Kind (6) lässt sich ständig anstiften

    • (1) 03.04.17 - 09:55

      Guten Morgen,
      ich habe mir das eine Weile angesehen, wollte mir auch nicht so schnell ein Urteil bilden, langsam fängt mir die Sache aber an Gedanken zu machen.

      Mein Sohn wurde im August mit gerade 6 Jahren eingeschult. Er kannte nicht viele Kinder in seiner Klasse, so dass ich mich sehr freute, als er bereits am ersten Tag mit einem Jungen zusammen raus kam, welcher seither sein Freund ist.
      Der Junge machte einen freundlichen Eindruck, er stammt aus einer ganz normalen Familie, seine Eltern sind tendenziell eher streng.
      Da er 1,5 Jahre älter ist als mein Sohn darf er auch mehr, z.B. von Anfang an alleine nach Hause laufen, während ich das erst langsam steigern wollte.
      Leider machen die beiden auf dem Heimweg nur Blödsinn, so dass ich inzwischen wieder abhole. Inzwischen schlägt das auch auf die Schule durch. Die beiden machen seit einigen Wochen ständig gemeinsam Unfug. Der andere voran und meiner erfreut hinterher. Sie missachten Regeln, ärgern Mädchen, sind frech zu Aufsichtspersonen.
      Es ist zwar nichts extrem böses, trotzdem gibt es natürlich sehr oft Ärger. Mein Sohn erzählt nicht viel, aber ich kann aus dem was ich weiß und was auch die Lehrerin sagt schließen, dass er eher der Mitläufer und Mitmacher ist. So war er tatsächlich schon im Kindergarten, sucht sich aber auch bewusst Kinder aus, denen er nacheifern kann (im negativen Sinn)
      Es macht auf mich den Eindruck, als findet er die Regelübertretungen toll, die er sich aber alleine nicht trauen würde.
      Zu Hause habe ich keine nennenswerten Probleme mit ihm, taucht der Freund auf, verändert er sich komplett. Seine Stimme wird tiefer, er wird frech und aufmüpfig, er hört nicht. Ist der Freund weg, hab ich mein Kind wieder so, wie er sonst ist.

      Ich versuche nun, ihn zu stärken, er soll nicht mitmachen, er soll selbst denken, bevor er etwas tut.... Natürlich gibt es auch Konsequenzen.
      Sowohl in der Schule, als auch ab und an zu Hause (wenn ich von den Dingen erfahre)

      Privates gemeinsames Spielen haben wir Eltern im Einvernehmen erst mal eingestellt. Ist auch zu anstrengend, man muss ständig eingreifen. Meist provoziert der ältere und meinem wird es irgendwann zu dumm und der Streit ist da.

      In der Schule habe ich aber keinen Einfluss. Ich bin ratlos, wie ich meinen Sohn dazu bringen soll sich an Regeln zu halten, wenn er mit seinem Freund zusammen ist und unter dessen Einfluss steht.
      Er interessiert sich auch nicht für andere Kinder in der Klasse, ist ziemlich fixiert auf diesen einen Jungen.
      Ich lade ab und an mal ein anderes Kind ein, ist aber der Freund in der Nähe, kennt mein Sohn nur diesen.

      Weiß jemand Rat?

      • (2) 03.04.17 - 10:16

        Hallo Mentos 13!

        Dadurch das Dein Kind immer der Mitläufer ist (oder Du das so siehst) hat er auch immer den Status des armen angestifteten Kindes das im Grunde eigentlich nichts dafür kann.
        Dadurch reagiert man als Elternteil auch anders als man es tun würde wenn das Kind alleine Mist baut. Es wird geschont und merkt, der Ärger ist gar nicht so schlimm, ich kann ja nichts dafür, habe "nur" mitgemacht.
        Der Andere ist der eigentlich "böse".

        Ich würde meinem Kind also ganz klar, sagen, dass es für mich ab jetzt keinen Unterschied mehr gibt zwischen Unfug anstiften und Unfug mitmachen. Da ich nicht dabei bin kann ich es eh nicht beurteilen. Es würde also ab sofort von mir immer genau so eine Reaktion geben als wenn er alleine auf die Idee gekommen ist und es auch alleine umgesetzt hätte.
        Das wäre meine innerliche Arbeit an mir um den die Konsequenzen aufzuzeigen und das Verhalten zu unterbinden.

        Liebe Grüße
        Sunny

        • (3) 03.04.17 - 10:30

          Das mit dem Mitläufer sehe nicht nur ich so.
          Das wurde mir sowohl von der Kita Erzieherin als auch der Lehrerin so gesagt. Und ich sehe ja auch, wie er sich verändert in Gegenwart eines Vortänzers.

