Weltgeschehen Kindern erklären

    • (1) 04.06.17 - 22:18

      Hallo
      Wissen eure Kinder prinzipiell dass es nicht in jedem Land so friedlich ist wie in Deutschland? Wissen sie von potenziellen Gefahren die es hier in Deutschland gibt?
      Anlass meiner Frage ist, was in Manchester geschehen ist. In der Grundschule meiner Söhne hat das Thema große Wellen geschlagen, im Gegensatz zu anderen Vorkommnissen die anscheinlich völlig vorbei gingen. Die Schule erklärt es sich dadurch dass es diesmal ein Konzert einer jungen Sängerin traf, die auch viele junge Fans hat. So haben wohl auch viele Kinder die daheim völlig behütet aufwachsen irgendwie etwas erfahren und es gingen einige falsche Dinge rum und bei einigen Kindern ist wohl die Fantasie durchgegangen.

      Letztendlich gab es sogar eine Elterninfo, unteranderem mit der Aussage es wäre hilfreich Kindern altersgerecht das Weltgeschehen zu erklären. Das wiederum fanden einige Eltern übergriffig denn sie finden ihre Kinder sind zu jung usw. etc.

      Mmh #gruebel Ich persönlich habe eher die Erfahrung gemacht dass es gerade für sensible Kinder wichtig ist eben nicht in der kompletten Friede Freude Eierkuchen Welt zu leben. Bei uns ist es,überraschenderweise, das ältere Kind dass bei sowas sehr sehr sensibel ist. Wenn ich mir vorstelle seine heile,komplett friedliche, Welt wäre durch andere Kinder in der Schule zerstört worden #schock Ich glaube das wäre extrem problematisch geworden.
      Wie seht ihr das? Stellen eure Kinder von sich selbst aus Frage, schottet ihr sie bewusst ab,....???

      Liebe Grüße #blume

      • Meine Kinder (6 und 9) schauen praktisch jeden Abend (im Zweifel online) Logo-Nachrichten. Da wird alles absolut kindgerecht und wirklich toll erklärt!

        Kannst es Dir hier mal anschauen:
        http://www.tivi.de/fernsehen/logo/start/

        Wissen eure Kinder prinzipiell dass es nicht in jedem Land so friedlich ist wie in Deutschland?

        ja

        Wissen sie von potenziellen Gefahren die es hier in Deutschland gibt?

        jein

        Sie wissen, dass es nirgends wirklich sicher ist, dass überall Menschen auftauchen können, die anderen etwas tun können. Sie fühlen sich aber eher sicher.

        Manchester ist an meinen Kindern vorbeigegangen, das haben sie nicht wirklich wahrgenommen. Das Attentat hier in Berlin haben sie dagegen mitbekommen.

        Die "heile, friedliche Welt" wird in der Schule ohnehin zerstört, weil dort auch über Krieg gesprochen wird, weil für andere Kinder oder die Krebshilfe gesammelt wird usw.

        Ich sehe mir keine Nachrichten an, wenn die Kinder im Raum sind. Wenn sie aber etwas mitbekommen, dann beantworte ich ihre Fragen, so gut ich kann.
        Auch aus den Unterhaltungen der Erwachsenen entstehen ja viele Fragen, wenn man über Politik und geschichtliche Hintergründe spricht.

        Gerade die deutsche Geschichte finde ich ein echtes Problemthema, weil das erst in der 10. Klasse wirklich unterrichtet wird. Für mich viel zu spät, die Kinder müssen sich viel früher damit auseinandersetzen. Mit 16 haben doch schon viele Kinder fraglos irgendeinen Quatsch übernommen und setzen sich gar nicht mehr wirklich damit auseinander. Dann noch rechtes Gedankengut herauszubekommen ist sehr schwierig.

        • "Gerade die deutsche Geschichte finde ich ein echtes Problemthema, weil das erst in der 10. Klasse wirklich unterrichtet wird. "
          Also hier in BW beginnt das schon in Klasse 8. In Klasse 9 findet in der Schule meiner Tochter dann auch immer eine Exkursion zu einem ehemaligen KZ statt.

      • Aber wer hindert euch daran mit euren Kindern über neuere deutsche Geschichte zu reden? Warum muss man darauf warten, dass die Schule das (frühestens) in Klasse 8 macht?
        Man muss ja nicht alles erzählen, alle schrecklichen Sachen in Wort und Bild zeigen und benennen.
        Ich finde, Kinder sollten das schon mal irgendwie gehört haben. Sie sollten meiner Meinung nach auch wissen, was in der Welt so passiert. Wir schauen oft gemeinsam Nachrichten oder hören sie im Radio, das sind zwar nicht die für Kinder aufbereiteten, aber wir können ja erklären.... auch wenn vieles für uns selbst unerklärlich ist und wir es nicht verstehen.

        Ich denke, wir sollten unseren Kindern gegenüber ehrlich sein. Prinzipiell. Die Welt ist nicht gut, sie war es auch nie. Es gibt viele verrückte Sachen, die wir nicht erklären können und trotzdem sind sie da. Wenn wir sterben kommen wir nicht in den Himmel, unsere biochemischen Prozesse werden gestoppt und sind nicht wieder "anzuschlaten", es entstehen andere... Jeder hat seinen Platz und seine Aufgabe zu erfüllen.... gerade im Tierreich, wo Insekten dafür sorgen, dass tote Lebewesen zu neuer Nahrung und Grundlage für andere werden. Auch wenn das uns nicht immer mit Glück erfüllt...

        • Mit MEINEN Kindern rede ich selbstverständlich darüber.

          Leider tun das aber nicht alle Eltern, und wenn sie es überhaupt tun, dann nicht unbedingt im Sinne der Menschenrechte.

