Abschlussfahrt 4. Klasse will nicht mit

    • (1) 01.06.17 - 12:41

      Hallo, ich bin mir heute etwas unsicher mit meiner Entscheidung bezüglich der Abschlussfahrt meines Sohnes ins Schullandheim nächste Woche.

      Er hat seit etwa 1 Monat Probleme mit 3 Jungen aus seiner Klasse, die ihn wohl permanent auslachen, ausschließen und hänseln. Bis dahin lief es eigentlich ganz gut bei ihm. Da die Probleme vor allem den Hort betrafen, habe ich der Hortnerin Bescheid gegeben, mit der Bitte ein Auge darauf zu werfen. Mein Sohn ist sicherlich kein Musterknabe, hat so seine Ecken und Kanten (er kann zum Beispiel nur sehr schlecht mit Kritik umgehen), aber bislang gab es nie größere Probleme. Zudem gab ich ihm den Freifahrtsschein, direkt nach dem Essen Heim zu kommen, da es nur noch 2 Monate bis zum Schulübertritt waren und ich fand, es schadet ihm nicht, das Leben ohne Hort kennenzulernen und ganz ehrlich, das Problem so schnell zu beseitigen, da die Jungen nicht mit ihm auf die neue Schule gehen werden. Seitdem lief es mal gut mal nicht so gut.

      Jetzt fährt die Klasse nächste Woche für 3 Tage ins Schullandheim und leider ist die Situation im Moment wieder nicht so gut. Leider hat mein Sohn überhaupt kein Vertrauensverhältnis zu seiner Lehrerin, die er erst neu zu Beginn der 4. Klasse bekam und mit der er von Anfang an so seine Schwierigkeiten hatte (nicht nur er, nur mal so nebenbei). Diese beiden Faktoren haben nun dazu geführt, dass er partout nicht mitfahren möchte, erstens wegen der drei Jungen und zweitens wegen der Lehrerin und es nun vorzieht in die andere Klasse zu gehen. Es wäre seine drittletzte Woche an dieser Schule und innerlich haben mein Mann und ich eigentlich dem schon zugestimmt, dass er nicht fahren muss, wenn er nicht will.

      Was sagt ihr dazu? Wenn er nachher kommt und wieder total fertig ist, würde ich morgen mit der Lehrerin sprechen, dass Jakob nicht mit möchte. Ist das zu einfach? Ich weiß, dass er nicht immer im geschützten Raum leben kann, aber möchte ihm jetzt seinen Austritt aus der Grundschule mit einer total missratenen Klassenfahrt vermiesen.

      Danke für Meinungen. D

      • Übrigens hätte ich ebenfalls mit den Eltern derjenigen, die ihn ärgern Kontakt (kommen eigentlich gut miteinander aus), allerdings nur mit dem Ergebnis, dass mein Sohn als Pussy beschimpft wurde, weil er es seiner Mutter erzählt hat.

        • Hallo! #winke

          Da meine Tochter in einer ähnlichen Situation ist, wie dein Sohn (bei ihr ist es nur wesentlich ausgeprägter und nicht nur einer, der sie auf der Liste hat... :-[ ) rate ich dir dasselbe, was ich ihr gesagt habe kurz vor ihrer Klassenfahrt "Ich werde dich nicht zwingen, überleg es dir. Willst du nicht mit, fährst du nicht mit." Es war ihre Entscheidung. Da die Parallelklasse mitfuhr und sie wenigstens da noch Freunde hat, die sie nicht nur verars****, ist sie mitgefahren. Am Ende fand sie es toll. Aber auch nur, weil sie sich eher der anderen Klasse angeschlossen hat. Wenn sie nicht gewollt hätte, hätt ich das akzeptiert und gut.

          Alles Liebe euch!

          • Danke, leider würde ich es mir wünschen, dass die Jungen, die sich raushalten (weil sie nämlich am Nachmittag mit meinem Sohn spielen ) noch stärker Partei ergreifen. Na ja, ich hoffe es wird an der neuen Schule besser, da mein Sohn komplett abgeschlossen hat, was sich nun auch in seinen letzten Noten wiederspiegelt. Alles Gute euch. D

            • Das wird ähnlich wie bei uns sein. Eine Gruppe von 3 Jungs und 2 Mädchen haben Eva "auserkoren" und jeder, der sich in der Schule mit ihr abgibt, wird genauso gemieden und fertig gemacht. Keiner weiß warum, einmischen tut sich auch keiner, die Lehrerin und die Schulleiterin sagten uns beim letzten (mittlerweile seit der 2. Klasse das gefühlt 150. Mal) Krisengespräch: "Sie provoziert Mobbing, sie ist zu gutmütig und verzeiht zu schnell"... Dir hilft keiner, ihr hilft keiner. Soweit darf es bei euch nicht kommen. Selbst das Schulamt haben wir informiert... Du kannst kämpfen wie du willst, jeder schaut weg. In Evas Schule ist das zumindest so. Jetzt kommt sie auch in die Oberstufe. Die Klasse wird neu gemischt, ich hoffe, es wird dann wieder gut.

