Frage an alle, die ein Instrument spielen

    • (1) 20.06.17 - 20:04

      Hallo,

      meine Tochter (8 Jahre alt) spielt seit ca. einem Jahr Geige. Es war ihr eigener Wunsch, dieses Instrument zu erlernen. Wir haben ihr das ermöglicht, nachdem sie ca. ein Jahr lang immer wieder diesen Wunsch äußerte.

      Die anfängliche Euphorie war schnell verflogen, das Geige spielen macht ihr nur noch mäßig Spaß. An das Üben muss ich sie täglich erinnern und täglich gibt es Tränen, weil sie nicht üben möchte.

      Allerdings möchte sie das Instrument nicht aufgeben und sie spielt auch nicht schlecht, dafür, dass sie erst in diesem Schuljahr damit angefangen hat. Die Lehrerin ist zufrieden mit ihrer Leistung und selbst die Nachbarn haben sie dafür gelobt, dass man die Lieder sogar erkennt, die sie übt ;-).

      Ich bin zunehmend genervt von den Diskussionen, die ich mit meiner Tochter habe. Sie will verhandeln, ob überhaupt und wenn, wie lange sie üben soll #augen . Die Lehrerin sagt, täglich wenigstens 5 Minuten üben, aber das ist meiner Tochter schon zuviel.

      Ich habe meiner Tochter gesagt, dass sie auf ihrem Wunsch hin Geige spielt und dass sie auch aufhören kann, wenn es für sie so eine Qual ist. Das möchte sie aber auf keinen Fall!

      Nun meine Frage an euch: kennt ihr das so von euch oder euren Kindern? Soll ich sie eher motivieren, dranzubleiben oder ein "Machtwort" sprechen und die Sache abbrechen?

      Ich würde es begrüßen, wenn sie weitermacht, aber nicht auf Teufel komm raus!

      Viele Grüße,

      ez

      • Naja, mit Qual zwingen bringt auch ja nichts.

        Hallo,
        ich kenne das....beide Söhne spielen ihre Instrumente. Der Kleine hat aber auch nicht immer Lust zu üben und wenn mir sein Gemecker zu viel wird, lassen wir es sein. Wenn sein Lehrer nämlich merkt, dass er nicht oder zu wenig geübt hat, bekommt unser Sohn von seinem Lehrer eine klare Ansage, dass er mehr üben soll. Das zieht nämlich mehr, als wenn Mama meckert, das nicht geübt wird. Wenn dem Lehrer das nämlich auffällt, ist das peinlich....
        Vielleicht wäre das einen Versuch wert? Sie einfach beider Lehrerin auflaufen zu lassen?
        LG
        Elsa01

        Ich diskutier da gar nicht lange.

        Meine Tochter hat Gitarrenunterricht. Die Aufteilung ist klar: Ich zahle, sie übt.

        Wenn sie nicht üben will, dann sage ich ein Mal: Du übst nicht, ich zahle nicht. Fertig.

        Bis jetzt hat sie dann immer geübt, weil sie gerne spielt.

        Ich muss aber dazu sagen, dass es mir reicht, wenn sie jeden zweiten Tag übt. Damit ist auch unser Lehrer zufrieden.

        • Ist das (wie würde man heute sagen) "pädagogisch sinnig"?
          Einem Kind die Pistole auf die Brust zu setzen und zu drohen, weil es mal nicht üben möchte?

          • Das ist mir völlig egal, ob das "pädagogisch sinnig" ist (wobei ich schon finde, dass es Sinn macht). Ich zahle nur unter der Bedingung, dass sie auch etwas dazu beiträgt. Das ist für eine 9jährige ganz problemlos zu verstehen und nachzuvollziehen.

            • Ich finde das für eine reife Neunjährige durchaus pädagogisch sinnvoll.
              Außer natürlich man hat Geld wie Heu, dann brauchen Kinder gewisse Zusammenhänge einfach nicht zu wissen.

