Hochbegabung?

    • (1) 26.09.17 - 10:45

      Hallo,

      nein, um vorab alle Vorurteile aus dem Weg zu räumen, ich bin keine Mutter die meint mein Kind ist schlauer als andere und triezen tun wir ihn auch nicht.

      Es geht um unseren Sohn. Er ist 7 Jahre alt und dieses Jahr in die Schule gekommen. Dass er anders ist als andere wissen mein Mann und ich schon. Durch die Schule ist es aber nochmal deutlicher geworden. Er langweilt sich und stört den Unterricht, wenn es bei anderen etwas dauert bis die Antwort kommt. Laut Lehrerin weißt er ein hohes Allgemeinwissen auf. Lesen und rechnen sind auch kein Problem. Er fühlt sich in der momentanen Lage nicht wohl und weiteres Arbeitsmaterial ist ebenfalls zügig abgearbeitet.
      Gerne würden wir ihn mal testen lassen. Wir brauchen endlich mal Gewissheit, ob er einfach nur fitter ist oder evtl. doch eine HB vorliegt. Kann mir jemand einen Tipp geben wo man einen seriösen zuverlässigen Test (möglichst in Hessen) machen kann.

      Vielen Dank schon mal im Voraus

      • Hallo,
        Tipps kann ich dir keine geben, aber vieles von dem was du schreibst trifft auf meinem Großen zu.

        Schon immer war er irgendwie anders, reifer, interessierter. Ihm fliegt nach wie vor alles zu. Und trotzdem ist er in der 8. und ungetestet.

        "Wir brauchen endlich mal Gewissheit, ob er einfach nur fitter ist oder evtl. doch eine HB vorliegt"

        Wofür braucht ihr denn diese Gewissheit? Unser erster Weg damals war das Gespräch mit der Klassenlehrerin. Da wir Flexa-Klassen haben, dürfte er recht schnell vieles mit den 2. Klässler mitmachen und auch so hatte seine Lehrerin viele Ideen, wie man ihn vernünftig beschäftigen kann. Unsere Schule bietet dann auch Mathe-Unterricht für begabte Kinder (völlig unabhängig von irgendwelche Zahlen auf der Testung. Wer außergewöhnlich fit ist in Mathe, darf mitmachen)

        Und privat haben wir ihn schon immer viel Futter gegeben: Instrument, durch die zweisprachige Erziehung eben eine 2. Sprache, Planetarium, diverse Ferienbetreuungen zum Thema Naturwissenschaften, Museen, Bücher für viel ältere Kinder, Konzerte,...

        Ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass wir irgendwas anders machen würden nach einem Test (egal wie dieser ausfallen würde)

        Er ist jetzt in der 8. und nach wie vor ein außergewöhnlicher Schüler (wurde schon mehrmals von unterschiedlichen Lehrern darauf angesprochen), nimmt an allen Angebote der Schule teil, die zeitlich passen, spielt mittlerweile 2 Instrumente, hat einen großen Freundeskreis und ist so sehr glücklich.

        LG,
        Natalia

        Wofür wollt ihr "endlich mal Gewissheit"?

        Er ist 7, gerade eingeschult und damit teils 1 Jahr älter als manche Klassenkameraden, klar, dass er da evtl. reifer ist.

        Diagnostik würde ich nur anzielen, wenn schwerwiegende Probleme auftreten - nicht aus Spaß an der Freude.

        Der erste Gang wäre dann doch der zum Kinderarzt.

        VG

        • Wenn es schon dazu kommt, dass er im Unterricht auffällt und stört, würde ich das schon im Auge behalten.

          Okay, die 1.Klässler müssen sich auch erstmal einfinden und lernen, das man sich im Unterricht entsprechend verhält, aber dauerhafte Langeweile kann sich sehr negativ auswirken.

          Bei unseren Kindern hat uns eine Leistungsdiagnostik sehr geholfen. Wir wissen, wo Stärken und auch Schwächen liegen, verstehen einige Denk- und Verhaltensweisen sehr viel besser und der Lehrerin hat es auch geholfen, so dass die danach erfolgte Forderung zu mehr Entspannung in allen Bereichen (mehr Ausgeglichenheit, weniger Schusselfehler, weniger Träumerei im Unterricht) geführt hat.

