Kollektivstrafe/Strafarbeit

    • (1) 25.08.17 - 11:54

      Ich suche nach Informationen zum Thema Kollektivstrafen/Strafarbeit.

      Wir leben in Niedersachsen (falls das eine Rolle spielt). Bei der Strafarbeit handelt es sich um normale Aufgaben aus dem Buch. Sie werden von der Lehrerin aufgegeben, wenn ein Kind plappert, obwohl gerade alle leise sein sollen. Erschwerend hinzu kommt, dass sie auch von Freitag auf Montag aufgegeben werden, obwohl Hausaufgaben in diesem Zeitraum an der Schule eigentlich nicht erlaubt sind. Möglicherweise benutzt die Lehrerin die Strafarbeit, um diese Regelung zu umgehen. Und überhaupt: Sind Kollektivstrafen nicht verboten?

      Was tun?

      • (2) 25.08.17 - 12:02

        Kollektivstrafen sind nicht grundsätzlich verboten - und nicht immer falsch.

        Im Prinzip strafen die Kinder dann den Verursacher irgendwie selber, weil sie wegen ihm zu viel Hausaufgaben haben. Das fördert Mobbing. Ist nicht so toll...

        Aber wenn z.B. die halbe Klasse im Turnen rumbrüllt wie die Affen und daher ALLE noch fünf Runden rennen müssen, finde ich das absolut legitim. Oder wenn im Bus bei der Fahrt in den Schwimmunterricht ein Höllenspektakel ist, und man daher aussteigen muss und weniger Zeit im Bad hat... finde ich okay. So werden die Kinder die Brüller das nächste Mal dazu anhalten, leise zu sein. Etwas, was die Lehrerin ja durch die Entfernung im Bus ggf. nicht kann.

        Falsch finde ich, wenn der Ausflug nicht stattfindet, weil ein einzelnes Kind einfach eine Gefahr darstellt. Das hatten wir schon. Statt dass das Kind in eine andere Klasse versetzt wurde, durften alle nicht gehen. Weil das betroffene Kind nicht ausgeschlossen werden durfte.... Saudoof.

        Dagegen tun kannst du wenig. Und ist auch selten möglich. Heute haben Lehrer kaum mehr eine Chance, sich zu wehren, daher muss man ihnen schon etwas zutrauen. Wir hatten mal eine, die immer das Turnen ausfallen liess, wenn es vorher in der Klasse laut wurde. Da haben wir Eltern mal vorsichtig nachgefragt, ob das nicht kontraproduktiv ist... Eigentlich hatten wir das Gefühl, die Frau mag einfach keinen Sport. Sie hats danach nie mehr getan...

        • (3) 25.08.17 - 12:15

          Na ja, ich wollte eigentlich keine Diskussion darüber, wie wir das Thema persönlich sehen, sondern wie die gesetzlichen Grundlagen dafür sind. Zumindest für die Hausaufgaben übers Wochenende (also von Freitag von Montag) steht in der Schulordnung, dass das nicht legitim ist. Und wenn das so ist, dann hat ein Lehrer sich daran zu halten. Zum Thema "Kollektivstrafe" finde ich im Netz nur, dass es nicht erlaubt ist. Aber wo ist die Grundlage für diese Behauptung?

          Die anderen zehn Lehrer schaffen es ja auch ohne solche Strafen auszukommen. Na ja, mehr oder weniger, denn die Jungs, die jetzt die Strafarbeiten verursachen, schlagen häufiger über die Stränge. Und zwar buchstäblich, denn es gab auch schon Gewalt, u.a. auch gegen meine Tochter, sodass ich ihr nur abraten kann, die Jungs "das nächste Mal dazu anhalten, leise zu sein." (wie Du schreibst). Ich kann ihr nur raten, ihnen aus den Weg zu gehen. Das ist gesünder.

          Das Blöde ist, dass meine Tochter Klassensprecherin ist und die anderen Kinder zu ihr kommen und sich beschweren. Ihr wird also nichts anderes übrig bleiben, als den Lehrer (oder die Klassenlehrerin/Vertrauenslehrer) darauf anzusprechen, da sie ihren Job ernst nimmt. Ich würde ihr nur gerne die nötigen Infos für ein solches Gespräch zur Verfügung stellen. Ich selbst werde mich erst dann einklinken, wenn sie nicht weiter kommt.

