Fussball - Leistung

    • (1) 24.09.17 - 07:28

      Hallo zusammen,

      wie würdet ihr das bewerten:

      Kind (6 Jahre) spielt seit einem Jahr Fussball, strengt sich sehr an, gehört aber nicht zu den besten. Ist aber immer motiviert und mit vollem Einsatz dabei und hat vor allem Spaß.

      Trainer informiert die Eltern, dass zu den großen Turnieren die stärkeren und fleißigeren Kinder dürfen, die anderen erhalten ihre Spielpraxis bei Freundschaftsspielen. Für mich nachvollziehbar, der Trainer steht ja zwischen vielen Interessen und mir ist bewusst, dass beim Fussball früh ausgesiebt wird.

      Kind darf nun doch mit zu einem großen Turnier, obwohl er eher zu den schwächeren gehört. Begründung: weil er so fleißig ist, sich immer anstrengt und so positiv ist.

      4,5 Stunden Turnier mit insgesamt einer Stunde Spielzeit für die Mannschaft. Davon durfte Kind gerade mal 10 Minuten in 2 Spielen spielen. Am Ende enttäuscht, traurig, weint.

      Fussball ist so, das weiß ich. Aber die Kinder sind 6 Jahre alt?? Die Mannschaft wurde ohnehin letzter, also am Ergebnis hätte sich mit mehr Spielzeit ohnehin nichts geändert.

      Eure Erfahrungen? Wir sprechen von 6-jährigen Kindern.

    Hallo,

    vielleicht hättet ihr euren Sohn etwas besser auf den Tag vorbereiten sollen. Wahrscheinlich hatte er andere Vorstellungen. Aber so wie du es beschreibst, finde ich, hat der Trainer das gut entschieden.

    Mein Sohn spielt aus verschiedenen Gründen in zwei Mannschaften. Eine ist genau seine Altersgruppe, die andere eine Klasse höher. Er weiß, dass er bei den großen nicht so oft zum Einsatz kommt und freut sich aber jedesmal, einfch dabei sein zu dürfen, was nun doch öfters klappt als zuerst vermutet. Da spielt es keine Rolle, ob er 10 Min oder 20 Min spielt... Wir haben das Thema mit dem wenig aktiv mitspielen aber auch vorher besprochen.

    LG

Ich vermute, von denen die gar nicht mitgenommen wurden, gab es auch Tränen. Und hätte der Trainer Deinem Sohn die gleiche Spielzeit gegeben wie allen anderen, hätte es Gemecker von den stärkeren Spielern (bzw. deren Eltern) gegeben.

Ich denke, es ist bei jedem Mannschaftssport mit mehr Spielern als Positionen die gleiche Krux: Du kannst es unmöglich allen Recht machen. Die einen sind traurig, weil sie zuwenig Spielzeit haben, die anderen weil sie nicht auf den prestigeträchtigen Position spielen dürfen, die nächsten weil der X nie den Ball zu ihnen passt.

Es war eine Auszeichnung an Deinen Sohn, überhaupt mitzudürfen, obwohl er die Leistungsklasse (noch) nicht hat. Und genauso würde ich ihm das auch verkaufen. Das die Mannschaft Letzter wird, kann ja vor Turnierende keiner wissen.

Grüsse
BiDi

  • Hallo,

    dein Argument, dass auch die Kinder traurig sind, die gar nicht mit durften, kann ich nachvollziehen. Aber die Kinder sind im Moment der Verkündung mal kurz enttäuscht und bekommen ihren Einsatz beim Teststpiel. Mein Sohn hat gestern 4,5 Stunden lang Enttäuschung erlebt, weil er so Lust hatte zu spielen und den Trainer auch mehrmals gebeten hat.

    Der Trainer lobt meinen Sohn auch viel, wenn er ihm auch realistisch sagt, dass er nicht zu den besten gehört. Aber er findet seine positive Art und seinen Einsatz toll. Das hat er ihm gestern auch gesagt.

