Sohn 9 fährt ins Schullandheim, Vater hat Ängste!?

    • (1) 19.06.17 - 09:07

      Hallo, ich habe folgendes "Problem" und würde gerne eure Meinung erfahren. Mein Sohn 9 Jahr fähr nächste Woche mit seiner Klasse ins Schullandheim auf einen Berggasthof nach Österreich. Ich habe schon seit Wochen Bauchschmerzen, wenn ich mir Vorstelle, dass ich 1 Woche nichts von ihm hören werde. Laut der Schule sind keine Handys, Anrufe etc. erlaubt. Ich zeige ihm meine Ängste natürlich nicht, sondern sage ihm noch wie toll das wird (Fackelwanderung, selber Butter machen etc..) er freut sich auch schon darauf. Ich bin leider ein sehr ängstlicher Vater und male mir allemöglichen Sachen aus.

      Habt ihr einen Tipp oder Erfahrung wie ich die Woche rumbringe ;)

      • (2) 19.06.17 - 09:12

        Hi,

        sicherlich wird es merkwürdig sein ABER wenn was passiert, ruft die Lehrerin an.
        Kinder, die ein Handy dabei haben und daheim anrufen, leiden oftmals mehr unter Heimweh, daher ist auch das Handyverbot da und damit sie nicht stundenlang damit herum spielen.

        Lass ihm den Spaß, er wird ein Stück erwachsener nach Hause kommen und nur noch erzählen, wie toll alles war.

        LG
        LIsa

        (3) 19.06.17 - 09:25

        Hallo,
        mein Junior (6Jahre kommt dieses Jahr zur Schule) ist auf Kitafahrt für 5 Tage. Klar ist es ein komisches Gefühl AAABER er wird es genießen auch die selbständigkeit. Trau ihm zu dass er Spaß hat und es schafft und wie schon gesagt wurde. Kein Anruf ist ein gutes Zeichen.
        Es gehört zum Prozess des loslösens einfach dazu.
        Zur Ablenkung kann ich empfehlen ein spannendes Buch zu lesen oder wenn es dir liegt dich sportlich zu betätigen (Laufen gehen etc.)
        Wichtig ist dass du dir aufgaben suchst und nicht da sitzt und dir bilder malst was gerade sein könnte.
        beste grüße

        (4) 19.06.17 - 10:49

        Hallo.

        >>> Ich bin leider ein sehr ängstlicher Vater und male mir allemöglichen Sachen aus. <<<

        Dann mach' ne Therapie ... Deine irrationalen Ängste wirst Du nicht komplett von Deinem Sohn fernhalten können (jetzt ist es nur Österreich, was passiert mit Dir, wenn es mal in ein anderes Ausland geht, wenn Du ihn dann überhaupt lassen würdest) ... und diese werden Deinen Sohn verunsichern und in seiner Entfaltung behindern ... mal abgesehen von Möglichkeiten und Chancen, die ihm entgehen, weil er Rücksicht auf seinen Vater nehmen will.

        LG

        • (5) 20.06.17 - 09:53

          Das nenn ich mal mit Kanonen auf Spatzen schießen!

          Ich finde es völlig normal, wenn Eltern Ängste haben, wenn sie anfangen, die Kontrolle zu verlieren, auch sich auszumalen, was da alles passieren könnte, ist völlig im grünen Bereich.

          Was nicht ok wäre, das Kind damit so auszubremsen, dass alles verboten wird. Das macht der TE ja nun wirklich nicht.

          Ich bin eine ängstliche Mama, und ich hasse es, wenn meine Kinder nicht bei mir sind. Wenn man damit vernünftig umgeht (die Kinder trotzdem machen lässt, offen damit umgeht und den Kindern sagt, dass das MEIN Problem ist und nicht ihres), dann nimmt die Entwicklung da garantiert keinen SChaden. Da ist so manche Gleichgültigkeit, die Eltern an den TAg legen, viel, viel schädlicher!

          Übrigens: Trotz meiner Ängste und Sorgen ist meine Große (9) schon vor zwei Jahren eine Woche ohne mich weggefahren (für mich eine wirklich miese Woche, aber auch das geht vorbei), tut es dieses Jahr auch wieder. Und wenn sie wieder mal mit etwas Neuem kommt, das sie machen will, dann weiß sie schon, dass ich mir erst mal Sorgen mache, sie aber nicht aufhalten werde und auch sehr stolz auf sie bin, wie selbständig sie ist! Damit kann sie ganz wunderbar umgehen, weil sie weiß, dass das MEIN Problem ist und nicht IHRs.