      (4) 25.08.17 - 12:19

      a) welche klasse sind die denn? es macht ja nen unterschied, ob sie zehnt oder erstklässler sind.

      b) hast du dich an den elternbeirat gewendet?

      lg

      • (5) 25.08.17 - 12:46

        a) 6. Klasse, Gymnasium, es betrifft den Lateinunterricht. Und wieso macht das einen Unterschied. Wenn es unzulässig ist, dann ist es unzulässig, egal in welcher Klassenstufe.

        b) Nein, ich wollte das erstmal den Kindern überlassen und ihnen die entsprechenden Links geben. Meine Tochter hat gerade die Schulordnung studiert und zum Thema Hausaufgaben übers Wochenende schon was angemarkert. Jetzt braucht sie noch was zum Thema Kollektivstrafen. Erst wenn die Kinder nicht weiterkommen, würde ich mich mit unserem Elternsprecher in Verbindung setzen oder das Thema am Elternsprechtag mal ansprechen.

        Bei der Klassenlehrerin haben die Kinder sich schon beschwert. Sie stimmte auch zu, dass das mit den Hausaufgaben nicht in Ordnung ist, aber darauf verwiesen, dass sie das bei der Lateinlehrerin nochmal ansprechen sollen. Die sagte dann aber, dass es ja nur ein paar Vokabeln und das ja nicht so schlimm sei. Und jetzt gibt es sie eben keine Hausaufgaben mehr auf, sondern Strafarbeiten.

        • (6) 25.08.17 - 13:31

          "a) 6. Klasse, Gymnasium, es betrifft den Lateinunterricht. Und wieso macht das einen Unterschied. Wenn es unzulässig ist, dann ist es unzulässig, egal in welcher Klassenstufe."
          Und wie das einen Unterschied machen kann, hier wird hochoffiziell in Grund- und Mittlstufe ODER Oberstufe unterschieden.
          Da kann nur der Blick in das passende Schulgesetz helfen.

      • (8) 25.08.17 - 22:15

        weil es schlichtweg ganz anders ist, ob ein klassensprecher der ersten klasse sich mit nem lehrer anlegt, ein 6 klässler, oder ein abiturient.

        ich war jahrelang sv mitglied und auch elternsprecher und es ist ganz gewiss nicht die aufgabe deiner tochter, als blitzableiter zwischen der lehrerin und der klasse zu dienen. schon garnicht in der 6. klasse.

        sie soll das stellvertretend für die klasse dem klassenlehrer zubringen, der das dann auf augenhöhe mit dem kollegen ausdiskutieren kann. alternativ sollte der elternvertreter sich an den klassenlehrer wenden, damit dieser das gespräch vermitteln kann. der nächste schritt wäre, dass der elternvertreter sich an die schuldirektion wendet, wenn sich sonst nichts tut.

        es ist meines erachtens absoluter blödsinn, einen 6 klässler mit einem offensichtlich eh schon verärgerten lehrer so eine diskussion anfangen zu lassen. klassensprecher hin oder her.

        lg

        (9) 31.08.17 - 14:57

        Oh Gott. So werden die Querulanten der Zukunft herangezüchtet. In der sechsten Klasse und sucht schon Gesetzestexte, um der Lehrerin ans Bein zu Pinkeln.

        Früher waren Lehrer noch Respektspersonen, heutzutage wird auf Teufel komm raus alles in Frage gestellt und zu Tode diskutiert - und das auch noch mit Unterstützung der Eltern - ohne Worte. Kein Wunder, dass niemand mehr Lehrer werden will

(10) 25.08.17 - 12:50

Ja, Hausaufgaben von Freitag auf Montag sind in Niedersachsen erlaubt bzw wieder erlaubt (es sei denn, es gibt einen Erlass, der den vorherigen Erlass verlängert und den ich jetzt übersehen habe). Ich persönlich verstehe auch nicht, warum das nicht erlaubt sein sollte. Von Montag auf Dienstag oder von Mittwoch auf Donnerstag ist doch auch erlaubt. Warum dann nicht von Freitag auf Montag? Ist doch genauso schlicht von Schultag auf Schultag. Das Wochenende ist Samstag und Sonntag. Alles was eine normale Menge für einen Schultag ist, ist doch problemlos an einem Schultagnachmittag zu schaffen sein. Und da gehört der Freitag nunmal genauso dazu wie Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Da du aber ja gerne etwas offizielles hättest, hier ein Link:

http://www.schure.de/22410/33,82100.htm

Die Punkte 6 & 7 bitte aufmerksam lesen. Dann kann deine Tochter ihren Mitschülern berichten,dass sie definitiv auch am Freitag Hausaufgaben machen müssen, auch wenn sie es gerne anders hätten.

