Stoff zu viel/zu wenig/gerade recht?

    • (1) 01.04.17 - 13:05
      Inaktiv

      Huhu,

      Warum sind Eltern eigentlich so häufig besorgt darüber, dass ihre Kinder in der Schule "zu wenig" lernen? Ich kann völlig nachvollziehen, dass man ins Grübeln kommt, wenn ein Kind täglich zu viele HA auf bekommt und der Druck in der Schule sehr hoch ist.
      Aber wenn es eher wenige HA auf gibt, ist es dann auch wieder nicht recht.

      Mich haben neulich drei Mütter aus der Klasse angesprochen, ob ich auch fände, dass in Englich viel zu wenig gemacht würde. Es wäre zu wenig Stoff und die Klassenarbeiten wären viel zu einfach und es gäbe zu wenig Hausaufgaben.
      Die Englischlehrerin meines Sohnes findet, dass man Vokabeln besser lernt, wenn sie im Kontext angewendet werden. Sie hat deshalb ein zusätzliches Arbeitsheft, einen "Vokabeltrainer", angeschafft und es gibt keine reinen Vokabeltests, wo nur die Begriffe alleine abgefragt werden. In den Klassenarbeiten kommen immer genau die Grammatik/Vokabel/Redewendungen-Themen dran, die auch im entsprechenden Kapitel des Schulbuchs stehen und im Unterricht behandelt wurden.
      Mein Sohn macht manchmal Vokabeln mit Phase 6 und er kann sie zu 90% beim ersten Mal, ohne dass er sie vorher speziell gelernt hätte (nur eben mit dem Vokabeltrainer). Es scheint also zu funktionieren.

      Das einzige, was man ihr vielleicht noch vorwerfen könnte, ist, dass sie im Stoff etwas hintendran ist. Sie sind jetzt erst am Anfang von Kapitel 4 von insgesamt 6 im Buch. Aber auch da denke ich, dass sie bis Ende des Schuljahres noch gut voran kommen werden, es sind ja (Ferien und Klassenfahrt rausgerechnet) noch 12 Schulwochen.

      Will sagen: Ich bin da ganz entspannt und sehe keine Defizite. Ich vertraue da auf die Lehrerin, dass sie das schon richtig macht.

      Wie ist das bei euch? Seid ihr auch besorgt, wenn ihr den Eindruck habt, es gehe zu langsam? Und woran macht ihr fest, dass es zu langsam ist? Ich meine, ich finde die Klassenarbeiten auch nicht schwierig, aber ich bin ja auch nicht mehr in der 5. Klasse. ;-)

