Erstklässler sollen in der Pause "Problemkind" beaufsichtigen

    • (1) 10.04.17 - 09:00

      Guten Morgen zusammen!

      Ich war ewig nicht hier unterwegs, nun möchte ich Euch aber mal um Eure Meinung bitten.

      Mein Sohn besucht die 1. Klasse. Schon seit der Vorschule ist er mit einem "Problemkind" zusammen in einer Klasse. Dieses Kind verletzt andere Kinder, verliert die Kontrolle, sagt über sich selbst, manchmal sieht er einfach rot, dann kann er nicht anders, dann muss er die anderen verletzen.

      Meinen Sohn hat er einmal in einer Pause so gewürgt, dass zwei Lehrer diesen Jungen mit aller Kraft von meinem Sohn wegholen mussten. Dabei wurde eine Lehrerin von ihm auch leicht verletzt. Diese Lehrerin ist schon häufiger von diesem Jungen verletzt worden (inkl. Brille aus dem Gesicht schlagen).

      Letztens erhielt ich einen Anruf von einer anderen Mutter, ob ich weiß, dass die Kinder aus der Klasse in der zweiten großen Pause auf dieses Kind aufpassen müssen.

      Es werden morgens zwei Helferkinder ausgelost, die die 2. Pause mit diesem Jungen zusammen im Krankenzimmer verbringen müssen. Bei geschlossener Tür, ohne eine Aufsichtsperson. Es guckt nicht mal zwischendurch jemand rein, ob alles in Ordnung ist.

      Es werden 2 Helferkinder ausgelost, damit einer im Notfall Hilfe holen kann. Es wird aber nicht kontrolliert, ob auch wirklich beide Helferkinder mit gehen. So kann es passieren, dass ein Kind trotzdem in die Pause geht und nur ein Helferkind mit diesem Kind zusammen ist.

      Diese Entscheidung wurde von der Schulleitung so getroffen, weil es angeblich keine andere Lösung gibt. Die Schulleitung steht voll dahinter und sagt, es ist die Aufgabe der Helferkinder und so wird es gemacht.

      Meine Meinung hierzu lässt sich in dem Text wohl schon nicht verbergen, aber ich wüsste gerne auch mal Eure Meinung dazu.

      Ich möchte nicht gegen dieses Kind hetzen o.ä., mir gefällt einfach der Umgang mit der Situation nicht! Der Junge ist selbst arm dran und kann nicht aus seiner Haut. Nicht ohne Grund soll er eine Schulbegleitung bekommen. Aber die Aufgabe des "aufpassens" an die anderen Erstklässler zu übertragen, halte ich für riskant und verantwortungslos. Dann muss der Junge eben bei der Pausenaufsicht an die Hand, im Lehrerzimmer sitzen oder bei der Schulleitung im Büro seine Pause verbringen. Mal davon abgesehen, dass ich denke, dass die Kinder, wenn sie von 8:00 bis 16:00 Uhr in der Schule sind, ihre Pausen brauchen, um sich auszutoben.

      • Hallo,
        also zumindest finde ich es bedenklich, dass eine Mutter dir irgendetwas mitteilt über ein drittes Kind und angebliche Handlungen der Schulleitung und du weißt so rein gar nichts genaues aus ERSTER Hand und tippst das sofort fleißig in urbia.

        Was ich an deiner Stelle getan hätte? Anstatt hier urbia zu bemühen - wo wirklich keiner aus der Community eine Ahnung hat, was dort abgeht - du ja übrigens auch nicht, hätte ich in der Schule um einen Termin gebeten und dort gefragt, was Sache ist. Es geht dich nichts an, was das andere Kind hat, aber die Pause ist für dein Kind zum erholen da. Für dein Kind darfst du schon sprechen. Du kannst also schon erreichen, dass dein Kind nie wieder Helfer wird - vorausgesetzt es ist wirklich so, wie du es beschreibst.

        • Ich verstehe Deine Antwort nicht.

          Warum weiß ich nicht, was das abgeht? Und warum "vorausgesetzt es ist wirklich so, wie Du beschreibst"?