          In der Teststelle wurde mir auch gesagt, dass es schon wichtig ist früh zu erkennen, ob ein Kind evtl. ein hohes Potential hat, denn wenn es nie richtig gefordert wird, lernt es nie, zu lernen und mal an seine Grenzen zu kommen.

          Oftmals kommen solche Kinder dann auch in eine Phase, in der sie abschalten, weil sie den Sinn des Lernens (sie müssen es ja quasi nie) nicht sehen. Mal abgesehen, dass es doch dauerhaft unbefriedigend ist, nur seine Zeit abzusitzen, was dann eben auch zu Verhaltensproblemen, teilweise sogar Depressionen führen kann.

          Also - vielleicht erstmal noch etwas abwarten, mit der Lehrerin absprechen, in wieweit differenziert werden kann und dann kann man ja immer noch eine Diagnostik machen lassen.

      • <<<Er ist 7, gerade eingeschult und damit teils 1 Jahr älter als manche Klassenkameraden, klar, dass er da evtl. reifer ist.>>>

        Das meine ich nämlich auch. Warum ist er erst mit 7 eingeschult worden, er wird ja mit 6 auch schon reif für die Schule gewesen sein. Oder er hat das Jahr gebraucht, um für die Schule reif zu sein, dann würde ich jetzt nicht davon ausgehen, dass er hochbegabt oder anders als die anderen ist. Eben nur etwas älter.

        • Das kann auch durchaus am Stichtag liegen. Bei uns in Sachsen ist das der 30.6. und wenn ein Kind eben zwischen dem 30.6. und dem Einschulungstag geboren ist, dann ist es eben schon 7.

          Und bei uns war es z.B. so, dass wir den Großen, der kurz vorm Stichtag geboren war, sogar haben zurückstellen lassen. Es passte einfach sozial-emotional so gar nicht, obwohl er sehr pfiffig war. Da wussten wir aber auch noch nichts davon, dass ein Testergebnis so hohe Werte hervorbringen würde.

          Auf dieser Basis (sozial-emotional) hat es ihm auch wirklich gut getan und er wäre diesbezüglich ein Jahr eher auch nicht wirklich schulreif gewesen.

          Danke für deine Antwort.

          Er ist mit 7 eingeschult worden da es auch in Hessen einen Stichtag (30.06.) gibt.
          Unser Sohn ist Ende August 7 geworden daher ist er, wie viele seiner Klassenkameraden nun einmal schon 7.
          Letztes Jahr wäre er dann also mit noch 5 eingeschult worden, was aus der Sicht des Sozialverhaltens noch nicht möglich gewesen wäre.

          • <<<Letztes Jahr wäre er dann also mit noch 5 eingeschult worden, was aus der Sicht des Sozialverhaltens noch nicht möglich gewesen wäre. >>>

            Eben das meinte ich ja. Er hatte das Jahr noch Zeit, aber die jetzt 6 geworden sind oder noch sind haben es nicht. Da liegt trotzdem ein gutes Jahr dazwischen, was gerade da wichtig ist. Er gehört zu den ältesten, denke ich mal, und das macht sich schon bemerkbar.

      Danke für die Antwort. Also aus Spaß an der Freude wird hier gar nichts gemacht.
      Diese Entscheidung haben wir wohl überlegt. Das Thema steht nicht erst seit ein paar Wochen im Raum.
      Und mit dem Alter hat das in diesem Fall nichts zu tun. In dieser Klasse sind 2/3 der Kinder bereits 7 Jahre alt. Es gibt sogar 3 Kinder die die Klasse wiederholen.
      Der Gang zum Kinderarzt ist auch keine Option, da die bisher betreuende KiÄ in Ruhestand gegangen ist und der neue Arzt ihn erst seit 1 Jahr kennt.
      Ich wage zu bezweifeln, dass ein Arzt, der das Kind in der Regel pro Besuch nur 10 Minuten sieht, dieses wirklich kennt und einschätzen kann.

