Schlau, aber schlampig: Gymnasium oder Real (Bayern)?

    • (1) 23.03.17 - 14:56

      Hallo liebe Mamas,

      mein Großer macht mir derzeit Kopfschmerzen:

      Er ist ein "Schlaukopf" (Bezeichnung der Lehrerin), allerdings faul und vor allem immer schnell fertig, also macht viele Flüchtigkeitsfehler.

      Notentechnisch steht er in Mathe auf einer guten 2, Deutsch 3, HSU 2

      Nun steht der Übertritt an und er weiß auch nicht so recht was er will. Erst Gymnasium, dann doch Real (weil weniger Fremdsprachen). Diese Woche dann doch wieder GYM.

      Angesichts seines Arbeitsverhaltens macht mir Übertritt auf das Gym halt einfach große Sorgen. Ich habe keine Lust, dass ich ihn ständig zum Lernen verdonnern muss. Selbständig schaftt er das bisher eher nur oberflächlich. Außerdem möchte ich auch, dass ihm einfach genügend Freizeit bleibt.

      Seine Ergotherapeutin meinte, das Arbeitsverhalten entwickelt sich ja noch mit zunehmendem Alter und sie meint, ei Kind mit einem IQ von 120 sollte durchaus aufs Gymnasium gehen....

      Seine Lehrerin meint, mit dem Arbeitsverhalten ist das schwierig, aber machbar. Über die Intelligenz macht sie sich keine Sorgen. Real hält sie aber auch für eine Überlegung wert.

      Hilfe! Was mache ich jetzt? Er weiß es ja selbst nicht und fragt mich immer, was ich machen würde an seiner Stelle.

      Bitte berichtet mir von ähnlichen Fällen.

      Danke

      Froschmama

      • Hallo,

        ich habe auch so ein Kind, es wird auf die Realschule gehen.

        Er hat dazu aber noch ADS. Noten gleich, IQ noch höher.

        Die Lehrer raten dringend vom Gymnasium ab.

        Was sagt denn dein Bauchgefühl?

        LG

        • Danke Dir.

          Ach, mein Bauchgefühl sagt, Real, aber möchte ich ihm das Gymnasium wirklich ausreden?

          • Fahr mit ihm zu Realschule und zeig sie ihm doch, vielleicht gefällt sie ihm ja!

            Ich tue mich da leichter, weil ich selber auf der Realschule war und es für mich wirklich locker gelaufen ist (Einser-Schülerin in der Grundschule).

            Ich bin dann in der 11. aufs Gymnasium. Dieses eine Jahr war wirklich hart, bis ich mich an die viele Lernerei gewöhnt hatte, dann ging es wieder locker weiter.

            Die viele Vokabellernerei mit einem Kind, das keinen Bock hat, tue ich mir nicht freiwillig an. Entweder er will mehr, dann soll er später aufs Gymnasium oder er lässt es. Das dann aber ohne mich, da muss er dann selber lernen.

            • Danke, das werden wir auch machen.

              Er macht halt viel von seinen Freunden abhängig und 2 wirklich enge Freunde gehen zum Gymnasium.

              • Oh, das hast du aber nicht erwähnt!

                Ich bin damals unter lautem Protest aller Lehrer und meiner Eltern nicht aufs Gymnasium, weil meine Erzfeindin auf der Grundschule dort hin ist.

                Freunde sind wahnsinnig wichtig! Wenn er mit denen zusammen geht, sind die Chancen doch nicht so schlecht.

      Hallo,

      ich habe hier einen schlauen Faulpelz, der genau so viel macht, wie unbedingt notwendig, aber freiwillig nicht mehr. Und passt sich damit seiner Lehrumgebung an. Das bedeutet, jetzt auf dem Gymnasium macht er so viel, dass er damit durchkommt, auf der Realschule würde er sicher keine besseren Noten haben, sondern einfach weniger tun.

      Ich kenne viele Schüler (vor allem Jungs), die erst mit ca. 15/16 Jahren durchstarten. Auf der Realschule würde das ein schlechtes Abschlusszeugnis bedeutet, auf dem Gymnasium wäre es noch rechtzeitig für die Oberstufe.