          Die Probleme mit dem Jungen kenne ich absolut. Nicht erst seit kurzem. Wie gesagt, mein Sohn geht seit der Vorschule zusammen mit ihm in eine Klasse.

          Angebliche Handlungen der Schulleitung? Warum den angeblich? Mit meinem Sohn habe ich natürlich darüber gesprochen. Und er hat das alles so bestätigt und auch, dass er es nicht gut findet, wie andere Kinder auch. Das hätte ich vielleicht deutlicher schreiben sollen, dass das nicht alles nur Wissen von der anderen Mutter war. Sie hat mir von ihrem Gespräch mit der Klassenlehrerin erzählt und davon, wie ihr Sohn das findet, dass er das machen muss. Das ist wohl ihr gutes Recht. Und die Lehrerin hat ihr gegenüber gesagt, dass das eine Lösung der Schulleitung ist, weil es keine andere Lösung gibt. Und das sehe ich anders. Ich hatte über das Wochenende jetzt leider keine Zeit, um einen Termin bei der Lehrerin/Schulleitung zu bitten.

          Was mein Sohn mir erzählt, ist für mich allerdings erste Hand! Auch wenn er erst auf Nachfrage davon erzählt.

          Was das andere Kind hat geht mich tatsächlich zum einen nichts an und zum anderen verurteile ich ihn auch nicht dafür. Das habe ich sogar ausdrücklich geschrieben. Fakt ist aber, dass er meinen Sohn bereits heftig gewürgt hat und das keine Ausnahme war.

          Wenn Du Dich hier "bemüht" fühlst, dann tut mir das wirklich sehr leid! Du hättest meinen Beitrag nicht lesen oder kommentieren müssen. Ich sage ja, ich war lange nicht hier. Früher war das hier noch in Ordnung ;-)

          • Vielleicht hast du gemerkt, dass dein für dich ganz klarer Post eben für Dritte doch nicht so klar war.
            Es ist übrigens nicht die Aufgabe der Lehrer "Problemkinder" in der Pause einzeln zu beaufsichtigen. Die haben da nämlich tatsächlich Pause bzw. bereiten sich auf die nächste Stunde vor. Allerdings sollte das auch nicht dein Problem sein. So ein Kind ist ohne Schulbegleitung unbeschulbar, d.h. ist keine Schulbegleitung da, MUSS das Kind zu Hause bleiben. Da muss eben die Schulleitung mal ein Machtwort sprechen. Nur solange jeder da mitspielt, wird nichts passieren.

            Dein Sohn kann dir nur erzählen, was er sieht, hört, fühlt, wie er eine Situation empfunden hat UND wie er das Ganze interpretiert - und Gerade von Letzterem ist eine ganze Menge dabei.
            Was also ist eine Tatsache und was ist Interpretation?
            Ich schrieb nicht grundlos von angeblichen Handlungen der Schulleitung - war er beim Schulleiter und hat mit ihm gesprochen oder woher hat er seine Information? Und glaube mir - das ist eine Information aus erster Hand von mir: Lehrer lügen auch bloß! Der Schulleiter weiß nicht immer über alles Bescheid.

      Ich würde in diesem Fall

      a) mit meiner Tochter reden und ihr sagen, dass ich es verbiete. Wenn die Lehrerin sie da mitschicken will, dann soll sie sagen, Mama hats verboten. Vorausgesetzt natürlich, meine Tochter bestätigt die Geschichte.

      b) am nächsten Morgen die Lehrerin ansprechen, fragen ob das stimmt und ggf. klarstellen, dass ich hiermit ausdrücklich verbiete, dass mein Kind die Aufsicht für ein anderes Kind übernimmt.

      c) mit der Schulleitung sprechen, ausdrücklich betonen, dass mein Kind damit überfordert ist und ich es verbiete. Bei weiteren Diskussionen würde ich mich dann direkt ans Schulamt gehen und eine Beschwerde einreichen.

