Aufklärung? Nein danke!

    • (1) 07.04.17 - 09:46

      Hallo ihr Lieben,

      ich wollte meinen Beitrag erst "Peter, Ida und das Aufklärungstrauma" nennen....denn ich habe in dieser Woche tatsächlich zum ersten Mal ( in all den Jahren mit voller Abendene auf diesen unbequemen Ministühlen in GS Klassenzimmern ) einen DIESER Elternabende miterlebt:

      So ein Elternabend, wie aus nem Kerstin Gier-Roman oder nem netten Klischee-Film, so einer, bei dem man denkt "Sowas gibts in echt einfach nicht.." oder wenn, dann nur bei dem Schwager der Schwester der Friseurin des Onkels...

      Es ging u.a.um das Thema "Sexualerziehung" , Klasse 3, unter Zuhilfenahme des Klassikers "Peter, Ida und Minimum..".

      Die Lehrerin hat das ganze Thema und ihr geplantes Vorgehen sogar im Vorfeld schriftlich angekündigt, ihre Nummer für diesbezügliche Rückfragen mit abgedruckt usw usw.

      Das macht sie schon immer so-ich kenne etliche Kinder, die von ihr in dieser Einheit unterrichtet wurden, und alle waren immer sehr gespannt, begeistert und es gab nie wirkliche Probleme (die mir bekannt wären)

      Auch meine drei Jungs haben alle drei diese Einheit bei ihr durchgenommen, zZt aktuell der Jüngste.

      Die anderen Mütter und ich fanden, dass sie das wunderbar macht und auch super abschließt mit einer Einheit über Missbrauch und "Nein- Gefühl " usw- wirklich alles sehr altersgerecht und einfühlsam.

      Und dann kam er- der Elternabend.

      Auf die Erklärung , dass es ja jetzt um "das Leben" gehe und später eine Hospiz-Projektwoche folgen solle (macht immer eine ganz tolle Gruppe extra für Schulkinder unterschiedlichsten Alters), und ob noch Fragen seien diesbezüglich- ging er los- der "Shirstorm" würde man heute wohl sagen.

      Dass solche Themen jawohl völlig unangebracht wären in Klasse drei, dass DAS THEMA JETZT schon schlimm genug sei,traumatisierend mit dieser unangebrachten Lektüre (Peter , Ida...), dass man Kinder vor diesen Themen schützen müsse usw.usw.

      Auf die Einwürfe einiger Mütter, dass man mit diesen Themen doch durchaus kindgerecht und offen umgehen könne, kam dann

      "Einige sind hier jawohl offensichtlich zu offen...mein Kind will wegen dieses Unterrichtes nichtmal mehr älter werden...Brüste,Periode,Behaarung- das hat in Kl.3 nichts zu suchen, dieses Buch grenzt an Pornographie ..." usw...sie und vir allem noch eine andere Mutter haben sich da regelrecht hineingesteigert.... #schwitz

      Ich kann das alles gar nicht komplett wiedergeben...aber es war das erste Mal, dass ich so etwas in der Form miterlebt habe.... #gruebel

      Mir tut das Mädchen ehrlich gesagt sehr leid....denn natürlich leben wir in einer übersexualisierten Gesellschaft und der Grat "guter" Aufklärung ist schmal- aber umso wichtiger ist doch eine "gute", frühe Aufklärung- oder nicht?

      Bin immer noch leicht fassungslos....

      Wie steht ihr zu diesem Thema?

      Ein schönes Wochenende wünscht
      Lulu,

      die das Aufklärungsbuch von Janosch (lag im KiGa-Bücherregal) ja viiieeeel pornischer fand ;-)

      Sollten Grundschulkinder kindgerecht aufgeklärt werden?

