Lernverweigerung - der richtige Weg??

    • (1) 11.05.17 - 11:33

      Mahlzeit,

      ich wende mich mal wieder an euch in der Hoffnung auf Ratschläge, Erfahrungsberichte usw. denn meine 12 jährige Tochter treibt mich schulisch an den Rand der Verzweiflung bzw. mittlerweile in die Gleichgültigkeit meinerseits #cool

      Sie ist wirklich ein liebes, aufgeschlossenes, soziales, normal intelligentes, noch sehr kindliches Kind ;-)

      Aber seit Beginn ihrer Schullaufbahn hat sie keinen Bock auf Schule - das ist eigentlich nicht ganz korrekt. In die Schule geht sie gerne, da hat sie ihre Freunde. Aber zu Hause hat sie keinerlei Lust sich mit dem Schulstoff auseinander zu setzen (sprich HÜ machen und lernen wenn ein Test, SA ansteht). Alles gute Reden, Schultasche inkl. HÜ kontrollieren hat bisher nichts!!!! gebracht. :-[
      Sie kapiert es einfach nicht dass Schule nun einmal ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags ist (sein sollte) und sie dafür ein Mindestmaß an Aufwand aufbringen sollte. Wir verlangen keine in den Hauptgegenständen keine 1er oder 2er aber ein Mittelmaß wäre wünschenswert. Das erreicht sie zwar bei den Schularbeiten aber durch ihre fehlende Motivation bei HÜ und ihre chaotische Weise bekommt sie mindestens in einem Hauptgegenstand schon einen um eine Grad schlechtere Note! Das ist ihr egal #cool

      Erst vor 1 Woche erhielt ich erhielt ich erneut einen Anruf von ihrer Mathe Lehrerinn - mein Herzchen hätte letztens die HÜ von ihrer Mitschülerin kurz vor der Stunde abgeschrieben - mir erzählt sie daheim sie habe keine HÜ!
      Und das Ganze nachdem ich mich konsequent jeden Tage nach der Schule mit ihr hingesetzt habe, den Schulstoff des Tages mit ihr durchgegangen bin, sie gefragt habe was HÜ ist - wenn diese mit ihr gemacht habe usw. Wie bei ihrem 7 jährigen Bruder.

      Aber auch das scheint nicht zu helfen - sie will nicht!!!

      Jetzt haben wir beschlossen sie einfach mal "gegen die Wand rennen" zu lassen. Wir haben ihr erklärt welche Konsequenzen negative Noten mit sich bringen (Wiederholen der Klasse) lassen sie aber für den Rest des Schuljahres (welches sie positiv abschließen wird) alleine organisieren und va entscheiden zu lassen ob sie HÜ macht, wann und ob sie für Schularbeiten lernt.
      Natürlich weise ich sie auf ihre Termine hin und schlage ihr vor sich diese im Kalender einzutragen. Aber macht sie das nicht ist es ihr Problem und dann auch ihre Note.

      #schwitzn Ist das richtig? Aber ich weiß mir ansonsten wirklich nicht mehr zu helfen #gruebel

      lg
      aida

      • (2) 11.05.17 - 11:42

        Ach ja noch um zu sehen wie meine Tochter "tickt": Gestern war sie zB den ganzen Nachmittag zu Hause (ist diese Woche der einzige Nachmittag). Tablett und Handy gibt es erst am Abend und als sie nach dem Mittagessen in ihr Zimmer verschwand erinnerte ich sie daran dass sie am Freitag D-SA habe und sie eh wisse dass heute der einzige freie Nachmittag wäre um etwas dafür zu lernen. Jaja, das wisse sie.

        Später präsentierte sie mir ganz stolz dass sie einer alten Monster High Puppe mit Heißkleber eine neue Frisur verpasst habe und dies neben Lesen und mal in den Garten gehen und zeichnen den ganzen Nachmittag gedauert habe #gruebel
        Also von Lernen keine Spur #schmoll

        • Hallo,
          ich weiß, dass hier im Forum oft der Rat gegeben wird: gegen die Wand laufen lassen.

          Ich sehe das anders.
          Ich finde auch nicht, dass deine Tochter nur weil sie schon 12 Jahre ist, die Verantwortung alleine tragen muss.

          Ich hätte, wie bei deinem Beispiel gestern, einfach mal nach einer Stunde gefragt, wie weit sie mit lernen ist.
          Auch würde ich (bin aber sowieso eher streng) die Zügel enger nehmen.
          -Kontrolle der Hausaufgaben

          -Kontrolle der gelernten Vokabeln

          - sperren von Freizeitaktivitäten und dafür lernen

          Ich sehe die Verantwortung einfach auch bei den Eltern.
          Gerade mit 12 beginnt doch die: "kein Bock Phase und wofür braucht man das überhaupt."
          Gruß

          (4) 11.05.17 - 15:28

          Vielen Dank für die bisherigen Antworten! Auf ein paar Dinge möchte ich noch genauer eingehen:

          - das Thema Schule nimmt im Alltag vor allem im Kopf meiner Tochter nicht viel Platz ein. Sie geht 4x bis 13.20 Uhr und 1x bis 15.00 Uhr in die Schule. Danach kommt sie jeden Tag nach Hause. Nachmittags ist sie dann entweder mal bei der Oma oder Ballett bzw. jeden Dienstag Nachmittag im Landestheater spielen.