      Ich hab schon wegen harmloserer Sachen (Lehrer übertragen Aufsicht über die Klasse - für Ruhe sorgen an Klassensprecher sowohl in Grund- als auch in Oberschule) mit den Lehrern gesprochen und gesagt, dass das so nicht geht und sie das nicht dürfen.

      Ich würde erst bei deinen Sohn mal nachfragen, ob er dies bestätigen kann, denn wenn eine Auslosung stattfinden würde, müsste dein Sohn ja davon wissen.
      Wie oben schon von jemanden erwähnt, ist die Pause zum Erholen da und die darf nicht mit Arbeitsanweisung entfremdet werden, dazu dürfen Kinder nur als Klassensprecher innerhalb der Klasse mal zur Ruhe Auffordern, wenn der Lehrer kurz das Zimmer verläßt.
      Dein beschriebener Fall, ist eine rechtliche Aufgabe der Schutzbefohlenen, aber nicht der Schüler.

      • Vielen Dank für Deine Antwort!

        Ich habe natürlich bei meinem Sohn nachgefragt und er hat mir die Situation genau so geschildert, wie ich sie beschrieben habe. Und natürlich weiß er auch von der Auslosung. Jeden Morgen werden zwei Kinder gezogen, die für den Tag Helferkinder sind. Die einzige Aufgabe dieser Helferkinder ist es, die 2. Pause dort im Krankenzimmer zu verbringen.

    Hallo,

    Wenn das wirklich so abläuft (nachfragen!) dann würde ich

    A) sofort um einen Termin bei der Schulleitung bitten. Das ist ein Unding, was den Kindern abverlangt wird. Die Aufsichtspflicht wird so trotzdem nicht gewahrt, andere Kinder fahrlässig in Gefahr gebracht.

    Wenn das Kind solch eine Gefahr darstellt, sollen die Lehrer das Kind beaufsichtigen, wenn das nicht möglich ist, müssen die Eltern in der Pause die Aufsicht führen, bis ein Schulbegleiter da is oder das Kind beispielsweise in eine Safe-Klasse versetzt werden kann.

    B) meinem Kind sagen, dass es diesen Dienst NICHT machen soll.

    Vorausgesetzt, es läuft wirklich so ab.

    LG
    Delfinchen

    • Danke für Deine Antwort.

      Warum wird den hier immer geschrieben "vorausgesetzt, es läuft wirklich so ab"? Warum sollte ich denn hier irgendeinen Blödsinn schreiben? Komisch irgendwie.

      Ich habe mit meinem Sohn gesprochen und ich habe ihm auch gesagt, dass er bei nächster Gelegenheit sagen soll, dass er das nicht machen darf. Nämlich dann, wenn er wieder gezogen wird.

      Ich wollte hier nicht den anderen Jungen an den Pranger stellen oder die Tatsache, dass es "solche" Kinder an der Schule gibt oder sonst was. Mein Sohn ist auch nicht ohne! Ich wollte lediglich wissen, wie hier der Umgang mit der Situation gesehen wird.

      Um einen Gesprächstermin mit der Schulleitung habe ich inzwischen gebeten.

      • (10) 10.04.17 - 11:36

        "Warum wird den hier immer geschrieben "vorausgesetzt, es läuft wirklich so ab"? Warum sollte ich denn hier irgendeinen Blödsinn schreiben? Komisch irgendwie."

        Na ja, Kinder haben nunmal ihre eigene Wahrnehmung von Sachverhalten.

        Da wird aus einem manchmal ein "immer",
        aus freiwilligem Helfen wird "Zwang und unausweichliche Verpflichtung",
        aus Unterstützung mit Hilfe der Lehrer wird " alleinige Verantwortung"......

        Solange DU die Geschehnisse nicht selbst beobachtet oder direkt mit den Lehrern gesprochen hast, bleiben alles nur Annahmen.

        Als Mutter eines sehr phantasiebegabten Kindes, bin ich immer wieder erstaunt, wieviele Eltern den Ausführungen ihrer Kinder in vollem Umfang Glauben schenken.

        Viele Kinder neigen zu Übertreibungen und dazu ihre eigene Verantwortung deutlich überzubewerten, das ist völlig normal.

