Sportfahrt nach Paris - wie entscheiden?

    • (1) 05.07.17 - 13:48

      Hallo,

      ich bin gerade hin- und hergerissen.

      Vor einer Stunde rief der Trainer der Mannschaft unseres Sohnes (12) an, ob er Lust hätte nach den Ferien mit einer Auswahlmannschaft und reichlich Betreuern nach Paris zu fahren. Bis Ende der Woche muss er allerdings Bescheid geben.

      Mein Mann und ich sind uns einig, dass das bestimmt eine tolle Sache wird. Stadtbesichtigung, Freundschaftsturniere..,. Es sind wirklich einige Kinder dabei, mit denen er viel Zeit auf dem Platz verbringt und die er auch seine Freunde nennen würde.

      Eigentlich ist unser Sohn der Erste, der bei so etwas "hier" schreit. Momentan ist er aber in so einer Null-Bock Phase. Ständig müde und gesundheitlich angeschlagen. Er spricht den ganzen Tag gefühlt drei Wörter: Ja, Nein, Vielleicht....

      Kurz vor den Ferien halt....Nun will er absolut nicht und bringt Argumente, die total an den Haaren herbei gezogen sind.

      Mein Mann meint, wir sollten es einfach über seinen Kopf hinweg entscheiden, weil er sich, wenn er erstmal Ferien hat und etwas erholt ist, sich bestimmt schwarz ärgern wird, dass er nicht mitfährt.

      Ich bin hin- und hergerissen. Wenn er nicht will, würde ich ihn nicht zwingen, aber ich denke auch, dass er es bereuen wird. Das wäre natürlich auch mal eine Möglichkeit ihn auflaufen zu lassen und seine Launenhaftigkeit aufzuzeigen.

      Was meint Ihr?

      • Hallo,
        er ist 12 und kein Kleinkind mehr, er möchte nicht, die Fahrt ist nach (?) den Ferien - ganz klares NEIN. Ich wäre megastinkig, wenn meine Eltern in dem Alter über meinen Kopf entschieden hätten. Das würde ich nichtmal in Erwägung ziehen. Wie kommt ihr auf so eine Idee?
        VG

        • Wie wir auf die Idee kommen, habe ich bereits geschrieben.

          Meine Eltern und auch die meines Mannes haben uns früher gar nicht erst gefragt. Das war dann einfach so. Wir kommen beide aus dem Leistungssport und haben viel gesehen und niemals bereut. Wir waren auch in der Pupertät und haben vieles bereut.

          Wir kennen unseren Sohn und wissen, wie er normalerweise ist. So wie er momentan drauf ist, jedenfalls nicht. Das ist bei ihm jedes Jahr kurz vor den Ferien so, dass man ihn eintüten kann.

          Was ist so schlimm daran, dass man sich als Eltern fragt, ob der Sohn gerade in der Verfassung ist, eine Entscheidung zu fällen, die er wahrscheinlich bereuen wird? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Dinge sind, die das Leben bereichern. Genauso wie jedes Zeltlager etc. Ich würde ihn aber niemals mit Fremden mitschicken....

          Mal abgesehen davon, dass wir das Risiko tragen, wenn er dann wirklich nicht will. Es ist weder so, dass dann ein anderes Kind an die Reihe kommt, noch das irgendeiner einen Nachteil hat. Es kostet dann "einfach" Geld für Zug und Unterkunft.

          Und nein, wir sind keine "Eiskunstlaufeltern" - im Gegenteil.... Aber wir sehen doch, was unserem Kind im Großen und Ganzen gefällt und wie er sonst so auf solche Aktivitäten zu sprechen ist...

          Naja, noch sind die Eltern Erziehungsberechtigt!
          Sorry, wenn dein Kind morgen zu nix mehr Bock hat, wird alles sofort abgesagt....was ist, wenn Familienurlaub geplant ist aber der junge Mann nicht mehr will, dann wird auch lustig storniert?

          Sorry, es ist sein Sport, mit seinen Freunden und Trainer. Die Eltern können sich hier viel besser in das eigene Kind hinein denken....somit müssen sie die Entscheidung m Endeffekt tragen.

          Dieses " das Kind ist alt genug"... sorry, mit 12 Jahren leider noch nicht!

          lg
          lisa

          • Finde ich schon, dass ein Jugendlicher von 12 (!) Jahren entscheiden kann und sollte, ob er ins Trainingslager o.ä. fahren möchte. Da er ganz klar NEIN gesagt hat, wäre das Thema hier zu 100% gegessen. Ich habe nebst weiteren Kids auch eine 12Jährige hier und soviel begleitete Selbstverantwortung trägt sie schon lange.
            Absagen müsste mein Kind selbst und wenn es sich später doch ärgern sollte, ist das so. Sowas ist kein Muss wie ein Zahnarztbesuch.
            VG

            • Es ist ein Kind , Jugendlicher ist man ab 14-18 nur mal so zur Info.

              Sicherlich ist Selbstverantwortung wichtig aber mit 12 Jahren gehe ich davon aus, das er nicht alleine über alles was ansteht entscheiden kann.
              Meine Kinder dürfen von heute auf morgen auch nicht ihre Hobbys/Instrument aufgeben.