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      • (2) 07.04.17 - 09:57

        Hallo Lulu,

        das klingt so ähnlich wie an unserer Grundschule mit dem Thema umgegangen wird.
        Die Lektüre war ähnlich und wurde uns auch an einem Elternabend vorgestellt. Auch das auf das Thema "Mein Körper gehört mir" eingegangen wird usw.

        Bei uns gab es keinen Shitstorm, im Gegenteil. Das Thema kam und ging, Niklas wusste vieles sowieso schon und daher gab es eher keine großen Fragen mehr bei ihm.

        Die Eltern, die jetzt so dagegen sind, wären aufgrund ihrer Verklemmtheit gar nicht in der Lage ihr Kind selbst gut aufzuklären, das sie nicht mit 15 plötzlich Eltern werden.

        Dir auch ein schönes Wochenende #winke

        LG
        Tanja

        (3) 07.04.17 - 09:58

        Hallo,

        und "lach", das hast Du schön geschrieben und ich beneide nicht NICHT um diesen Elternabend. Dafür hatte ich ähnliche, nur wegen völlig banaler Themen. So kann es gehen.

        Ich melde mich dazu, weil mein Jüngster gerade in Klasse 4 ist und heute seine Abschluss-LK in Sexualkunde schreibt. Während ich heute morgen im Bad meine Haare frisierte, kam er dazu und erläuterte mir nochmals die "Fakten" in groben Zügen, also ich sollte ihn quasi abhören. Nun, er wusste gut Bescheid und die Lehrerin (ok, ich habe sonst null Draht zu der Frau, aber wir haben es ja am Juni dann geschafft) hat ebenfalls per Zettel auf diese Unterrichtsstunden vorbereitet. Mein Sohn hatte überhaupt kein Problem mit diesem Unterricht, ist aber froh, dass es geschafft ist. Die Sache mit der Gebährmutter, der Fruchtblase und der Nabelschnur fand er irgendwie nicht so spannend.

        Was die anderen Eltern davon halten, kann ich gar nicht sagen. Heute ist Elternstammtisch, den ich aber "leider" schwänze, wie immer, weil eben genau diese Eltern dann dort sitzen.Ich schätze, es wird ein Thema sein.

        Ich sehe es wie Du. Aufklärung gehört dazu, gut, hier ab Klasse 4, aber in Klasse 3 hätte ich es auch ok gefunden.

        Es stellt sich nun die Frage, also mir jedenfalls, warum manche Menschen diese Mauer um ihre Kinder bauen und harsch verteidigen? Sexualität gehört nunmal dazu und mir ist es lieber so, als wenn sie heimlich irgendwo Filmchen beim Freund mit dem großen Bruder schauen oder so.

        Bei solchen Eltern fühle ich mich manchmal wie im Schwarzweiß-Film aus den 50igern, Küsschen rechts, Küsschen links - und auf der Alm, da gibts kei Sünd :-)

        Gruß Ivhen

        (4) 07.04.17 - 10:04

        Mein Lieblingsaufklärungsbuch ist ja "So kamst Du auf die Welt" von Lennart Nilsson. Hab ich inzwischen in zwei Versionen. Eine aus meiner Kindheit, sogar mit echten nackten unterschiedlich alten Menschen drin. Voll Porno! Und eine neuere Version aus der Kindheit meiner Tochter.

        Die Meinung der Kontra-Mütter muss man nicht verstehen und natürlich kann man darüber diskutieren, aber warum sollte man? Die werden sich mit ihrer Denke bestimmt nicht anders entscheiden. Da kann man als Lehrerin nur anbieten, die entsprechenden Kinder von der Unterrichtseinheit auf Wunsch der Eltern auszuschließen. Bevor die dann nacher noch mit einer Klage gegen die Schule wegen emotionalem sexuellen Missbrauchs an ihren Kindern ankommen. #augen

      • (5) 07.04.17 - 10:07

        Ich habe Peter, Ida und Minimum mit 3 bekommen und immer wieder gelesen bzw. hat Mama es mir erzählt… Neugier wo man her kommt ist doch ganz normal.