          Bisher habe ich sie natürlich jeden Tag nach ihrer HÜ gefragt und mich in den letzten 2 Monaten auch neben sie hingesetzt und die Erledigung dessen kontrolliert (eben aufgrund eines Anrufes der Lehrerin dass sie so oft die HÜ vergisst)
          Nur das Problem ist dass mich mein Kind diesbezüglich schamlos anlügt. Sie sagt dass sie keine HÜ habe, diese schon in der Schule gemacht hätte usw.

          Hier komme ich auch zu dem Punkt bezüglich der Verantwortung von mir als Mutter. Die ist mir sehr wohl bewusst und der bin ich bisher auch sorgfältig nachgegangen. Als Bsp. wenn eine D-SA anstand ließ ich mir von ihr den Stoff zeigen, las mich zB selbst in die Thematik ein (wie wird zB ein Sachtext aufgebaut) kaute ihr das Prozedere dessen vor, suchte ihr eine Probeschularbeit heraus und kontrollierte diese. Also eigentlich volles Programm.
          Genauso in Mathe. Ich muss mich mit ihr hinsetzten um erst einmal herauszufinden was sie am Stoff versteht und was nicht. Ich komme/kam mir sogar schon wie eine Lehrerin vor!

          Die Frage ob sie sich grundsätzlich organisieren bzw. lernen kann würde ich mit ja beantworten. Ich sehe dies anhand der vielen Nebengegenstände (Physik, Geschichte, Biologie usw.) Hier hat sie im schlechtesten Fall eine 2 und hier musste ich noch nie mit ihr für einen Test lernen. Die Fächer interessieren sie und somit beschäftigt sie sich damit.

          DAs Problem ist irgendwie dass sie die Notwendigkeit noch nicht kapiert dass sie zumindest ein bisschen Engagement zeigen muss um halbwegs gut durch Schulleben zu kommen. Vielleicht - so hoffe ich wird ihr das bewusst wenn ich mich jetzt bei den letzten SA d. J. bewusst zurückhalte und sie einfach mal machen lasse. Und ich bin mir sicher, bei der kommenden Englisch oder Mathe Schularbeit wird wohl eine vier oder fünf raus kommen #augen
          Aber vielleicht hilft das?!

          Ich habe ihr natürlich gesagt dass ich sie weiterhin unterstütze aber sie muss zu mir kommen wenn sie was nicht versteht und wenn ich mit ihr lernen soll. Das wäre für mich ein Mindestmaß an Eigeninitiative die ich von einer fast 12 jährigen verlangen kann.

          Hach da macht man sich schon was mit. Ich will ihr ja nicht ihre Zukunft (beruflich) verbauen aber es kann ja auch nicht sein dass ich sie durch die Schulzeit "prügle" und ihr jegliche Selbstverantwortung abnehme.

      (5) 11.05.17 - 12:44

      Habt ihr schon die Schulsozialarbeiter mit ins Boot geholt? Geht sie mit zu Beratungstagen und bekommt dort neben dir die Predigt der Lehrer zu hören?

      wie gehen die Lehrer mit fehlenden Aufgaben um? Muss sie nachsitzen....nacharbeiten......?

      so pauschal wirst du keine passende Antwort finden, denn es gibt nicht DIE Lösung. Bei manchen erreicht man mit mehr Druck und Einschränkungen nur noch mehr Verweigerung, bei manchen funktioniert das auf Dauer.

      Eure Tochter leidet nun nicht wirklich Not. Sie ist auch mit wenig Aufwand noch eine ganz ordentliche Schülerin. Aus eurer Sicht könnte es aber besser sein und sie bleibt unter ihren Möglichkeiten. Für sie ergibt sich aber kein ersichtlicher Grund, die Leistungen zu steigern und die Konsequenzen in der Schule scheinen auch nicht so lästig zu sein, dass es irgendwie wehtut. Sie lebt und arbeitet nach dem Motto: "Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss." Und in DEM Alter wird niemand ein Kind zum Lernen ZWINGEN können. Du könntest allenfalls ihr Freizeitvergnügen so weit einschränken bis die schriftlichen Arbeiten erledigt sind. Erst wenn sie diese bei dir vorgelegt hat, geht es los zum Hobby etc. Nach 2 Wochen Nichtstun wird sie vielleicht ein wenig umdenken. Du musst eben selbst hinterher sein, die aufgaben zu bekommen. Notfalls eben mit einer Mutter der Freundin abstimmen, die dir eben mal die Aufgaben abfotografiert und als Nachricht schickt. Ist ja kein großer Aufwand.

      Aber neben ihr sitzen und den Hintern hinterhertragen bis sie endlich gelernt und gearbeitet hat, würde ich nicht. Das ist für sie noch bequemer.....Mama macht ja mit. Vorausgesetzt, dass sie nicht überfordert ist mit dem Unterrichtsstoff. Kann es daran liegen? Was sagen denn die Lehrer? Versteht sie auf anhieb, worum es geht und was sie zu erledigen hat?