      LG

      Hanna

      • Hallo
        So wie ich das von Freunden und bei meinen eigenen Kindern mitbekomme/mitbekommen habe, frage ich mich bei englisch mittlerweile tatsächlich ob da (im Lehrplan?) tatsächlich etwas schief läuft. Es ist natürlich mehr oder weniger nur mein subjektiver Einblick aber so wie ich das mitbekommene überwiegen in vielem Klassen die Schüler, die nicht sonderlich gut sind. Selbst in der 12 Klasse! Zb. wird konsequent so ziemlich Wort für Wort übersetzt sodass die Sätze oft ziemlich falsch sind aber dank den mehr oder wenigen vorhandenen Vokabelkentnissen eine Kommunikation schon irgendwie möglich ist. Es ist aber mehr ein gebrochenes Englisch wenn du verstehst was ich damit sagen will.
        Auch mit den Englisch Lehrern hatte ich schon so meine Probleme, meine Tochter hatte in ihrer Schulzeit viele unterschiedliche (durch den Unfall einer Lehrerin bekamen sie zB. gleichzeitig durch 3 andere Vertretung...) und wir haben echt das Gefühl bekommen dass es Lehrer gab die eben doch "nur" studiert haben und die persönliche Verbundenheit zur Sprache fehlt, so dass man einfach merkte dass sie eben auch "nur" gelernt haben. Natürlich, sie haben Kentnisse und sie sind Lehrer aber es gab qualitativ große Unterschiede. Einige scheinen es auch irgendwie persönlich genommen zu haben dass es jemand gibt der besser und ohne nachzudenken sprechen kann, ich weiß noch wie eine Lehrerin meine Tochter für doof erklärte als sie bei einem Wort anmerkte dass es eben unterschiedliche Bedeutungen haben kann je nach Kontext, Nö das ist definitiv niemals der Fall usw. #kratz
        Wieder andere nutzen meine Tochter/die der guten Schüler regelmäßig als Info Quelle und für Erklärungen gegenüber der Klasse oder gar als Aushilfe.
        Ja, gerade rückblickend irgendwie schon etwas komisch. Natürlich waren nicht alle Schüler grottenschlecht aber es scheinen doch einige zu sein und als meine Tpchter in Klasse 12 war, war ich doch sehr überrascht und fragte mich ernsthaft wie es sein kann dass das Englisch generell so schlecht ist. Ob es nur an den Schülern liegt? Wir wohnen übrigens in BW.
        An sich haben ich schon Vertrauen in die Lehrer aber bei so machen kommt einem schon irgendwann der Gedanke ob das alles seine Richtigkeit hat, mein Kind hatte auch mal eine Reli Lehrerin bei der irgendwie immer Filme geschaut wurden und Mandalas gemalt wurde. Auf der weiterführenden Schule #rofl! Oder eine Bio Lehrerin die anfangs des 12 Klasse verkündete, der Lehrplan ist sch... sie unterrichtet hier fürs Leben und was sie für wichtig hält.

        LG

      es sind denke ich eine Vielzahl an Faktoren

      - Interesse der einzelnen Schüler
      - Lehrplanänderungen
      (wir hatten damals in Mathe eine Änderung bekommen: Kürzung der Stunden von 5 auf 3 pro Woche - Schulstoff wurde von der nächsten Klasse noch in die Klasse reingepackt, wo eh schon die Stunden gekürzt wurden)
      - Unterrichtsausfälle (Schulen beantragen häufig schon Vertretungen z.B. Schwangerschaft, absehbar... aber die Genehmigung bekommen sie erst, wenn der Mutterschutz eine Weile lang läuft und dann "erst Bedarf" "besteht")

      - an den Lehrern selbst
      - an der Sympathie zu den Lernen bzw. in Kombi ob das Fach dann gefällt

      bei uns damals gab es bei Sprachen ein Phänomen (Bei Mathe nicht so)

      bei Sprachen war interessant zu bemerken:
      das erste Schuljahr mit der neuen Sprache - stand im Zusammenhang mit dem LK der Sprache

      bsp. Lehrerin 1 vermittelte die Sprache richtig super. 90% der Klasse wählte diese Sprache als LK
      Schüler des darauffolgendes Schuljahres hatten
      Lehrerin 2 vermieste vielen die Sprache von Anfang an ... 1 Schüler entschied sich für Grundkurs. Alle anderen wählten ab, so schnell sie konnten.

      Andere Sprache
      Lehrer 1: Vokabeln auswendig lernen. Grammatik war nur zum Abschreiben.
      ein paar wenige wählten Grundkurs. LK nur diejenigen, die sitzen geblieben waren und einen anderen Lehrer als Start hatten.

      Schüler des darauffolgendes Schuljahres hatten
      Lehrer 2: viel interaktiv. Viel mit Sprechen, Sprache leben etc.

      viele wählten die Sprache als LK
      die, die sitzen geblieben waren und dazu kamen in die Klasse, fanden zwar Freude daran und lernten viel dazu. Aber konnten vieles nicht mehr aufholen. An LK war nicht zu denken.

      Bei Englisch und Mathe ist es eher gemischter gewesen.
      Bei Englisch weil auch viel mehr Jahre geprägt haben
      und da war es auch sehr familienabhängig, wie die Sprache gelebt wurde. Urlaube, Reisen, Bücher usw.

