"Bist du besoffen?"

    • (1) 13.07.17 - 16:04

      Hallo,

      diese doch recht nette Aussage traf heute ein Klassenkamerad von Junior gegenüber seiner Klassenlehrerin.

      Ort: Ländliche Grundschule mit vier Klassen, die zweite Klasse

      Grund: Lehrerin unterlief ein Fehler

      Angeregt durch die untere Diskussion bzgl. der Äußerung des Lehrers, mal etwas was sich Lehrer an den Kopf schmeißen lassen dürfen ohne selbstverständlich ein größeres Gewese darum machen zu dürfen, da sie dies natürlich pädagogisch sinnvoll annehmen und lösen können.

      Vielleicht wäre mal eine Sammlung der "freundlichen" Worten gegenüber Lehrer und Erzieher ganz nett, damit man merkt das unsere lieben Kleinen es z.T. Faust dick hinter den Ohren haben.

      Lösungsvorschläge im umgekehrten Fall sind ja immer sehr schnell und z.T. sehr radikal und sofort da, aber wie sollte in solchen Fällen reagiert werden. Würde man hier auch zu einer Anzeige raten?

      LG Reina

      • (2) 13.07.17 - 16:43

        Hi,

        unser Nachbarskind hat bei jeder Zurechtweisung dem Lehrer folgendes an den Kopf geknallt..." das sage ich meinen Vater, der ist Anwalt und wird sie verklagen, dann wissen sie, wer hier Recht hat"....bis zur 6. Klasse geht das schon#klatsch....die Eltern kamen aber auch für jeden Shit in die Schule und haben sich beschwert.

        lg
        lisa

        (3) 13.07.17 - 17:42

        Echt? Ich finde die Äußerung überhaupt nicht schlimm (fand aber auch die umgekehrte Geschichte nicht schlimm). Ich hätte wohl Probeme gehabt, da noch ernst zu bleiben als Lehrerin und nicht zu lachen. Ich hätte wohl geantwortet: "Schön wär's." Oder so. :-p Aber mit Sarkasmus muss man in der 2. Klasse eigentlich noch vorsichtig sein...

        Da gibt es wirklich deutlich schlimmere Ausdrücke (z. B. Schlampe oder so), die ich dann auch nicht tolerieren würde. Ich denke, die Schule hat da schon passende Maßnahmen von einem freundlichen Gespräch bis hin zum schriftlichen Verweis oder Ausschluss vom Unterricht, je nach Wiederholungsfall und Schwere.

        Letztes Jahr 2. (!!) Klasse, Dorfschule:

        "Ich f... Deine Mutter!"

        An mich gerichtet, ich betreue dort gewisse Projekte in der Klasse.
        Der junge Mann ist übergangslos rausgeflogen und durfte sich bei der Direktorin melden, die sich der Sache angenommen hat.
        Leider auch erfolglos, solche Entgleisungen waren bei ihm an der Tagesordnung, auch den Lehrern gegenüber.

        Hat die zweite Klasse zum Glück nicht überstanden und wurde dieses Schuljahr im Klassenverband auch in keiner Weise vermisst. #schein

        LG

        Es war an dich gerichtet? Du scheinst dennoch keine Lehrerin zu sein. Du freust dich, dass der Junge rausgeflogen ist und dass ihn keiner vermisst. Hast du nur eine einzige Sekunde dran gedacht, warum dieses Kind so ist und wie man ihm helfen könnte? Nein, du bist keine Lehrerin.

        • Bei uns haben auch schon etliche Lehrer resigniert und sind nur noch froh, wenn solche Schüler weg sind, wohin auch immer.
          Ich kann es verstehen, lieber habe ich Ruhe in einer Klasse als mich ewig um das psychosoziale Wohl eines Kindes zu bemühen, wo oft genug Hopfen und Malz verloren ist, weil die Eltern einfach nicht mitspielen. Schweinisch, brutal, rücksichtslos zu anderen Kindern. Das kann ein Lehrer nie und nimmer kompensieren oder gar "helfen" - wie denn? Leider gibt es Fälle genug, in denen Sozialromantik fehl am Platz ist. Da geht es nur noch darum, die anderen Kinder vor solchen Einzelfällen zu schützen, BEVOR Schlimmeres passiert.
          Meine Kinder gingen und auch meine Enkelin geht (noch) in eine Schule, wo bis vor einigen Jahren die Polizei ein und ausging.
          Der heutige Direktor ist nicht mehr so lasch wie die früheren - und das ist auch gut so.
          LG Moni

          Nein, ich freue mich nicht, dass der Junge rausgeflogen ist. Ist er auch nicht, er ist sitzen geblieben und geht immer noch auf diese Schule.
          Rausgeflogen ist er nur an diesem Tag aus meiner Stunde. An allen anderen Tagen war er bei mir dabei und ich habe mich sehr intensiv mit dem Kind auseinander gesetzt. Dieses Projekt wird im wöchentlichen Wechsel von insgesamt drei Eltern betreut und ich war die Einzige, zu der dieser Junge überhaupt von der Klassenlehrerin hingeschickt wurde. Den anderen Eltern hat sie es gar nicht erst "zugemutet".
          (Hier an der Schule gehen fast alle Projekte nur noch mit Elternarbeit)

          Und ja, dass das Kind in solchen Verhältnissen aufgewachsen muss, tut mir extrem leid. Mehr als Du ahnst.

