Hamster stirbt - 6jährige kümmert das nicht wirklich

Ist das normal?

Anmelden und Abstimmen
    • (1) 22.06.17 - 18:48

      Hallo!

      Heute ist unser (sehr alter) Hamster gestorben, es war schon seit ein paar Tagen abzusehen, wir haben ihn im Garten beerdigt.

      Meine 6jährige Tochter hat gar nicht geweint und sich dem Tod relativ gleichgültig gegenüber gezeigt. Sie meinte nur total abgebrüht, wir bräuchten jetzt ein neues Haustier.
      Ok, sie hat manchmal tagelang gar nicht mit ihm gespielt schon allein durch den Schlafrythmus bedingt. Aber ist doch trotzdem komisch, oder? Sie sagt, sie mochte ihn gerne, aber super traurig wäre sie nicht.

      LG, Brilli

      • Finde ich nicht ungewöhnlich. Man hat ja nicht zu jedem Tier ein inniges Verhältnis bloß weil es im gleichen Haushalt ist...um es mal etwas abgekühlt zu sagen. Als Kind war der Tod vom Familienkanninchen für mich z.B. bei weitem nicht so schlimm wie der Tod vom Wellensittich... zu dem hatte ich einfach einen anderen Bezug.

        LG :-)

        Ich denke, der bezug zu den Tier hat gefehlt.
        Als unser erster Hase gestorben ist war ich 7 und unendlich traurig...

        Ich hab geschluchzt wie eine Irre, als unsere Susi (Meerschweinchen) gestorben ist. Da war ich 5 oder so. Bei meinem ersten Hamster mit 9 hab ich auch geflennt.

      • Hallo!

        Es war einfach das falsche Tier für eine Familie mit Kindern, Deine Tochter hat den Hamster doch sowieso oft tagelang nicht gesehen, und so wirklich ein Streicheltier ist ein Hamster ja nun auch nicht. und bitte auch kein Spielzeug.

        Deine Tochter ist zu klein um einen echten Bezug zu einem Tier zu haben, dass sie sowieso nur zwei mal pro Woche sieht und da auch eher wenig mit anfangen kann. Wäre es ein Hund oder eine Katze, wo echte tägliche Interaktion statt findet, auch eine Reaktion zurück kommt, sähe es anders aus.

        Beim nächsten Haustier: achte drauf, dass Bedürfnisse des Tieres und des Kindes zusammen passen. Das fängt bei den Aktivitätszeiten an, Nachaktive Tiere für Kinder sind nun echt dämlich von der Wahl. Dann geht es weiter mit den Bedürfnissen nach Kontakt - auch Meerschweinchen und Kaninchen sind eher keine Streicheltiere, sondern eher was zum beobachten und vielleicht aus der Hand füttern, aber finden es jetzt nicht so prickelnd, festgehalten zu werden. Katzen und Hunde dagegen lassen sich sehr gerne streicheln und fordern das sogar ein. Farbratten und Rennmäuse klettern gerne auf ihren Menschen herum, da entsteht auch wieder mehr Bezug zu den Tieren - Achtung, sie leben in sozialen Gruppen und sollten nicht einzeln gehalten werden, das muss man beachten.

        Jüngere Kinder sind oft sehr pragmatisch und interpretieren keine solchen Gefühlsberge in Tiere rein wie größere Kinder oder Erwachsene. Wäre es ein Hund gewesen, mit dem sie jeden Tag geknuddelt oder gespielt hat, sähe es wahrscheinlich anders aus. Aber ein Hamster? Absolut kein Knuddeltier oder tierischer Freund. Sie ist deswegen ganz sicher nicht gefühlskalt. LG Moni

      Ich kann das so nicht bestätigen das sie zu klein wäre um das mitzubekommen. Meine Tochter war 5 als unser Hamster starb und sie weinte bitterlich um dieses kleine Tier. Sie hatte ihn trotz das er nicht den ganzen Tag gestreichelt werden wollte ins Herz geschlossen. Ich denke das es einfach eher der Bezug zum Tier ist. Die Einen können sich dafür begeistern und Andere eben nicht. Wenn mein Kind angenommen eine Schlange hätte und die würde sterben, wärs mir genauso gleichgültig... Also ich schätze die Reaktion deines Kindes ist genauso normal wie die Reaktion meiner Tochter die ihren Hamster eben geliebt hatte. LG

      Hallo,

      wir haben letzten eine Amsel von der Strasse gesammelt, die mit einem Auto zusammen gestossen war.
      Leider konnte der Tierarzt ihr nicht mehr helfen und musste sie einschläfern.
      Unser Sohn (7) hat an dem Tag richtig schlimm geweint, obwohl er nun wirklich null Bezug zu dem Vogel hatte.
      Die Große (10) war auch ganz traurig.
      Ich selbst hätte mit 6 ebenfalls schlimm geweint. Ich mochte Vögel schon immer gerne.