      Blöd wäre es, wenn sie wiederholen müsste. Spätestens dann merkt sie, dass sie zurückbleibt und ihre geliebten Freundinnen eine Klasse weiter sind.

      Bei manchen hilft letztlich nur das und die Einsicht kommt erst spät bis gar nicht. Manche gehen eben gern den weiteren Weg und arbeiten sich von unten hoch statt gleich im Rahmen ihrer Möglichkeiten die besseren Leistungen abzuliefern. vielleicht gehört sie zu der Sorte.

      Seht zu, dass ihr alle im Dialog bleibt und dass es nicht schlimmer wird und sie die Schule komplett verweigert.

      • "Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss."

        Genau den Satz wollte ich auch gerade schreiben! Im letzten Schuljahr ist unser Sohn (14) notenmmäßig ziemlich vor die Wand gefahren, nachdem ich beschlossen habe, ihm da nicht mehr den Hintern nachzutragen und mich kirre zu machen - je mehr ich mich gekümmert habe, um so mehr hat er sich verweigert.

        Die Einsicht, dass er halt doch was tun muss, um die Qualifikation für die Oberstufe zu schaffen (er ist jetzt in der 9. Klasse), hat sich zum Glück bei ihm eingestellt: Seine Noten haben sich deutlich verbessert, auch wenn da - das weiß er ganz genau - noch Luft nach oben ist.

        LG

        Anja

      • (7) 11.05.17 - 16:08

        Konsequenz seitens der Schule für nicht gemachte HÜ: nachbringen und ab 3x pro Semester vergessen gibt es eine um einen Grad schlechtere Note im Zeugnis!

        Die Lehrer in ihrer Schule sind sehr bemüht und geben ihr zB letztens den Tipp sich einen Schülerkalender anzuschaffen und dort konsequent die HÜ usw. einzutragen. Meine Tochter hört sich das an, nickt verständnisvoll und ich sitze daneben und könnte explodieren weil ich genau dasselbe schon seit Monaten predige :-[

        Es geht mir auch gar nicht darum dass sie hinter ihren Möglichkeiten bleibt, sondern darum dass sie sich null verantwortlich für das Geschehen Schule fühlt und ihr das Ganze so ziemlich am Hintern vorbeigeht.

        Letztens das Beispiel erst in Musik - Beurteilung der Lehrerin: S. arbeitet mit, singt gerne aber die Noten kann sie noch immer nicht! Mein Kind hat 1. zwei Jahre lang ein Instrument gespielt, ich selbst spiele Cello (könnte ihr also die Noten erklären) aber Nein, seit der 1. Klasse Unterstufe weigert sie sich diese zu lernen (ich wusste bis dahin nichts davon) weil sie das nicht interessiert! Ja, was soll ich bitte machen #kratz

        • (8) 11.05.17 - 17:18

          Kann sie nicht oder will sie nicht?

          Manchmal sagen Menschen (Erwachense, Jugendliche, Kinder) ich WILL nicht
          weil sie nicht zugeben wollen, dass es ihnen sehr schwer fällt.

          Ich selbst habe nie aktiv gelernt. So gut wie nie. Instrument nur weil ich musste und nur im Unterricht einmal die Woche.
          Die Noten kann ich heute noch. Nebenbei kamen sie doch bei mir an.

          Was ich damit sagen will:
          manches lernt man nebenbei, vor allem über Jahre.
          manches nicht.

          Hat sie Schwierigkeiten beim Lernen und tut dieses durch nicht wollen ab?
          Oder könnte sie?

          Braucht sie eine Brille? Wurden ihre Augen mal getestet?
          mein Kind hat zwar gute Augen, aber der Unterschied zwischen beiden ist deutlich und kostet enorm viel Kraft.

          Ich selbst habe einige Augenfehler, die mir die Schullaufbahn schwer gemacht haben.
          Oft habe ich mich davor gedrückt mit "ich will nicht" "keine Lust mich anzustrengen"

          einfach weil ich es nicht richtig gesehen habe.
          Konnte das für mich aber nicht wissen, weil ich mit div. Brillen (:-[ Augern"arzt") nur schlechter gesehen hatte.
          Außerdem war es noch ZUSÄTZLICH anstrengend was zu erkennen. Doppelte Mühe also.

          Hatte ich keine Lust zu, also hab ich es gelassen.

          Ist körperlich alles ok?
          Schilddrüse usw.?

          war mir auch einfällt
          bei einem Klassenkameraden war die Mutter sehr hinterher. Also ohne "Mama sagt" machte er gar nichts. Wozu auch?
          Als ihn mal jemand fragte, sagte er: wieso sollte ich was tun? Mama, macht doch eh alles. #schwitz

          um dir einen Tipp zu geben, was DIE Lösung ist
          wäre es sinnvoll zu schauen, was die Ursache ist
          oder sein könnte

          jedes Kind ist individuell
          und je nachdem was los ist, gibt es verschiedene Wege.

