig, dass er nicht auf die Probleme reduziert wird.

    Fatal wäre:
    Also Kind langsam = Kind dumm = Kind kann doch eh nichts.
    Da ist es wichtig, dass er die Förderung in dem Bereich bekommt, wo er sie braucht. Dass die Ergo sich darauf einstellt, dass er motorisch zurück ist, aber geistig voraus.

    Hier ist es von Vorteil, wenn er motorische Aufgaben bekommt, die ihn geistig nicht langweilen.
    Würde er bei den Übungen immer nur 1+1 zusammenzählen müssen, könnte das zur Verweigerung führen.

    Ihn aber jetzt nur noch auf die geistige Stärke zu reduzieren, wäre ebenfalls fatal. Weil dann würde er da zwar genug Futter bekommen. Aber motorisch bald nicht mehr umsetzen können.

    Helft ihm, den Spagat auszugleichen!
    So dass er motorisch üben kann - ohne sich geistig zu langweilen
    und geistig Futter bekommt - ohne motorisch sich auszuknocken.

    Dieser Spagat ist schwierig
    sehr anstrengend
    und für umstehende oft nicht zu verstehen

    Schublade HB
    Schublade Schwierigkeiten (hier Motorik)
    gibt es in der Realität sehr viel. In vielen Köpfen leider nicht.

    Für ihn ist wichtig, dass er lernt mit dem Frust umzugehen. Sowohl wenn er unterfordert ist, als auch bei (motorischer) Überforderung.
    Der Spagat ist oft sehr schwierig auszuhalten. Besonders dann, wenn er richtig gute Ideen hat, diese aber selbst nicht umsetzen kann. Oder nicht so schnell schreiben kann, wie er denkt.

    Testen macht Sinn, wenn
    - es darum geht, dass er mehr Futter bekommt (auf eine Weise, die in motorisch nicht überfordert)
    - es darum geht, dass er Unterstützung bekommt, wenn es um die Schwierigkeiten geht (Schublade: Defizit = dumm ... da entgegen zu wirken)
    - wenn es darum geht, dass er sich in seiner Haut nicht mehr wohl fühlt; falls Fragen kommen "was ist falsch an mir" "warum bin ich anders" (das ist nicht immer so!!! je nach Art der HB / Teil-Hochbegabung ist manchmal einfach die Art zu denken anders ... das Ergebnis ist oft das gleiche, nur der Lösungsweg nicht. Das kann, muss aber nicht, zu Schwierigkeiten führen)

    - ein Ergebnis dazu dient, Hilfestellung für eine Lösung zu bieten. Wenn man für die Lösung die Ursache kennen sollte.
    - wenn die Ursache Probleme bereitet, die man nur lösen kann, wenn man die Ursache klar definieren kann.

    nicht testen lassen würde ich:
    - so lange es läuft
    - er gut im Leben klar kommt
    - ihr ihn begleiten könnt ohne an eure Grenzen zu kommen
    - der Spagat zwischen können und nicht können stemmbar ist. Für ihn, für euch.

    Test bezüglich HB macht auch Sinn
    - wenn es Anzeichen zu ADHS
    - Asperger etc. gibt
    also noch andere Kombi-Symptome vorliegen. Wo man das eine nicht ohne das andere wirklich behandeln kann.

    (17) 26.02.17 - 10:52

    Also zuerst einmal würde ich ein Kind nur testen lassen wenn es in irgendeiner Weise leidet. Den Stempel "Hochbegabt" zu bekommen ist nicht einfach zu tragen. Das ändert einiges, sowohl in der selbst als auch in der fremd Wahrnehmung. Einem glücklichen, ausgeglichenen Kind würde ich das nicht zumuten.
    Ich bin aber bei deinem Text über etwas anderes gestolpert.
    Mein Bruder war linkshänder, hat aber in der ersten Klasse Probleme mit dem schreiben gehabt. Er hat auch viel mit rechts gemacht. Nach etlichen Untersuchungen stand fest, dass er kein eindeutiger Linkshänder war. Er hatte eine Blockade die er selbst nicht bemerkt hat. Dadurch hat er Probleme mit Feinmotorik und auch mit der Wahrnehmung weil die Hand Augen Kombinationen nicht passt. Beidhändigkeit stand auch im Raum, da streiten sich aber die Experten, ob es das so gibt.
    Darauf würde ich erstmal den Fokus legen, vor allem wenn es bei euch in der Familie sonst keine linkshänder gibt. Schreiben mit der falschen Hand kann fatale folgen haben, aber auch Beidhänder haben teilweise Probleme

    • (18) 26.02.17 - 11:03

      Ich würde aber nicht unbedingt davon ausgehen, dass man mit dem Stempel Hochbegabung gleich anderes gesehen wird. Es kommt immer darauf an, wie man damit umgeht.

