Stress mit den Freundinnen

    • (1) 21.08.17 - 15:54

      Hallo Ihr Lieben,

      meine Tochter kommt im September in die 2. Klasse. An ihrer Schule werden 1. und 2. Klasse gemeinsam unterrichtet.
      Gleich zu Beginn des ersten Jahres hat sie sich mit zwei netten Mädchen angefreundet, die ebenfalls letztes Jahr eingeschult wurden.

      Nach dem ersten Halbjahr wurde ein Mädchen aus der 2. Klasse in die 1. Klasse zurückgestuft und damit fingen die Probleme an.
      Dieses Mädchen hat sich an die Freundinnengruppe meiner Tochter angeschlossen und dann nach und nach als älteste die "Führung" der Clique für sich beansprucht.

      Meine Tochter wurde immer häufiger von den gemeinsamen Spielen ausgeschlossen und das Mädchen verbietet den anderen auch, alleine mit meiner Tochter zu spielen, die natürlich todunglücklich über die Situation ist.

      Beim Schuljahres-Abschlusspicknick war dieses Mädchen nicht dabei und die anderen drei haben wunderbar miteinander gespielt. Beim Abschied haben die Mädchen meiner Tochter jedoch das Versprechen abgerungen, nicht zu verraten, dass sie Zeit mit ihr verbracht haben, weil sie sonst Ärger mit ihrer "Chefin" bekommen. Das hat mir fast das Herz gebrochen.

      In den Ferien sind die beiden Freundinnen meiner Tochter nicht im Hort. Trotzdem hat sich das Problem fortgesetzt, weil besagtes Mädchen zu jedem anderen Kind, das mit meiner Tochter gespielt hat, gegangen ist und behauptet hat, sie mache eklige Dinge, stinke und würde andere schlagen.

      Ich war geschockt, als mir meine Tochter das am Nachmittag weinend erzählt hat. Eigentlich war ich immer der Meinung, Konflikte müssen von den Kindern alleine ausgefochten werden - zumal ich ja auch nur die Perspektive meiner Tochter kenne und gar nicht genau weiß, warum es in der Gruppe nicht funktioniert. Aber das geht nun wirklich einen Schritt zu weit. Meine Tochter möchte nicht, dass ich mit ihrer Lehrerin spreche, weil sie Angst hat, dass dann alles nur noch schlimmer wird.

      Ich habe dann die Horterzieherin gebeten, ein Auge auf die Situation zu haben. Sie hat mir auch durch die Blume zu verstehen gegeben, dass das betreffende Mädchen wohl kein "unbeschriebenes Blatt" sei und immer wieder Ärger mache.

      Aber das hilft meiner Tochter natürlich wenig.

      Was würdet Ihr denn an meiner Stelle tun?

      LG

      tranquile

      • Hallo, ich würde meine Tochter überzeugen, dass es gut ist, einen Erwachsenen aus dem Schulgeschehen mit einzubeziehen. Es ist u a. Aufgabe der KL, ein Auge auf die Klassengemeinschaft zu haben. Wir hatten da 3x großes Glück und eine engagierte Klassenlehrerin, die sofort eingegriffen hätte bzw. hat.
        Schlimmer geht's ja kaum, ich würde da heute noch einen Termin ausmachen. Unsere KL hätten mit allen Beteiligten einzeln und auch zusammen gesprochen und das in der Klasse thematisiert, was ich super finde.
        Alles Gute!

        Ich würde:

        a) meiner Tochter raten, sich lieber Freundinnen zu suchen, die auch zu ihr stehen.

        b) ihr sagen, dass sie sich bei Problemen IMMER und SOFORT an die Aufsichtsperson wenden soll. (Wobei man da je nach Kind vielleicht definieren muss, was Probleme sind, damit das Kind nicht zur Dauerpetze wird)

        c) die Lehrer und die Erzieher darüber informieren. Das hilft aber auch nur, wenn Deine Tochter lernt, sich Hilfe zu holen. XY hat irgendwann mal irgendwas zu irgendwem über mich gesagt ist nicht gut zu bearbeiten. Es müssten mehrere gemeinsame Gespräche geführt werden, und das geht am besten mit aktuellen Vorkommnissen als Aufhänger.

        d) deiner Tochter signalisieren, dass das nervig ist, aber kein Drama. Dazu gehört auch, dass Du Deinem Kind zutraust, schwierige Situationen durchzustehen und Dir nicht selbst das Herz davon brechen lässt, dass zwei Mitschülerinnen kein Rückgrat haben.

        e) weiter ein Auge drauf behalten, um mitzubekommen, wenn es zum Mobbing wird.

        Meine Große war mal in einer ähnlichen Situation. Nach etlichen Gesprächen mit den beiden Mädchen sind sie inzwischen zwar nicht "BFF" aber betrachten sich als Freundinnen.

        Ich finde, solche naive Freundinnen, die hörige Mitläufer einer aufmerksamkeitsdefiziter, görenhaftes Mädchen werden, sind keine wahren Freundinnen. Da kann man auf heimliches Spielen auch gerne verzichten.....aber in diesem Alter von der 1. Klasse hat man noch nicht diese reale Wahrnehmung. Würde ihr raten , sich auch an andere Freundinnen zu orientieren und evtl. neue eigene Freundschaften zu knüpfen.
        Die Klassenleitung wird, sofern es nicht zum offensinchtlichen Streit ausartet, nicht viel machen können, aber ein Auge darauf werfen , um bei Vorfällen direkt reagieren zu können, wäre schon mal eine Option.
        Was sie ihm Hort abgezogen hat, mit solchen Gerüchten sie lächerlich zu machen, da wäre eine Ansage von den Betreuern , schon mal ein wirksamer Gegenwind.