          Habt ihr die Chance von außen drauf schauen zu lassen?
          Vllt. auch von jemand der nicht involviert ist?

          Sowohl in Richtung: euch als Familie zu entlasten
          als auch zu schauen, was los ist, um mit ihr an der Baustelle zu arbeiten

          denn festgefahren scheint es ja schon zu sein.
          heißt, selbst wenn ihr jetzt einen Weg für euch findet
          vermute ich, dass ihr Ausdauer braucht

          viel Kraft euch

          noch eine Frage
          was wäre denn der Worst case für euch?
          wenn sie das Schuljahr nicht schafft, Schulwechsel, diese Schule nicht schafft?
          manchmal hilft es - für sich als Eltern - einen Plan B bereit zu halten. Wenn alle Stricke reißen ... gibt es immer noch .... ;-)

          (9) 12.05.17 - 10:42

          Ich glaube, du solltest einfach mal gar nichts machen und dich rausnehmen, denn vielleicht kommt zu der allgemeinen Unlust die persönliche Schiene zwischen euch erschwerend dazu. Je älter das Kind wird - und sie ist jetzt in einem Alter, wo sie sich immer weniger von den Eltern reglementieren lassen will - umso mehr entwickelt sich eine ungesunde Dynamik zwischen euch. Ihr seid einfach zu nah, du bist emotional zu stark involviert und sie will genau das Gegenteil - nämlich in Ruhe gelassen werden.

          Vielleicht liegt es gar nicht so sehr daran, dass sie nicht erkennt, dass man für's Leben lernt und sie ihre Weichen für die Zukunft stellt. Zugegeben, in dem Notenbereich, in dem sich eure Tochter bewegt, fällt das zudem noch schwer.

          Ich würde versuchsweise jemanden von Extern dazuholen. Mal schauen, ob sie den auch anlügt, es gäbe keine Aufgaben zu erledigen. Ein Oberstufenschüler oder einen Studenten, der zwei mal die Woche für 1 1/2 Std. zu euch kommt, wo keine Mama das Geschehen überwacht und wieder Streit droht. Der geht emotionslos an die Sache ran und die beiden verbindet eine reine Geschäftsbeziehung. Vor so jemandem ist die Verweigerungshaltung manchmal auch unangenehmer - vor allem wenn dieser ihr sogar sympathisch ist. Der muss sich auch nicht so mühsam in die Materie einlesen, wie du es tun musst.

          (10) 12.05.17 - 19:26

          Ich würde sie mal testen lassenvon der Beratungslehrerin/Schulpsychologen, wo ihr Problem liegt. Hochbegabung, völlige Unterforderung, Langeweile? Oder Teilleistungsschwäche? Oder Gedächtnisprobleme? ERst wenn ihr genau wisst, woran ihr seid, wo das Problem konkret liegt, könnt ihr nach konkreten Lösungen suchen.

    (11) 11.05.17 - 12:46

    Hallo.

    Ich lese in deinem Text hauptsächlich heraus, dass der ganz Alltag sich nur um Hausaufgaben, Schule etc. dreht.

    Ich würde sie wirklich mal in Ruhe damit lassen. Notfalls muss sie dann eben auflaufen.

    Meiner ist auch manchmal überfordert, einfach weil er sich manchmal in einer Sache so "aufhängt", dass er nicht mehr vorwärts oder rückwärts weiß. Ich lasse ihn dann in Ruhe und nach einer Weile kommt er selber an. Aber dann hat er selber entschieden, wenn er wieder bereit ist. Zum Glück dauert es bei ihm nicht sehr lange, bis er sich gefangen hat. Aber er kann auch anstrengend sein, wenn es nicht gleich klappt. Dann wird gemotzt, resigniert, und teilweise rastet er auch aus. Aber wie gesagt, er fängt sich schnell wieder.

    Alles Gute.

    LG

    (12) 11.05.17 - 12:49

    Hallo!

    Ich bin der Meinung man kann erst dann ein Kind eigenmächtig und mit Vollcaracho gegen die Wand fahren lassen, wenn:
    - es fähig ist (intellektuell, von der Reife her) über die dann entstandenen Situation zu reflektieren, den eigenen Weg /Ziel zu definieren und den echten tatsächlichen WUNSCH zu äußern das Verhalten zu verbessern (Gibt ja Kinder die aus solch einer Situation den Schluß ziehen: ist so - bleibt so - abfinden, oder die anderen - Lehrer, Eltern, das System - sind Schuld!)

    - erwiesenermaßen nicht überfordert ist mit den Anforderungen (oder Teilen davon: Organisation, tatsächlich der Vorgang Lernen, tatsächlich das Kapieren), dem sozialen Umfeld, etc.

    Ist das nicht gegeben würde ich als Mutter definitiv weiter nerven, betrafen, bekriegen und unterstützen, bis entweder die Bedingungen s.o. erfüllt sind (dann habe ich Hoffnung, dass das Kind selber seinen Weg findet, auch wenn er indirekt und auch nicht unbedingt nach meinem Geschmack wäre) , oder sie in die Puschen kommt.