      Grade bei Sprache ... Sprache vermittelt ja auch Gefühle usw.

      da ist es schwer zu sagen, wie es mit dem Lehrplan ist.
      Ein Lehrer hakt zwar alle Punkte ab... von können kann keine Rede sein
      ein anderer Lehrer schafft zwar nicht den kompletten Schulstoff, bringt aber den Kindern die Freude an der Sprache bei, das Leben der Sprache und so können sich diese vieles selbst erarbeiten bzw. mit der Sprache umgehen. Auch wenn grammatikalisch vielleicht eine Lektion gefehlt hat. Der Mut zur Sprache ist da.

      Schwierig wird es, wenn alles zusammenkommt
      - runterrattern des Inhalts, ohne wirkliches lernen
      - dabei nicht den Lehrplan schaffen (vielleicht die Hälfte)
      - Freudlosigkeit, die ankommt

      Geschichte ist soooo spannend... in der Schule war es öde, trocken und wir haben nicht mal annähernd die Hälfte des Lehrplans geschafft ... und wurde von Jahr zu Jahr schwerer, weil keine Zeit war die Lücken zu schließen ... sich aber keine Logik/kein Aufbau ergab ....
      seit ich mich privat damit beschäftige, habe ich Freude daran - und sehe, was an Lücken da sind.

      ob zu viel oder zu wenig Hausaufgaben ist auch so eine Sache.
      sollen die Kinder nur endlos stundenlang abschreiben ohne Lerneffekt - macht das wenig Sinn
      gar keine Hausaufgaben und auch sonst bleiben Lücken auch schwierig

      viele Hausaufgaben, die Spaß machen, vertiefen oder wirklich Übung bringen, super (oder halt nachholen, was in der Schule zeitlich nicht geschafft werden kann, aber dafür Lücken vermeiden)
      oder wenig Hausaufgaben, die wirklich gezielt darauf eingehen, was sinnvoll ist.

      warum dann mehr machen, wenn das wenige wirklich sinnvoll / effektiv ist.

      daher würde ich es nicht an der Menge festmachen, sondern an dem Gesamten.

      und dem eigenen Kind da helfen, wo es Unterstützung braucht
      - mehr Übung (aber bitte nicht noch mehr neues)
      - mehr Neues, weil das bekannte schon zum Hals raushängt
      - Lücken schließen, weil keine Zeit war und diese Lücken Neues erschweren (Aufbau, Logik)
      - Freizeit gönnen, wenn in der Schule schon viel geschafft wird
      ...

    • Hi Hanna,

      ich war und bin auch immer mal wieder über *zu wenig* Stoff besorgt.

      Erstens geht es für mich nicht nur darum, dass es schulimmanent zufriedenstellend läuft. Mir ist schon wichtig, dass die Kinder das, was ich für wichtig halte, auch tatsächlich lernen und nicht bloß in einer mehr oder wenig lächerlichen Testsituation einmalig abrufen können.

      Zweitens wirds auch schulimmanent schnell zum Bummerang, wenn Stoff fehlt: spätestens wenn der Lehrer wechselt oder an der weiterführenden Schule.

      LG Helga

      Hallo,

      ich bin inzwischen überhaupt kein Fan mehr vom Klassenlehrerprinzip der Grundschule ... Du kannst nämlich absolut Glück haben oder Pech Hier mal meine persönlichen Erfahrungen:

      Beim ersten Kind lief alles super. Konnte schon Lesen, als sie eingeschult wurde, konnte bis Weihnachten dank der Methode "Lesen durch Schreiben" auch schreiben, verschlang sofort Bücher - übernahm die Rechtschreibung ohne Bewusstmachung der Regeln - schrieb in Diktaten fast nur 1er, in Aufsätzen 2er und der Rest ... den konnte man Lernen.

