Keine Noten sondern mündliche Beurteilung

    • (1) 23.09.17 - 17:54

      Hallo!
      Unser Sohn wurde vor 3 Wochen eingeschult und beim darauffolgenden Elternabend wurde abgestimmt, dass die ersten beiden Schuljahre die Kinder mündlich beurteilt werden (die Eltern können die Noten erfahren u es bleibt ihnen überlassen ob sie es den Kindern mitteilen).
      In der 3. wird nochmals abgestimmt und in der 4. MÜSSEN lt. Vorschrift die Lehrer ein Zeugnis mit Noten geben.
      Es ist mein erstes Kind u ich bin völlig unbedarft in Sachen Beurteilung ohne Noten. Bin aber grundsätzlich positiv eingestellt. Möchte aber sicher auch mündlich die Note mitgeteilt bekommen.
      Könntet ihr mir vllt eure Erfahrungen mit mündlicher Beurteilung erzählen? Gute wie schlechte - ich wäre sehr neugierig... Vir allem auch, und wie die Kinder dann mit dpäterrn Noten im Zeugnis, Tests od Schularbeiten zurechtgekommen sind.
      Vielen Dank
      minitouch

      • Hallo,

        mein Sohn besucht eine Schule, auf der es keine Zensuren gibt. Es gibt eine schriftliche bzw. mündliche Bewertung der Leistung unter einem Test bzw. im Unterricht.

        Das wird auch nicht mal in Noten "umgerechnet".

        Da in unserem Bundesland ab der 7. Klasse Noten sein müssen, wird ab dann jeweils eine Klassenarbeit "benotet". Auf dem Zeugnis steht weiterhin ein Absatz und unten drunter, relativ klein, diese eine Note - einfach, weil sie sein muss.

        Im Vordergrund steht aber weiter die für uns normale Bewertung.

        Ich finde das sehr, sehr gut so. Denn Noten reduzieren die Anstrengungen und Entwicklungen eines Schülers auf eine mathematische Zahl und die kann nun mal die Leistung im ganzen nicht wirklich erfassen. So werden Schulverlierer produziert.

        Durch die schriftliche Bewertung habe ich als Elternteil auch eine viel bessere Einsicht in das Lern- und Arbeitsverhalten meines Kindes und kann viel gezielter einige Dinge mit ihm üben bzw. behilflich sein.

        Mein Sohn besucht nun schon die 6. Klasse - da es 2 Jahre Schuleingangsphase (= Vorschule und erste Klasse) gab, also schon das 7. Schuljahr und kommt ebenfalls sehr gut mit den Bewertungen zurecht. Er weiß dann sehr genau, was genau er an seinem Arbeitsverhalten verbessern kann, worauf er wirklich stolz sein kann und welche Themen er besser nochmal nachlernt.

        Mein Eindruck ist auch, dass der jeweilige Lehrer, weil er eben eine individuelle Beurteilung des Schülers in Worten vornehmen muss, die auch die Entwicklung des Schülers mit einbezieht, den Schüler viel besser kennt und kennenlernt. Man muss sich als Lehrer da viel mehr Gedanken über den Schüler machen und zählt nicht nur Punkte zusammen.

        Meinetwegen könnten Noten ganz abgeschafft werden.

        LG

        • So war es bei meinen beiden auch. Bei meinem Sohn, (das Ältere unserer Kinder) fragte ich die Klassenlehrerin mal, was denn die Beurteilung in Worten als Noten (in Zahlen) wäre. Da meinte sie, darüber mache sie sich keine Gedanken, wenn sie den Text schreibt; das könne sie mir gar nicht sagen.

          >>Meinetwegen könnten Noten ganz abgeschafft werden.<<
          Falsch, hier müsste eigentlich beschlossen werden, daß Noten ab Klasse 1 wieder Pflicht werden, meinetwegen ab Klasse 2. Dieser lapidare Bildungsgang ist nicht förderlich für Kinder, im Gegenteil.

          • Woher hast Du denn Deine These?

            Wenn Du Dich etwas mehr mit dem Thema Noten beschäftigst, dann wirst Du viele Meinungen finden. Vor allem von Wissenschaftlern, Lehrern und Pädagogen, die allesamt sich gegen das laufende Schulsystem aussprechen.

            Natürlich müssen diese gebildeten Menschen, deren Berufsaufgabe es ist, das Schulsystem zu analysieren und das Wohl von Schülern zu begutachten, falsch liegen, weil Mutti von nebenan der Meinung ist, dass Zucht und Ordnung in die Grundschule gehören #augen.