    LG, I.

    Hallo,

    unser Sohn kommt dieses Jahr zur Schule und wer weiß, ob uns das auch mal bevorsteht #zitter.

    Ich finde es schon richtig wie du es machst und da du ja schon weißt, dass sie das Schuljahr schafft ist es sicher auch nicht so tragisch.

    Ich meine natürlich muss sie die Verantwortung mit 12 nicht komplett alleine tragen, aber was will man mehr machen, als ihre Schultasche/Hausaufgaben zu kontrollieren und sie auf anstehende Arbeiten/Tests hinzuweisen? Man kann es ja schlecht in das Kind hinein prügeln.

    Allerdings würde ich auch in anderen Bereichen, besonders Freizeitgestaltung die Zügel enger ziehen.

    (14) 11.05.17 - 13:44

    Da die keinen Bock Phase schon seit Beginn der Schule dauert, würde ich mal näher nachschauen.

    Was sagen die Lehrer?
    Was haben die Lehrer früher gesagt?

    Wie viel Raum nimmt das Thema Schule insgesamt ein?
    Auch dann, wenn sie Ferien oder Pause hat?
    Wie lange dauert der Schultag?

    Sind es eher viele oder eher weniger Hausaufgaben?
    Würde sie das ein oder andere Schuljahr auch ohne lernen schaffen?
    Grade so, aber immerhin verlässlich?

    ich war auch so ein Verweigerungskandidat
    heute weiß ich, dass ich ADHS hab, damals wusste ich das nicht.

    Die ständige Nerverei ob ich Hausaufgaben aufhabe, Vergleiche mit Kindern die sie freiwillig (gezwungermaßen) machen, nervten.
    Je mehr das Thema um Schule, Hausaufgaben ging, desto mehr stellte ich auf Stur.

    Was half / hilft (habe ich mir dann selbst erarbeitet)
    - positive Motivation
    mich dafür loben, wenn ich KLEINE Ziele erreicht habe
    das macht Lust auf mehr und so lernte ich, ach das geht auch noch, noch ein bisschen
    bis ich irgendwann ganz geschafft habe

    - Prioritäten setzen
    es gibt Tage, da geht es mir besch***, da hilft auch die beste Motivation nichts.
    dann schaue ich, was MUSS, was KANN, was DARF

    mache ich auch bei meinem Kind so, wenn es mal sehr viele Hausaufgaben sind oder die Woche sehr stressig.

    Dann helfe ich bei der Einteilung: das MUSS
    wenn dann noch Lust übrig ist, darf noch von den DARF Aufgaben was gemacht werden
    und die "KANN" Aufgaben dürfen auch MAL unter den Tisch fallen oder später nachgeholt werden

    - Lernen auf Klassenarbeiten oder Prüfungen

    ist für mich heute noch schwierig
    da ich aber gelernt habe, MUSS und KANN Aufgaben zu machen
    und mich über jede einzelne geschaffte zu freuen
    habe ich automatisch schon gelernt ;-)

    Nachsitzen und co habe ich in der Schule auch schon gemacht.

    Mal war es der große Ansporn, nicht nachsitzen zu müssen (dann hab ich die Hausaufgaben gemacht)
    und mal hab ich es drauf ankoemmen lassen. Vor allem, wenn die Hausaufgaben eh nicht kontrolliert worden sind

    - was ist ihre beste Lernzeit?
    wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, brauchte ich PAUSE.
    wirklich PAUSE
    rausgehen, toben usw.
    wurde mir diese gegönnt, OHNE mit Schule und co hinterher zu sein, war ich erholt und konnte abends noch was machen

    war ich im Dauerstress, sozusagen vom Aufstehen bis zum Schlafengehen Thema Schule, hab ich gar nichts gemacht.

    Bei meinem Kind achte ich auf die Tagesform
    Direkt nach der Schule darf gespielt werden (auch wenn sie im Hort war und heim kommt), erst mal Lautstärke raus

    bei schönem Wetter gehen wir auch zuerst raus und dafür klappt es dann besser mit den Hausaufgaben

    manchmal sage ich auch: erst die Hausaufgaben und dann Freizeit, wirklich FREIE Zeit
    auch kein Lernen, kein Nerven , keine Fragerei

    das ist aber nur, was MIR hilft/ uns hilft

    wenn es schon von Anfang und so lange dauert,
    würde ich aber wirklich mit den Lehrern sprechen
    - wie ist sie in der Schule?
    - was kann sie, auch wenn sie keine Hausaufgaben hat
    - lümmelt sie nur rum oder macht sie mit?
    - tut sie IN der Schule, was für die Schule?

    ein paar meiner Klassenkameraden hatten immer Tip Top super Hausaufgaben, perfekt vorbereitet usw. (Eltern hielten sie streng)
    IN der Schule machten sie nichts für die Schule. Klassenarbeiten schreiben, ok. Mitschreiben, mitdenken, am Unterricht beteiligen? no way.... mussten sie alles nachmittags nachholen, machten sie ja auch. Aber grade deswegen, weigerten sie sich morgens mit dem Thema Schule zu befassen.