          Man muss also nicht gleich eine Therapie machen, nur weil man sich Sorgen macht. Es gibt viele Menschen, die das tun, aber trotzdem ganz gesund damit umgehen können.

          Und wie gesagt: Lieber Eltern, die sich sorgen als Eltern, denen scheinbar alles egal ist.

          • (6) 20.06.17 - 09:57

            >>> Da ist so manche Gleichgültigkeit, die Eltern an den TAg legen, viel, viel schädlicher! (...) Und wie gesagt: Lieber Eltern, die sich sorgen als Eltern, denen scheinbar alles egal ist. <<<

            Totschlagargumente sind eine eher suboptimale Diskussionsgrundlage ... schlimmer geht nämlich immer ...

            ... und zum Glück gibt es zwischen Überbehütung & pathologische Sorge und einer Scheißegal-Haltung gibt es ja noch eine Menge dazwischen.

            • (7) 20.06.17 - 10:02

              Genau. Und da der Vater seinen Sohn offenbar nicht ausbremst, fand ich Deine Antwort massiv übertrieben!

              • (8) 20.06.17 - 10:08

                Fand ich nicht ... ist doch gut zu wissen, wie man(n) auf andere wirkt ... dann kann man das entsprechend für sich bearbeiten ... ob nun mit oder ohne Therapeut ist dann erst einmal zweitrangig.

                LG

      Freue dich doch einfach für deinen Sohn.
      Er ist mit seinen Freunden unterwegs und trotzdem gut behütet durch die Lehrer.

      Klassenfahrten sind doch die schönsten und aufregendsten Zeiten in dem Alter.

      Wenn du nichts hörst, geht es ihm gut und er hat Spaß.

      Du solltest tatsächlich mal über eine Behandlung nachdenken. Gesund sind deine überaus ängstlichen Gedanken nicht.
      Gruß

      • Vielen Dank für eure Infos, ich freue mich ja auch für ihn. Ich erzhäle ihm ja auch wie toll das zu meiner Zeit war, welche Streiche wir gespielt haben usw. ist ja alles ein riesen Abenteuer. Wie gesagt ich versuche mir wirklich nichts anzumerken und pushe ihn. Leider war ich schon immer sehr sensibel auch zu meiner Kindheit, jetzt als Vater wird es natürlich nicht einfacher. Wie handhabt ihr denn das mit euren Ängsten? Wenn eure kleinen alleine unterwegs sind, von der Schule nach Hause laufen usw.?

        Gestern war wieder so ein Beispiel welches mich eine Menge Nerven gekostet hat. Unsere Söhne 6 und 9 waren auf einem Geburtstag eingeladen, dieser war in einem Bowlingcenter ca. 20 Min. mit dem Auto von uns entfernt (Eltern des Geburtstagskind haben sie mitgenommen). Auf der Einladung stand die Feier geht bis 18 Uhr um 20 Uhr waren die Kinder noch immer nicht zurück. Ich bin wieder tausend Tode gestorben, stand im Kinderzimmer und habe dann furchtbare Gedanken, schaue im Staumelder ob es in der Nähe Unfälle gab usw...

        Vieleicht helfen mir euere Tipps

        • Also, wenn die Feier bis 18.00h geplant war, hätte ich um 18.30h mal per SMS oder so nachgefragt.
          Bei 2 Stunden Verspätung klickt vermutlich jeder aus.Das kann ja vermieden werden durch nachfragen.

          Generell habe ich vertrauen in meinen Sohn und akzeptierte die Tatsache, dass er groß genug ist um einige Wege (zum Spielen, zum Hobby etc.) auch ohne mich zu gehen.
          Es macht mich auch stolz, diese Selbstständigkeit zu beobachten.

          Wie gesagt, vielleicht brauchst du ein Coaching um damit besser klar zu kommen.
          Gruß

          Bevor ich tausend Tode sterbe, hätte ich um 19 Uhr mal angerufen, ob alles ok ist oder Hilfe gebraucht wird.