              • Totschlagargument "weil das immer so war" ist kein Argument.

                • Nein, kein Totschlagargument. Eine Tatsache.
                  Mir geht es auch eher um das hier so und da so.

                  • Aber wenn es nicht mal so und mal so wäre, dann findet flächendeckend eine Gleichmachung statt.

                    Nicht jeder passt in dieses System. Dann bleibt die Frage, warum das System nicht flexibler sein darf ;-).

                    LG

                    • Weil Kinder nunmal Struktur und Regeln brauchen, nicht nur zu Hause, da fehlen Selbige ja oft genug, darum sollte es in der Schule funktionieren.

                      • Aber Struktur und Regeln können doch nicht nur durch Benotung umgesetzt werden ?!

                        Förderung von Individualität ist nicht strukturlos oder regellos - soweit ich das persönlich beurteilen kann, werden Regeln - insbesondere soziale Regeln - an der Schule meines Sohnes weit besser umgesetzt, als an den umliegenden Schulen.

                        Jetzt verrennst Du Dich in Pseudo-Argumente. Es gibt verschiedene Systeme, die ihre Daseinsberechtigung haben. Und das ist völlig in Ordnung so.

                        LG

                        • Ja wie wird es denn umgesetzt? Was genau macht die Schule Deines Sohnes anders? Es ist sicher eine Privatschule? Von Privatschulen, Grundschulen zumindest, rennen die Kinder hier scharenweise weg, direkt in die staatlichen Schulen, weil Regeln und Struktur fehlen. Sicher gibt es Kinder, denen spezielle Schulformen gut tun, weil sie anders sind, Probleme beim Lernen haben oder was auch immer. Für diese Privatschulen darf gern gelten, was will. Aber für die staatlichen Schulen würde ich mir ein einheitliches Schulsystem wünschen, einschl. Noten ab, gut, zumindest Klasse 2.

                          • Meinst Du, wie genau Regeln umgesetzt werden ohne Benotung? Ich verstehe ja immer noch nicht, wie Regeln "nur" mit Benotung umgesetzt werden können. Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun.

                            Es gibt doch überall - in der ganzen Gesellschaft - soziale Regeln, denen die Erwachsenen überwiegend folgen.

                            So ist es auch an der Schule meines Sohnes. Zudem sind genug interessierte Erwachsene da, die es im Griff haben, soziale Regeln, Unterrichtsregeln, Lernregeln umzusetzen.

                            Zur Benotung habe ich ja bereits geschrieben, dass die individuelle Bewertung des Kindes weit mehr Sinn macht, weil es das Kind als Ganzes sieht, den Lernaufwand, die Entwicklung von schlecht zu gut (oder manchmal umgekehrt) und auch die Schwierigkeit für DIESEN EINEN Schüler.

                            Ein Schüler ist kein schlechter Schüler, weil er Leistungen in einem Fach erbracht hat, die "nur" eine 4 rechtfertigen. Denn dieser eine Schüler kann eine tolle Entwicklung durchgemacht haben, oder aber sich selbst sehr diszipliniert haben, für dieses Ergebnis zu lernen und sich durchzubeißen, was ihm vielleicht schwer fiel.

                            So ein Schüler muss kein Aufgeber sein, sondern kann auch auf dem Weg zu viel besseren schulischen Leistungen sein.

                            Eine individuelle Bewertung bewertet die individuelle Leistung des Schülers aus seiner Situation heraus - zumindest soll es so sein - und ermutigt den Schüler, weiter in die richtige Richtung zu gehen.

                            Oder aber bringt ihn von einer faulen Lerneinstellung weg, weil er eben mehr kann als das. Und das alles nicht durch eine mathematische Zahl, sondern Kommunikation zwischen dem Lehrer als Vertrauensperson, der das Wohl des Schülers im Auge hat, und dem Schüler als leistenden Part.

                            So wie Du eure Privatschulen beschreibst, tut mir das leid für die Kids. Aber zum Glück läuft es nicht überall so.

                            Also: Ein Blick über den Tellerrand und etwas Toleranz schadet keinem ;-).

                            LG

              (14) 27.09.17 - 20:28

              Also als ich Mitte der 80er in die Grundschule kam, bekam ich mein 1. Notenzeugnis in der 4. Klasse. Und auch von den anderen Grundschulen um mich rum weiß ich, dass es Noten frühestens ab Klasse 3 gab. "Schon immer" war das also bei weitem nicht so.

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