Reaktion der Lehrerin ok?

    • (1) 15.03.17 - 19:20

      Hallo,
      ich habe eine Frage und versuche es kurz zu machen. Meine Tochter (10 Jahre) hatte in Religion ihr Heft vergessen. Die Aufgabe, einen Aufsatz, schrieb sie auf einen Zettel. Es war Pause. Nach der Pause lag der Zettel zerrissen im Müll.
      Sie fragte wer es war. Ein Junge, der in der Pause oben blieb, sah dass es A. war.
      Heute sprach es meine Tochter an. Die Klassenlehrerin meinte:
      "Ich sag jetzt 3 Sätze dazu:
      1. Wenn du (meine Tochter) dein Heft nicht vergessen hättest, wäre das nicht passiert.
      2. L (der Junge, der sah und sagte wer es war), man mischt sich nicht in fremde Angelegenheiten ein
      3. derjenige, der es getan hat, soll sich bei meiner Tochter entschuldigen. Das war nicht gut"
      Das wars.
      Wie findet ihr das?

      • Ach, eigentlich finde ich ganz gut, wie die Lehrerin reagiert hat. Sie hat ja recht.

        Welche Reaktion hättest du dir denn gewünscht? Größren Ärger für den Zerstörer?

        • (3) 15.03.17 - 19:36

          Selbstverständlich sollte es eine Konsequenz für dieses Verhalten geben. Oder bist du der Ansicht, dass man sowas tolerieren muss?

          • (4) 15.03.17 - 19:45

            Im Nachhinein finde ich es immer schwierig sowas zu bewerten.

            Weiß man überhaupt sicher, wer es war? Der Petzer kann sich ja auch irren oder sogar absichtlich den falschen bschuldigen. Wusste der Schüler, dass dieser Zettel ein Aufsatz war? Ist die ganze Aktion überhaupt kostbare Lernzeit wert?

            Es kommt da ein bisschen auf die Zusammenhänge und das Klassenklima an. Aber manchmal ist weniger einfach mehr, besonders dann, wenn das ganze vielleicht schon mehrere Tage zurückliegt.

      Ich finde die Reaktion O.K. Vielleicht hätte sie sich den vermeintlichen Zerstörer noch zur Brust nehmen sollen.

      • Sie soll also einen Jungen zusammenstauchen, obwohl sie die Tat nicht selbst gesehen hat und der Junge das auch nicht selbst gestanden hat? Ernst jetzt?
        Das hätte auch der "Petzer" sein können. Welches "Alibi" hatte er denn?

        • Von zusammenstauchen habe ich doch nichts geschrieben, ich meinte eher, dass sie ihn befragt zur Sache. Aber völlig außen vor lassen kann man den jetzt nicht finde ich.

    Die Reaktion war doch korrekt. Was hättest du denn erwartet?

    • Na ja, ob er das Heft oder das Blatt zerreißt würde keinen Unterschied machen und tut in dem Zusammenhang nichts zur Sache.
      Und dass der Junge, der sagt, wer es war Ärger kriegt, finde ich ganz daneben.
      Wenn der Lehrerin jemand ins Auto fahren würde und einfach wegfährt und ein Zeuge das Kennzeichen sagt, würde sie doch auch nicht sagen, dass er sich nicht in andere Angelegenheiten einmischen soll.

Aussage 1 und 3 kann ich aus Sicht der Lehrerin gut nachvollziehen, ist ja auch so! Aussage 2 stimme ich nur bedingt zu, denn wenn Deine Tochter Mitschüler fragt, wer das war, und einer das gesehen hat, kann er das doch auch sagen.

LG

Anja

  • Sie soll mit Schuld dran sein, weil sie ihr Heft vergessen hat? Was ist das denn für ne hirnrissige Begründung?

    Kein Kind hat an fremden Zetteln, Heften oder whatever irgendwas verloren, Punkt!

    • Hab ich gesagt, dass jemand was an Zetteln oder Heften anderer Kinder zu suchen hat? Nein, natürlich nicht - deshalb soll sich der Übeltäter ja auch entschuldigen.

      Schuld ist vielleicht überzogen formuliert, trotzdem sollen die Kids drauf achten, ihre Sachen dabeizuhaben - anders würde ich die Aussage der Lehrerin nicht auffassen.