      LG

      • Schlauer Faulpelz trifft es gut ;-).

        Was heißt denn "soviel, dass er damit durchkommt"? Wie sind denn seine Noten und wie waren sie auf der Grundschule? Und wie geht es ihm auf dem Gymnasium?

        • er war in der Grundschule nicht ehrgeizig, eine eins gab es höchstens in Sport und Musik und auch jetzt hat er überwiegend 2er und 3er, 4er sind auch dabei, aber erst wenn es Richtung 5 geht, dann übt er freiwillig.

          Uns sind die Noten auch nicht wichtig, machen also keinen Druck. Wir legen nur Wert darauf, dass keine Lücken aufgebaut werden, und wenn es erst nach der Klassenarbeit gelernt wird.

          (12) 04.04.17 - 13:46

          Hallo, das halte ich für einen sehr cleveren Ansatz. Warum nicht Wissen nach einer Arbeit festigen? Das nimmt Druck raus. Mein Sohn ist auch eine härtere Nuss und geht bald ins Gymnasium. Hoffentlich war das die richtige Entscheidung.

Bitte bedenke dass Realschule auch nur klappt wenn das Kind lernt.

Habe ein Kind auf Realschule und eine auf Gymnasium. Das nimmt sich kaum was bis Klasse 6.
Klar kommt die zweite Fremdsprache dazu, aber lernen muss jede von beiden.

  • Danke für deine Antwort.

    Klar muss man auch auf der Real lernen. Nur ist vieles ja dort auch praktischer und die Fremdsprachen und die damit verbundene Vokabellernerei könnte man sich zumindest sparen.

(15) 23.03.17 - 16:45

Hallo,

meinst du sein verhalten ändert sich, wenn er "nur" auf die Realschule geht? (Ich will die Realschule nicht abwerten). Dort hat er es evtl. leichter und macht noch weniger von sich aus, ist kein muss aber kann ja auch passieren. Ich war auf einer fortführenden Schule, da war die 5. und 6. Klasse Realschule und Gymnasium zusammen und es wurde dann ab der 7. Klasse in Gymnasium und Realschule getrennt. Bei einer solchen Möglichkeit hätte er die Chance sich noch etwas zu entwickeln bis man sich wirklich entscheiden muss.

Wenn der Lehrer und die Therapeutin sagen, dass er die Intelligenz zum Gymnasium hat, dann sollte er das Gymnasium probieren. Nach der 10 Klasse aufhören oder in der 7. Klasse auf eine Realschule zu wechseln ist ja auch noch möglich. Von der Realschule aufs Gymnasium zu wechseln ist schwerer. Bei uns haben ein paar die Realschule gemacht und dann weiter gemacht in der Oberstufe. Sie haben es alle geschafft, aber sie hatten vor allem am Anfang schon mehr zu kämpfen als wir vom Gymnasium.

Er entwickelt sich noch. Ich habe auch oft Flüchtigkeitsfehler gemacht und habe trotzdem das Gymnasium gemacht.

  • (16) 23.03.17 - 20:07

    Eine fortführende Schule finde ich klasse. Die hätte ich auch gern für ihn, gibt es allerdings hier nicht.

    Das mit dem "Probieren" denke ich halt auch, aber wie wirkt sich das auf sein Selbstwertgefühl aus, wenn er es 'nicht geschafft' hat?

    • (17) 27.03.17 - 10:02

      Motiviere ihn. Meine Freundin hatte eine Empfehlung für die Hauptschule und wurde sofort und trotzdem in ein reines Gymnasium angemeldet. Sie hat das Abi ohne Sitzenbleiben geschafft, zwar kein Bomben-Ergebnis, aber sie hat es geschafft und sie hat auch studiert. An der Arbeitsweise kann man Arbeiten. Dein Sohn scheint ja nicht dumm zu sein, nur etwas faul und nachlässig, daran kann man was ändern.