        Außerdem sind die Kinder jetzt in einem Alter in dem die Pubertät bald los geht und ich denke es ist besser da etwas vorbereitet zu sein und, zumindest grob, zu wissen was einen erwartet.

        Sonst suchen sie sich ihre Infos im Internet, da würde ich mir eher Sorgen machen was sie da finden könnten/werden.

        Liebe Grüße

        (6) 07.04.17 - 10:32

        Da wir zu Hause offen damit umgehen wussten meine Jungs schon deutlich vor diesem Unterricht das Mädchen irgendwann der Busen wächst, das Mädchen/Frauen ab einem gewissen Alter jeden Monat ihre Periode haben und das dass auch irgendwann wieder aufhört ("Oma blutet aber nicht mehr Mama. Hat sie gesagt, hab ich gefragt"). Ebenso das sich ihre Geschlechtsteile noch etwas verändern, wachsen und dann mal so ungefähr so aussehen wie bei Papa....
        Aber davon abgesehen, wann soll man Kinder denn aufklären? Wie viele Mädels haben denn im 4. Schuljahr schon ihre Periode und könnten theoretisch Schwanger werden? So extreme Ausnahmen sind das nicht die schon mit 9 oder 10 anfangen. Also dann ist zu spät, oder? Meiner Meinung nach.

        Und ganz oben drein, was haben Eltern da zu bestimmen? Es gibt einen Lehrplan der das vorgibt, ob Eltern das gut finden oder nicht. Und da gibt es ehrlich gesagt andere Themen die ich überflüssig finde (die ich im normalen Leben nie wieder gebraucht habe, ok, eher aus der Weiterführenden Schule aber trotzdem. In Geschichte kamen wir nicht mal bis zum 1. Weltkrieg. Und die Hälfte von dem was ich in Erdkunde gelernt habe, wozu muss man Klimadiagramme lesen oder erstellen können? Man kann auch ohne sehr gut leben)

      • Ich kenne zwar diese Lektüre nicht, aber unsere hatten in der 3.Klasse auch zwei Schultage einen Sexualunterricht...der wurde aber von einem Amt vollzogen, diese uns zuvor den Ablauf und Themen in einem Elternabend vorgetragen wurde.
        Lehrer selbst wird meist untersagt, diesen Unterricht selbst zu halten
        Es sind meist zwei sehr junge Referentenfrauen (bei den Mädchen) und zwei junge Referntenmänner bei den Jungs, da Kinder junge Erwachsene die sie dutzen und bei Vornamen ansprechen dürfen, lockerer sind, als bei älteren Personen.......Jungs und Mädchen waren getrennt, zwecks ungenierten offenen Fragen.
        Unsere Klasse war total begeistert....meine Tochter erzählte noch tagelang abends beim Zubettgehen von diesen Unterricht.

        (8) 07.04.17 - 11:32

        Toll, wie die Lehrerin das bei Euch macht, das sollte man sich für alle Kinder wünschen!
        Gerade die Kinder derjenigen, die derart verklemmt mit dem eigenen Körper umgehen, haben es meist besonders nötig. 3. Klasse ist doch eigentlich optimal. Die ersten Mädchen stehen doch fast unmittelbar vor der Pubertät und der ersten Periode. Ich habe schon erlebt, das ein Mädchen dann ganz hilflos und entsetzt reagiert hat, einfach weil sie nicht wusste, was da mit ihr passiert. Das war in meiner eigenen Schulzeit häufiger der Fall, habe ich aber auch noch jetzt erlebt.

        Die Gefahr das die Kinder dann unausgegorenes Halbwissen vermittelt bekommen, weil sie sich mit Ihren Fragen nicht an die Eltern zu wenden trauen, ist da doch viel grösser.
        Ich kann schon verstehen, das einige über ihr Schamgefühl nicht hinweg kommen und den Kindern nicht selbst die Vorgänge im Körper erklären können, die eigene Erziehung ist einem da manchmal im Weg. Aber gerade dann ist doch solche Lektüre, begleitet von einer Pädagogin super.