      Unser Großer hat beispielsweise einen sehr hohen IQ, aber das weiß kaum jemand. Er selber weiß auch nur, dass bei dem Test ein hoher Wert herauskam und das das mit dem Denken eben seine Stärke ist. Er geht damit sehr locker um, ihm ist es quasi egal ;-).

      Uns hat der Test aber sehr geholfen, an viele Sachen entspannter heranzugehen bzw. seine Denkweisen/Wesen besser zu verstehen.

      Das mit der Händigkeit klingt für mich aber sehr interessant. Ich habe auch so einen Kandidaten zu Hause. Er schreibt, schneidet, isst und wirft den Ball mit Links, macht aber ansonsten auch sehr viel mit Rechts. Ein Händigkeitstest war ebenfalls nicht eindeutig. Er ist auch nicht der große Feinmotoriker und seine Zahlen / Buchstaben, er ist jetzt 1.Klasse, wirken noch etwas zittrig. Wir werden das mal weiter im Auge behalten.

      Auffällig ist bei uns, dass sein Papa auch vieles sehr gut mit Links kann und seine Oma wohl auch beidhändig angehaucht ist. Die Zwillingsschwester macht alles mit rechts, außer Ball werfen und mit dem Fuß an den Ball stoßen - auch etwas merkwürdig.

Erstmal vielen Dank für eure Antworten. Ich habe mich von der Aussage des Therapeuten etwas überfahren gefühlt. Habe mich vorher halt nie mit dem Thema befasst. Mein Mann und ich sind uns nun einig, dass unser Sohn nicht getestet werden soll. Er hat keine Schwierigkeiten im Leben. Jedenfalls bisher nicht. Er ist ein aufgeweckter Junge, der Spaß an der Schule hat und bis auf seine motorischen Probleme hat er keine Auffälligkeiten.

Wir werden es, für den Fall der Fälle im Hinterkopf behalten. Nochmals Vielen Dank an Alle!

  • (20) 27.02.17 - 10:09

    Dein Text hätte fast von mir kommen können, mit dem Unterschied, dass mein Kind sich mehr für Buchstaben als für Zahlen interessiert hat. Er war noch keine 2 Jahre, als er schon sämtliche Buchstaben kannte, mit 4 hat er die ersten Wörter gelesen.

    In Mathematik hat er auch nicht die geringsten Probleme, auch wenn ihm der Deutschunterricht mehr spaß macht. Sprache ist sein Steckenpferd. Die Uhrzeit konnte er mit 3 Jahren lesen, Uhren liebt er auch ;-).
    Mein Sohn ist dennoch ein sehr faules Kind, ich bin sehr froh darüber, dass er alles aufsaugt wie ein Schwamm und entsprechend wenig lernen muss, sonst hätten wir zu Hause ein riesen Problem. Obwohl er sprachlich unglaublich weit ist, ist Grammatik nichts was er perfekt beherrscht.

    Er spielt seit dem Kindergarten Klavier und ist da auch sehr erfolgreich, er lernt dort auch sehr sehr schnell.
    Wir wurden mal im Kindergarten darauf angesprochen ihn mal testen zu lassen, wir haben uns dagegen entschieden. Er ist ein sehr fröhliches Kerlchen, ist trotz seiner Eigenarten sehr beliebt, hat viele Freunde und keinerlei Probleme mit seiner Umwelt. Jetzt in der Schule ist es genauso. Er geht unglaublich gerne hin und ist froh darüber, dass er fast garnichts lernen muss. Grammatik ist das einzige, was er nicht auf Anhieb beherrscht, ansonsten gibt es nichts was ihm auch nur Ansatzweise Probleme bereitet. Die erste Klasse hätte er ohne weiteres überspringen können, auch jetzt in der 2. Klasse hat er keinerlei Probleme.

    Seine Herausforderungen hat er nachmittags vorallem durch das Klavierspielen, auch wenn er sehr gut ist, die Lehrerin fordert ihn enorm, weil sie Potenzial sieht und ich finde es gut, weil er zumindest dort eine Herausforderung hat. Das einzige, was ich schade finde, ist dass mein Kind selten dieses Erfolgserlebnis hat, da er mit nahezu nichts Schwierigkeiten hat und somit alles ohne Aufwand kann. Klavier ist wirklich das einzige wo er es im Ansatz mal erlebt.