    Meine Hausaufgaben fehlten zwar oft aber IN der Schule machte ich mit

    das wäre auch ein zu klärender Punkt

    und auch sonst

    was fehlt IHR
    was braucht SIE

    mein Kind braucht

    - Hilfe bei der Organisation
    - vor mir Ruhe beim Aufgaben machen

    würde ich daneben sitzen bleiben, würden wir beide durchdrehen und Hausaufgaben bis heute nicht gemacht sein

    Jedes Kind ist unterschiedlich
    manche sitzen in ihrem Zimmer die Zeit ab, bis es dunkel wird und machen gar nichts

    Habt ihr Hausaufgabenbetreuung?

    Könntest du dir vorstellen Nachhilfe zu engagieren?
    Nicht wegen der Noten/ nicht Nachhilfe als solches

    sondern als Person, die kommt oder wo dein Kind hingeht und dort zu festen Zeiten die Hausaufgaben macht.
    Damit bei euch der Stress mal raus ist

    (15) 11.05.17 - 15:11

    Hallo,

    also, ich sehe das Ganze etwas anders als du... und ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich hier wirklich um Lernverweigerung handelt.

    KANN deine Tochter denn selbständig lernen?
    Auch das Lernen muss gelernt sein.

    Mein Sohn (5. Klasse) ist auch recht aufwändig uns zeitintensiv, was die Schule angeht.

    Allerdings ist das für mich vollkommen in Ordnung und ich sehe es als meine Pflicht als Mutter, ihn dabei zu unterstützen.

    Er lernt gerade, selbständig zu lernen. Wir schauen viele Dinge gemeinsam durch, ich unterstütze ihn dabei, den Lernstoff kurz und bündig auszuarbeiten, damit es sich leichter lernen lässt. Oder wir schauen in Übungsheften und im Internet gemeinsam nach möglichen Übungen, die zum jeweiligen Thema passen. (Er arbeitet diese Übungen dann natürlich selbständig).

    Ich zeige ihm oft, mit welchen Methoden ICH am einfachsten und effektivsten lernen kann. Er probiert es so oder versucht, ob andere Methoden für IHN vielleicht effektiver sind...

    Ihm fällt es immer leichter, seine Klassenarbeiten vorzubereiten oder den Unterrichtsstoff täglich aufzuarbeiten. Über kurz oder lang werde ich mich aus diesem Bereich immer weiter zurückziehen können.

    Ich finde, manche Eltern machen es sich doch etwas leicht.
    Manchmal ist es eben nur mit reden, machen lassen und gewisse Dinge erwarten einfach nicht getan. Da muss man halt mal mit ran.
    Und ich finde, mit 12 Jahren muss ein Kind "Schule" noch nicht ganz selbständig managen können. Bei einigen mag das klappen, aber nicht bei allen.

    LG ferkel

    • (16) 12.05.17 - 11:12

      "Ich finde, manche Eltern machen es sich doch etwas leicht.
      Manchmal ist es eben nur mit reden, machen lassen und gewisse Dinge erwarten einfach nicht getan. Da muss man halt mal mit ran.
      Und ich finde, mit 12 Jahren muss ein Kind "Schule" noch nicht ganz selbständig managen können. Bei einigen mag das klappen, aber nicht bei allen."

      Glaub mir, "leicht" machen es sich nur wenige Eltern.
      Sein Kind lernmethodisch zu unterstützen, ihm verschieden Methoden nahezubringen, es beratend zu begleiten und anzuleiten bringt ja sogar richtig Spaß.
      Klingt bei euch auch so, dein Sohn ist aufgeschlossen und nimmt die Unterstützung an.

      Aber das Kind der TE WILL nicht.
      Es blockt alles ab, wehrt sich, will keine Hilfe und schon gar keine Kontrolle.

      Und dann ?

      Diese tiefsitzende Abwehr zu durchbrechen, ginge nur durch Zwang.

      Das ist dann eine Abwägungssache.

      • (17) 12.05.17 - 11:16

        Genauso ist das.

        Mir macht das auch großen Spaß und ich würde gerne meinen Sohn unterstützen. Aber er will das nicht.

        Noch ist er in der 2. Klasse und kommt auch so richtig gut mit, aber wie es wird, wenn er vielleicht doch zu Hause was machen soll?

        Seine Haltung hat sich aber etwas verbessert und so hoffe ich, dass wenn es soweit ist, er dann bereit ist, meine Hilfe anzunehmen.

        LG,
        Natalia

        • (18) 12.05.17 - 12:50

          Vielleicht es es auch so, dass der Kleine sich unbewusst gegen seinen vorbildlichen Bruder abgrenzen möchte.
          Der Platz des "Musterschülers" ist innerhalb der Geschwisterkonstellation ja schon besetzt, da muß er eventuell seinen eigenen Platz finden.

          Meine Kinder entwickeln sich phasenweise in einigen Bereichen total gegensätzlich, nähern sich aber interessanterweise irgendwann wieder an.

          Oder sie tauschen ihre "Steckenpferde".