        Du kannst sie nur in ihrem Selbstbewußtsein stärken und versuchen ihr zu erklären, das es nicht wert ist, da recht viel nachzutrauern, denn es wird immer im Leben mal gute und mal falsche Freunde geben.

      • Da ich selbst zwei Kinder habe und solche Situationen bei einem meiner Söhne ähnlich hatte, sage ich Dir "hau ein Ei" über diese zwei Mädchen. So traurig dies ist, aber man muss leider lernen was Freunde sind und eben auch welche es nicht sind. Je schneller umso besser. Wir gingen mit solchen Situation konsequent um. Dein Tochter hat es sicher nicht nötig sich wie Sauerbier anzubiedern?

        Liebe Te,

        Ich verstehe völlig, dass deine Tochter mit der Situation sehr unglücklich ist und dir das ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.
        .

        Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall das Gespräch mit der Klassenlehrerin suchen, ihr die Situation schildern und ihre Lösungsansätze dazu hören.

        So wie du die Situation im Hort beschrieben hast, geht es ja nicht nur um die beiden Freundinnen, sondern wird von dem betreffenden Mädchen ja auch ausgeweitet und geht damit aus meiner Sicht schon klar in Richtung Mobbing.

        Wenn die Klassenlehrerin mit dem Thema gut umgehen kann, ist es auch ein wichtiges Learning für alle Beteiligen. Gerade in dem Alter ist es wichtig, die Kinder für das Thema zu sensibilisieren. Es gibt dazu eine ganze Reihe von Übungen und Gesprächsansätzen, wo gar nicht einmal die Betroffenen genannt werden, sondern die Thematik Mobbing und Ausgrenzung an sich thematisiert werden.

        Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Liebe und dass ihr eine gute Lösung findet.

        Liebe Grüße lilly

      • Liebe Te,

        Ich verstehe völlig, dass deine Tochter mit der Situation sehr unglücklich ist und dir das ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.
        .

        Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall das Gespräch mit der Klassenlehrerin suchen, ihr die Situation schildern und ihre Lösungsansätze dazu hören.

        So wie du die Situation im Hort beschrieben hast, geht es ja nicht nur um die beiden Freundinnen, sondern wird von dem betreffenden Mädchen ja auch ausgeweitet und geht damit aus meiner Sicht schon klar in Richtung Mobbing.

        Wenn die Klassenlehrerin mit dem Thema gut umgehen kann, ist es auch ein wichtiges Learning für alle Beteiligen. Gerade in dem Alter ist es wichtig, die Kinder für das Thema zu sensibilisieren. Es gibt dazu eine ganze Reihe von Übungen und Gesprächsansätzen, wo gar nicht einmal die Betroffenen genannt werden, sondern die Thematik Mobbing und Ausgrenzung an sich thematisiert werden.

        Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Liebe und dass ihr eine gute Lösung findet.

        Liebe Grüße lilly

        Hallo,

        ich würde mich an Eurer Stelle mit diesem Problem an die Klassenlehrerin wenden.
        Bei unserer Tochter gab es in der Klasse einen Stuhlkreis, wo solche Sachen thematisiert und mit der ganzen Klasse besprochen wurden (anonym, wenn das betroffene Kind das wollte). So hat sich eine starke Klassengemeinschaft gebildet, und Mobber liefen ganz schnell auf, weil sie den Großteil der Klasse gegen sich hatten.
        In der Klasse gab es auch so eine Möchtegern-Mobberin, die immer wieder versucht hat, Mädchen gegen andere Mädchen aufzuhetzen. Nur fand sie keine Helfershelferinnen und stand meistens selbst alleine da. #rofl

        Eigentlich muss man auch sagen, dass es von wenig Selbstbewußtsein zeugt, wie diese anderen Mädchen sich verhalten. Unserer Tochter wäre das Gerede von dieser Rädelsführerin total egal, wenn sie Deine Tochter mögen und gerne mit ihr spielen würde.

        Falls Du die Eltern von den anderen Mädchen kennst, könntest Du die auch mal ansprechen.
        Ich würde unseren Kindern sagen, dass sie sich mal überlegen sollen, mit wem sie sich da einlassen. Würden sie es gut finden, so behandelt zu werden, wie Deine Tochter? Warum lassen sie sich überhaupt von dieser Göre Befehle erteilen? Können sie nicht selbst denken und entscheiden, mit wem sie spielen wollen?

        LG

        Heike

        Herzlichen Dank für die vielen konstruktiven Antworten!

        Nach den Ferien werde ich mit der Klassenlehrerin sprechen.

        Seit gestern geht meine Tochter in den Hort einer Partnerschule, weil unserer Ferien macht.
        Dort fühlt sie sich pudelwohl und hat gleich am ersten Tag viele neue Kontakte geknüpft.
        Das tut ihr merklich gut und stärkz ihr Selbstbewusstsein.

        Ich hoffe, sie kann ein Stück davon mit ins neue Schuljahr nehmen :-)

        LG

        tranquile

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