        Ich erinnere mich noch an meine eigene Aufklärung. Meine Mutter tat sich auch schwer damit. Sie hatte sich deshalb ein Buch gekauft. Ich hab das Buch gefunden und gelesen, noch bevor sie anfangen konnte mit dem kindgerecht erklären :-). Sie war erleichtert und ich gut aufs Leben vorbereitet.

        Unsere Tochter ist bereits altersgerecht aufgeklärt, natürlich nicht im Detail, aber schon über alle Abläufe im Körper. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn das bei uns in der Schule zu gg. Zeit noch mal thematisiert wird. Gerade auch noch mal das Thema "mein Körper gehört mir"

        (9) 07.04.17 - 12:46

        Hallo,

        unverständlich, so etwas.
        Wenn das Thema so gut behandelt wird, wie du schreibst, wäre es zuhaus ja ein Leichtes,
        die restlichen Fragen zu klären.
        Anscheinend hat wohl eher die Mutter ein Problem mit der weiblichen Reifung, sonst hätte sie dem Kind gut erklären können, dass das ein natürlicher Prozess ist.

        Sehr schade, denn eben ist es auch so wichtig, dass das Kind seinen Körper kennt und unbedingt weiß, dass dieser nur ihm gehört.
        Und das sollte es nicht erst in der dritten Klasse lernen müssen.

        Euch auch ein schönes WE, midnatsol #winke

        (10) 07.04.17 - 12:53

        Ich nehme mal an, dass das Thema in jedem Bundesland im Lehrplan steht und die Lehrerin es deswegen unterrichten MUSS. Das haben die Eltern nicht zu bestimmen.

        Die Umsetzung allerdings liegt im pädagogischen Ermessensspielraum der Lehrerin und da finde ich die Lektüre sehr angestaubt. Ich würde mich wohl für etwas moderneres entscheiden.

        • (11) 11.04.17 - 00:38

          Mein Sohn ist im 4. Schuljahr und auch bei ihm stand diese Thema auf dem Lehrplan. Dazu wurde im Deutschunterricht die Lektüre "Ben liebt Anna" behandelt.

      (12) 07.04.17 - 13:07

      Hallo,

      in der letzten 3. Klasse in der ich gearbeitet habe, habs Mädels, dir schon ihre Periode haben...also auf jeden Fall sollten die Kids in dem Alter ganz klar aufgeklärt sein und nicht mehr mit Bienchen & Blümchen!

      Lg

      (13) 07.04.17 - 13:15

      Meine Kinder wussten bereits das alles vor Klasse 3.... Ich wollte das sie einen gesunden Bezug zu sich und ihren Körper haben.

      Ich bin mit meiner Uroma und Oma im Haus aufgewachsen und selbst da war das nie ein Problem. Meine Uroma war immer sehr offen und auch ich hab die Frau Nackt gesehen wenn wir gemeinsam im Bad waren. Die gute war Baujahr 1906 und nicht prüde.

      Ich war aufgeklärt und fand es eher lustig wenn die anderen seltsame Sachen erzählt haben.

      Allerdings haben wir auch solche Mütter und bei einem solchen Elternabend bin ich auch schon mal direkt geworden. Kinder sollen Kinder sein werden aber wie Erwachsene angezogen und sollen auch so funktionieren aber aufklären will sie dann auf einmal keiner mehr. Die einzige Waffe die unsere Kinder haben gegen Missbrauch ist das sie wissen das es nicht in Ordnung ist und das sie es sagen können. Und dazu gehört auch das Benennen von Körperteilen und auch zu wissen wie es sein soll nämlich schön und nicht mit Schuldgefühlen behaftet.