          Nach 15 Jahren ehrenamtlicher, sozialer Arbeit auf höchstem Niveau, insbesondere in der Flüchtlingsarbeit, in bildungsfernen Familien und immer jeweils ganz besonders mit Kindern weiß ich aber eben sehr genau, wo die Grenzen erreicht sind. Ich kann da nicht mehr helfen. Da fehlt der familiäre Hintergrund.
          Das Jugendamt arbeitet in der Familie und die Schule gibt echt alles, was in deren Macht steht. Aber ich bin da raus.
          Das war keine einmalige Entgleisung eines Kindes, das einfach nicht wusste, wohin mit sich und all seinen Gefühlen.

          Und ja, ich stehe dazu: In diesem Fall bin ich dann in erster Linie Mutter und keine Ehrenamtliche und als Mutter bin ich froh, dass meine Tochter in ihrer Klasse dieses Kind "los" ist. Genau so!

          • Das ist doch komisch, oder (vielleicht sogar menschlich)?

            Da arbeitest du jahrelang auf höchstem Niveau und versuchst zu vermitteln, Brücken zu bauen, Empathie und Engagement aufzubringen mit vermutlich viel Einsatz.

            Aber sobald man selbst betroffen ist, verschiebt sich der Blickwinkel und jeder ist sich doch wieder selbst der Nächste.

            • du warst noch nicht betroffen.......stimmts? hast du überhaupt ein Kind?

              • Oh je, was für eine Interpretation in meinen Beitrag (Kopfschüttelnd).
                Eigentlich wollte ich nicht antworten, aber es ärgert mich wenn unüberlegte Verurteilungen hingeschmiert werden!

                1. Ich habe die Gedanken von der Userin weder negativ noch positiv bewertet.

                Sondern meine eigenen Gedanken dazu geschrieben.
                2. Ich beziehe mich überhaupt nicht auf das Thema- was Lehrer aushalten/ ausbaden müssen oder nicht.

                3. Wieso glaubst du, dass ich nicht selbst mal in der gleichen Situation war und entsprechende Reaktion gezeigt habe?
                4. Ja, ich habe Kinder.

        Warum müssen Lehrer ausbaden, was Eltern nicht raffen, nicht hin bekommen oder vergeigt habeb???

        Kein Kind wird so gebohren, aber Eltern können es schaffen, das Kinder so werden!!!

        Warum aber solen Lehrer(innen) und andere Kinder ausbaden, was die Eltern fabrizieren?

        • Wenn ich das lese, dann wird mur klar was falsch läuft.

          Eltern erwarten doch tatsächlich wie man aus den Beiträgen herausliest, dass Lehrer, egal wie verkorkst das Kind auch ist, ihr Bestes geben und auch noch versuchen das grade zu biegen was Eltern vermurksen.
          Lehrer sind aber dazu da zu unterrichten und keine Sozialarbeiter oder Psycholigen.
          Das Versagen der Eltern kann niemand kompensieren diese Kinder werden sich immer am Rande der Gesellschaft bewegen ohne Chance auf Teilhabe.

          Das ist wirklich eine sehr liebe Antwort von dir, für Lehrer. Lehrer müssen es ausbaden, weil sie dafür ausgebildet wurden, sich den Job ausgesucht haben und dafür bezahlt werden. Deshalb!

(17) 13.07.17 - 18:21

Hallo,

ich gebe die entsprechenden Antworten - kurz und knapp. Wer weiter diskutieren will, darf das gern in einem Raum tun, indem er die Schulordnung des Landes und die Hausordnung durchliest. Dann kann der Schüler gern weiter diskutieren. Beliebt bei mir sind die Absätze mit den Mitwirkungspflichten der Schüler. Meistens vergeht der Diskussionsbedarf ganz schnell.

LG
Mistel

(18) 13.07.17 - 20:19

2. Schuljahr, letzte Stunde, Mathe. Kompliziert, nur mit Taschenrechner machbar. Freund meines Sohnes klappt sein Heft zu, wirft alles in den Ranzen und marschiert mit einem entschiedenen "Das gab ich mir jetzt lange genug angehört" zur Tür hinaus.

