Zu wenig Hausaufgaben?

    • (1) 23.05.17 - 22:41

      Hallo!
      Mein Sohn (1. Klasse) hat täglich Hausaufgaben, die er in 5-10 min meistens selbstständig erledigt (bei denen, die ich kenne, ist das auch so). Ich finde das völlig ok, die Elternsprecherin unserer Klasse nicht. Sie (+ ein paar andere) möchte, dass die Kinder mehr + anspruchsvollere Hausaufgaben bekommen.
      Ich finde die Menge und auch den Anspruch vollkommen ok, da die Kinder sich ja in der 1. Klasse erst dran gewöhnen müssen, möglichst selbstständig die Hausaufgaben zu erledigen. Für besonders begabte oder leistungsbereite Kinder gibt es immer Extraaufgaben.

      Wie seht ihr das?
      Sollten die Hausaufgaben möglichst selbstständig zu schaffen oder quasi eine extra Unterrichtsstunde ergeben?

      Lg#winke

      Was heißt anspruchsvoller sein? HA soll den gelernten Schulstoff nur Zuhause vertieft werden und zur Selbstkontrolle dienen, ob man es verstanden hat .
      In der 1.Klasse liegen HA so ca. erstmal bei 30 min., einer ist schneller, ein anderer braucht länger.
      5-10 min. ist eigentlich gar nichts#schein

      • Die HA sind sehr individuell (wie der Unterricht), jedes Kind bekommt das, was seinem Lernstand entspricht und auf Wunsch gibt es Extraaufgaben. Deswegen verstehe ich auch nicht, was das Problem ist.
        5-10 min sind nicht viel, das stimmt, ich habe aber vergessen zu erwähnen, dass es dazu noch tägliche Leseeinheiten gibt. Die Kinder sollen 15-20 min Lesen, was auch mit Fragen (ab und an) überprüft wird (ähnlich wie die Lies mal Hefte). Unterschreiben muss ich dazu auch. Das ist ja dann ne halbe Stunde.

        LG #winke

    naja -- es gibt diese praktischen Übungen, wie rechnen vertiefen, handschrift üben.... -- das ist schon nicht in 10 Minuten gemacht.... --- wenn genug in der Schule dafür gemacht wird, ist das okay.... wenn aber sehr sehr viel gesungen, gebastelt, getanzt, halt anderes gemacht wird, dann haben viele die Übung nötig...

    trotzdem: meine Tochter ist mittags so platt und alle, dass sie für eine 15minutenaufgabe locher 45-60 Minuten braucht ... -- sie kann es, -- sie ist einfach nur platt...

    ein zweischneidiges schwert finde ich ....
    ne viertel stunde ist okay .... und das täglich .... es geht ja auch darum, dass die MIttags-aufgabe ein klein wenig zur Gewohnheit wird, denn irgendwann muss man ja auch auf arbeiten lernen...

    • Der Unterricht ist sehr individuell gestaltet. Deswegen sind die Kinder z.B. in Mathe alle unterschiedlich weit. (Der eine rechnet gerade + - bis 20, der nächste ist beim Einmaleins). Die HA sind also auch individuell, je nach Lernstand.
      Ich finde eben auch, dass das Arbeiten an den HA erst geübt werden muss und das möglichst selbstständig.
      LG #winke

      trotzdem: meine Tochter ist mittags so platt und alle, dass sie für eine 15minutenaufgabe locher 45-60 Minuten braucht ... -- sie kann es, -- sie ist einfach nur platt...
      Meiner Tochter hilft es an solchen Tagen erst einmal im Wald spazieren zu gehen oder Mittagsschlaf zu machen.

(9) 24.05.17 - 07:36

Huhu,

an der Grundschule meines Sohnes gibt es gar keine HA mehr, sondern jeden Tag etwas Lernzeit, in der die Kinder selbständig an Aufgaben arbeiten. Wobei sie das mit JÜL sowieso auch im "normalen" Unterricht häufig tun.

Die Begründung: Es gibt diverse Studien, die besagen, dass Kinder durch HA in der Schule nicht besser werden und das HA Kinder nicht weiterbringen.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/studie-der-universitaet-dresden-hausaufgaben-bringen-nichts-a-532362.html
https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article147483464/Machen-Hausaufgaben-Kinder-zu-besseren-Schuelern.html
http://orange.handelsblatt.com/artikel/4164

Wenn ein Kind den Stoff gut beherrscht und zügig (mit-)arbeitet, dann bringen HA keinen Mehrwert.
Kinder, die in der Schule Probleme haben, haben zuhause mit den HA auch oft Probleme. In vielen Fällen bekommen die Kinder zuhause aber keine Hilfe. Die Kinder haben dann die HA nicht gemacht, der Teufelskreis beginnt.
Bei anderen wiederum führen HA generell zu Konflikten zuhause, weil die Kinder sie nicht machen möchten.
Bei anderen Kindern wiederum erledigen die Helikoptereltern die HA, so dass sich ein falsches Bild ergibt, was das Kind kann und was nicht.
In der Schule geht wiederum viel Zeit verloren, die HA gemeinsam zu überprüfen und dadurch kann weniger neuer Stoff vermittelt werden.
Bei der Lernzeit in der Schule haben die Kinder einen Ansprechpartner und alle dieselben Voraussetzungen. -> besser.