              • Das skurrile, ich selbst bin Lehrerin, aber gerade deshalb weiß ich auch, dass sich solche Dinge auf Klassenfahrten potenzieren können. Bei meiner eigenen Klasse war ich rigoros, aber auch ich musste feststellen, dass das richtig Eklige im Netz stattfindet. Als Mutter hab ich echt ein Auge drauf und werde mit einer Anzeige nicht lange fackeln. Ich wünsche deiner Tochter alles Gute und kann dir aus Erfahrung sagen, dass die Oberstufe ein gewaltiger schritt ist, da (leider auch) jeder selbst sich der Nächste wird. Gruppendynamiken sind da nicht mehr so präsent. D

                • Wir haben alles durch: Gespräche, Hospitationen im Unterricht, Psychologen, Anwalt, Schulamt... Was kam rum: einmal "Du!-Du!" wurde gemacht und der "Spaß" ging weiter. Ich hätte mir für sie eine Lehrerin wie dich gewünscht, die sowas nicht mit anschaut, aber leider hatten wir da nicht so viel Glück bis jetzt.
                  In der Oberstufe bekommt sie meine ehemalige Lehrerin, die weiß von dieser ganzen Geschichte und ich weiß, dass sie ohne wenn und aber sofort einschreitet, wenn in ihrer Klasse so etwas vorkommt, daher denke ich schon, dass es sich extrem bessern wird.

                  Dein junger Mann wird dann auch wieder lieber zur Schule gehen denke ich, meine freut sich schon richtig. Mit der GS hat sie auch abgeschlossen innerlich, aber lange schon..

                  • Weißt du, gerade deshalb hadere ich mit meiner Entscheidung. Ich will eigentlich nicht die Message raussenden, dass wir den Weg für So ein Verhalten freigeben und sie quasi gewonnen haben. Als Lehrererin weiß ich, Du-dus helfen rein gar nicht, sondern nur die konsequente Isolierung der Täter (gerne auch mit der Erfahrung, selber mal draußen zu sein) und die Sensibilisierung der Klasse zum Thema Mobbing. Ich hatte 2 Mädchen in meiner eigenen Klasse, die haben sich offen gegen solche Dinge gestellt, dass könnte man nie hoch genug loben. Überhaupt liegt am Ende sehr viel daran, wer "Klassenleader" wird und das kann man zu Beginn echt puschen als Lehrerin.

                    Allerdings stehen wir am Ende eines Schulabschnitts und ich weiß nicht, inwieweit da der Eingriff noch lohnt. D

                    • Das verstehe ich schon, habe mir dann aber bei meiner Kurzen im selben Moment auch gedacht "sie muss es dann aber ausbaden..." Das ist eine ganz grenzwertige Geschichte und je nachdem, wie weit das Mobbing schon fortgeschritten ist, kann ohnehin jede Entscheidung die falsche sein. Bei der Gruppe, die Stunk schiebt in ihrer Klasse ist mir auch aufgefallen, dass sie sich als die Großen sehen, die Übermächtigen... Das wird sich wohl auch ganz schlagartig ändern, wenn sie in der Oberstufe plötzlich wieder die Kleinen sind. ;-)
                      Und bei Gesprächen mit deren Eltern ist uns auch bewusst geworden, dass jedes Wort, was du dort anbringst am Ende verschwendete Luft ist, weil es sie nicht interessiert, so lange ihr "Kind nicht betroffen ist, ist doch alles in Ordnung!" Alleine die Aussage schon... Selbst, wenn die Schule besser reagieren würde, zu Hause haben sie doch nichts zu fürchten.

        Hallo,

        ich würde ihn nicht zwingen, dass wird nicht die letzte Abschlussfahrt sein.

        Danach sind nur noch 2 Wochen, also Augen zu und durch.

        Lg

    Hallo,

    ich würde mein Kind nicht zu einem Schullandheim zwingen, wo er gar nicht hin möchte. Wenn er von sich auch selber sagt, er möchte lieber in eine andere Klasse, anstatt ins Schullandheim zu fahren, dann heißt das meiner Meinung nach was.

    Ich würde mein Kind zu keiner solchen Aktivität zwingen, wenn es das nicht möchte...

    LG

Hallo, ich finde, da muss er nicht durch. Ich würde ihm die Wahl lassen und bei Bedarf in der Parallelklasse mit Unterricht machen lassen. Es sind nur noch 3 Wochen, da geht es auch nicht mehr um Klassengemeinschaft etc.
VG

Da es ohnehin voraussichtlich keine Zukunft mit den Menschen gibt, die ihm offenbar nichts (gutes) bedeuten: Ich würde meine Kinder in der Situation zu Hause lassen.

Ich weiß allerdings nicht, ob "nicht mitmöchten" zieht, wenn man sich für die Reise angemeldet hat. Da wäre ich wahrscheinlich eher bei "Mein Kind wird krank".