          Allerdings sehe ich das alles andere als positiv und für "arm" halte ich ihn auch nicht.
          Es ist immerhin seine Entscheidung den Blödsinn mit zu machen.
          Er hat sich auch den Freund selbst ausgesucht.

          Er bekommt in der Schule immer die gleichen Konsequenzen wie sein Freund, was ich auch gut befürworte. Kürzlich hat er mir glaubhaft versichert, dass er nur zugesehen habe, die Konsequenz bekam er trotzdem.
          Zu Hause kann ich nur sanktionieren, was ich auch erfahre. Wenn es in der Schule bereits Konsequenzen gab, entscheide ich je nach Sachlage.
          Außerdem nehme ich mir heraus in manchen Dingen anders zu erziehen, als die Eltern seines Freundes. Oft sind sie strenger, was wohl aber auch nicht hilft.
          Ich bin auch überzeugt davon, dass der Freund ohne seinen Helfer weniger Blödsinn machen würde (möglicherweise würde er wen anderes finden) Die fühlen sich gemeinsam stark.

          Trotzdem spielt es doch eine Rolle zur Lösung des Problems, welchen Part ein Kind einnimmt. Als Entschuldigung habe ich das zu keiner Zeit verwenden wollen, darum geht es mir auch nicht.

          Ich hoffe darauf, dass jemand das schon mal mit seinem Kind ähnlich erlebt hat und vielleicht einen Rat geben kann, wie er die Situation zum Positiven wenden konnte.

      Wenn die Grenzen wirklich so deutlich überschritten werden und es den Lehrern auch langsam zu bunt wird, würde ich bei jeder Aktion, eine zeitbefristete private Kontaktsperre mit den Jungen veranstalten.
      Bei uns auf der Schule (6.Klasse) wurden jetzt 3 Mädels aus der A Klasse wegen stetigen stören und etlichen Verweisen, nach den Faschingsferien in den drei 6.klassen aufgeteilt.....fallen sie oder eine davon bis zu den Sommerferien weiterhin aus, wird die Schule denjenigen Schulvertrag kündigen , (private Schule).

      • Hallo, danke für deine Antwort.
        Die private Kontaktsperre ist bereits vereinbart. Das ist bei Erstklässlern ja noch nicht so schwer.
        Dass einer von beiden die Klasse wechselt wäre eine allerletzte Möglichkeit. Da aber beide Mütter sehr zufrieden mit der Arbeit der Klassenlehrerin sind, würde wohl keiner gerne wechseln wollen.
        Ich hoffe sehr, dass es soweit nicht kommen wird und vorher die Sanktionen greifen.

    (6) 03.04.17 - 15:08

    Hallo,

    unser Sohn (7) läßt sich leider auch gerne von anderen anstiften. Er macht zwar nicht unbedingt den Mitläufer, sondern auch schonmal die Gegen-Bande auf, aber besser ist das nicht.

    Im Vorschulalter ging das sogar so weit, dass er angefangen hat, andere Kinder zu schlagen, weil ein Kumpel von ihm sich in dem Alter in den Oberrabauken des Kindergartens verwandelt hat, und er meinte, was der kann, könne er auch. #aerger
    Alles Reden und Konsequenzen von unserer Seite hat nicht geholfen. Ich habe ihm schließlich gesagt, dass ich dafür sorge, dass er ohne seinen Freunde in eine Klasse kommt, wenn er nicht sofort aufhört, andere Kinder zu terrorisieren. Das hat gesessen.

    In der Schule ging es dann wieder los mit Prügeleien, weil andere Jungs in der Stufe keinerlei Grenzen kennen, und da mußte unser Sohn mitmischen. Da reichten aber einige strenge Ansagen von uns. Mittlerweile läßt er sich "nur noch" ablenken und zu Kasperkram anstiften.

    (Diese Jungs sehe übrigens nicht nur ich als schlimm an, sondern wegen denen ist heute Abend ein Elternabend für beide Klassen. Unser Sohn wird trotz seines Verhaltens von der Klassenlehrerin als eher unproblematischer Junge bezeichnet. )

    Einer meiner häufigsten Sprüche gegenüber unserem Sohn ist, dass mir egal ist, was andere Jungs machen. Er macht nicht mit!

    An Deiner Stelle würde ich Deinem Sohn ganz klar sagen, dass er und sein Freund sich in verschiedenen Klassen wiederfinden werden, wenn er weiterhin Mist baut. Ob er das möchte, oder ob er sich lieber beherrscht?
    Da Dein Sohn so fixiert auf diesen Jungen ist, gehe ich davon aus, dass ihn das interessieren wird.

