Erfahrungsaustausch gesucht / Unterrichtsausschluss

    • (1) 19.06.17 - 21:47

      Hallo ihr Lieben,

      ich suche Kontakt zu Eltern die Erfahrungen mit Unterrichtsausschluss machen mussten.

      Mein Kind hat eine sozial - emotional Schwäche und hat nun zwei mal kurz hintereinander einen Ausschluss bekommen!

      Gerne per Pn.

      • (2) 19.06.17 - 21:51

        Mein Sohn ist seit seinem 2. Lebensjahr "auffällig" bzw hatte immer Probleme in Kita und kindergarten und nun in der Schule. Er war lange beim Therapeuten, wir haben viel dran gearbeitet und nun auch den Auslöser gefunden.

        Ändert nix dran dass er ca. Einmal im Monat aus der klasse fliegt und ausgeschlossen wird.

        Das ist dann halt so. Verstehe die Lehrer. Was sollen die machen? Er ist nicht händelbar wenn er "seine 5 Minuten" hat.

        • (3) 19.06.17 - 21:56

          Das heißt du musst ihn dann abholen? Und er darf die Schule für ein paar Tage nicht besuchen?

          • (4) 19.06.17 - 22:06

            Ja wir holen ihn ab und im Idealfall darf er am nächsten Tag wieder, sonst lass i h ihn auch daheim.

            Der kindergarten-Ausschluss
            Dauert damals 4 Monate. Bin dann gewechselt.
            Sohn hat die Zeit zuhause wie eine Reha genossen. War nötig.

            Ist auch alles für die Kids so schlimm.

            • (5) 19.06.17 - 22:29

              Ja ich finde auch die Kinder leiden unter der Situation auch extrem.

              4 Monate? *uff
              Darf ich fragen was bei deinem Sohn los ist?

              • (6) 19.06.17 - 22:39

                Mein Sohn ist ein autonomes und nochdazu hochbegabtes Kind mit einem exzellenten IQ.
                Das wissen wir erst seit kurzem.

                Vorher dachte man er habe das ADHS oder ads oder sei einfach unerzogen oder gar psychotisch.

                Er war bei einem grandiosen kindertherapeuten der ihn "erkannt" hat. Testen ließen wir ihn erst später mit knapp 7.
                Vorher hat das ja auch keinen Wert.

                Mein Sohn geht in eine kleine schule, wenig Kinder, keine Brennpunkte, aber inklusion.
                Und ich fordere das jetzt ein.

                Mein Kind braucht einen festen Platz-sonst dreht er durch. Gut. Ich erwarte dass die Lehrerin das so unterstützt.
                Usw...
                Ich fordere für meinen Sohn ein was er braucht um beschulbar zu bleiben.

                Du musst für deinen Sohn stark sein

                • (7) 20.06.17 - 07:22

                  Guten Morgen,

                  ja stark bleiben und kämpfen. Natürlich mache ich das, aber das ist wahnsinnig schwer und wenn die Schule nur dagegen Arbeitet und man im Grunde allein da steht, Ist es wahnsinnig schwierig so viel Kraft aufzubringen.

                  Macht deine / eure Schule denn bei den Forderungen / euren Bedingungen Bedingungen mit?

                  Wie machst du das beruflich wenn du deinen Sohn abholen musst bzw sogar ein paar Tage zu Hause bleiben muss?

                  • (8) 20.06.17 - 13:22

                    Mein Mann kann sich seine Arbeitszeit einteilen, die Betreuung ist also kein Problem. Ich bin auch recht flexibel.

                    Meine Erwartungen kommuniziere ich sehr detailliert und genau. Und gerne auch immer wieder.

                    Natürlich müssen die Lehrer in der aktuellen Situation reagieren, das akzeptiere ich auch völlig.

                    Schliesslich können die restlichen Kinder nichts dafür, wenn meines austickt.

                    Was ich nicht akzeptieren kann ist eine Gleichgültigkeit seinen Besonderheiten gegenüber.

