Keine Ausdauer beim Schreiben - Ende 1. Klasse

    • (1) 14.07.17 - 11:20

      Hallo,
      Mein Sohn befindet sich am Ende der 1. Klasse. Er wechselt zum neuen Schuljahr die Schule, von der Waldorf-Schule an eine "normale" Grundschule in Klasse 2.
      Da in der alten Schule mehr oder weniger nur gespielt und sehr wenig geschrieben wurde (wenn nur mit Wachsmalblöckchen, nie mit Bleistift), haben wir von der neuen Lehrerin einige Matrialien bekommen, die mein Sohn in den Sommerferien bearbeitet. Er kann toll rechen und prima lesen, aber sobald er Sachen verschriftlichen soll tut er sich schwer bzw. hat sehr wenig Ausdauer. Er jammert schnell, dass ihm die Hand weh tut, kann sich dann schnell nicht mehr konzentrieren und macht nach kurzer Zeit viele Fehler, die ihm anfangs nicht passieren. Heute durfte er mir, als er nicht mehr konnte, die Ergebnisse der Rechenaufgaben diktieren und ich habe Sie für ihn hingeschrieben. Das ging super schnell, konzentriert und fehlerlos. Er selbst könnte aber kaum noch eine Zahl zu Papier bringen.
      Nun bin ich etwas besorgt. Meint ihr, das ist noch normal und liegt an der fehlenden Übung im Schreiben mit dem Bleistift? Oder könnte ein größeres Problem dahinter stecken? Gibt es Ideen, wie ich ihn fördern könnte (abgesehen davon, regelmässig weiter das Verschriftlichen zu üben)?
      Ich bin etwas verunsichert und würde mich über Erfahrungen und Tipps sehr freuen!
      Danke und LG
      C

      • Hi,

        malen, malen, malen....achte auf eine gute Stifthaltung.
        Meistens fehlt die Ausdauer, da die Stifthaltung verkrampft ist.

        Ansonsten gibt es lernhefte, wie er Buchstaben nachzeichnen kann.

        LG
        LIsa

        auf die Stifthaltung achten

        Punkt - zu Punkt - Blöcke.
        Die hat mein Kind geliebt. Dabei ging es sozusagen um "Freizeit", ist gleichzeitig motorische Übung.
        Auch so Kinderrätselhefte. Durch Linien verbinden, Lösungen eintragen usw. Das ist dann so "nebenher"

        Stifthalter, diese dreieckgen Gummidinger, die man auf dünne Bleistifte stecken kann. Am besten in einem guten Fachhandel (Schreibwaren) beraten lassen. Schauen mit welchen Stiften er gut kann.

        Hallo,

        ich würde in den Ferien viel mit ihm Kneten, um die Muskulatur zu stärken.

        Wenn er sich im neuen Schuljahr noch immer schwer tut, längere Zeit zu schreiben, würde ich mir ein Rezept über Ergotherapie vom Kinderarzt holen.

        LG
        delfinchen

      • Mach es "nebenher", lass ihn zB Deine Einkaufszettel schreiben oder ähnliches...

        ....er ist ja noch am Beginn der Schreibkariere. Lass ihm Zeit. Gib ihm Beschäftigungsblöcke und weiche Bleistifte und Farbstifte und lass es einfach mal passieren.

        Das bekommt er hin.

        Mein Sohn war auch so - und Anfangs der Dritten hat er plötzlich angefangen, freiwillig Ferientagebücher und Kurzgeschichten zu schreiben. Zuerst mit Buntstiften oder Filzer, nachher mit Bleistift. Das kommt schon.

      • Vielen Dank für eure Tipps, da war einiges dabei was wir ausprobieren werden!
        Vor allem werden wir an seiner Stifthaltung Arbeiten, denn er verkrampft seine Hand wirklich ganz schön!
        Ich möchte halt jetzt direkt mit ihm dranbleiben, damit er in der neuen Schule nicht gleich grossen Frust bekommt.

        Mei, so ging es uns anfangs der 1. Klasse auch. Mittlerweile geht es wesentlich besser - ist halt alles Übungssache. Wenn du noch nie gejoggt bist wirst du auch keinen Marathon laufen können, obwohl es Leute in deinem Alter gibt, die das können ;-).

        Hilft nix, da müsst ihr jetzt durch. Mein Sohn findet übrigens die Schreibschrift wesentlich angenehmer. Da habt ihr vielleicht zumindest dieses Glück, dass ihr die Druckschriftphase kürzer habt.

        mir fällt noch was ein: Als meine Tochter Geigenspielen lernte, tat ihr auch alles weh. Der Rücken, die Finger, die Hand... da werden plötzlich Muskeln benötigt, die ein eher grobmotorisch veranlagtes Kind halt nicht so oft nutzt.

        sie bekam dann einen "Stressball" zum kneten von der Geigenlehrerin und Bastelknete (hat sie zwar gehabt, aber nie genutzt). Daraus sollte sie Noten und so in der Freizeit formen. Vielleicht lässt sich das einbauen. Wenn du denkst, dass das manuelle das Problem sein könnte... Aber ich denke, wenn du ihm Beschäftigungsblöcke bringst, merkt er gar nicht, wie er die richtigen Muskeln mit trainiert. Die machen echt Spass!

        Die Geigenlehrerin hat auch oft Sachen aufgegeben, bei denen sie z.B. liegen oder sitzen, hocken oder knien konnte. Es sind ja doch noch kleine Kinder. Also bei den Beschäftigungsblöcken etc. auch darauf achten, dass er nicht plötzlich zu viel sitzen muss. Auch mal ein Origami auf dem Boden falten oder so... Wenn ich zu lange Klavier- oder Tenorflöte spiele, tut mir auch alles weh. Vorallem, wenn ich es ein paar Tage nicht gemacht habe. Das ist real...

        Es gibt viel cooleres als die Beschäftigungsblöcke, wo man Buchstaben nachmalt. sondern solche mit Ausmahl-Rätseln, Malen nach Zahlen, Rätselgeschichten, Wimmelbildern... alles bunt gemischt. Ferienblöcke heissen sie z.T. auch.

        Und dann gibt es auch "Zauberblöcke" da kann man was ausmahlen, und das Papier ist so präpariert, dass die einzelnen Flächen auch noch eine Maserung bekommen. Ist total beliebt.

        Und dann natürlich Mandalas. Sogar mein grosser Sohn macht ab und an welche! Du kannst Mandala-Blöcke kaufen, die auf dickem Papier sind, altersgemäss gross vorgezeichnet, und die auf der Rückseite schon alle Elemente der Postkarte drauf haben. Dann können sie der Oma noch einen Gruss schicken.

        ... und das Wichtigste: Nie als Zwang hinstellen, sondern als Spass. Und nie zuviel fordern. Die Blöcke kann man übrigens super ins Restaurant mitnehmen. Farbstifte und die Blöcke und wir konnten immer in Ruhe essen so lange es und gemühtlich war!

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