Zusätzlich Logopädie bei Mutismus?

    • (1) 11.09.17 - 09:38

      Hallo,

      ich würde mich heute einfach mal über eure Meinungen freuen.

      Das ist natürlich kein Thema, das sehr viele hier im Forum betrifft, aber ich denke, dass doch auch der ein- oder andere ein Kind mit Mutismus hat bzw. kennt.

      Unsre Tochter ist gerade 7 geworden und im August in die Schule gekommen.
      Seit sie 4 war sind wir in kinderpsychologischer Behandlung mit ihr.
      Anfangs wöchentlich, seit dem letzten Jahr dann immer weniger und seit Frühjahr ungefähr nur noch sporadisch.

      Da sie große Fortschritte gemacht hat, war das auch in Ordnung so.

      Nun, nach Schulbeginn, hat sie natürlich erstmal wieder Schwierigkeiten mit der neuen Situation. Im Unterricht ist es laut ihrem Klassenlehrer, mit dem wir in wirklich engem Kontakt stehen, kein Problem. Natürlich spricht sie wesentlich weniger als die anderen Kinder, aber sie spricht mit allen, meldet sich auch und macht überall mit.
      Das ist natürlich das Allerwichtigste im Schulalltag.

      Das Problem liegt beim "morgendlichen Beginn". Wir müssen sie noch jeden Morgen bis zur Klassenzimmertür bringen und spätestens dort, beginnt sie zu weinen.
      Ihr Lehrer "übernimmt" sie dann (an die Hand) und wir gehen (also der Papa, die Oma oder ich).
      Sie schafft es einfach nicht, sich morgens von uns zu lösen. So war es auch bis zum letzten Kindergarten-Tag.

      Ich überlege jetzt, ob wir vielleicht zusätzlich eine Logopädin für Mutismus besuchen sollten.

      Unsre Psychologin sieht zur Zeit keinen Handlungsbedarf, da es ja "in" der Schule gut läuft. Das morgendliche "Problem" sollen wir einfach aussitzen, das würde sich laut ihr im Laufe der Zeit von selbst geben(?)....

      Was meint ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

      Vielen Dank und lg
      poca

      • Hallo Poca.

        Ja - ich gebe der Psychologin recht. War bei meiner Tochter genau so. Sie litt zwar nicht unter Mutismus, konnte aber (aus anderen Gründen) bis zu ihrem 4. Lebensjahr nicht sprechen. Im Kiga und anfangs Schule herrschte bei uns auch "Morgengrauen" #zitter#schwitz

        Aber ab der zweiten Klasse wurde das deutlich besser. "Solche" Kinder brauchen in dieser Hinsicht einfach viel mehr Zeit als andere.

        Gebt ihr die Sicherheit, die sie braucht. Begleitet sie so lange sie das möchte. Irgendwann hat meine Tochter selbst gesagt: "Ab der Schultür geh ich alleine. Ich bin ja kein kleines Kind mehr". ;-)

        Alles Gute!

        Ach ja, vergessen...

        Nein, eine Logopädin würde ich nicht mehr aufsuchen. Für was auch? Sie KANN ja sprechen. Lass sie nicht unnötig "therapieren" und ihr somit das Gefühl geben soooo viel anders zu sein als andere Kinder. :-)

        Hallo!

        Das ist aber doch kein logopädisches Problem.

        Ich schrieb es hier schon öfter: Unser Sohn hat die ersten vier Schuljahre schweigend verbracht und nebenbei seine diversen Ängste gepflegt.
        Neben der Mutismus-Therapie haben wirklich das Verständnis der Lehrer und Mitschüler und das Akzeptieren unsererseits geholfen. ER war eben so, man hat ihn so hingenommen und unterstützt, wo er es brauchte oder ihn gefordert, wenn man wusste, er konnte das.

        Es wurde immer besser. Er selbst war irgendwann therapiemüde und noch ein Therapeut für noch eine andere Baustelle hätte ihn eher frustriert als dass es ihm was gebracht hätte.

        Lass deiner Tochter einfach Zeit.

        LG

      • Hallo,

        so ein morgendliches Problem hatte unser Sohn zu Beginn der Schule auch, ganz ohne sonstige Diagnosen.
        Geholfen hat natürlich Verständnis unsererseits, als auch der anderen Schüler. Er wurde nie gehänselt sondern im Gegenteil von vielen in die Klasse begleitet.
        Bis zu den Herbstferien hatte es sich erledigt.
        Ich würde versuchen sie schon ab dem Schulhof mit einer Freundin reinzuschicken.

        LG
        Tanja

        Hallo,

        seit August ist ja noch nicht lange, ich würde ihr noch ein paar Monate Zeit geben, sich an die Schule zu gewöhnen. Wenn es nächstes Jahr nicht besser ist, kannst du überlegen was ihr helfen könnte. Schön, dass es im Schulalltag gut klappt.

        LG Bigi

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