      Zweites Kind: gute Lehrerin in Klasse 1 und 2, die wenig "Firlefanz" machte und ihr Hauptgeschäft in der Vermittlung von Deutsch, Englisch und v.a. Mathe ansah. Oft von Eltern wegen der Hausaufgabenmenge kritisiert, oder wegen dem vielen Frontalunterricht, aber der Leistungsstand nach Klasse 2 konnte sich sehen lassen. Dann fiel in Klasse 3 die Deutschlehrerin aus, die Vertretung war -sorry- eine totale Niete #schein, eine Stunde wurde von Schulamts wegen gestrichen und das "Homeschooling" begann. Ein ganzes Schuljahr lang. Dann in Klasse 4 fiel die Mathelehrkraft in den letzten vier Monaten aus. Vertretung machte was ... die Parallelklassen machten etwas völlig anderes. Wir nutzten (GsD), die letzten Schulwochen um den Mathestoff nachzuarbeiten ... da Junior aufs Gymnasium wechselte - da interessierte es keinen mehr, warum 16 Wochen Stoff in Mathe fehlten (und eigentlich noch mehr, weil man eh schon hintendran war).

      Drittes Kind: Völlig esoterische Klassenlehrerin in Klasse 1 und 2, die sich darauf ausruhte, dass die Klasse von sehr vielen Kindern besucht werden, die schon "sehr weit" waren bzw. auf "sehr weit" getrimmt wurden. Gespräche völlig zwecklos, da sie immer endeten "wurde mündlich im Unterricht besprochen, nicht jede Ergebnissicherung muss ins Heft, die Hälfte der Klasse erkennt eine Substantivierung". Jo. Musste man so hinnehmen. Jetzt ist eine völlig überforderte Klassenlehrerin am Zug und es gibt wirklich "keinen" Stoff - der letzte Aufschrieb im Heft aus dem HuS Unterricht ist aus dem Januar. Man spricht zwei Stunden über einen Aufsatz ... und schreibt ihn dann. Satzzeichen bei wörtlicher Rede, Einleitung, Spannungsbogen, Schluss, Figurenkonstellation, Präteritum ... wird in einen Tafelanschrieb geklatscht, als sich Eltern beschweren.

      Was fehlt ist:

      (a) Vernünftige Rahmenbedingungen - hier werden derzeit 30 Grundschüler in eine Klasse
      gequetscht, weil der Klassenteiler das zulässt - darunter Kinder die aggressiv sind, Kinder die unterfordert sind, Kinder die überfordert sind, Flüchtlingskinder, die Hilfe in Deutsch brauchen ...

      (b) Vernünftiger Umgang mit Unterrichtsausfall. Kann nicht sein, dass über Wochen oder Monate ein Fach ausfällt oder so mies vertreten wird, dass es einem Ausfall gleicht. Wenn ich auch sehe, was bei meinen beiden Großen (5. und 9. Klasse) so ausfällt ... WoW. Das relativert dann gleich wieder das G8 und die zeitliche Belastung.

      (c) Transparente Standards. Mein Grundschulkind bringt jeden Tag gefühlt 1cm Arbeitsblätter unterschiedlichster Qualität nach Hause. In Mathe gibt es ein Buch (wird selten bearbeitet), ein Arbeitsheft (auch nur, wenn die Lehrerin dran denkt), viele sinnvolle und sinnlose Zettel. Roter Faden? Fehlanzeige. In Deutsch findet keinerlei Bewusstmachung von Rechtschreibregeln statt ... da kamen nun im Diktat zwei Substantivierungen und ein ,dass vor ... das war noch nie Unterrichtsgegenstand.

      (d) Vernünftige Differenzierung und Übung - die findet bei uns ausschließlich daheim statt. Gerade beim Grundschulkind gebe ich ständig den Erklärbär. Nerv.

      In der weiterführenden Schule gibt es wie in der Grundschule auch gute und schlechte Lehrer - aber es verteilt sich besser. Der Geographielehrer meines Sohnes ist so ein Frontal-
      unterricht-Hardliner, mit stündlichem Abfragen an der Tafel, Exen ... Es ist super, was er in Geo dieses Schuljahr schon alles (nachhaltig) gelernt hat (und ich auch #schein). Dafür kränkelt die Biolehrerin so vor sich hin ... spult irgendwas ab und man muss auf die Klassenarbeiten z.B. lange Tabellen auswendig lernen, warum die Fledermaus (mit lateinischem Namen) gerade ausstirbt und warum der Laubfrosch .... Riesiger Stress, für eine totale Fleißarbeit gibt es eine 1. Würde ich meinen Sohn heute noch nach dem lateinischen Namen der Fledermaus fragen (vor vier Wochen "gelernt und ausgekotzt") - er hätte keine Ahnung mehr. Trotzdem war es viel Stress ... das alles auf den Punkt zu lernen.