              • Aber wäre es auch bei "Geld wie Heu" nicht schön, wenn die Kinder nicht alles selbstverständlich in den Allerwertesten geschoben bekämen, sondern lernen würden, dass man für eine Leistung auch eine Gegenleistung erbringen kann?

                Ich finde, es ist ein Privileg, (Gitarren-)Unterricht haben zu dürfen. Privilegien darf man sich - meiner Meinung nach - auch verdienen, unabhängig vom elterlichen Einkommen.

                Allerdings erlebe ich seltsamerweise gerade bei denen, die am wenigsten haben (Hartz 4) oft, dass sie es für selbstverständlich halten, dass sie permanent irgendetwas erhalten, ohne eine Gegenleistung zu bringen, nicht bei den Gutsituierten.

            Ich bin nur verwundert, weil du doch eher der Typ bist, der meistens gleich von „unnormal“ spricht und angibst eine langjährige Pädagogin zu sein. Jetzt von "ist mir egal, ob das pädagogisch sinnvoll ist" finde ich verwunderlich...

            Ich kenne bisher hauptsächlich Aussagen von dir, die in diese Richtung gehen würden: „Es ist nicht normal, dass ein Kind auf einmal nicht mehr üben möchte. Das muss einen Grund haben. Und diesen gilt es zu ergründen. Mit der Brechstange kommt man so gar nicht an den wahren Grund.“

            • Erstens habe ich Dir geschrieben, dass ich es sehr wohl sinnig finde und zweitens bin ich zu Hause Mutter und nicht Pädagogin. Da darf auch mal etwas nicht pädagogisch wertvoll sein.

              Ansonsten: Schön, dass ich Dich auch mal überraschen konnte.
              Ich ziehe halt meine Grenzen, wo ich finde, dass Verhalten gelenkt werden muss und wo man auch einfach mal dem Kind überlassen kann, seine Entscheidung zu treffen.
              Es wäre für die Entwicklung meiner Tochter nämlich nicht schädlich, wenn sie das Gitarrespielen aufgeben würde. Im Gegensatz z.B. zu Gewaltausbrüchen oder solchen Sachen, wo man meiner Meinung nach UNBEDINGT ergründen muss, was dazu geführt hat, damit man als Mutter gegensteuern kann.

              Jetzt etwas klarer für Dich?

              • >>...und zweitens bin ich zu Hause Mutter und nicht Pädagogin. Da darf auch mal etwas nicht pädagogisch wertvoll sein.<<

                Legt man dann die "Pädagogin" daheim einfach zur Seite? #kratz

                Aber ja, danke dir. Es ist mir jetzt schon einiges klarer geworden durch deine Beiträge :-)

                • Ja natürlich.

                  Ein Buchhalter wird zu Hause wahrscheinlich auch nicht akribisch alle Belege für irgendeinen Mist sammeln und einheften.

                  Du hast wirklich seltsame Phantasien...

                  • Wenn für dich das für dich nur ein Job ist, dann sicherlich nicht. Wenn ich von etwas überzeugt bin und es mit Leidenschaft mache, dann schon.

                    • Meine Kinder profitieren natürlich davon, dass ich einiges Nützliches an Wissen angesammelt habe. Aber sie möchten dann doch zu Hause lieber eine Mama als eine weitere Pädagogin in ihrem Leben. Dass Du den Unterschied nicht nachvollziehen kannst, kann man Dir nicht vorwerfen, aber auch und GERADE eine Pädagogin, die ihren Job liebt und gerne macht, wahrt (oder bemüht sich zumindest um) professionelle Distanz. Bei einer Mutter ist das ganz und gar nicht angesagt.

        (15) 22.06.17 - 07:46

        Das ist doch keine Drohung.

        Kind will Leistung von den Eltern (bezahlen) und soll dafür eine Gegenleistung erbringen (üben). Ganz normaler Zusammenhang im Leben. Von nichts kommt nichts. Können normal entwickelte Schulkinder begreifen.

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