Hallo,

ich habe ein Kind auf der RS (9. Klasse) und eins recht frisch auf dem Gymnasium (5. Klasse). Du musst in beiden Schularten lernen, wenn du nicht so im hinteren Drittel mitschwimmen willst.

Auch die Realschule zieht in der 7ten und 9ten nochmals sehr an, die Arbeitsform ist mitunter anders (Referate in Gruppenarbeit, praktische Arbeiten ....). Bei den Gruppenarbeiten ist es in der Klasse meiner Tochter so (und das scheint häufig so zu sein), dass sich die Schüler fast ausschließlich nach Leistungsvermögen "paaren" - d.h. ist von einem Klassenkamerad nicht viel Leistung zu erwarten, wird er nicht Teil der Referatsgruppe - somit gibt es immer eine "Loosergruppe", die nichts hinbekommt und wo der äußere Einfluss mit Sicherheit noch schwerer zu nehmen ist, weil es plötzlich nicht noch ums eigene Kind geht.

Zum Gymnasium kann ich noch nicht viel sagen - außer, dass gerade in Mathe und Englisch das Tempo wirklich ordentlich ist. In Mathe kommt eine Einführung nach der anderen und viele Übungsphasen werden dank G8 nach Hause verlagert.

Insgesamt ist das Tempo auf der Realschule etwas gemächlicher, also für ein nicht so leistungsbereites Kind vermutlich eher etwas.

Was sagt denn dein Kind dazu? Bei mir ist es in der GS so, dass ich mir wirklich akribisch Ranzen und alle Hausaufgaben zeigen lasse, bis ich das Gefühl habe, dass nun der Groschen, was die Struktur angeht, gefallen ist. Gäbe es nicht eine Möglichkeit, das Kind beim eigenen Arbeitsverhalten zu unterstützen, bis sich eine optimalere Struktur eingeschliffen hat?

GLG
Miss Mary

  • Ich habe mir auch immer alles zeigen lassen und eine zeitlang auch fast täglich darauf bestanden, dass er Hefteinträge oder Hausaufgaben wiederholt, weil z.B. kaum lesbar.

    Erst seit der 4. Klasse habe ich bewusst versucht, ihm auch nach und nach mehr eigenständig entscheiden zu lassen, ob es so angemessen aussieht, ob er genug gelernt hat etc.

    Lernen insbesondere auswendig, wie bei Vokabeln ist halt überhaupt nicht sein Ding. Und da graut es mir vor dem Gymnasium schon wegen der Fremdsprachen. Er mag Englisch schon nicht.

    Er möchte eigentlich auf's Gym. Schwankt aber immer mal wieder, insbesondere wenn ich ihm sage, dass er dort halt viel lernen muss.

    Ich bezweifel aber ehrlich gestanden auch, dass ein Kind mit 9 Jahren, überhaupt in der Lage ist, sich über die Tragweite dieser Entscheidung bewusst zu sein.

    Also letztlich schaut er bei seiner Entscheidung darauf was ich und mein Mann sagen und WO die meosten seiner Freunde hingehen. ;-)

    • Hallo,

      im Gymnasium hast du halt auf jeden Fall zwei Fremdsprachen ... Englisch ist glaube ich noch ziemlich motivierend (v.a. kannst du da mit einem entsprechenden Trip ins Land auch gut nachhelfen #schein). Französisch ist schon eine andere Hausnummer ...

      Ich würde auch darauf hören, was die Lehrerin sagt - die Seite kennt man von dem eigenen Kind ja immer nicht (in der Gruppe, in der Unterrichtssituation). Entscheidungen sind immer so ein Ding ... Ich hatte das bei meinem Sohn auch. Am Ende habe ich ihn argumentativ überzeugt (nicht was die Schulart, aber die Schule angeht) - Kinder halten sich oft an irgendwelchen Details auf - bei uns gibt es nun ein superrenoviertes Gymnasium und mein Sohn wäre da lieber hingegangen, weil da in der Mittagspause das Hallenbad auf hat und er gerne schwimmt. Als wir die Strecke dann mal mit dem Bus gefahren sind ... hat er doch lieber das andere Gymi genommen, das näher bei uns liegt.