    • Also ich würde diese 10 Minuten als Erfolg betrachten. Immerhin hat der Trainer erkannt wie bemüht drin Sohn ist und hat ihn mitgenommen. Er konnte sich ein "richtiges" Spiel seiner !!! Mannschaft ansehen und durfte sogar selbst aufs Feld.
      Auch wenn es "nur" diese zehn Minuten waren, so kann es gut möglich sein dass es nächstes Mal 15 sind. Der Trainer wollte sich vermutlich einfach auch Mal ein Bild machen wie dein Sohn bei einem richtigen Spiel mit macht.
      Daher würde ich meinem Sohn (den ich nicht habe) viel positive Gedanken dazu aussprechen und ihm klar machen dass jeder Mal klein angefangen hat und dass man eben mit kleinen Portionen auch sein Ziel erreichen kann.
      Ich finde das eine sehr wichtige Erfahrung.

      Sich da jetzt rein zu steigern wegen der 10 Minuten und deswegen gleich den Sport aufgeben finde ich falsch solange er eigentlich Spaß hat.
      Man muss so oft für seine Träume im Leben kämpfen um sie zu erreichen und er hat ja im Grunde den nächsten Schritt erreicht. Nun muss er sich eben weiter behaupten beim Training, Einsatz zeigen und dann kann man weiter sehen.

      Frag doch einfach den Trainer Mal wie dein Sohn sich in diesen 10 Minuten geschlagen hat und ob er zufrieden war.

      Mona

      • Danke für Deine Antwort.
        Mein Sohn darf entscheiden, welchen Sport er macht. Bisher hat ihm Fussball immer viel Spaß gemacht, aber so langsam macht sich eben Frust breit, weil er nicht so viel spielen darf, wie er gern möchte. Da sein Freund zum Taekwondo geht, hat er Interesse geäußert, das auch mal auszuprobieren. Von mir gab es nur die Vorgabe: ein Sportangebot, er muss entscheiden.

        Er war jetzt ein gutes Jahr dabei und ich finde es bei so kleinen Kindern durchaus legitim, dass man den Sport dann mal wechselt, wenn man merkt, dass man in anderen Bereichen vielleicht begabter ist. Ich würde auch keinen Sport machen, der mir nicht so sehr liegt, wenn es da noch andere Möglichkeiten gibt.

        Mal abgesehen davon ist es für Kinder sogar von Vorteil, verschiedene Sport- und Bewegungsangebote auszuprobieren (Wahrnehmung, Entwicklung).

        • Da hast du wohl Recht. Wer aber ständig Sportarten wechselt sollte von vornherein nicht damit rechnen weit zu kommen oder bei Turnieren vorn dabei zu sein.
          Meine Kids haben auch alles mögliche probiert. Waren nie bei Wettkämpfen dabei, haben sich aber auch nicht ausgeschlossen gefühlt deswegen.
          Bei dir klang es eher nach einem Ungerechtigkeisempfinden, aber wenn es eh nur Mal so eben Fußball war, dann war die Entscheidung des Trainers ja absolut richtig.

          • Bei 6-jährigen Kinder, die gerade ins Vereinsleben gestartet sind und die erste Sportart ausprobiert haben, sehe ich das noch anders als bei älteren Kindern.

            Ich habe als Kind viele Sportarten ausprobiert. Die Sportarten, in denen ich talentiert war (Volleyball und Leichtathletik) habe ich dann auch länger und mit Wettkämpfen praktiziert.

            Bei meinem Mann war es auch so. Er hat als Kind fast alle Sportarten ausprobiert. Hängen geblieben ist er dann beim Kickboxen und war insgesamt 7 Jahre dabei. Sportlich ist er bis heute und trainiert 3-5 Mal die Woche.

            Man sollte so kleinen Kindern durchaus ermöglichen, sich in verschiedenen Bereichen auszuprobieren.

            Und bei einem 6-jährigen Kind, das nun mehr als ein Jahr Fussball gespielt hat und nun wechseln möchte von "ständig wechseln" zu sprechen, halte ich für überzogen. Ich sehe da eher die Neugier auf andere Dinge.

            Viele Grüße

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