          Meine Große hat ein Handy dabei, wenn sie unterwegs ist. Und sie meldet mir, wenn sie den Ort wechselt. Naja, zumindest anfangs hat sie es gemacht, jetzt lässt das nach. Sie ist übrigens auch 9 Jahre alt und meine Kleine 6.

          Ich denke, Du gibst der Angst zu viel nach, indem Du Dich reinsteigerst. Lieber ein Anruf, wenn Du unruhig wirst als sich 2 Stunden lang kirre zu machen und nach Unfällen zu forsten.

          Meine Große hat mich auch schon auf einem Schulweg von 15 Minuten über eine Stunde lang warten lassen. Schön ist das nicht, aber für mich gibts da nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich versuche, Vertrauen zu haben (das übe ich mit den Kindern permanent) oder - wenn ich einen miesen Tag habe - ich rufe an und frag, was los ist. Was ich nicht (mehr) mache ist, mich reinzusteigern und die Sache damit größer zu machen als sie ist.

          Wie oben schon geschrieben: Meine Töchter kennen MEINE Ängste. Verheimlichen ist witzlos, weil sie mich wirklich gut kennen. Also habe ich ihnen von Anfang an beigebracht, die Ängste bei mir zu lassen und sie nicht für sich selbst zu übernehmen. Mama ist so, weil Mama es in der Kindheit nicht immer ganz leicht hatte. Kind ist anders. Mama ist stolz auf das tolle Kind. Funktioniert für uns ganz wunderbar.

          (15) 26.06.17 - 20:37

          Hallo,

          zu viele Ängste sind sicherlich nicht förderlich. Aber dennoch gehöre ich zu den Müttern, die ihre Kinder eher überbehüten.

          Ich höre prinzipiell auf mein Bauchgefühl. Gruppenreisen habe ich als Kind selbst nicht gemocht und ja, sie waren auch manchmal nicht risikoarm (habe es aber wohl überlebt :).

          Für mich ist in erster Linie wichtig, wer als Betreuung mitgeht und wo es stattfindet. Wenn ich das in Ordnung finde, dürfen meine Kinder mit, ansonsten nicht. Danach kann ich mit der Entscheidung gut leben, auch wenn sie mitgefahren sind.

          Blöd finde ich, wenn man keine Infos bekommt und nur im Notfall über das Wohl des Kindes informiert wird.

          Bei der Geburtstagsfeier hätten wir wahrscheinlich unser Kind selbst abgeholt.

          LG

          Carola

    (16) 19.06.17 - 12:00

    ...du machst bereits alles richtig: Ihn hingehen lassen, deine Ängste für dich behalten, Spass wünschen. Red mit ihm (nicht unmittelbar vor dem Lager) nochmals über Abgrenzen und Gruppendruck - und mehr kannst du nicht tun.

    Als meine Tochter (8) gerade das erste mal ins Cevilager (sowas wie Pfadi) ging, war ich auch nervös. Sie war noch nie so lange weg, es war im Zelt, es war kalt und regnerisch, der Rucksack musste selber getragen werden (also hat man wenig Ersatzkleider), die Leiter sind auch erst 16 Jahre alt....

    Nachts habe ich das Fenster offen gelassen und habe auf den Regen gehört und mir ausgemahlt, dass die Kids nass werden... und..... das sind meine Sorgen. Die gehen das Kind nichts an.

    Es kam zurück, war dreckig, stank, war glücklich und konnte sich im Traum nicht vorstellen, dass ich mir Sorgen machte. Somit... komm irgendwie damit klar. Du erziehst dein Kind (hoffentlich) täglich zu einem selbständigen, selbstbestimmten, emphatischen Menschen der sich einfügen und rücksichtnehmen kann. Somit wirds laufen.

    (17) 19.06.17 - 13:43

    Das erste mal ist merkwürdig.
    Auch wenn Handys sinnvollerweise verboten sind: wenn es nicht anders geht, dürfen manche Kinder in Absprache mit dem Lehrer mal kurz zu Hause anrufen.

    Für mich galt übrigens: wenn ich nichts höre, geht es meinem Kind gut ;-)
    (erst wenn ich was höre, wird es einen Grund geben)
    Das hat mir die Zeit der Ruhe leichter gemacht, weil Ruhe in der heutigen Zeit, wo ständige Erreichbarkeit normal(stressig) ist, so ungewohnt ist.