      GLG
      Miss Mary

      • (21) 23.03.17 - 21:01

        Hallo,

        ich würde nicht sagen, dass Französisch grundsätzlich schwerer ist, als Englisch.
        Ich kenne auch Leute, denen Französisch in der Schule leicher fiel als Englisch.
        Es ist leichter, schlecht Englisch zu sprechen, als schlecht Französisch zu sprechen, aber eine anspruchsvollere Ebene in der englischen Sprache zu erreichen, ist auch nicht ohne.

        Frankreich, Belgien oder in die Schweiz sind sogar Nachbarländer Deutschlands. ;-)

        Unsere Tochter (4. Klasse) hat in Englisch eine 1und findet es trotzdem total blöd, will aber unbedingt in eine bilinguale Französisch-Klasse auf dem Gymnasium, nachdem sie dort mal einen Probe-Unterricht mitgemacht hat. Ich selbst habe mir das Lehr- und das Arbeitsbuch für Französisch 5. Klasse bilingual angeguckt und muss sagen, dass das wesentlich systematischer und sinnvoller aufgebaut ist, als die Hefte, die unsere Tochter in Englisch in der Grundschule hat.

        LG

        Heike

        • (22) 24.03.17 - 21:10

          Hallo,

          du hast schon Recht ... wenn du ein sprachaffines Kind hast, sind vermutlich auch drei Sprachen nicht das Problem ...

          Die französische Schweiz grenzt allerdings nicht an Deutschland, Belgien ja, da sprechen aber auch erst mal viele Flämisch und Frankreich ... da hast du Recht. Für Kinder (generell, da gibt es aber sicher Ausnahmen) ist jedoch England motivierender.

          Generell finde ich Französisch schon wegen der Grammatik sehr viel schwerer als Englisch. Das Grundschulenglisch kannst du ohnehin in die Tonne kicken ... je nachdem, wer es unterrichtet. Mein Sohn (3. Klasse) singt gefühlt seit drei Monaten "Mary had a little lamb".

          Du musst bei den Vokabeln halt echt dran bleiben ... und das bei einem lustlosen Kind ... das ist vermulich nicht gut..

          GLG
          Miss Mary

(23) 23.03.17 - 17:17

Huhu,

In der Schule gibt es verschiedene Fächer: die, wo man Verfahren verstehen und anwenden können muss, und die, wo man hauptsächlich Wissen erlernen und wiedergeben können muss.
Wenn ein Kind hauptsächlich unsauber arbeitet und Leichtsinnsfehler macht, wird es auf keiner Schulform ein Einserkandidat werden. Ob ich in Deutsch einen Aufsatz auf dem Gymnasium oder der Realschule schreibe und dabei viele Rechtschreibfehler mache, ist ja dann egal. Wenn ich in Mathe vergesse, den Antwortsatz der Textaufgabe hinzuschreiben, ist es auch egal, ob ich auf dem Gymnasium oder der Realschule bin. Wenn ich in Geometrie mein Koordinatensystem unsauber zeichne, ebenso.

Wenn ich nichts lerne, weiß ich weder auf dem Gymnasium noch auf der Realschule in den Lernfächern den Stoff.

In NRW würde ich zum Gymnasium raten, in Bayern bin ich auch unsicher. Es ist schon so, dass der Stoff auf dem Gymnasium schneller und vertiefter behandelt wird.

Wie ist er denn in Englisch, kann man da absehen, ob er eine Sprachbegabung hat oder eher nicht? Wenn ihm Englisch heute schon eher schwer fällt, würde ich vom Gymnasium abraten. Sowohl Latein wie auch Französisch haben beide ihre Tücken.

LG

Hanna

  • Das ist eben der Punkt: BAYERN und noch dazu G8. Das macht es ja auch nicht einfacher :(

    Nein, er ist sicher nicht sprachbegabt und hat zumindest im Moment auch keinen Spaß daran. Das macht mir eben Sorgen. Denn bei 3 Fremdsprachen und einem lernfaulen Kind... das kann ja heiter werden.

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