(15) 01.06.17 - 19:41

Hallo, hat dein Sohn denn so gar keinen Rückhalt in der Klasse? Freunde?

Du bist selbst Lehrerin. Was würdest du denn Eltern raten, wenn sie dich fragen würden wegen ihres Kindes?

Ich persönlich würde vermutlich meinem Sohn erstmal zureden (ich bin eher vom Typ, erstmal probieren) und ihm anbieten ein Handy mitzunehmen und mich anzurufen, dass ich ihn abhole (soweit in einem 2 Stunden-Radius). Wenn er aber offensichtlich Angst davor hat, dann würde ich ihn nicht zwingen. Das hat auch nichts damit zu tun, dass die anderen dann "gewonnen" haben. Man muss seine Seele schützen.

VG
B

(16) 02.06.17 - 08:18

Hi,

es gibt doch sicherlich noch anderes Jungs in der Klasse, mit denen er sich versteht, oder?
Hier mit der Lehrerin absprechen, das er mit denen in ein Zimmer kommt.
Mein Sohn wurde auch massiv gemobt und die Lehrerin war neu in der Klasse und eher #contra...genau wie bei Dir, nur das es ständig im Pausenhof und nicht im Hort war. Die Lehrerin hatte kein Bock was gegen die Kids zu unternehmen, obwohl es die Schulleiterin war....beschweren hatte da keinen Sinn. Klassengemeinschaft war auch so gut wie gar nicht vorhanden. Im Endeffekt waren alle froh, das die 4. Klasse zu Ende war und alle sich auf andere Schulen zerstreuen. Sogar heute, ein Jahr später, hat kaum einer Kontakt zu den anderen.

ABER die Anschlussfahrt war soooo genial, die hatten alle Spaß ohne Ende und irgendwie waren die Kids total anders drauf.

Er war mit Jungs im Zimmer, mit denen er eigentlich wenig zu tun hatte aber es hat prima geklappt.

Er kam auch viel "erwachsener und gestärkt" aus dieser Fahrt nach Hause.

In der 5. Klasse sind sie dann auch 3 Wochen nach den Sommerferien wieder auf Klassenfahrt gefahren und ich war heilfroh das er vorher dabei war, um zu sehen, wie das alles abläuft und er seine Rolle in der neuen Gemeinschaft gleich gefunden hat. Zufällig war es auch noch der gleiche Ort/Haus und hatte vor allem einen Vorsprung, kam echt super cool an. Aus dem Außenseiter in der Grundschule wurde dann der Klassensprecher in der neuen Klasse.

Daher, es ist natürlich schwer, sein Kind dieser Meute mitzugeben aber es kommt immer anders als man denkt. Und wenn er sich jetzt versteckt, wird er sich auch später verstecken, sobald kleine Probleme auftauchen. Wer gewinnt, wenn er nicht dabei ist? Die Jungs feiern doch einen inneren Reichsparteitag, wenn sie es geschafft haben, oder?
Die Klasse besteht doch aus mehr Kids als aus diesen Bengeln!!!!

Und wenn Deiner auch austeilen aber nicht einstecken kann, dann muss er es auch mal lernen damit umzugehen.

Viel Glück bei Eurer Entscheidung.

LG
Lisa

Hallo!

Ich hatte schon häufig diese Entscheidung für meinen Sohn während der GS zu fällen ....

Folgende Ratschläge:
1. In jedem Fall die Lehrerin über den Konflikt der 4 Jungs informieren und einfordern, dass das bis zum Schuljahrensende auch wirklich behoben wird. - Das signalisiert Deinem Sohn, dass man Situationen nicht einfach aussitzen muss, man kann immer versuchen was zu ändern. Und dass die Eltern immer hinter einem stehen. - Die Kinder werden sich vermutlich auch nach GS-Ende über den Weg laufen und es wäre ganz schlecht, wenn so ein Konflikt bestehen bleibt. - Die Lehrerin hat jetzt gar nichts anderes zu tun: es gibt kein Stoff mehr, keine Vorbereitungen fürs nächste Jahr, die hat alle Zeit der Welt sich genau um das Problem zu kümmern.
2. Wenn die Reise dem Kind mehr schadet als nützt, dann definitiv absagen!
Schaden wird die Reise dann, wenn er ständig auf der Hut vor den 3en sein muss, keine anderen Freunde dort hat, keine Unterstützung durch die Lehrerin erfahren wird.

LG, I.

Hallo,

an deiner Stelle wäre ich mir sehr sicher, dass das Kind nicht mitfährt. Er kann doch sicher am Unterricht der Parallelklasse teilnehmen, denn Schulpflicht besteht dennoch.

Viele Grüße

Heike

Hallo,

ich würde ihn entscheiden lassen, wenn er nicht mit möchte, muss er nicht!

Mal eine andere Frage, du schreibst:
"aber möchte ihm jetzt seinen Austritt aus der Grundschule". Also bei uns ist die Grundschulle 6 Jahre lang, bei euch nicht?

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