LG, basta.pasta

(19) 13.07.17 - 23:03

Anekdoten oder doch eher ernst?

Mein kleiner Bruder pflegte pünktlich nach der Zeugniskonferrenz seinen Stift zur Seite zu legen und jede Mitarbeit zu verweigern, mit dem Kommentar: " Ich habe jetzt genug geackert, die Noten stehen fest, was wollt ihr noch von mir?"Meisst haben die Lehrer geschmunzelt einmal mussten meine Eltern allerdings zum Gespräch. Mit dem Abi hats doch geklappt und Minimalismus liegt in unserer Familie ????

Ich musste in der Grundschule mal zum Gespräch, weil unser Sonnenschein eine Lehrerin gefragt hatte:"Sind sie so schlecht geschminkt oder hat sie jemand geärgert, weil sie so rote "Backen" haben?" Die Lehrerin trug immer viel Rouge und unsere damalige Klassenlehrerin hat mich mit einem Schmunzeln zu einem netten Gespäch eingeladen. Frei nach dem Motto:"Kindermund tut Wahrheit kund." War mir schon ganz schön peinlich...

Fazit: Mein Bruder legt heute nicht mehr ne Woche vorm Urlaub den Griffel hin und unsere Tochter kann sich am Gymnasium ziemlich gut benehmen ????

(20) 13.07.17 - 23:23

Hallo,
bei einer Kollegin hat sich Folgendes zugetragen.

Schüler vergisst zum xten Mal seine Unterlagen.

Die Lehrerin schreibt nach Hause, dass doch bitte darauf geachtet werden solle, dass die Schultasche vollständig gepackt wird.

Antwort:

Mein Kind kann das nicht, es leider an einem Vergesslichkeitssyndrom. Aber es gibt eben Lehrer, die Ar.... er sind.

Das A-Wort war ausgeschrieben.

LG
Delfinchen

(21) 14.07.17 - 05:02

Wahnsinn!
Hier vergleichst du einen Erwachsenen mit einem Kind.
Dieses in Schutz nehmen von Lehrern die übers Ziel hinaus schießen geht mir echt auf den Nerv.

Beispiel:
Grundschule, zweite Klasse
Wir Mamas stehen vor der Schule um unsere Kinder abzuholen. Es ist Sommer!
Die Fenster der Klassen sind offen, man kann eine der Klassen gut hören da sie sich genau über des Eingangs der Schule befindet.

Es ist ruhig in der Klasse, die Lehrerin fragt die Kinder wohl was ab.
Auf einmal brüllt sie wie eine Irre auf ein Kind "Du Brilleschlange verstehst wohl gar nix?!"

Die "Brilleschlange" war ein sieben Jahre altes Mädchen die sich mit einem Thema schwer tat!
Diese Lehrerin brüllte fröhlich viele Jahre und machte gern Minderheiten fertig. Es wurde alles versucht aber bis zur Rente ging das so.

Nächstes Beispiel:

Grundschule Klasse eins!
Betroffen war meine Tochter!

Die Lehrerin sagte ihr Klipp und Klar dass sie wohl noch besser in den Kindergarten gehört!
Ihr war langweilig, sie hatte ihre Aufgaben erledigt, statt etwas zu malen was mit B beginnt hat sie lauter Beispiele geschrieben da sie das schon konnte.(war auch so abgesprochen)
Grund war für diese Aussage, dass das W nicht schön genug war!

Die Anfeindungen gegen mein Kind gingen mehr als ein Jahr und führten dazu dass meine Tochter traurige Briefe schrieb. Sie führten uns soweit dass wir Hilfe von der Schulpsychologin brauchten.

Wehe Kinder sind selbstbewusst und wehren sich gegen Lehrer und die Beleidigungen dieser.

Mir ist aufgefallen dass gerade Grundschullehrer ihre Macht gegenüber junger Menschen ausüben sowie die Lehrer der unteren Stufen der weiterführenden Schulen.

Ich möchte Klipp und Klar sagen dass das bei weitem nur eine Minderheit von Lehrern ist, jedoch frage ich mich wieviel ein Kind aushalten muss?
Würden sich Erwachsene untereinander so benehmen? dann würde das anders laufen.

Ich kenne persönlich drei Lehrer die mir erzählen welche Unverschämtheiten sie selbst erleben.

Kinder sind auch unmöglich, irgendwie scheint es so zu sein dass mindestens ein Klasseclown vorhanden ist der frech ist, auch gegenüber Lehrern.
Ja, da halten Lehrer ganz schön was aus.