    Ich habe mir lange Gedanken gemacht übers Testen lassen, aber im Endeffekt habe ich nicht gewusst, was es hätte bringen sollen. Die Zahl hat für uns Eltern keinerlei Bedeutung, ich wäre noch nicht einmal sicher, ob er HB wäre, er kann viel, das weiß ich, aber ob das gleich HB ist, sei mal dahingestellt...
    WIr sind gegen ein Überspringen der Klasse, Förderberdarf hat er nicht, mit der Lehrerin sind wir im Gespräch, dass er etwas schwierigere Aufgaben bekommt, damit er auch mal was machen muss und sich nicht mit langweiligen Wiederholungen abplagen muss. Ich finde das reicht für meinen Sohn vollkommen aus, er hat nachmittags sehr viel Programm, das ist okay, Langeweile kommt selten auf und wenn, dann sucht er sich schon eine für ihn passende Beschäftigung! ;-)

(21) 27.02.17 - 08:45

bringt es Dir, in Richtung Hochbegabung zu testen, um die motorik zu beheben?
Die Geschicklichkeit und die Feinmotorik wird nicht besser, weil Mathematisch in Richtung Hochbegabung getestet, gefördert, geübt wird. --

ich finde das sind zwei paar Schuhe.... --- ich würde mich erst einmal mit vollem Elan drum kümmern, dass das mit der Motorik besser wird ---

das ist schön, wenn der Ergotherapeut so etwas vermutet, -- und vielleicht kommt da auch eine andere Baustelle dazu -- ober für HEUTE fände ich jetzt erstmal wichtig, die aktuellen Defizite aufzuarbeiten ... mit z.B. unterschiedlichen Projekten: nicht nur Ergo, sondern vielleicht auch ein passender Sport (Bogenschiessen? oder was anderes, wo man mit den Händen fein und genau und geduldig arbeiten muss?) - Kräftigen gehört auch dazu: klettern? -- klingt jetzt zwar komisch, aber Muskelaufbau in den Armen und Händen, hilft bei der Kontrolle....

Mit der heutigen Erfahrung würde ich mein Kind nicht testen lassen, denn ich wüßte nicht, was es ihm nützen sollte.
Wir haben bei unserem Sohn einfach an seinen Defiziten gearbeitet.
Dinge die wichtig sind im normalen sozialen Leben gut durchzukommen.
Und ansonsten hat er einfach Input zu den Themen bekommen, die ihn interessierten.

Unser Jüngster Sohn ist meinem Ältesten ziemlich ähnlich, obwohl da die Stärke wohl anders gelagert ist.
Aber was das Soziale betrifft und seine Wahrnehmung ect da ist er dem Großen echt gleich#schwitz
Allerdings auch was das Lernen betrifft. Beide sind wie Schwämme, allerdings nur für Themen die sie interessieren und dann exessiv.

Wir haben uns gegen eine Testung des Kleinen entschieden.
Wir machen es wie beim Großen. Er wird gefördert , so dass er im normalen Leben gut klar kommt und er bekommt für seine Stärken Input
Alles andere darf gepflegt auf dem mittleren Level laufen.

Da wir ja nun schon ein paar Erfahrungen mit Kindern haben, können wir recht entspannt sein.
Mittlerweile ist uns nicht wichtig, dass unsere Kinder alle Schwächen ablegen und in allem gut werden/sind.
Sie sollen vor allem glücklich sein und ihr Leben leben können.
So ein Test nimmt nur den IQ auf, den Menschen macht so viel mehr aus als nur der IQ
Solang euer Kind glücklich ist, gern in die Schule geht und da auf Lehrer trifft die ihn entsprechend Fordern, würde ich den Test lassen.
Wenn ihr allerdings für bestimmte Forderangebote den Nachweis braucht, dann .... :-)

LG

Hallo!

Ich habe meinen Sohn in der 3. Klasse auf Hochbegabung testen lassen (die sich dann auch bestätigt hat).

Der Grund hierfür war aber eigentlich nur, dass es bei uns in OÖ einen speziellen Verein für Hochbegabte ab der 3. Schulstufe gibt, wo Mitglieder das ganze Jahr über spannende Kurse besuchen können - teils anstatt des Unterrichts, teils am Wochenende / in den Ferien.

Ansonsten wäre bei uns eine Testung nicht nötig gewesen. In der Grundschule wurde von der 1. Klasse an auf seine Begabungen Rücksicht genommen, auch zuhause bekommt er genügend "Futter" und sozial hatte er nie größere Probleme.