      Aber ich denke, es sind einfach nicht alle Menschen tierlieb, auch nicht alle Kinder.
      Manche haben keinen großen Bezug zu Tieren, erst recht nicht zu welchen, mit denen man nicht viel anfangen kann, wie so einem nachtaktiven Hamster.

      LG

      Heike

      • (10) 23.06.17 - 09:02

        Das hat nichts mit tierlieb zu tun, ich habe alle meine Tiere, die ich bis jetzt hatte, sehr lieb gehabt, bin aber auch eher der pragmatische Typ, wenn das Tier tot ist, ist es eben tot, das einzige Tier, für das ich mal zwei drei Tränchen vergossen habe, ist ein Hund, da war ich beim Einschläfern dabei, wir haben ihn gestreichelt, bis er eingeschlafen ist, das war sehr berührend. Aber ich weine dann da nicht tagelang oder trauere drum, dazu bin ich einfach nicht der Typ. Ich denke nicht, dass ich deshalb gefühlskalt bin, wie gesagt, solange das Tier bei mir ist, habe ich es sehr lieb und kümmere mich gut darum.

        Ist denke ich echt eine Charakterfrage, ich bin auch allgemein nicht so nah am Wasser gebaut...

        • sehe ich absolut genauso.

          Meine Kinder sind auch so drauf. Die retten zwar alles was sich bewegt (von Spinnen und Mücken mal abgesehen), aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Wir hatten schon ewig Tiere zu Hause, Pferde/Rinder/Katzen/Hunde/Kanninchen/Frettchen oder Greife - da gehört der Tod zum Leben dazu.

    Menschen (Kinder) haben von Natur aus, einen unterschiedlichen Bezug zu Tieren und Mitmenschen , nicht umsonst werden Tiere gesetzlich als Ware und nicht als Lebewesen bewertet.
    Bei vielen Kindern, geht das Herz auf, sobald sie Tiere sehen, andere Kinder sehen es eher als lebendes Spielzeug bzw. Spielkumpel. Kumpel kommen und gehen.

    Ich denke, es ist Typsache. Ich kenne Kinder in dem Alter, die tagelang weinen, weil sich der Onkel beim Autounfall ein Bein gebrochen hat (wirklich passiert) und andere juckt es nicht groß, dass der Familienhund gestorben ist (auch passiert). Die Empathie-Fähigkeit ist in dem Alter auch sehr unterschiedlich weit entwickelt. Also dass sie z. B. mit dir mitfühlt und merkt, dass du über den Tod eures Hamsters traurig bist...

    ...das ist nicht so ungewöhnlich und nicht abgebrüht. Sie ist noch zu klein um das "Tod sein" zu begreifen. Sie wusste, dass es passiert, sie waren sich nicht so irsinnig nahe. Sie weiss nur, dass er tot ist. Dass er nie mehr wiederkommt könnte später mal ein Thema werden, vielleicht hat sie ihn aber wirklich bald total vergessen.

    Verwechsle das nicht mit Herzlosigkeit. Und dass sie sogleich ein neues Tier einfordert, ist auch normal. Sie will Ersatz.

    Hätte sie mit ihm wie mit einer Katze oder einem Hund (bei einigen Kids) täglich viel Zeit verbracht, hätte selber auf seine Bedürfnisse reagiert und auch vom Tier Anhänglichkeit erfahren, wäre es komisch. Aber (ich mag Hamster!) Hamster sind nun mal kleine süsse Nager, die von uns Menshcen nicht so viel wollen.

    Dass sie es vorher wusste, kommt noch dazu. Du wist ihr gesagt haben, dass sie nicht traurig sein soll etc. - sie hat das ggf. zu sehr verinnerlicht. Oder sich schon selber damit abgefunden. Kinder können das...

    das war mein Sohn bei der Oma auch nicht..

    krasser Vergleich, aber einfach mal klargemacht, dass das vielleicht grad aktuell überfordert hat ... was er dann alles später gesagt hat, -- und später dann auch traurig war, als er gemerkt hat, dass sie jetzt wirklich weg ist, war dann schon auch u.U. heftig...

    dein kind weiss noch nicht, was verlust bedeutet, - hat ihn vielleicht noch nicht gefühlt... -- das dauert u.U. ....

Top Diskussionen anzeigen