      Diese Kinder leben in einer Welt die überinformiert ist und sie bekommen es mit. Sie hören Radio und sehen Nachrichten oder lesen etwas in einer Zeitung und natürlich hören sie die Erwachsenen reden. Die Aufgabe von Eltern und Schule ist es den Kindern die richtigen Werkzeuge zu liefern mit dem gehörten oder auch gesehenem Umzugehen. Etwas totzuschweigen gibt der Thematik etwas verbotenes schwammiges und viele Halbwahrheiten die zu nichts führen.

      Ich habe hier schon mit einer 9 jährigen das Weltgeschehen debattiert und sie hatte echt viel mitbekommen und das in einem Haushalt ohne Zeitung, wenig Radio und selten Nachrichten.
      Genauso ist es auch mit Sex. Sie bekommen ganz viel mit obwohl wir meinen es ist nicht so. Ich rede lieber offen mit meinen Kindern und bin froh wenn sie zu mir kommen wenn sie sich unsicher sind.

      (14) 07.04.17 - 13:22

      Hallo,

      ich bin fürs vierte Schuljahr, damit die Eltern ausreichend Gelegenheit haben, ihre Kinder selbst aufzuklären und mehr Spielraum haben, den Zeitpunkt zu wählen.
      Als meine älteren Kinder in der Schule "aufgeklärt" wurden, gab es kaum ein Kind in der Klasse, für das es Neuland war.

      Wenn ich alleine an meine Kinder denke, alle hatten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Fragen, unterschiedliche Fragen und wir mussten für jedes Kind anders erklären und haben dabei auf die Reaktionen geachtet. Das Kind sollte sich ernst genommen fühlen, aber nicht überfordert werden.
      Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ein Lehrer vor einer Gruppe von 25 Kindern steht, die zum Teil noch nicht aufgeklärt wurden. Er hat doch gar keine Chance, richtig auf alle Kinder zu achten. Wie findet man Bücher, die alle Kinder gleich ansprechen? Für das eine Kind es es genau das richtige, für das andere Kind hätte man doch eher ein anderes Buch gewählt. Dazu noch die frechen Kommentare einiger vorlauten Kinder (bei uns waren es überwiegend Jungs), denen es Spaß machte, die schüchternen Kinder (hier überwiegend Mädchen) zu ärgern.

      Wenn da nicht die wenigen Kinder wären, die sonst erst sehr spät oder gar nicht aufgeklärt würden, könnte ich auch auf den Aufklärungsunterricht in der Schule verzichten.

      LG

      • (15) 08.04.17 - 11:22

        Im modernen Aufklärungsunterricht werden Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet, damit die Chance größer ist, dass die Kinder sich öffnen können und nicht so viel lachen müssen. Außerdem sind die Fragen der weiblichen und männlichen Schüler anders. Ich gehe in meinem Unterricht nämlich immer von den Fragen der Schüler aus.

        Das mit den Büchern habe ich so gelöst, dass ich eine größere Auswahl an guten Büchern ausgestellt habe, in denen die Schüler allein oder zu zweit lesen durften.

        • (16) 08.04.17 - 12:37

          An unserer Schule wird Deutsch/Sachunterricht oft vermischt, und das Thema ging (letztes Jahr) über mehrere Wochen. Da wäre es gar nicht möglich gewesen, die Schüler zu unterteilen.

          Über wie viele Stunden ist denn der "moderne Aufklärungsunterricht" angesetzt und wie läuft das praktisch? Werden die Schüler zusammen mit einer Parallelklasse unterrichtet, so das man dadurch eine Mädchen- und Jungenklasse schafft, gibt es einen zweiten Lehrer oder haben die jeweils anderen Schüler dann frei?