      GLG
      Miss Mary

    • Hallo Hanna,

      finde auch, dass das bei euch eigentlich ganz gut klingt, aber ich denke, es ist doch IMMER so, oder? Ist das Kind zu leicht, macht man sich Sorgen, ist es zu schwer, macht man sich Sorgen - man macht sich irgendwie IMMER Sorgen und Gedanken. Und ja, mir geht es auch manchmal so, dass ich denke, puh, in Mathe machen sie aber echt wenig, wie soll das nur werden oder so - eigentlich blöd, aber nun denn, man kann es nicht abstellen. Aber ist doch gut, dass du das eigentlich nicht so siehst. Also lass dich von den anderen Mamas nicht verunsichern. Du kannst doch sagen, ob sie es lieber hätten, dass sie so viel HA wie in XY aufhätten oder so. Ich bin übrigens selbst Englischlehrerin am Gym. und finde gerade in Kl. 5 ist es fast immer so, dass die KAs noch relativ leicht sind, ist ja auch noch relativ wenig Stoff und bei mir war es bisher auch meist so, dass die Noten am Anfang recht gut waren, wie gesagt, noch ist es wenug und überschaubarer Stoff und die Kinder sind auch noch sehr motiviert und engagiert - ist doch toll!

      LG

      PS. kannst den anderen Mamas ja mal das Buch "Hausaufgaben - nein Danke" empfehlen ;-) nicht, dass ich dem zustimme, aber damit HA sinnvoll sind, müssen es nicht unbedingt viele sein, oder?

      (8) 01.04.17 - 15:25

      Danke für eure Antworten. Bei meinem Sohn ist es tatsächlich so, dass die Lehrerin mehr Wert darauf legt, dass die Kinder die Sprache auch praktisch anwenden. Ich finde das eigentlich gut. Sie macht viel Projekte, z. B. Kleine Sketche/Theaterstücke, eine Klassenzeitung etc. Das ist immer zusätzlich zum Stoff und deshalb kommt sie anscheinend nicht so schnell voran. Dafür gibt es aber kein stumpfes Auswendiglernen von Vokabeln, das anscheinend viele Eltern sich wünschen, weil sie den Eindruck haben, die Kinder könnten die Vokabeln sonst nicht.
      Ich kann das nicht für andere beurteilen, mein Sohn macht am Wochenende gerne mal so 10 min. Phase6 und das reicht bei ihm aus, um sich die Wörter einzuprägen bzw. kann er die Wörter immer schon ohne Üben. Er sieht aber auch von sich aus gerne englische YouTube Videos an oder spielt englische Computerspiele.

      Unterrichtsausfall gibt es an der Schule tatsächlich leider recht häufig, aber zum Glück meist in den Nebenfächern wie Politik, Erdkunde oder Kunst, weniger in den Hauptfächern. Das ist wohl auch der Grund für die gefühlt wenigen Hausaufgaben, da die Kinder in den Vertretungsstunden oft Mathe/Englisch HA machen, weil sie sonst auch Mandalas oder ähnliches malen würden.

      LG

      Hanna

      Hallo,
      erschreckender Weise geht dieses "schreien nach mehr" schon hier in der zweiten Klasse los.

      Am ersten Elternabend fragte die Lehrerin, wie die Kinder mit den Hausaufgaben zurecht kommen.
      Da kamen dann die Stimmen, dass es zu wenig Hausaufgaben sind und verlangten mehr #aerger.
      Da dies die Mehrheit war, hatte ich leider keine Chance und mein Sohn muss da jetzt durch.