Würde mich an eurer Stelle jetzt erst mal intensiv um die Feinmotorik kümmern. Testen kann man in ein, zwei Jahren auch noch, das wäre aber hier nicht meine Priorität.

LG Claudi

(24) 01.03.17 - 15:30

Könnte auch mein Sohn sein, den du da beschreibst. Nur steht ihm einfach seine Faulheit im Weg. Wenn dein Sohn auch immer nur den bequemen Weg geht, kannst du froh sein, dass er clever genug ist, trotzdem ohne viel dafür tun zu müssen, gute Noten zu bekommen. Wenn er Förderbedarf hat, wird er das schon selbst bemerkbar machen, ich für meinen Teil habe mich im Sinne meines Sohnes dafür entschieden, ihn einfach genießen zu lassen, dass ihm alles zufliegt, so hat er dann halt mehr Zeit für die Sachen, die ihm Spaß machen. (Noch mehr) lernen gehört definitiv nicht dazu, also würde ich ihm mit einem Förderprogramm keinen wirklichen Gefallen tun.

(25) 03.03.17 - 11:12

Hallo Pepper,

bei unsere Tochter (auch im Sommer 2016 eingeschult) wurde gerade eine Teilhochbegabung im sprachlichen Bereich festgestellt. Ihre Klassenlehrerin hatte uns angesprochen, weil Fleurie auch nach vier Wochen schon lesen konnte und nach dem ersten Halbjahr schon mit dem Lesematerial der zweiten Klasse durch war.
Sie hat uns eine Begabungsdignostik beim schulpsychologischen Dienst empfohlen.
Heraus kam ein Gesamt IQ von 128 und ein Wert von >130 für das Sprachverständnis.

Und hat das Ergebnis zunächst doch sehr überrascht. Vor der Einschulung waren wir nämlich gar nicht sicher, ob sie überhaupt in der Schule klar kommen würde. Sie war immer so "verpeilt", unkonzentriert und im letzten Kitajahr zum Teil auch unausstehlich. A

Dann habe ich angefangen über das Thema zu lesen. Im Nachhinein bin ich total dankbar, dass wir den Test machen durften. Weil ich mein Kind jetzt einfach viel besser verstehe.
Sie war auch ein "High Need"-Baby und ein sehr anstrengendes Kleinkind, das man ständig beschäftigen und mit Input versorgen musste. Auch sie hat schon immer wenig und schlecht geschlafen. Und auch nie von sich in der dritten Person gesprochen. Sie hat bereits mit 9 Monaten angefangen zu sprechen und als sie mit 3 in der Kindergarten kam, war ihre Sprache im Grunde schon "ausgereift". Sie liebte schon immer Wortspiele und reimte leidenschaftlich gerne.
Und ich bin so oft daran verzweifelt, dass ich das Gefühl hatte, gegen eine Wand zu reden, wenn ich sie gebeten habe, etwas zu tun.... außerdem hat sie im letzten Kitajahr oft über unerklärliche Kopf- und Bauchschmerzen geklagt uns sich beschwert, dass andere Kinder sie nicht mit ihr spielen wollten, weil sie so anders sein.
Und ich verstehe jetzt auch, warum sie viel ausgeglichener ist, seitdem sie zur Schule geht und so mehr Kontakt zu älteren Kindern hat.

Wir haben das Glück, eine sehr umsichtige Klassenlehrerin zu haben, die sich mit der Psychologin, die den Test durchgeführt hat, austauscht und Fleurie nun mit zusätzlichem Stoff in Deutsch füttert. Trotzdem werden wir auch noch weitere Fördermaßnahmen im außerschulischen Bereich wahrnehmen. In Absprache mit unserer Tochter, die bereits verkündet hat, sie würde gerne Englisch, Französisch und Spanisch lernen...

In den anderen Fächern ist sie ihren Klassenkameraden nicht voraus, in Mathe hat sie sogar ein paar "Problemchen" (wobei ich nicht weiß, ob sie einfach nicht akzeptieren kann, dass ihr hier nicht alles so zufliegt wie in Deutsch). Und sie fühlt sich wohl in ihrer Klasse.

Für mich ist die Hauptsache, dass sie zufrieden und glücklich ist. Und das ist sie nur, wenn sie im Sprachbereich ausreichend gefordert wird.

Mein Fazit: Sprich doch mal mit dem Klassenlehrer. Im besten Fall macht er den Kontakt zum schulpsychologischen Dienst, dann ist der Test auch kostenfrei.

Wir können auch gerne über PN in Kontakt bleiben, wenn Du möchtest!

Herzlich

tranquile

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