Zu 1, korrekte Aussage
zu 2 , Ein Zeuge, der sah , gefragt wurde und half....finde es hilfreich.
zu 3, wer sagt, das er das Heft auch nicht zerstört hätte, denn wenn sich ein Zeuge nicht einmischen sollte, dann hat A. auch kein Recht, fremde Sachen, was ihm nicht gehört, zerstören und in den Müll zu werfen #nanana

(14) 15.03.17 - 19:54

Hallo
Ich finde das Verhalten der Lehrerin absolut daneben. . Es kann doch nicht sein, dass derjenige der jemand anderen schadet mit einer billigen Entschuldigung davon kommt. Bei mir hätte er den zerissenen Zettel aus dem Müll holen und diesen Aufsatz nochmal abschreiben müssen. Das wäre eine logische Konsequenz. Deiner Tochter vorzuwerfen, dass sie indirekt daran schuld sei, ist völliger Blödsinn und dem anderen Kind zu sagen, dass man lieber wegschaut und damit den Schuldigen deckt ist nur noch traurig.

Aber hier bei Urbia scheinen ja alle dieselbe Meinung zu haben. #schock Ich bin ehrlich gesagt völlig entsetzt, dass man solches Verhalten toleriert und mit einer Lehrerin mit fragwürdiger Erziehungsmethoden sich solidarisch erklärt. Ich würde ein Gespräch mit ihr suchen und wissen wollen, welche Strategie sie mit einem solchen Verhalten verfolgt.

  • (15) 16.03.17 - 05:52

    Billige Entschuldigung?
    Jetzt schalt mal einen Gang zurück!
    Das sind Kinder in einer Grundschule und das ist kein schlimmes Vergehen! Die Lehrerin zeigt keine fragwürdigen Erziehungsmethoden, sondern reagiert angemessen auf eine alltägliche Situation im Klassenzimmer.
    Und klar trägt auch das Mädchen eine Teilschuld, wenn du unbedingt die Schuldfrage geklärt werden muss. Abgeheftet oder anderweitig ordentlich verräumt, wäre das Blatt nicht im Müll gelandet.

    • (16) 16.03.17 - 08:12

      Du findest es gerecht, dass man jemand absichtlich schadet und dann hinterher Enschuldigung sagt und alles ist wieder ok? Das Mädchen hat einfach Pech gehabt und Hat es durch seine blöde Vergesslichkeit sogar selber noch herausgefordert. Dann ist es völlig gerecht, dass sie daheim diesen Aufsatz nochmal selber schreiben muss? Auf der eine Seite entschuldigst du das vorsätzliche Verhalten des "Täters" mit seinem Alter und bestrafs gleichzeitig das "Opfer" mit seiner Vergesslichkeit. Es ist nur eine billige Entschuldigung wenn er dafür keine Konsequenz für sein Verhalten bekommt. Das Mädchen fühlt sich durch die Reaktion der Lehrerin zusätzlich bestraft und der Junge denkt, dass war ja nicht schlimm.

      • (17) 16.03.17 - 08:28

        Du weiß doch gar nicht ob dieser Schüler den Zettel wirklich in den Müll geworfen hat, du weißt auch nicht, ob er es mit böser Absicht gemacht hat oder vielleicht nur einen herumfliegenden Zettel weggeworfen hat.
        Du unterstellst ihm vorsätzliches boshaftes Verhalten ohne jeden Beweis dafür. Nicht wirklich toll, odre?

        Du weißt auch nicht, ob das Mädchen den Aufsatz nochmal schreiben musste.

        Niemand ist bei der Sache ersthaft zu Schaden gekommen, also warum mehr Wind darum machen als nötig?

        • (18) 16.03.17 - 10:30

          Nein, aber das mindeste wäre es gewesen den Jungen herzuholen und mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Als Pädagogin sollte man in dem Alter dann schnell herausfinden wie es wirklich war. Aber Man muss doch nichtbereits im Vorfeld nach Entschuldigungen suchen, sondern erstmal diesem konkreten Vorwurf nachgehen. Es geht doch gar nicht nur um diesen Zettel und um den Jungen sondern die Reaktion der Lehrerin. Sie wollte sich einfach nur bequem aus der Situation nehmen auf Kosten des Mädchens, indem sie lieber erstmal das Mädchen und den " Petzer" angreift. Wind wird ich aus dem Grund machen, dass sie zukünftig ihre Handlungsweise mal überdenkt.

(19) 15.03.17 - 21:41

Hallo,

ich würde da gar nicht so ein Gewese drum, sondern einen Haken dran machen.

Wer weiß, was hinter der Reaktion steckte.

1.) Lose Zettel kriegen gerne Füße. Das heißt, sie fliegen beim ersten besten Windstoß vom Tisch. Vielleicht ist das Blatt unterm Tisch des "Zerstörers" gelandet und der dachte sich: "Schon wieder so ein Zettel, was geht mir das auf den Keks, ständig der Müll von andern Kindern unter meinem Tisch - Pech gehabt wer sein Zeug nicht abheftet, ich schmeiß ihn jetzt weg!"