      Also ja, ich weiß was du meinst und kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen.
      4 von 6 ist doch gut, oder nicht?
      Es sind doch noch 4 Monate Zeit bis Schuljahresende.
      Oder habe ich das falsch verstanden?
      Gruß

      • (10) 01.04.17 - 21:05

        Naja, es sind eher 3,5 von 6 Kapiteln und es sind noch 12 Unterrichtswochen. Ich denke aber, das wird aber noch.
        Aber ich tu mich auch schwer damit, wenn Eltern nach mehr Hausaufgaben verlangen. Wozu? Wenn ein Kind den Stoff nicht verstanden hat, frustrieren es die HA total, und wenn ein Kind alles kann, ist es unnötig.
        An unserer ehemaligen Grundschule wurden die HA in diesem Jahr komplett abgeschafft, mein Sohn ist aber schon in der 5.

    Wir können uns nicht beklagen, täglich zwar in jeden Fach (des Tages) Hausaufgaben, aber alles im zeitlichen Rahmen.
    Da unser Kind auf einer staatl. anerkannten Privatschule ist, wo die Rektorin gut organisiert ist, gab es bis jetzt in den zwei Jahren noch keine einzige Ausfallstunde.
    Haben sie mal einen Vertretungslehrer, als Krankheitsvertretung, werden diese Stunden meist mit den aktuellen Mathe oder Englischstoff abgedeckt. Es wird zwar z.T. sehr viel gefordert, aber wiederum aber auch viel vermittelt und größtenteils vertieft.
    Ich persönlich finde unsere weiterführende Schule besser organisiert , Stoffvermittelnder und transparenter, als unsere damalige GS.

    Ich war und bin eine derjenigen, die seit Jahren "zu wenig" rufen (nicht dass das irgendwen interssiert... #schein).

    Ich erkläre dir auch gern, was das für uns als Familie, für meine Kinder und auch für alle anderen bedeutet.

    Wir kommen aus einem Bundesland, was als eines von 2 seine Grundschulen anders strukturiert als der Rest von Deutschland. Sechs volle Jahre Grundschule.

    Das KANN gut sein, ist es aber in der Realität fast nie! Warum nicht?! Naja, an der Grundschule gibt es eben nicht wirklich Mathe- oder Deutsch- oder Was-auch-immer-Lehrer. Aufgrund des Klassenlehrerprinzips macht der Klassenlehrer (zum Beispiel mit den Fächern Deutsch und Geschichte) alles.

    So kommt es, dass meine mathebegabte Tochter in der 6. Klasse MIT GLÜCK (also rein zufällig) zum allerersten Mal auf einen ausgebildeten Mathelehrer traf. Das zieht sich durch alle Fächer und Klassen.

    Allgemeine Konsequenz ist, dass das Niveau relativ niedrig ist. Das ist SCHEINBAR toll für die meisten Kinder. Für meine Große war es eine Katastrophe. Meine Kleine profitiert davon in einer Art und Weise, die ihr noch auf die Füße fallen wird. Die meisten Kinder freuen sich.

    Dann, in der 6. , wird ob des bevorstehenden Schulwechsels erstmals richtig was von den Kids verlangt. Während einige (wie meine Große) locker damit klarkommen, drehen die meisten am Rad. Einige von ihnen landen in der Psychatrie, denn sie wurden erstmals in ihrem Leben mit Anforderungen konfrontiert, die sie nicht erfüllen können. Auch nicht mit Fleiß.

    In der 7. kommt dann für die meisten Kinder das böse Erwachen. Denn wer mit 1en und 2en die Grundschule verlässt, hat genau genommen noch NICHTS geleistet. Soll er dann plötzlich was leisten, geht das bei einigen gut, bei anderen nicht. Sie gehen unter. So dauert es in vielen Fällen bis zur 9. Klasse, bis die Kids ihren Platz gefunden haben. Da ist für einige die Schule schon fast vorbei!

    Dann gibt es noch Kinder wie meine Große. Die müssen ihre komplette kognitive Auslastung außerhalb der Schule organisieren. Denn zwischen all den vielen "Genies" (aufgrund des niedrigen Niveaus) fallen solche Kinder gar nicht auf, werden nicht gefördert und sind halt einfach da und atmen.