          Meine Tochter hat Mathe immer gehasst, mein Sohn ist mathematisch sehr begabt und mochte dieses Fach auch immer.

          Seit kurzem ist es merkwürdigerweise so, dass die Große plötzlich mit Eifer am Matheunterericht teilnimmt, richtig Lust auf darauf hat.

          Während mein Sohn Mathe gerade hasst!:-(

          • (19) 12.05.17 - 12:57

            Ja. Das ist auch in etwa meine Vermutung.

            Es ist nicht einfach mit so einem Bruder zu leben :-(. Wir versuchen schon seine Leistungen nicht so sehr in den Vordergrund zu stellen (zumindest nicht so öffentlich zur Schau), aber wenn er mal wieder mit mit einem glänzenden Zeugnis nach Hause kommt, kriegt das der Kleine mit. Er hat bis jetzt ja noch keine Noten, aber sein Zeugnis letztes Jahr war auch wirklich gut und das haben wir auch immer betont.

            Sie haben aber auch viele Gemeinsamkeiten. Sie musizieren beide für ihr Leben gern (und sind dabei sehr begabt), basteln und malen zusammen, experimentieren,....

            Das ist bei ihren Altersabstand nicht selbstverständlich (5,5, Jahre auseinander) :-)

            LG,
            Natalia

Hallo Aida,

weißt du, was mich als Menschen am meisten verletzt, wenn man mich anlügt. Da reagiere ich sehr scharf.

Dann zweite Sache und das ist die Wertschätzung. Meine Kinder sind verwöhnt. Tablets xyz... nein, wer keine Leistung bringt und sich somit wertvolles verdient, hat keinen Anspruch auf Annehmlichkeiten,

Dann kommt ein aber - wenn ein Kind mit Unlust auf die Welt kommt, würde mich schon als Mutter interessieren, was dahinter steckt. Und dann würde ich im professionellen Bereich nachhaken wollen.

(21) 12.05.17 - 06:05

Wir haben bei unserer Tochter ab der 1.Klasse darauf geachtet, erst die Arbeit, dann das Vergnügen...es wird keine HÜ vor sich hergeschoben. Arbeit erledigt, Rest des freie Gestaltung.
Von Schule nach Hause , Essen, HÜ .
Da wir Selbstständig sind, hab ich mir in der GS eingerichtet, das ich nach der Schule 1-2 Std. Zeit für die Tochter habe.Sie machte HÜ und ich nebenbei Hausarbeiten, somit konnte sie mich bei Schwierigkeiten fragen und ich habe noch stets danach ihre HÜ kontrolliert, damit ich auch den Laufenden blieb, wo sie ihre Stärken und Schwächen hatte. Schwächen wurden nochmal geübt und vertieft.
Ab der fünften machte sie selbstständig alles alleine und ich fragte sie abends nur für die morgigen Fächer etwas ab. Jetzt in der 6.Klasse kommt sie nur noch zum Vokabeln abfragen zu mir (oder mal Geschichte ect.) Sie lernt selbstständig für ihre SA und geht von selbst ihre Hefte für den nächsten Tag durch, zwecks regelmäßige mündl.Abfragen und evtl. Extemporale.
Kinder brauchen eigentlich von Anfang an eine klare Linien. Meine Tochter z.B. stöhnt , wenn nach der Schule ein Termin ist und sie dann danach ihre Hausi noch vor sich hat.
Ein Mensch ist ein Gewohnheitstier, egal ob in negativen oder positiven Gewohnheiten;-)
Wenn man als Eltern negative Gewohnheiten einreißen läßt, begleitet die einem genervt im Alltag.

  • Hallo,
    jetzt habe ich wieder mal längere Zeit nur im Forum mitgelesen, möchte mich aber jetzt doch gern äußern. Die diversen Aussagen und Hilfestellungen hier lesen sich so locker-flockig - man muss jedoch bedenken, dass nicht jeder so "brave" Kinder hat, die sich zusammen mit Mama engagieren, im Internet recherchieren, sich abfragen lassen und bei Hausaufgaben über die Schulter blicken lassen. Das wäre schön. Ich kann die TE echt gut verstehen, denn auch ich habe ein Kind in diesem Alter, das absolut lustlos ist, was das Thema Schule angeht - mit dem Unterschied, dass es nicht in den Nebenfächern lauter 2en schreibt und diese selbstständig organisiert. Nein, diese Unlust und Unselbständigkeit zieht sich so ziemlich durch alle Fächer, und auch richtig schlechte Noten sind teilweise die Konsequenz. Bei der TE hält sich ihr Kind ja - so habe ich es verstanden - im guten Mittelmaß, vielleicht eine Note schlechter als üblich, aber immer noch O.K. In diesem Fall würde ich mir keine Sorgen machen.