    LG

    Heike

    • (7) 03.04.17 - 16:41

      Das nenne ich mal einen guten Tipp, danke dafür.
      Mein Sohn ist tatsächlich sehr empfänglich für solche Argumente. Beim nächsten Streich werde ich mal diese Karte zücken.

      Man hat ja immer Hoffnung, dass sie irgendwann was lernen, so hoffe ich natürlich, dass er auch jetzt schon einsichtig ist ;-)

(8) 04.04.17 - 08:06

Manchmal wissen Kinder zwar, dass sie verbotene Dinge nicht dürfen, aber sie wissen nicht, wie sie sich in einer bestimmten Situation richtig verhalten sollen. Ist Dein Sohn überhaupt in der Lage, sich gegen den Älteren zu stellen und ihm zu sagen, dass er den Unfug nicht mitmachen will? Möchte er vielleicht insgeheim dadurch Punkte beim Freund sammeln und denkt, wenn er sich weigert mag der Andere ihn nicht mehr und lässt ihn fallen? Kann es sogar sein, dass der Kumpel ähnlich denkt - wenn er sich größtmöglichen Blödsinn ausdenkt, findet Dein Kind ihn toller und himmelt ihn an?

  • (9) 04.04.17 - 09:25

    Hallo witch, danke für deine Antwort.
    Ich denke nicht, dass der Junge meinem Sohn die Freundschaft kündigen würde, wenngleich mein Kleiner eher hinter ihm herläuft als umgekehrt.
    Und ja, vermutlich sonnt sich der Junge in der Bewunderung für seinen vermeintlichen Mut und setzt möglicherweise dann noch einen drauf.

    Nur, wie durchbrechen wir das?
    Gerade im Moment (die letzten Tage) ist mal wieder Ruhe. Zum Glück.

(10) 04.04.17 - 11:31

Hallo,

Mitläufer oder nicht, wenn er Unsinn macht, gehört er angemessen "bestraft". Sollte irgendwann auch Früchte tragen.

LG

(11) 09.04.17 - 07:20

Hallo,

mein Sohn lässt sich auch zu jedem Unsinn überreden (Und auch genug eigenen im Kopf) und leider dann auch erwischen.... Im Kindergarten ließ er sich von 2 sehr dominanten Zwillingsjungs erst überreden über den Zaun zu klettern und dann haben die ihn verpetzt.

Das hatte zumindest eine Ansprache zur Folge, auch von uns Eltern, auch wenn wir nicht dabei waren.

Übrigens ist mir auch aufgefallen, dass mein Sohn den starken Max markiert, wenn diese beiden da sind. Da hab ich ein einziges Mal eine Ansage gemacht, dass seine Freunde sofort nach Hause gehen und auch nie wieder zu uns kommen, wenn er nicht augenblicklich wieder eintickt. Das war hilfreich....

Allerdings ist es inzwischen so, dass die Zwillinge eine andere Schule besuchen und die Kinder sich dadurch nur noch selten sehen. Und ich muss gestehen, dass ich das gar nicht so schlimm finde.

Mein Sohn hat selber genug Unsinn im Kopf, aber weniger als wenn noch 2 weitere die Ideen liefern.

Ich fürchte, es hilft nur, den Kontakt zumindest zu reduzieren....

LG
Skuld

  • (12) 25.04.17 - 08:38

    Danke Skuld für deine Antwort.
    So ist es bei uns leider auch. Nur kann ich den Kontakt zwar privat eindämmen, aber nicht in der Schule.
    Ich fürchte auch mein Sohn findet immer einen Rabauken, in dessen Kielwasser er mit schwimmen kann.
    Genau das bereitet mir eben Sorgen, dass er nicht sein eigenes Ding macht. Er weiß was richtig und was falsch ist. Aber wenn einer vormacht, dann kann man ja die Regel übertreten.
    An ruhigen und braven Freunden ist er nicht interessiert.
    Kürzlich sagte er zu mir: Der XY ist doch schon 8, eigentlich müsste der doch noch besser wissen, wenn etwas Unsinn ist und wir das nicht machen sollten.
    Sag ich: du weißt das aber selbst auch, was du darfst und was nicht, lass es doch einfach!

    Immerhin haben sie beide vor den Ferien richtig Gegenwind bekommen, sowohl von zu Hause, als auch in der Schule, dass im Moment Ruhe ist.
    Ich hoffe das pendelt sich ein.

Top Diskussionen anzeigen