Zum Thema Strafarbeiten & Kollektivstrafen: Zum einen sind es zwei verschiedene Sachen, was aus deinem Beitrag missverständlich rüberkommt. Kollektivstrafen sehe ich wie eine meiner Vorschreiberinnen zwiespältig. Wenn alle bestraft werden, weil einer querschlägt, würde ich es als Mutter auch nicht hinnehmen. Wenn aber allgemein Chaos herrscht und die Kinder sich aufschaukeln, sodass kein normaler Unterricht möglich oder Ausflug realisierbar ist, dann gibts halt Strafen für alle. Kann durchaus einen heilbaren Effekt haben und den Klassengeist fördern. Und ein unschuldiges Kind erleidet schon kein Trauma von ein- oder zweimaligen unnötigen Strafe abbrummen.

Individuelle Strafarbeiten sehe ich als was völlig normales an. Wenn das Kind sich nicht an Regeln hält (egal ob gesetzlich abgesegnet oder klasseninterne/lehrerindividuelle Regeln), dann gibts halt Konsequenzen. Und die sind komplett unabhängig von Hausaufgaben. Wenn man da an einem Schultag ewig lange dran sitzt oder sich den Samstag damit versaut, ist das halt so. Immerhin hat man ja Mist gebaut, um sowas aufgebrummt zu bekommen.

Da würde ich als Mutter auch gar nicht mit mir diskutieren lassen, ob das rechtlich okay ist oder nicht und ganz sicher würde ich nicht im Internet nach Gesetzen suchen und damit zur Schule rennen, um den Lehrern besserwisserisch zu sagen, dass sie das nicht dürfen. Selbst wenn es so ist. Irgendwie müssen Lehrer ja auch einigermaßen Ordnung in die Klasse bekommen, damit alle vernünftig lernen können. Da hilft es wenig, wenn Mäxchen sich immer komplett daneben benimmt und gleichzeitig genau weiß, dass er Strafarbeiten und Nachsitzen sowieso nicht machen muss, weil Mama oder Papa gleich mit irgendwelchen Paragraphen wedeln, die besagen, dass ihr Mäxchen das nicht tun muss. So lernt Mäxchen nicht, sich an Regeln zu hakten, sondern sich um Regeln drumzu zu mogeln. Und seine Mitschüler können weiterhin nicht lernen, weil er sich weiterhin komplett daneben benimmt und permanent stört.

Lg Leonora07(die nebenbei bemerkt keine Lehrerin ist)

  • (11) 25.08.17 - 13:18

    Also meine Einstellung ist, dass nicht nur Mäxchen sich an Regeln zu halten hat, sondern auch seine Lehrerin. Das ist Demokratie, keine Besserwisserei. Demokratie deswegen, weil diese Regeln auf demokratischem Wege entstanden sind (entweder durch allgemeine Wahlen = Schulgesetz oder durch schulinterne Wahlen = Schulrat).

    Frau Lehrerin bleiben zur Disziplinierung diverse Mittel, die legal sind. Und andere Lehrer nutzen diese Mittel ja auch, nur diese Eine nicht. Z. B. auch über die Kopfnoten (Sozial- und Arbeitsverhalten). Ob ich persönlich Verständnis für die schwierige Situation der Lehrerin habe, eine Rasselbande im Zaum zu halten, spielt überhaupt keine Rolle. Und ja, ich habe Verständnis: 28 Kinder auf eine Lehrerin sind zu viel. Natürlich ist das schwer. Und trotzdem sind gewisse Maßnahmen zur Disziplinierung ganz einfach verboten. Was hört man da nicht alles, sogar einen Klapps auf den Hinterkopf hat es schon gegeben oder ein Lehrer hat einem Kind einen Schlüssel an den Kopf gepfeffert. Wo also beginnt Toleranz und wo hört sie auf? Am besten da, wo es das Gesetz und die Schulordnung vorsehen.