          LG

    (17) 07.04.17 - 13:23

    ich finde altersgerechte Aufklärung sehr wichtig

    kenne genug Mädels meines Jahrgangs, die damals einen Schwangerschaftstest nach dem anderen machten (damals 15) weil sie zwar theoretisch über Verhütung bescheid wussten (Bravo), aber diese nicht anwendeten (Angst vor den Eltern). Eltern die behaupteten, die Kinder seien mit 17 noch nicht aktiv (klar, vom 12. Schwangerschaftstest wussten sie ja nichts) usw.

    Unser Lehrer (5. Klasse) berichtete von Traumatisierten Mädchen, die heulend auf dem Schulklo saßen, während die Freundin Hilfeschreiend verzweifelt nach einem Lehrer suchte, da sie Angst hatte, ihre Freundin würde verbluten und sterben.

    Ebenso finde ich es wichtig für das Thema Missbrauch. Ein Kind das weiß, dass es NEIN sagen darf. Dass es OK ist NEIN zu sagen. Dass es NICHT ok ist, wenn Erwachsene das Kind anfassen, wo die Tabuzonen sind.

    Wichtig ist bei der Aufklärung das Kind nicht zu überfordern!
    Also auf Fragen antworten
    behutsam vorgehen, spüren wo die Grenzen des Kindes sind
    Signal senden DA zu sein, Kind kann mit Fragen zu den Eltern kommen. Vertrauen zu den Eltern und zum eigenen Körper entwickeln.

    Das find ich wichtig.

    (18) 07.04.17 - 13:41

    Aufklärung ist doch ein fortlaufender Prozeß und nicht der eine Tag oder das eine Gespräch, bei dem man alles erklärt bekommt.

    Das geht doch von klein auf...Mama hat Brüste, Papa nicht, der hat einen Penis, Mama eine Scheide, alle haben einen Po. Das Baby trinkt Milch an der Brust etc...jeweils dem Alter ensprechend kommen fragen, die man beantwortet.

    Dann gibt es nämlich gar nicht das einen Aufklärungsgespräch und dann noch in der Schule!

    Fremde Menschen erklären meinem Kind Sexualität? Das wäre ja noch schöner. Das mach ich selber.

    Aber Deutschland Deine Spießer...gibt soviele die sich nicht nackt vor den Kindern zeigen oder ihre Eltern je nackt gesehen habe!
    Schade für die Kinder so wird ihnen eine natürlicher Umgang mit Nacktsein und Sexualität verwehrt.

    (19) 07.04.17 - 14:10

    Gegen eine kindgerechte Aufklärung ist nichts einzuwenden. Man muss ja nicht alles bis ins kleinste Detail erklären.

    Bei unserem Großen war es aber in der Schule eine Katastrophe. Die Klassenlehrerin hatte es so geplant, dass auch jemand von ProFamilia (oder ähnliches) zu Besuch in die Klasse kam und sich auch mal getrennt mit den Mädchen und Jungen zusammensetzt. Das war auch so mit uns Eltern abgesprochen. Da die Lehrerin dann aber plötzlich im Sachkundeunterricht abgezogen wurde und die Vertretung das einfach nur peinlich fand, wurde den Kindern so in der letzten Sachkunde-Stunde an der GS mal eben schnell ein Film gezeigt, wo aber wirklich alles bis ins kleinste Detail gezeigt und erklärt wurde. "Krönender Abschluss" des Films war, dass man eine Geburt gezeigt hat und einige Mädchen dann doch angefangen haben, zu weinen und sofort der Meinung waren, sie würden niemals Kinder bekommen. Verstehe ich auch.... ich meine, zu wissen, wie ein Kind geboren wird und das dann tatsächlich zu sehen ohne irgendwelche kindgerechte Erklärung ist ja auch ein himmelweiter Unterschied.

    Die nächste Aufklärung kam dann gegen Ende der 6. Klasse, habe ich aber auch nur zufällig mitbekommen. Da spricht man ja nicht drüber, ist ja peinlich ;-). Auch da hat die Bio-Lehrerin eine Stunde nur für die Mädchen gemacht und ein Kollege hat dann eine Bio-Stunde mit den Jungs gemacht. Manche Themen besprechen sich ohne das andere Geschlecht enfach besser. Alle anderen Stunden waren aber gemeinsam.