                    Den Anforderungen eines blinden Kindes wird Rechnung getragen, denen mit Nachteilsausgleich, einem Kind mit DownSyndrom usw usw

                    Und ich erwarte genau das: die Akzeptanz mit seiner Besonderheit und die Bemühung, damit klar zu kommen. Das heisst auch das über kurz oder lang die Ausflipper seltener werden weil
                    a) das KInd lernt anders mit seinem Druck umzugehen und

                    b) die Lehrer lernen auslösende Situationen zu vermeiden, so dass es gar nicht erst eskaliert

      (9) 19.06.17 - 22:13

      Hallo,

      ich kann nur als Lehrerin (und Mama) dazu schreiben.

      Worum geht es denn konkret und vor allem, in welchem Bundesland?

      LG
      Delfinchen

      • (10) 19.06.17 - 22:32

        Hallo Delfinchen,

        Mein Sohn hat seit Ostern große Probleme. Stört den Unterricht, verweigert die Arbeit, folgt nicht den Anweisungen, große Versagensängste und teils heftige Wutausbrüche.

        Er ist ständig in anderen Klassen, muss in der Pause drinne bleiben usw. Habe das Gefühl die Situation ist so verfahren, dass mein Sohn da gar nicht mehr rauskommt.

        Land ist NDS (Niedersachsen)

        • (11) 19.06.17 - 23:01

          Eure Landes-Regelung kenne ich nicht, in Bayern geht es, einen Schüler auszuschließen, wenn er das Erreichen des Bildungsziels anderer Schüler gefährdet.
          Habt ihr mal einen Schulpsychologen oder Beratungslehrer hinzugezogen?

          Ist dein Sohn über- oder unterfordert?

          Hat die Lehrkraft mal eine Situationsanalyse gemacht, wann dein Kind seine Ausraster bekommt?

          Welche sozial-emotionale Beeinträchtigung hat dein Sohn? Bei uns gibt es fuer Kinder mit Problemen auf diesem Gebiet sogenannte Safe-Klassen.

          LG
          Delfinchen

          • (12) 20.06.17 - 07:17

            Hallo Delfinchen,

            ich schreib dir mal eine Pn.

            (13) 20.06.17 - 14:57

            Hallo,

            Safe-Klassen klingt interessant, wie muss ich mir das vorstellen?

            LG

            • (14) 20.06.17 - 15:50

              Es ist schon lange her, dass ich dort hospitiert habe (werde aber in vier Wochen erneut hospitieren dürfen), daher kopiere ich dir mal einen Auszug einer Internetseite:

              STARTSEITE / SCHULE UND BILDUNG /
              STÜTZ- UND FÖRDERKLASSEN (SFK)
              Schule und Jugendhilfe unter einem Dach:
              In der Stütz- und Förderklasse werden Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter beschult, die auf Grund ihrer gravierenden Verhaltensauffälligkeiten das reguläre Schulangebot sowohl der Förderschule als auch der allgemeinen Schule momentan nicht wahrnehmen können.

              Aufgaben und Ziele
              In einem integrativen pädagogischen System wirken und arbeiten Fachkräfte aus Schule und Jugendhilfe unmittelbar als Partner mit klarer Aufgabenverteilung zusammen.

              Besonderes Merkmal ist, dass in einer Bandbreite von 8.00 bis 16.00 Uhr sowohl Personal der Schule als auch der Jugendhilfe innerhalb der Stütz- und Förderklasse tätig wird.

              Hilfepläne der Jugendhilfe werden mit Förderplänen der Schule strukturell und methodisch vernetzt und in der konkreten Arbeit pädagogisch umgesetzt.

              Ziel ist die Reintegration an eine allgemeine Schule oder Förderschule bzw. ein Übergang in die berufliche Bildung. Dies soll erreicht werden durch:
              Aufbau von Ressourcen und protektiven Faktoren
              Abbau von Verhaltens- und Entwicklungsstörungen
              Konkrete Vernetzung sonderpädagogischer, sozialpädagogischer und therapeutischer Hilfen
              Die Schüler verbleiben in der Regel während der Beschulung innerhalb der Familie. Diese werden durch Elternarbeit, Elterntraining und Beratung im Familiensystem elementar unterstützt.

              LG
              Delfinchen

              • (15) 20.06.17 - 23:19

                Danke für die Informationen. So etwas kannte ich gar nicht. Hier laufen Schüler mit dem Förderschwerpunkt ESE einfach mit, manchmal mit Schulbegleiter. Stichwort: Inklusion. Schulen mit dem Förderschwerpunkt ESE gibt es hier gar nicht (weil jemand auch schrieb, dass es das bei ihm gibt).