    Fakt ist: In diesem Fall heute war es so, dass die Kinder leise sein sollten. Dafür haben sie an der Schule ein "Leise-Zeichen", d.h. sie halten zwei Finger in die Luft, was für alle bedeutet, zur Ruhe zu kommen. Es hielten sich auch alle daran, bis auf EIN Kind. D.h. die Lehrerin stand auch nicht etwa mit dem Rücken zu den Kindern und konnte keinen einzelnen Schuldigen ausmachen. Nein, sie hat gesehen, dass nur EIN Junge geplappert hat und trotzdem ALLEN eine Strafarbeit aufgegeben. Was sollen die Kinder nun machen? Den Jungen verkloppen? Ihn mobben und ausgrenzen? Mit ihm reden und sich daraufhin selbst verkloppen lassen?

    Und SELBSTVERSTÄNDLICH (für mich zumindest) helfe ich meinem Kind, wenn ihm Unrecht widerfährt. Allerdings nicht, indem ich gleich dahin renne. Sondern ich kläre auf und helfe beim Suchen von logischen und plausiblen Argumenten (wie z. B. einem Gesetzestext). Das habe ich schon immer so gemacht und komisch... bis jetzt läuft es ganz gut.

    Danke für den Link mit den Hausaufgaben. Interessant, denn offensichtlich ist das schulintern noch auf altem Stand.

    • (12) 25.08.17 - 13:47

      Den Fall, den ihr hattet, habe ich ha erwähnt als "würde ich nicht hinnehmen." Und körperlich werden steht selbstverständlich auch außer Frage. Da brauchen wir gar nicht drüber streiten, denn da bin ich ganz auf deiner Seite. Aber ich denke eben auch, dass es manchmal auch einfach Regeln gibt, die nicht in Gesetzbüchern stehen, sondern nur diese eine spezielle Klasse oder Lehrer betreffen. Diese Regeln werden die Kinder kennen, dafür werden die Lehrer schon gesorgt haben. Und dann müssen sich die Kinder auch dran halten. Egal ob es ein "Still sein"-Zeichen ist oder bestimmte Höflichkeitsregeln. Die gelten dann, auch wenn sie keine Gesetzeskraft haben (es sei denn, sie stehen im direkten Widerspruch zu offiziellen Gesetzen). Und wenn man sich an diese Regeln nicht hält, muss man eben mit Konsequenzen leben, auch wenn die für. Muttis manchmal unsinnig wirken.

      In eurem Fall sollte aber tatsächlich nur der eine Junge die Strafarbeit bekommen. Das sehe ich genauso. Vielleicht kann deine Tochter statt der Strafarbeit eine Stellungnahme schreiben (mit genauem Bezug mit Datum, Schulstunde, Vorfall) und abgeben, in der steht, dass ihr die Klassenregeln bewusst sind und sie auch einsieht, bestraft zu werden, wenn sie sich daran nicht hält, aber das sie keine Strafe annimmt, die sie nicht verdient hat. Sie hat in diesem Fall nichts mit der Sache zu tun und wird deshalb auch die Strafarbeit nicht machen. Das ganze natürlich nett und freundlich geschrieben und mit einem "Ich setze auf Ihr Verständnis. Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, diese Stellungnahme zu lesen." als Abschluss. Das ganze dann kopieren und auch dem Klassenlehrer oder falls es derselbe Lehrer ist, dem Direktor zur Kenntnisnahme vorlegen. Auf diesem Weg hat sie sich nicht einfach verweigert, sondern sich mit der Sache beschäftigt und trotzdem keine ungerechtfertigte Strafarbeit gemacht. Und wenn das mehrere Schüler machen, erreichen die vielleicht sogar was damit, ohne das Mamas mit Gesetzestexten wedelnd in der Schule aufmarschieren müssen.