    LG
    Martina75

    oh, Mitglieder dieses Bündnisses hier?
    http://www.besorgte-eltern.net/blog/?page_id=636
    http://www.news4teachers.de/2016/02/neue-pruederie-in-deutschland-eltern-nehmen-schulen-wegen-sexualerziehung-zunehmend-unter-druck/

    • Jup.
      Das kommt hin...

      Frühsexualisierung...oh man.

      Ja, dass passt zu der Denke...

      Man siehe in die USA- Sexualkunde verboten.

      Alles Pfui und die Eltern ja sooooo besorgt.

      Aber auf Mini-Misswahlen mit Bräununfsspray,Haarteilen,Mini-Bikini und tonnenweise Make Up 6jährige ausstaffieren und zur Zielscheibe machen...

      Und das ist nur ein Beispiel dieser Bigotterie...

      Die Welt ist komisch....

(24) 07.04.17 - 14:26

Ich wuerde sagen, wenn Kinder wegen der Sexualaufklaerung verstoert sind, nicht mehr in die Schule wollen oder Angst haben, von den frechen Jungs geaergert zu werden, dann ist der ideale Zeitpunkt fuer den Einstieg in das Thema bereits um Laengen verpasst worden.

Kleine Kinder haben naemlich im Normalfall noch kein Problem damit. Mein Sohn ist 5 und weiss schon einiges darueber, wie sich die Koerper von Jungs und Maedchen mit der Zeit veraendern, wie Babys entstehen, wo sie wachsen und wie sie da wieder rauskommen, wofuer die Brueste der Frauen gut sind, wenn das Baby dann auf der Welt ist etc.

Das weiss er, weil er fragt und Antworten bekommt. Genauso, wie er irgendwann gefragt hat, wo der Regen herkommt und wie die Pflanzen wachsen, fragt er auch nach Themen, die mit dem menschlichen Koerper und der Sexualitaet zu tun haben.

Daher finde ich es sehr gut, schon in der Grundschule ueber Sexualitaet zu sprechen. Die Kinder sind noch ziemlich unvoreingenommen. Faengt man erst in der 5./6. Klasse an, muss man erstmal ewig lange sonderbare Vorurteile und Halbwissen abbauen.

(25) 07.04.17 - 15:24

Wir hatten das Thema zufällig heute früh unter Grundschulmüttern bei einem Schultreffen. Eher zufällig...wir waren hauptsächlich 2.-& 3. Klässlermütter.

Unsere Kinder sind natürlich alle aufgeklärt. Meine Schritt für Schritt. Immer altersgerecht. Meine Große hat mit 4 penetrant nachgefragt woher die Babys denn nun kommen, ließ sich nicht abspeisen. Mein Sohn mit fast 5 dann auch nicht mehr...

Meine Kleinste ist noch zu klein.
Am Wochenende ging es dann ans Eingemachte...da wurden wir dann ausgefragt,...und dass man Sex nicht nur um Babies zu machen macht wäre auch klar...was man dagegen täte und all solcher Fragen.

Es wäre schön, wenn die Eltern zu Hause nicht so zugeknöpft wären und das Thema selber in die Hand nehmen würden.

Ich finde eigentlich, Aufklärung in der dritten Klasse arg spät. Vor allem wenn ich bedenke, was für Wörter so gebraucht werden (nicht von meinen Kindern), wenn ich an die dämlichen "Witzen" anderer Kinder denke...Sex und das drum herum ist doch vor allem bei den "kleinen Jungs" all gegenwärtig und wird gekichert...oft ohne das sie wissen worüber sie da lachen. Daher wäre ich für vorher drüber reden.

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