    Für meine Kleine nutze ich jetzt jede Gelegenheit, diese Fallen zu umschiffen. Wir haben momentan eine konkrete Lösung für sie im Blick und ich hoffe es funktioniert. Für die Große ist der Spuk definitiv nach diesem Schuljahr vorbei und ich kann für sie nur hoffen, dass sie die Kurve bekommt. Ich denke aber, das wird.

    Alles in allem: Ja, ZU WENIG tötet Schulkarrieren, vorrangig die der guten Schüler. Diesen Frust, die Langeweile und die Selbstzweifel, die diese Kinder jahrelang erleben, kannst du dir gar nicht vorstellen. Mein einziger Trost zu den letzten 6 Jahren ist: Sie hat fürs Leben gelernt, sie hat leiden gelernt. Und da kann ihr kaum einer was vormachen.

    Ob die Grundschule jetzt tatsächlich der Ort ist, an dem man sowas lernen sollte, halte ich nach wie vor für fragwürdig!

    • Hallo,

      es ist ja eher selten, dass wir in etwas übereinstimmen .... ;-), aber heute ist es soweit. #fest

      Wenn ich z.B. die Englischbücher meiner Kinder durchblättere - dann sind die v.a. mal bunt. Oft (v.a. in den niederen Klassenstufen, also so ab 5) geht es um irgendwelche fiktive Familien, die, der pluralistischen Gesellschaft geschuldet, die wirrsten Konstellationen haben, damit sich auch jedes Kind angenommen fühlt. So weit, so gut.

      Was mich jedoch immer irritiert sind die generischen Bilder ... ich war schon (beruflich und privat) oft in England und irgendwie scheint man sich vor "Fakten" nahezu zu fürchten. Warum kürzt man nicht die nichtssagende Fotostory und macht mal einen Rundgang durch den Tower? Warum gibt es kein Bild, was den Linksverkehr mal zeigt? Warum gibt es nicht mal einen ordentlichen Sachtext? Irgendwas "landspezifisches"?.

      Genauso geht es mir in Deutsch. Da brüllt man immer, dass die Kinder nichts können - in vielen Deutschbüchern sind kaum klassische Gedichte oder so abgedruckt.

      Mir selbst ging es aber nach dem Abi so ... Mein Kunstunterricht war absolut oberflächlich - vermutlich haben immer nur Lehrer Kunst unterrichtet, die sonst nichts konnten - ich hatte keine Ahnung, was einen gothischen von einem romanischen Bau unterscheidet. Als die Klett oder Duden Abikompaktwissenssachen dann rauskamen, habe ich mich da erst mal "weitergebildet". Mir war es ein Rätsel, warum man nicht wenigstens einen Teil des Kunstunterrichtes für "Theorie" verwenden kann (ich weiß, dass es das gibt, aber an unserer Schule hat das niemand je eingefordert).

      GLG
      Miss Mary

      • (14) 02.04.17 - 19:53

        Hmmm, in unserem Englischbuch kommt eigentlich recht viel Britisches vor. Es spielt in Greenwich und die Fotos sind alle von dort bzw. wird auch den Sehenswürdigkeiten dort ein ganzes Kapitel spendiert. Ich war letztes Jahr zum x. Mal dort und finde es im Buch recht gut wiedergegeben. Auch das Kapitel über die Schule fand ich relativ britisch, mit Schuluniform etc. Aber es gibt auch viel Allgemeines, da hast du Recht.

        Unser Englischbuch damals in der 5. Klasse begann mit den Londoner Doppelstockbussen, das weiß ich noch. ;-)

        In Deutsch kenne ich auch kein einziges Gedicht im Deutschbuch. Die Buchauszüge und Geschichten sind auch sehr modern, z. B. Käptn Blaubär.
        Ich frage mich aber, welche klassischen Gedichte ich in der Schule gelernt habe. Ich kann keines mehr. Ich erinnere mich noch an die Bürgschaft und an den Erlkönig, aber sonst... Alles weg. #hicks

        Im Kunstunterricht hat mein Sohn ein Heft und es ist.... leer. :-p

        LG

        Hanna

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