      Sieh das jetzt bitte nicht als Angriff auf dich. So ist das nicht gemeint. Ich finde nur, manches müssen einfach diejenigen untereinander ausmachen, die es betrifft. Und in diesem Fall betrifft es Schüler und Lehrerin dieser speziellen Klasse. Nicht aber die Mütter. Die sollten erstmal nur Tipps aus dem Hintergrund geben und sich nur einmischen, wenn es such sichtbar festfährt.

      Lg Leonora07

      • (13) 25.08.17 - 13:55

        Die Idee mit der Stellungnahme finde ich ganz gut. Ich diskutiere hier gerade mit den beiden Mädels und versuche sie schon dazu zu bringen, eigene Ideen für die Lösung zu finden. Und sie sind auf so etwas Ähnliches gekommen. Konkret wollen sie die Aufgabe jetzt erstmal machen und noch eine Woche abwarten. Dann wollen sie in der Verfügungsstunde die Lehrer rausschicken und als Klasse gemeinsam eine solche Stellungnahme schreiben. Klingt gut.

    (14) 25.08.17 - 15:37

    Ich frage mich gerade, ob du dabei warst??? Du schilderst das so.
    Wenn deine Tochter das so erzählt hat, muss es sich nicht genau so zugetragen haben. Das soll nicht heißen, dass sie lügt, sondern es evtl anders wahrgenommen hat.

    Kinder sehen Situationen oft anders und auch aus einer anderen Perspektive (hier z.b. sitzend mit den Klassenkamaraden, die Lehrerin stehend vor der Gruppe).

    Ich finde es schwierig, die Situation vom Hörensagen zu beurteilen.

    Eine Strafarbeit finde ich ok. Denn durch das Stören verpasst man ja Unterrichtsstoff. Ich bin auch der Meinung, dass man seine Kinder nicht für jeden Mist darin bestärken sollte, dass die Lehrer/innen alles mögliche nicht dürfen. Man sollte sie mE bestärken, sich in eine Gemeinschaft einzufügen und sich an die Regeln zu halten.

    Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass nicht nur "Mäxchen" sondern auch "Paulinchen" Blödsinn machen. Es wird viel zu oft auf die Jungs verwiesen. Mädchen sind nicht immer die braven Lämmchen.

    Das bezieht sich natürlich nicht nur auf deine Threads, sondern der allgemeine Tenor bzgl Störungen.

    Viele Grüße

    S.

(15) 25.08.17 - 13:28

Ääääh...

"6. Es dürfen im Primarbereich keine und im Sekundarbereich I GRUNDSÄTZLICH KEINE Hausaufgaben vom Freitag zum folgenden Montag und über Ferienzeiten gestellt werden mit AUSNAHME der Aufgabe einer LEKTÜRE für z.B. den Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht."

Es war keine Lektüre, sondern eine Aufgabe mit Schreiben.

  • (16) 25.08.17 - 13:45

    Ich denke, sie bezieht sich auf die Gültigkeitsdauer des Erlasses und leitet daraus ab, dass seitdem 01.08.2017 sämtliche Erlasse unwirksam sind.

    Das stimmt so natürlich nicht! Nach wie vor dürfen in Niedersachsen keine Hausaufgaben übers Wochenende aufgegeben werden.

    • (17) 25.08.17 - 13:57

      Und das steht genau wo? Da steht ganz klar ein Zeitraum, in dem diese Regelung gilt und wann die außer Kraft tritt. Das ist in diesem Fall der 31.7.2017. Also gilt das, was in dieser Regelung steht nicht mehr, sondern das was vorher war. Ich gebe zu, ich weiß so spontan nicht, wie es vorher war, aber wenn da explizit steht, dass Hausaufgaben von Freitags auf Montags mit dieser Regelung verboten sind, waren sie wohl vorher erlaubt. Und genau das gilt jetzt halt wieder. Ihr dürft mich aber gerne korrigieren und mir Beweise vorlegen, wenn diese Schlussfolgerung falsch ist. Ich bin schließlich auch nicht unfehlbar.

      Davon mal ganz ab, habe ich es inzwischen so verstanden, dass lediglich Vokabeln gelernt werden sollten. Und sorry, Vokabeln lernen ist für mich keine Hausaufgabe, sondern etwas Selbstverständliches, was sowieso jeden Tag gemacht werden sollte. Egal ob offiziell aufgegeben oder nicht. Das sagt einem jeder Fremdsprachenlehrer immer wieder, deshalb gibt es für die Schüler in diesem Fall eigentlich auch gar keinen Grund zur Aufregung.