    Aber was macht man als Mutter, wenn das Kind absolut nicht bereit ist, sich von der Mutter helfen zu lassen, Hausaufgaben werden versteckt, wenn Mutter das Zimmer betritt, denn sie könnte ja wieder Fehler etc. od. die absolut schlampige Arbeitsweise monieren. Zusammen zu lernen ist für das Kind ein No-go, denn einerseits will es alles allein schaffen, andererseits kann es das Lernen nicht oder seinen inneren Schweinehund nicht überwinden.
    In diesem Fall helfen diese gutgemeinten Arbeitsanleitungen nämlich absolut gar nichts! Und dann ist man als Mutter wirklich hilflos.

    • (23) 12.05.17 - 10:12

      #pro

      Du hast Recht! Wenn man sich als Eltern nur aufreibt und Schule/Aufgaben zum nervtötenden Dauerthema wird, das irgendwann ein friedliches, kommunikatives Miteinander unmöglich macht. Dafür ist man manchmal einfach zu nah dran als Eltern und es hilft oft mehr, wenn man sich von Extern jemanden dazuholt, der völlig unemotional an die Sache rangeht. In Form von Nachhilfe, Unterstützung beim Lernen und Nacharbeiten etc.

      Zitat:
      "Aber was macht man als Mutter, wenn das Kind absolut nicht bereit ist, sich von der Mutter helfen zu lassen, Hausaufgaben werden versteckt, wenn Mutter das Zimmer betritt, denn sie könnte ja wieder Fehler etc. od. die absolut schlampige Arbeitsweise monieren. Zusammen zu lernen ist für das Kind ein No-go, denn einerseits will es alles allein schaffen, andererseits kann es das Lernen nicht oder seinen inneren Schweinehund nicht überwinden.
      In diesem Fall helfen diese gutgemeinten Arbeitsanleitungen nämlich absolut gar nichts! Und dann ist man als Mutter wirklich hilflos."

      Da würde ich aber erstmal das Mutter / Tochter Verhältnis unter die Lupe nehmen und das Verhalten /Reaktion ....warum versteckt sie die Hausaufgaben vor dir? Welche Reaktion zeigtest du bei Fehlern oder schlampige Arbeitsweise....wieso empfindet dein Kind es als No Go mit dir zu lernen? Bist du zu schnell genervt oder wird geschimpft wenn Fehler auftreten oder beim Erklären zu lange braucht bis sie es checkt?

      Meine Tochter lernte von Klein auf , dass es gewisse Pflichten (Hausi, lernen, Zähne putzen, zu Bett gehen) gibt, ob es ihr gefallen hätte oder nicht und respektiert es, sowie sie weiß, egal welche Probleme sie hat, zu mir (oder Papa) kommen kann, ohne Schimpfen , Vorwürfe und Genervtheit, da dies die Situation nicht ändert und Vertrauen nur verschlechtert. Auch mir kostet es an schlechten Tagen mal ein tiefes durchatmen und eine Überwindung.

      • "warum versteckt sie die Hausaufgaben vor dir? Welche Reaktion zeigtest du bei Fehlern oder schlampige Arbeitsweise....wieso empfindet dein Kind es als No Go mit dir zu lernen? Bist du zu schnell genervt oder wird geschimpft wenn Fehler auftreten oder beim Erklären zu lange braucht bis sie es checkt?"

        Ganz einfache Antwort: weil jeder Mensch anders ist und anders reagiert.

        Wenn ich das richtig im Kopf habe, hast du nur ein Kind. Du weißt also nur, wie es bei deiner Tochter funktioniert und wie es aussieht, hast du dabei Glück gehabt. Sei dankbar dafür, aber glaube nicht, das hat nur mit dir und deiner Erziehung zu tun.

        Wir haben 2 Söhne. Der Große ist ein absoluter Selbstläufer und Überflieger in Sachen Schule. Er ist in der 7. Klasse und noch nie musste ich mich großartig um irgendwas kümmern. Er erledigte seine Hausaufgaben freiwillig und ohne Murren sehr gewissenhaft. Es wurden auch alle Extra Aufgaben freiwillig bearbeitet.

        Jetzt lernt er einfach so (man muss hin und wieder daran erinnern, aber dann wird das sofort erledigt) und kommt, wenn Fragen sind (was selten vorkommt) oder wenn ich was abfragen soll (nur wenn er sich unsicher ist, ob es wirklich sitzt. Letztes Schuljahre habe ich 2 Mal Latein und 1 Mal Englisch abgefragt. Dieses Schuljahr bis jetzt ein einziges Mal Latein)

        Tja! Und dann kam der Kleine in die Schule. Vom 1. Tag an wurde gemeckert. Er hat nur eine Wochenhausaufgabe, die er im Laufe der Woche erledigen muss. In der Regel 15 Minuten Deutsch, 15 Minuten Mathe. In der 1. Klasse nicht mal das. Er macht sie, aber was er bis dahin meckert.... Er flippt bei jeden auch so kleinen Kommentar, Verbesserungsvorschlag komplett aus. Egal wie lieb und wohlwollend man es äußert.

        Es wird besser und ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er bis zur 4. das komplett abgelegt hat. Er ist wirklich sehr fit in Sachen Schule und ich denke, er wird schon seinen Weg finden. Aber er wird nie und niemals so ein Selbstläufer sein, wie es der Große ist.

        LG,
        Natalia

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