    Daher dachte ich mir dann immer wieder. Ich bin einfach erreichbar, aber wenn ich nichts höre, ist alles gut #winke

    Evtl. eine Idee: Postkarten schreiben. Allerdings 1. bringt das auf Zwang nichts, 2. kommen die manchmal später an :-p

    (18) 19.06.17 - 15:50

    Verinnerliche den Spruch: "Keine Nachrichten sind gute Nachrichten!"

    Das musst Du langfristig auf jeden Fall machen, Dein Sohn wird immer älter und auch selbständiger, auch in der Freundeswahl und in der Freizeitgestaltung. Es ist nicht so, dass mit 18 einfach ein Schalter umgelegt wird und dann ist er "erwachsen" - das muss er lernen und üben und er muss die Gelegenheit dazu bekommen. Wenn Du da nicht im Stande bist ein vernünftiges Vertrauensverhältnis aufzubauen, dass er diverse Dinge selbständig klären kann, dass er Risiken selber abschätzen lernen kann, dass er sich in Notsituationen vertrauensvoll und umgehend bei Euch meldet, dass er offen mit Problemen zu Euch kommen kann, .... hemmst Du ihn in seiner Entwicklung.

    (19) 19.06.17 - 18:05

    Wir Eltern müssen lernen loszulassen und zu vertrauen.

    (20) 19.06.17 - 22:55

    Hallo,

    dein Problem nennt sich in der Psychologie "Katastrophisieren". Google das mal. Da bekommst dein Verhalten erklärt und lernst damit umzugehen.

    LG
    Michaela

    Mein Mann ist da auch viel "umsorglicher" als ich, ich bin froh, wenn ich ein paar Tage mal Zeit habe alle Sachen zu der Zeit machen zu können, wenn ich es will....

    Wenn mein guter Gatte sich mal wieder in eine "Gedanken"-Situation reinsteigert, dann frage ich, wie solche Situationen zu seiner Zeit abgelaufen sind. Zum einen stellt er dann fest, dass es eigentlich alles harmlos war und zum anderen wird er durch die Gedanken an seine Kindheitsausflüge immer wieder abgelenkt.

    Sich Sorgen zu machen ist okay, nur man muss auch Realist bleiben.
    An unserer Grundschule fahren die 2. Schuljahre immer zusammen auf Klassenfahrt, das sind jedesmal ca. 70 SuS - da ist vor Ort (Herberge im Wald) noch nie etwas schlimmes (Notarzt etc.) passiert. - so sieht die Realität aus.

    Mach dir schöne Tage, mach Dinge zu denen du sonst nicht kommst, dann habt ihr beide eine schöne Zeit und etwas zu erzählen.

    • Hallo an alle, wollte mal einen kleinen Zwischenstand abgeben. Es ist doch ganz schön schwer für mich, die Woche vergeht garnicht, trotz viel Sport und unserem 2. Sohn (7Jahre), es ist erst Mittwoch und ich vermisse ihn schrecklich. Das man überhaupt nichts hört ist echt schei***e, ich weiss das es ein gutes Zeichen ist, trotzdem ist es nicht schön. Ich habe jede Nacht Albträume... und freue mich soooooo auf Freitag#verliebt#verliebt

      Hilft ja alles nix, muss wohl auch etwas an mir arbeiten, dass ich da nicht so empfindlich bin. Wer weiss was da noch so alles kommt, wenn er mit 16 Jahren sagt er möchte zum Schüleraustausch in die USA ;-)

      • Ich kann dich sooooo gut verstehen. Mir geht es immer genau so. Sobald so ein Ausflug oder schlimmer noch mehrtägige Fahrt bevor steht, geht es mir immer schlechter. Ich male mir Dinge aus und weiß schon vorher wie sehr ich mein Kind vermissen werde in der Zeit.

        Du bist nicht alleine mit deinen Gefühlen.
        Wenn ich mit Bekannten über meine Angst diesbezüglich rede, bekomme ich immer zu hören das ich es doch genießen soll. Das kann ich aber nicht, ich bin in der Zeit dann so angespannt das ich an nichts mehr Freude habe, bis mein geliebtes Kind wieder bei mir ist.

        Ich stehe meinen Kind nicht im Wege und behalte meine Sorgen für mich und ich bin auch mega Stolz auf sie.

        Aber meine verdammte Angst :-(

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