      • (18) 25.08.17 - 14:25

        "Und sorry, Vokabeln lernen ist für mich keine Hausaufgabe, sondern etwas Selbstverständliches, was sowieso jeden Tag gemacht werden sollte."

        Also, das war so:

        Erst gab es nur Vokabeln auf. Darüber haben sich die Schüler dann gleich beschwert. Die Lehrerin sagte dann, dass es ja nur Vokabeln seien und hat sich weiter nicht mit der Beschwerde beschäftigt. In der nächsten Woche gab es dann auch eine schriftliche Aufgabe und die Schüler beschwerten sich in der Stunde darauf gleich bei der Klassenlehrerin. Diese hat ihnen bestätigt, dass die Hausaufgabe nicht in Ordnung ist und sagte ihnen, dass sie nochmal mit der Lateinlehrerin reden sollen. Die hat die Beschwerde aber als Gemaule abgetan.

        Und SEITDEM gibt es eben keine Hausaufgaben mehr auf, sondern schriftliche Strafarbeiten.

        Ich stimme dir grundsätzlich zu, was die Vokabeln angeht. Und diese wären ja laut Erlass auch noch OK gewesen. Von dem Unterschied zwischen schriftlichen Aufgaben und Lektüre hat aber bis jetzt noch niemand gesprochen.

        Und dazu noch die Kuchenbackaktion fürs Kippeln mit den Stühlen, von der ich gerade erst erfahren habe.

        • (19) 25.08.17 - 14:36

          Ich sehe das etwas zwiespältig. Zum eiben schaukelt sich da was auf, was dringend stoppen muss. Dafür sollten die Schüler wirklich nochmal um ein klärendes Gespräch bitten. Und zwar mit der Klassenlehrerin oder dem Direktor als Zeugen. Und dann bitte mit sachlichen Argumenten und nicht als Vorwürfe, die hin und her geworden werden. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade diese lächerliche Kuchengeschichte dann ganz schnell erledigt ist. Sowas blödes habe ich echt noch nie gehört.

          Das zweite ist die Sache mit den Hausaufgaben. Selbst wenn es was schriftliches ist, statt nur Vokabeln, wo ist das eigentliche Problem? Montag bis Freitag würden die Kinder gar nicht auf die Idee kommen, die nicht machen zu müssen. Und dann ist Freitag und dann plötzlich sind Hausaufgaben ein Riesendrama? Da fehlt mir irgendwie das Verständnis. Ist doch ein normaler Schultag und solange die Hausaufgaben am Freitag erledigt sind, und sich nicht bis Samstag oder Sonntag ziehen, ist doch alles im normalen Rahmen. Das Wochenende ist doch immer noch frei.

          • (20) 25.08.17 - 14:51

            "Selbst wenn es was schriftliches ist, statt nur Vokabeln, wo ist das eigentliche Problem?"

            Das eigentliche Problem kann ich dir erklären:
            Den Schülern wurde gesagt, dass sie übers Wochenende keine Hausaufgaben auf bekommen. Uns Eltern wurde gesagt, dass es übers Wochenende keine Hausaufgaben auf gibt. Und uns allen wurde gesagt, dass wir es "melden" sollen, falls das doch mal passiert.

            Es gibt eine Schulordnung, da steht es drin. Es gibt einen Schulerlass, da steht es drin. (Siehe in einer der Antworten). Wäre noch zu klären, ob der jetzt zum 31.7. abgelaufen ist oder nicht.

            "Das Wochenende ist doch immer noch frei."
            Nein, tatsächlich ist gerade dieses Wochenende voll geproppt mit Schulfeierlichkeiten, bei denen die Kinder aus diversen Gründen erscheinen müssen (Chor, Orchester, Theater etc.). Deswegen hatten sie auch schon früher Schluss, sollten zu Hause eine Pause machen und haben bis heute Abend um 23 Uhr (!!!) Programm. Morgen auch. Insofern kann ich die Kinder da schon verstehen.