Mir leuchtet das ein. Gerade in der Grundschule ist der Stoff so, dass er durch die selbständigen Übungen in der Schule eigentlich sitzen sollte.
Das enthebt die Eltern natürlich nicht von der Verantwortung, einen Blick auf die Fähigkeiten des Kindes zu haben. Wenn man den Eindruck hat, das Kind hat Verständnisprobleme, dann sollte man natürlich zuhause den Stoff noch einmal erklären und ggf. üben.

Die HA in der weiterführenden Schule sind zum Teil eine ganz andere Hausnummer. Diese sind oft nicht nur Übung (5 weitere Matheaufgaben zum Thema), sondern dort müssen Fragen beantwortet werden, die Meinung erörtert werden, Dinge recherchiert werden, etc. Und natürlich sollte man Vokabeln lernen.

Allerdings muss ich sagen, dass mein Sohn jetzt in der 5. auch nicht besonders viel HA hat. Aus meiner Sicht ist das aber kein Problem. Es ist sehr ausgewogen.

LG

Hanna

Unsere Schule funktioniert auch so. Wobei diese Lernzeiten statt Hausaufgaben nur für die 1./2. Klasse gibt.

Ich verstehe die Hintergründe sehr gut und finde das auch sinnvoll. Ich bin nur gespant, wie es letztes Jahr wird, wenn sie dann wieder täglich HA haben.

"Das enthebt die Eltern natürlich nicht von der Verantwortung, einen Blick auf die Fähigkeiten des Kindes zu haben. Wenn man den Eindruck hat, das Kind hat Verständnisprobleme, dann sollte man natürlich zuhause den Stoff noch einmal erklären und ggf. üben."

Dafür wurde bei uns die "Wochenhausaufgabe" ins Leben gerufen. Viele Eltern hatten die Angst, den Überblick über den Stand der Kinder zu verlieren. Die Kinder bekommen also ein paar Arbeitsblätter in Mathe und Deutsch, die sie dann im Laufe der Woche erledigen sollen. Viel ist das nicht. Meistens in Arbeitsblatt pro Fach. Aber so sieht man, wo die Kinder gerade stehen und wie selbständig sie die Aufgaben bearbeiten können. Dazu kommt das tägliche Lesen (je nach Woche 5 bis 20 Minuten)

LG,
Natalia

Guten Morgen!

Du lieber Himmel, wer solche Eltern hat, braucht auch keine Feinde mehr. Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch, selbst dann, wenn man leistungsstarke Kinder hat.

Mein großer Sohn hatte das Glück, dass seine Lehrer in der Grundschule der Meinung waren, dass es ihre Aufgabe sei, den Unterricht so zu gestalten, dass die Kinder alles lernen, was sie brauchen. Es gab nur sehr wenig Hausaufgaben. Dafür waren die Kinder Feuer und Flamme, wenn es sie ein Referat ausarbeiten oder in irgendwelchen Projekten aktiv sein mussten.

Er ist jetzt auf dem Gymnasium, kann sich durchaus seine Arbeiten einteilen und lernt freiwillig und gut. Er kommt gut zurecht.Das alles hat er auch ohne Hausaufgaben gelernt.

Der kleine Sohn hatte im 4. Schuljahr Lehrerinnen, die Hausaufgaben liebten, was zu Folge hatte, dass mein Kind gar keinen Bock mehr auf Schule hatte und tatsächlich sogar mit den Noten schlechter wurde. Stundenlange Hausaufgaben jeden Tag haben den echt zermürbt. Er durfte die Klasse wechseln, weil er wirklich kreuzunglücklich war, und hat wieder Lehrer, die wie oben beschrieben arbeiten. Hausaufgaben gibt es eher wenig, dafür passiert in der Schule ganz, ganz viel. Der Unterricht ist so gut, dass er es ohne "Vertiefung" schafft. Die ganze Klasse ist auf einem hohen Niveau und hat Freude am Lernen. Seine jetzige Klassenlehrer findet, dass Schule für die Kinder Arbeit ist. Sie haben das Recht auf Pause und Spiel. Sie will ihren Job im Unterricht erledigen und nichts an die Eltern delegieren. Oh Wunder, sie und ihre Kollegin in dieser Klasse schaffen das sogar. Im vierten Schuljahr schleppte sich mein Sohn zur schule und heulte jeden Sonntagabend. Jetzt rennt er morgens los und freut sich auf alles, was ihm da geboten wird. So muss Schule sein!

Ich denke, Hausaufgaben werden echt überbewertet. Ich hoffe, die Lehrerin deines Kindes lässt sich von übereifrigen Elternsprechern nicht ins Handwerk pfuschen.

LG

  • (15) 24.05.17 - 07:47

    >> Dafür waren die Kinder Feuer und Flamme, wenn es sie ein Referat ausarbeiten oder in irgendwelchen Projekten aktiv sein mussten.

    Genau so ist ist! #pro

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