              Und ich habe hier noch betont, das die TE ihr Kind am Besten kennt.
              Es gibt Kinder, die muss man Überzeugen oder auch einfach ÄNGSTE nehmen. Paris in einer Gruppe ohne Eltern ist halt nicht die Jugendherberge 2 Std. weiter mit der Klasse.

              Meine Kids wollten eine Turnierserie nicht mitspielen....OK...wir haben uns zusammen gesetzt, diskutiert, Pro und Contra der Kids (11) angehört. Sie haben auch unsere Meinung angehört. Lösung war, sie spielen eines und schauen dann weiter.
              Was soll ich sagen, sie machen jetzt viel mehr Turniere mit, als überhaupt geplant war, weil es Spass macht!!!!
              DAHER, die TE kennt ihr Kind am Besten

              lisa

              • Nur mal so zu deiner Info, Jugendlicher ist man zwischen dem 13. und 21. Lebebsjahr!

                " Jugendliche werden jene Personen bezeichnet, die sich altersmäßig in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein befinden. Grob definiert also jene Personen, die sich zwischen dem 13. und dem 21. Lebensjahr befinden."

                Wenn die TE ihr Kind tatsächlich am besten kennt und ihren Sohn so oder so ohne Umschweife anmeldet, ist die Frage in einem Forum völlig unnötig.

                Ich halte es für übergriffig, die Meinung eines Jugendlichen in so einem Punkt wie einer Auslandsreise komplett zu übergehen - aber jeder wie er meint.

                Thema für mich nun beendet :-). Schönen Abend für dich, vG

          Hallo,

          Aber es geht hier doch darum, dass er keine Lust hat mit ins Trainingslager zu fahren.

          Ich finde es absolut legitim, dass ein 12- jähriger hierzu seine Meinung äußern darf und wenn er keine Lust hat, auch zuhause bleiben kann.

          Ich würde meinen Sohn sicherlich nicht anmelden, wenn ER nicht will.

          Grüße
          sunshine

    Hallo #blume

    erst Mal würde ich versuchen, den Wunsch des Kindes zu respektieren.

    Aber das geht nicht immer.;-) Wenns danach ginge, hätten wir hier schon lange Land unter.

    Aber Du schreibst "Auswahlmannschaft". Gibt es diese Mannschaft schon länger? Was ist der Sinn der Fahrt? Wie lange geht das? Dann würde ich mein Kind tatsächlich mitschicken, wenn er schon länger Teil dieser Gruppe ist.

    Ich habe hier auch ein ähnliches Exemplar mit ähnlichem Wortschatz (manchmal aber auch einem Wörterbuch, je nachdem), sehe aber die Mannschaft als sehr wichtig an. In einer Einzelsportart könnte er das meinetwegen sagen.

    Hätte er dieselbe Situation wie Deiner, würde ich ihn tatsächlich hinschicken. Aber ich kenne Eure näheren Begleitumstände nicht.

    Mir ginge es da weniger um Paris, als um das Team.

    #liebdrueck
    Sanne #sonne

    • Hallo,

      er ist bereits seit fünf Jahren Teil dieses Teams. Noch dazu in einer Randsportart wie Feldhockey.

      Er ist in einem blöden Jahrgang und wird immer wieder mit einigen Jüngeren nach "oben" ausgeliehen. Er würde also mit vier seines Stammteams fahren und würde die "Größeren", bei denen er zwangsläufig immer wieder landet besser kennen lernen - auf privater Ebene und nicht nur Sport.

      Es ist von Freitag bis Sonntag. Also einen Tag länger, als sie sonst unterwegs sind...

      • Wenn er die Sportart ansonsten gerne macht und er das Team kennt, würde ich ihn mitschicken.

        Bei meinem Kind hört dann meist der Widerstand auf. Aber ich kenne mein Kind gut genug, um abschätzen zu können, wo ich drücken und drängeln darf oder manchmal sogar muss, und wo ich es besser lasse.

        Ihr habt ja noch ein paar Tage mit der Entscheidung Zeit.

        #liebdrueck
        Sanne #sonne

Mein Sohn würde es (also die Fahr nach Paris) nicht gefallen, wenn wir ihn gegen seine Entscheidung mitschicken würden.

Also nicht mitfahren lassen und hoffen, dass er sich so richtig ärgert, das gehört auch zum erwachsen werden.....

Ich denke doch, dass ich meinen Sohn hinschicken würde.

Mein Sohn ist 9 und hat generell erstmal auf gar nichts Lust. Wenn er dann dort ist, hat er doch Spaß und sagt jedes Mal, dass er froh ist, dass er hingehen "musste". ;-)

Wenn du sagst, dass dein Sohn generell Spaß an sowas hat und nur IM MOMENT so eine Null-Bock-Phase hat, wird er auch Spaß haben dort. Klingt ja wirklich nur nach einer Laune.

Wenn er es wirklich total mies findet und schlecht gelaunt nach Hause kommt, weißt du, dass er wirklich keine Lust hatte, aber ich denke, das kann man riskieren. ;-)

Wenn er grundsätzlich der Typ ist, der auf soetwas Bock hat und Spaß daran hat, würde ich ihn anmelden.
Schuler dürfen kurz vor den Ferien auch mal die Null Bock auf Nichts Phase haben, deswegen würde ich seine Aussagen aktuell nur begrenzt ernst nehmen.

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