            • (21) 25.08.17 - 18:28

              Aber es ist ja nicht übers Wochenende, sondern Hausaufgaben, die freitags zu schaffen sind. Solange es nicht so viel ist, dass Samstag und Sonntag frei ist, ist doch alles im Rahmen. So ist das Wochenende doch frei. Und Freitag ist nun mal Wochentag und nicht Wochenende.

        (22) 25.08.17 - 19:30

        Sorry, ich verstehe nicht was an Hausaufgaben übers Wochenende so schlimm sein soll. Wahrscheinlich würden einige Kinder nie in ihre Vokabelhefte gucken wenn es nicht aufgegeben ist. Und auch ein paar Sätze schreiben am WE bringt keinen Gymnasiasten der 6. Klasse um. Mein Sohn hat schon in der ersten Klasse übers Wochende Hausaufgaben bekommen. Ist ja auch genug Zeit dafür. Jetzt ist er in der 5. Und es ist völlig normal.

        Und zu den Strafen: Wer sich nicht benimmt schreibt halt Strafarbeit. Wird der Lehrer schon einen Grund für haben. Wie soll ein Lehrer unseren Kindern etwas beibringen wenn wegen jeder Kleinigkeit die Eltern mit erhobenen Zeigefinger dahinter stehen.

        • (23) 26.08.17 - 11:59

          TOP - sehe ich genau so. Mir kommt das hier vor wie die Trullas in der Kindergartenzeit, die jeden Tag rauchend davor standen und sich darüber beschwerten wie böse und schlimm immer die anderen sind anstelle vor der eigenen Türe zu kehren bzw. ihren Kindern schleunigst die Regeln des normalen Lebens mit Aktion und Reaktion schleunigst beizubringen.

          Ich war 4 Jahre im Elternbeirat und kann daher aus Erfahrung sagen, dass in der Regel immer die gleichen Muttis aus meist dem selben Milieu und sozialen schwierigen Verhältnissen aufschlugen und Schuld suchten und sich über alles aufregten . Wo sie die Defizite immer suchten war im Vorfeld schon klar, jedenfalls niemals bei sich und am wenigsten bei ihren meist auffälligen und störenden Kindern.

    (24) 25.08.17 - 15:25

    Vorher galt exakt das, was dort steht, meines Wissens bereits seit Jahrzehnten.

    Nur weil der Erlass nur bis zum 31.07. gilt heißt das nicht, dass dann alle Erlasse automatisch ihre Gültigkeit verlieren. Ich müsste am Montag einmal schauen, ob es bereits einen Folgeerlass gibt. (Bin Lehrerin in Nds.)
    Ich vermute aber nicht, da Schure schon recht zuverlässig ist. Zudem werden Lehrern nicht nur neue Erlasse, sondern extra noch einmal für uns relevante Änderungen mitgeteilt.

    Es ist auf jeden Fall nicht so zu verstehen, dass diese Regelung nur temporär getroffen wurde und gewissermaßen seit Schuljahresbeginn hinfällig ist.

    • (25) 25.08.17 - 19:51

      "Es ist auf jeden Fall nicht so zu verstehen, dass diese Regelung nur temporär getroffen wurde und gewissermaßen seit Schuljahresbeginn hinfällig ist."

      Doch, genau das steht da unter Punkt 7.:

      "7. Dieser RdErl. tritt am 1.8.2012 in Kraft und mit Ablauf des 31.7.2017 außer Kraft."

      Genau lesen und verstehen. Das sollen die Schüler doch auch immer. Was genau jetzt gilt, weiß ich in der Tat nicht genau. Tatsache ist aber, dass seit dem 1.8.2017 entweder ein Folgeerlass oder die vorherige Situation gilt. Genau dieser Erlass aber definitiv nicht mehr.

      "Ich müsste am Montag einmal schauen, ob es bereits einen Folgeerlass gibt. (Bin Lehrerin in Nds.)
      Ich vermute aber nicht, da Schure schon recht zuverlässig ist. Zudem werden Lehrern nicht nur neue Erlasse, sondern extra noch einmal für uns relevante Änderungen mitgeteilt."

      Ob euch das schon mitgeteilt wurde oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Erlass inzwischen außer Kraft getreten ist. Genau genommen wurdet ihr ja auch schon informiert. Nämlich vor 5 Jahren, als dieser zeitlich begrenzter Erlass in Kraft getreten ist.

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