                Solche Safe-Klassen an den Schulen finde ich eine gute Sache #pro

                LG

    Wenn seine derzeitige Schule mit ihm überfordert ist, dann würde ich über einen Schulwechsel nachdenken. Es gibt ja auch Schulen mit dem Förderschwerpunkt, emotionale, soziale Entwicklung.

    (17) 20.06.17 - 10:47

    Hallo,

    wir haben das Problem zwar nicht persönlich, kenne es aber von einer Freundin mit einem autistischen Sohn.

    Und weißt Du was?

    In der Klasse sitzen noch mindestens 20 andere Kinder, die etwas lernen möchten.
    Wenn da ein Kind dauernd abgedreht, ist das nicht mehr möglich.
    Das heißt, Du verlangst von mindestens 20 Kindern auf die Besonderheiten Deines Sohnes Rücksicht zu nehmen!

    Diese anderen Kinder können nichts dafür, dass irgendwelche Politiker sich diesen realitätsfernen Inklusions-Mist ausgedacht haben.

    Die Lehrer haben keine sonderpädagogische Ausbildung, sollen aber Kinder, wie Deinen Sohn in den Griff bekommen, während sie gleichzeitig einem lernbehinderten Kind helfen, einem Flüchtlingskind die Sache nochmal in ganz einfachem Deutsch erklären und die 20 anderen Kinder differenziert an dem Punkt abholen, an dem sie stehen.
    Ganz einfach, oder?

    Schick' Deinen Sohn auf eine Förderschule mit passendem Schwerpunkt, oder sieh' zumindest zu, dass er einen Schulbegleiter bekommt.

    Der Sohn (12) unserer Freundin ist mittlerweile von zwei Schulen geflogen, weil er einfach nicht tragbar ist. Die Mutter sieht das mittlerweile auch so.
    Ein Schulbegleiter wird für ihn leider nur wenige Stunden bewilligt, was nicht reicht, und die Förderschule für Autisten wurde in ihrer Gegend geschlossen, weil es ja Inklusion gibt...
    Der Junge wird jetzt stundenweise zu Hause unterrichtet, teilweise von einem Lehrer, teilweise von der Mutter selbst.

    So schwierig es mit solchen Kindern für die Eltern ist, kann es auch nicht die Lösung sein, dass alle anderen unter ihnen leiden müssen.

    LG

    Heike

    • (18) 20.06.17 - 12:32

      Die TE hat absolut neutral nach konkreten Erfahrungen gefragt und nicht nach einem persönlichen Standpunkt zum Thema Inklusion.

      Außerdem gibt es keine Veranlassung ihr Vorhaltungen zu machen. Du kennst die Hintergründe nicht und kannst nicht beurteilen, ob die TE in das von dir skizzierte Bild passt.

(19) 20.06.17 - 12:51

Ich kann dir leider nicht weiterhelfen, habe aber in den Klassen meiner Kinder immer wieder Kinder mit emotional-sozialen Störungen erlebt.
Mit einem dieser "grauenvollen, unzumutbaren" Jungen, war meine Tochter in der GS befreundet.
Er war häufiger bei uns,.
Alleine war er ein Goldschatz, beim Kindergeburtstag nicht zu ertragen.

Die Lehrerin war mit ihm überfordert und er fühlte sich ständig von ihr provoziert.
Der Junge brauchte einfach sehr viel Aufnerksamkeit , Bestätigung und vor allem Herausforderung ( er hatte schon in der Vorschule die ersten Harry Potter Bände gelesen und mathematisch hätte er die Grundschule nicht gebraucht).

Die Lehrerin war nicht bereit ihm zu geben, was er brauchte oder konnte es nicht.Sie wollte ihn nur noch loswerden.
Die Mutter hatte sich dann für einen Schulwechsel entschieden.

Neulich, unsere Kinder sind mittlerweile 13 Jahre alt, habe ich die Familie wiedergetroffen.
Der Junge hat sich großartig entwickelt!
Er ist nun im Schulsprecherteam und dort sehr engagiert.:-)

Top Diskussionen anzeigen