        Meine Tochter hatte mir früher auch immer erzählt, dass sie und ihre Freundin in der Schule den ganzen Laden schmeißen müssten und für alle Streitigkeiten, Konflikte und Deeskalationen verantwortlich wären.
        In der GS wäre sie mind. 1mal in der Woche "fast gestorben", weil ein böser Junge auf die losgegangen war.

        Natürlich kann es bei euch genauso sein , wie du vermutest, sicher wissen kannst du es aber erst, wenn du Informationen aus sicheren Quellen hast.

        • Selbst wenn Dein Kind gerne phantasiert und Du davon 3 Stufen entschärfst, bleibt immer noch eine Situation übrig, die so nicht in Ordnung ist.

          Alleine die Auslosung der Helferkinder ist - unabhängig von ihren Aufgaben - Mist.

          Ein Kind zu beaufsichtigen kann niemals Aufgabe von anderen Kindern sein, selbst freiwillig nicht. Da müßten die Lehrer davor stehen und sagen "lieb gemeint, aber mein Job, nicht Deiner".

          Da müßten sich ja mindestens zwei Leute (Dein Kind und die, die es erzählt hat) gemeinsam extremen Mist ausgedacht haben, um - ja, wozu?

          Selbst wenn ich eine kleine Übertreibung abziehen würde, kann ich mich sehr wohl auf das Verlassen, was meine Kinder mir erzählen. Totalen Blödsinn tischen sie mir nicht grundlos auf.

          • (12) 10.04.17 - 14:35

            Bevor ich mir ein Urteil über eine Situation bilde, muss ich doch erstmal mit den dafür verantwortlichen Lehrkräften persönlich sprechen.

            Ich kann doch das Verhalten, anderer nur aufgrund von Aussagen Dritter, nicht vollständig kritisieren.

            Mein Mann neigt auch dazu die Aussagen meiner Tochter meist unkritisch zu glauben.
            Wenn dann wütende E-Mails folgen, weil man glaubt sein Kind vor schulischem Unbill schützen zu müssen, kann das peinlich enden.

            Ich finde es sinnvoller konkret, ohne Vorwürfe, nachzufragen und dann zu urteilen.

            Sollte hier tatsächlich die Phase bis zur Bewilligung eines Schulbegleiters auf Kosten von Schulanfängern überbrückt werden, würde sich die Frage wie man dazu stünde doch gar nicht stellen.
            Sowas ist indiskutabel, niemand würde das bestreiten!

            • Dass man seinem Kind glaubt heißt doch noch lange nicht, dass man nicht beim Lehrer nachfragt, wie es denn nun genau abgelaufen ist. Das muss man ja schon tun, um ein Gespräch beginnen zu können.

              Wütende Mails sind nie ein guter Ratgeber, egal wie gerade etwas läuft und egal wie sehr man im (Un-)Recht ist.

        (14) 10.04.17 - 14:49

        Ach so,

        ich würde meinem Kind natürlich auch eindeutig sagen,

        dass es sich in den Pausen im Spiel erholen soll!

        Völlig absurd, dass G-Schulkinder auf Mitschüler aufpassen sollten, die aggressiv sind, keine Impulskontrolle haben und regelmäßig " rot sehen". #zitter

        So absurd, dass ich einfach nicht glauben mag, dass es wirklich so ist.

        Aber, möglich scheint ja leider viel. :-(

        • Leider ist vieles in der Schule nicht so absurd, wie man glauben kann.

          Es ist Gang und Gäbe, dass die Lehrer Klassensprecher beauftragen, für Ruhe zu sorgen, was nicht nur nicht ihre Aufgabe, sondern auch noch eine Überforderung ist (es sei denn, die Mitschüler sind ohnehin ruhig, dann wäre die Aufgabe aber überflüssig). Genauso kommt es immer noch täglich vor, dass an Berliner Schulen Lehrer Kindern einen Toilettengang verweigern.

          Manchmal kann man leider gar nicht so blöd denken, wie in Schulen gehandelt wird. :-(

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