Was die Lehrer aber im Vergleich zu Kindern haben ist eine Ausbildung. Auch Psychologie und Stressbewältigung soweit ich das richtig verstanden habe.
Sie haben einige Jahre mehr Lebenserfahrung, mehr Erfahrung im Umgang mit Menschen, Konfliktlösungen wurden im Studium erarbeitet, sie hatten viele Jahre Zeit sich klar zu werden ob sie diesen Job ausleben wollen.

Kinder lernen von ihren Vorbildern, Lehrer sollten welche sein.

Die Konsequenzen die eine schule nutzen kann wenn Kinder ausfällig werden sind zahlreich.

Die Konsequenzen wenn Lehrer ihre Macht ausüben und teilweise dafür sorgen dass viele Kinder Bauchweh haben wenn sie zur Schule gehen sind gering.

Und ja klar, wenn ein Mensch den anderen beleidigt kann man Anzeige erstatten.
So ist das Gesetz.
Somit könnte der Lehrer auch ein Kind anzeigen. Bringt nur nix.

Jaja.....Lehrer müssen was aushalten, der Job kostet Nerven, der Job den sie freiwillig gewählt haben.
Ich könnte ihn nicht ausüben.

Viele, viele Lehrer schaffen es doch auch ohne rumbrüllen zu unterrichten. Ich würde behaupten die meisten Lehrer die meine Kinder unterrichten sind sehr nett! Sie haben es gar nicht nötig laut zu werden da sie die Kinder mit Respekt behandeln und diesen so auch selbst erfahren.

Warum also sollen Kinder und Eltern dann nicht den Lehrern, die als Erwachsene keinen Respekt kennen, nicht die Grenzen klar machen?

Dieses in Schutz nehmen von armen, armen Lehrern kann ich nicht mehr ertragen!
Wenn denen ihre Arbeit zu anstrengend und nervig ist sollen sie halt umschulen, ganz einfach.

Mona

  • >>Wenn denen ihre Arbeit zu anstrengend und nervig ist sollen sie halt umschulen, ganz einfach.<<
    #augen

    Du sprichst hier selber von einer Minderheit. A*löcher gibt es in jedem Beruf. Das ist ätzend, ja. Aber man muss lernen mit denen klarzukommen.

    In der Konstellation Lehrer - Schüler gibt es sowohl auf der einen Seite, wie auch auf der anderen Seite diese A*löcher. Und ich finde es z. B. ätzend, wenn man Lehrern sagt, sie haben gefälligst alles zu ertragen. Und wenn ihnen das nicht gefällt, können sie doch auch umschulen.

    Hier geht es um Respekt von BEIDEN Seiten. Ja, ein Lehrer ist erwachsen und ein Schüler in der Grundschule nicht. Dennoch muss ich mir nicht von einem 8jährigen ein "Ich f* deine Mutter" gefallen lassen!

    Bald schauen wir alle ganz schön doof aus der Wäsche, wenn diesen Job keiner mehr machen möchte. Weil man sich tagtäglich mit respektlosen Kindern und unverschämten Eltern auseinandersetzen muss. Wie oft muss ich mir von meinen Freunden anhören, dass eine aufgebrachte Mutter mit Anwalt droht, weil sie sich in der Benotung ihrer Tochter ungerecht behandelt fühlt. Da kann man nur den Kopf schütteln #augen

    Und "keine Handhabe" besteht auf beiden Seiten: Das arme Kind, dass nichts gegen die mobbende Lehrerin tun kann. Genauso wenig die arme Lehrerin, die nichts gegen den respektlosen Rüppel tun kann.

    Hier muss ein Umdenken auf BEIDEN Seiten stattfinden.

    • Da gebe ich dir Recht! Es gibt unmögliche Eltern!!!

      Hallo,

      ich sehe es ähnlich, aber der Satz "'keine Handhabe' gilt auf beiden Seiten", stimmt so nicht. Ein Kind wird leichter von Schule zu Schule durchgereicht als ein verbeamteter Lehrer. Ich habe 3x13 Schuljahre mit meinen pflegeleichten Kindern erlebt plus die nicht mehr so leicht zu recherchierende Zeit mit meinem schwierigen Sohn (IQ zwischen 130 und 140, je nach Test. In seinem Fall Teil des Problems). Kinder - eben auch mein Sohn - wurden in der Zeit ohne Wimperzucken durchgereicht, Probleme mit Lehrern erledigten sich ausschließlich durch Pensionierung oder Mutterschutz. Und Probleme mit Kindern wurden tendenziell am staatlichen Gymnasium auch nach sozialem Status der Eltern unterschiedlich gehandhabt. Klar, das ist nicht beweisbar, aber wer sehen kann...

      Das wird sich auch nicht ändern.

      LG, basta.pasta

(25) 14.07.17 - 10:54

Infos zum Thema "Klassenclown" und was dahinter stecken könnte:

http://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/user_upload/DHS_Kindern_von_Suchtkranken_Halt_geben.pdf

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