2.) Wer weiß, wieso die Lehrerin in dieser Weise auf das Kind reagiert hat, das etwas gesehen haben will. Vielleicht ist es ein Kind, das ständig überall die Nase dran hat und immer ganz genau weiß, was die andern alles falsch machen. Und das einzige, worum es sich NICHT kümmert sind die Dinge, die es eigentlich selbst zu erledigen hat. #schein

3.) Ich hätte meinem Kind gesagt: "Ich verstehe deinen Ärger, du hast dir viel Mühe gegeben mit dem Aufsatz. Schau, dass du in Zukunft immer an dein Heft denkst, dann passiert sowas nicht so schnell.

Mit einem Autounfall finde ich die Geschichte gar nicht vergleichbar. Eher mit: Ich lasse an meinem Arbeitsplatz einen Zettel auf einem Tisch, der jedem zugänglich ist und bekomme später mit, dass ihn ein Kollege entsorgt hat. Und ganz ehrlich: Da würde ICH nicht gleich zum Chef rennen und erwarten, dass der Kollege eine Ansage bekommt. Sondern ich würde dem Kollegen sagen, dass mich das ärgert - und dann klärt sich die Sache vielleicht schon, weil der Zettel auf dem Boden lag und für Altpapier gehalten wurde. Und dann würde ich in Zukunft besser aufpassen auf mein Zeug.

Denn was hatte das Blatt während der Pause noch auf dem Tisch zu suchen? Nach der Relistunde sollten die Relisachen weggepackt werden, denke ich.

LG

Es fliegen täglich so einige (beschriebene) Blätter im Klassenraum rum, die selten jemanden gehören. Oft liegen sie auch auf dem Boden herum.
Da ist es nicht verwunderlich, dass jemand ein auf dem Boden liegendes Blatt mal in den Müll wirft.
Was für eine Strafe erwartest du denn für dieses "Vergehen" ? Es wurde darüber gesprochen, es gab eine Entschuldigung und gut ist.

Und deine Tochter wird sich fürs nächste Mal merken: Entweder immer ein Heft dabei haben oder lose Blätter vor der Pause entsprechend abzuheften.

  • wo steht, dass das Blatt am Boden lag?
    Dein Kopfkino macht eine ganz andere Geschichte daraus.
    Der Junge wurde nicht mit dem Vorwurf konfrontiert, sondern es wurde nur gesagt, derjenige soll sich entschuldigen. Tat er aber nicht. Muss er ja auch nicht, wenn nur die anderen beiden vor der Klasse Ärger kriegen, aber er noch nicht mal namentlich erwähnt wird.

Moin,

auf den Punkt gebracht. Nicht lange diskutiert und gut und m.E. hat sie das gesagt, was zu sagen war.

Finde auch, dass ihre Reaktion ok war. Natürlich gäbe es noch"bessere" Versionen - aber Lehrer sind auch nur Menschen und vielleicht hatte sie ja auch mal einen schlechten Tag :)

Lass es doch gut sein, ist doch nur ein blöder Zettel.

Was soll deiner Meinung nach eine Frau tun, die nur von der Situation gehört hat????

Sie hat mit allem Recht was sie sagt. Und dann denke ich das LehrerInnen sich immer mehr mit solchen "Kleinigkeiten" aufhalten müssen und kaum noch zum eigentlichen Kern ihres "Geschäfts" kommen....

  • *Und dann denke ich das LehrerInnen sich immer mehr mit solchen "Kleinigkeiten" aufhalten müssen*

    Ich habe diese Woche noch mit einer Kollegin darüber diskutiert, weil bei uns in letzter Zeit ständig Kinder bei der Aufsicht stehen und erwarten, dass wir irgendwelchen Heckmeck im Fußballfeld klären.

    Da haben wir uns gefragt: Wie kommt das? Wir haben früher jede Pause auf dem Schulhof Völkerball gespielt. Da ist im Leben niemand auf die Idee gekommen, zur Lehrerin zu dackeln, wenn man irgendwas unfair fand. Das war UNSER Spiel und das haben wir unter UNS geklärt.

    Ich denke zwar durchaus, dass ab und an ein angeleitetes Konfliktgespräch wichtig ist, damit sich nicht nur die Alphatierchen durchsetzen. Aber da sollte doch Augenmaß gehalten werden, sonst wollen die Kinder ganz schnell jeden Driss von den Erwachsenen geklärt haben.
    (Vor allem, wenn dafür Unterrichtszeit draufgeht :-p )

    LG

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