          Ich habe hier von einem gesellschaftlichen Problem gesprochen, nicht von meinen beiden Kindern.

          • Ich hab das jetzt auch nicht explizit auf dich bezogen, auch wenn ich auf deinen Beitrag antwortete....

            Ich weiß schon, dass du das größer gemeint hast, aber das meiste beginnt ja irgendwie im Kleinen.

            Allerdings gibt es eben auch wieder viele ignorante Erwachsene, die sich weder für Geschichte noch für akteulles Zeigeschehen interessieren und ihren Kindern eben entsprechend nichts oder nicht viel mit auf den Weg geben.

    Ohje...
    Es war glaube ich letztes Jahr in den Osterferien, als mich eine Mail der Klassenlehrerinnen meiner Söhne erreichte - ein Junge aus einer Parallelklasse wurde von seinem Vater umgebracht, danach hat sich der Vater selbst umgebracht. Die Schule hat lange überlegt, ob sie das thematisiert, aber natürlich wussten einige Kinder, was passiert war und bevor die Gerüchteküche überkocht hat man das lieber in geregelten Bahnen verlaufen lassen und die Kinder eben "aufgeklärt".
    Das Gleiche passierte beim Flugzeugabsturz der Germanwingsmaschine oder bei dem LKW von Berlin.

    Wenn du nicht ein Kind hast, welches absolut gar keine Freunde hat und sich in der Pause komplett abschottet, wird es sehr wohl einiges vom Weltgeschehen mitbekommen. Die Frage ist nur, inwieweit es das überhaupt mit dir thematisiert. Du hältst es ja nicht für nötig mit ihm darüber zu reden. Es wird immer Kinder in der Schule geben, die quasi vor dem TV geparkt werden und eben alles mitbekommen.

    Es gibt übrigens spezielle Nachrichten für Kinder.

    Hallo
    Da meine Kinder bisher immer großes Interesse an aktuellen Themen, und auch der Vergangenheit, hatten würde ich schon sagen dass sie generell immer mehr wissen/wussten als der Durchschnitt in ihrem Alter. Das ist mir persönlich auch wichtig und hätte es von ihrerer Seite aus kein großes Interesse gegeben hätte ich sicher einiges von mir aus alters/entwicklungsgerecht angesprochen.

    Wir hatten gestern zum zweiten mal nach Manchester die Situation dass wir jemand der sich in dem Gebiet aufhielt nicht sofort erreichen konnte. Das haben auch 4 Kinder mehr oder weniger mitbekommen. Alle im ähnlichen Alter, die Reaktionen waren aber komplett unterschiedlich. Komplettes Verheimlichen wäre meiner Ansicht nach aber bei allen das falsche gewesen.
    Dass über sowas in der Schule geredet wird finde ich generell völlig ok. Die Schule sollte aber nicht komplett in der Position der Aufklärer stecken finde ich, das ist für mich primär Sache der Eltern.

    LG

    Dass nicht alles Friede Freude Eierkuchen ist, weiß mein Kind längst.
    Bewusst abschotten? nein. Bewusst damit konfrontieren? nein.

    Ich selbst höre keine Nachrichten, schaue mir keine Nachrichten an, weil mir das zu viel geworden ist.

    Manchester ist an mir vorbei gegangen und ich habe eben nur in diesem Beitrag einen Hinweis bekommen.

    Wenn mich etwas interessiert oder ich in meinem Umfeld mitbekomme, dann lese ich nach.

    Wenn mein Kind mich auf Themen anspricht, informiere ich mich, antworte auf Fragen. Eine Mischung aus Aufklärung, Betrachtung mehrerer Seiten und Herausnahme von Panik.

    Dazu nehmen wir auch Kinderzeitschriften, die sich mit Nachrichten befassen dazu.

    Es ist schlimm was passiert. In Panik zu verfallen und keinen klaren Kopf u behalten, macht es u.U. schlimmer. Nicht die Nachricht an sich, sondern die Folgen. Je nach Situation.

    Mir ist wichtig, dass mein Kind jederzeit zu mir kommen und fragen kann.
    Manches wird in der Schule thematisiert, manches durch Mitschüler aufgeschnappt.

    Damit kann mein Kind jederzeit (auch nachts, wenn Bedarf besteht) zu mir kommen. Nachts, wenn gelegentlich was in Alpträumen verarbeitet wird.

    Angst/Sorgen zu haben ist ok, allerdings sollte die Angst nicht das Leben bestimmen

    (14) 05.06.17 - 08:36

    Meine Kleinste (3) ist noch zu jung.

    Meine anderen beiden Kinder (5,7) sind ja nicht taub und blind. Ab und an wird im Fernsehen was eingeblendet. Oder aber läuft bei uns permanent Radio. Da bleibt es Bj. bt aus, dass sie einiges mitbekommen.

    Vor allem meine Älteste ist sehr sensibel und fragt viel nach. Da bin ich dann gefragt.

    Hallo,

    unsere Jungs (11 und 6) sind sehr interessiert am Weltgeschehen, sehen regelmäßig mit uns Nachrichten oder für sich auch mal Logo. Der Große liest täglich Zeitung und holt sich seine Infos aus dem Internet.
    Wir besprechen alles gemeinsam, sie haben natürlich oft Fragen, für die wir selbstverständlich immer zur Verfügung stehen.

    Von Abschotten halte ich nichts, was nicht heißt, dass ich die Jungs täglich mit Schreckensbildern aus Kriegregionen konfrontiere. Aber mir ist es lieber, sie sind gut und umfassend informiert, als dass sie irgendwo Halbwissen aufschnappen.

    LG

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