      • Und woher willst du die Überweisung bekommen, wenn nicht vom Kinderarzt? Selbstzahler wäre natürlich noch eine Option.

        • Man braucht nicht immer eine Überweisung. Bei uns lief das Ganze komplett ohne Kinderarzt.

          Es gibt eine Stelle des Landes Sachsen für die Begabtenförderung. Dort schreibt man eine Mail hin, beschreibt das Problem und das Kind und sofern sie feststellen, dass da mehr dahinter stecken könnte, bekommt meinen einen Termin zur Testung (der Große hatte den Hawik 4 und die Kleinen den AID) inkl. einem 2. Termin zur pädagogischenBeratung. Anschließend setzen sich die Testerin un Lehrerin nochmal extra zusammen und arbeiten aus, was dem Kind etwas bringen könnte.

          Vielleicht gibt es so etwas in anderen Bundeländern auch ? Und bei der Uni Marburg kann ich mir vorstellen, dass da auch keine Überweisung notwenig ist.

          Ansonsten gibt es wirklich Stellen, die für die Testung privat bezahlt werden, aber mir wäre es das Wert wenn ich wüsste, dass einem Kind damit geholfen wird.

      Hallo,
      also ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen vielleicht kam schon ein ähnlicher Vorschlag.
      Hab ihr eine Vertrauenslehrerin/Beratungslehrerin die evtl auch Kinder auf Begabung/Schwäche testen kann? Dann wäre das vielleicht eine erste Option.

      Alles Gute.

      Stella

Eigentlich sollte es an der Lehrerin sein zu erkennen, auf welchem Stand Dein Sohn ist und ihm entsprechend vertiefendes Material zu geben. Natürlich dauert es immer erst eine Weile, bis sich die Lehrer ein Bild gemacht haben.

In wieweit steht die Lehrerin einer Differenzierung denn offen gegenüber ?

Meine 3 waren / sind auch immer recht fix unterwegs, so dass z.B. die Lehrerin des Großen immer eine Gruppe Kinder, die schon den Stoff verstanden hatten mit Extraaufgaben versorgt hat, die sie in einem anderen Raum, teilweise in Gruppenarbeit, abarbeiten konnten. Das hat ihm schon viel gebracht, denn bei ihm war es der Fall, dass er, je mehr geübt wurde, unkonzentrierter und schusseliger wurde.

Außerdem gibt es die Aufgaben bei den Kleinen (nun 2.Klasse) meistens in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Die Kinder können selbst wählen, welche sie möchten. Natürlich gibt es trotzdem immer wieder Langeweilephasen, aber ich finde, die Beschwerden darüber sind bei uns weniger geworden.

Ansonsten - bezüglich Testung - kannst Du Dich ja erst einmal telefonisch an die DGhK wenden. Die haben Adressen und können für den Anfang sicher schon gute Tips bezüglich der Schule geben. Schau auch mal, ob es Elterngruppen in der Nähe gibt.

Schau auch mal hier, das ist speziell für Hessen

http://www.familien-willkommen.de/Hochbegabung__p_derbsoh.htm

Ganz unten ist ein Link zu Uni Marburg, die IQ-Test anbieten:

https://www.uni-marburg.de/fb04/ag-pp-ep/brain?searchterm=BRAIN


Ansonsten würd emich natürlich auch interessieren, in wieweit Euer Sohn anders ist. Oftmals haben begabte Kinder ja so typische Verhaltensweisen ;-).

Hallo
Bei uns war es ähnlich, aber doch anders. Als Ende Septemberkind kam meine Tochter mit noch 5 in die Schule. Das sie nicht unbedingt wie das durchschnittliche Kind in dem Alter tickte wusste wir. Wir haben es aber erst mal laufen lassen.
Dass das so nicht weiter gehen konnte, wurde schnell klar. Die störte zwar nicht, war aber extrem unglücklich über die gesamte Situation (Kinder in der Klasse mit denen sie nichts anfangen konnte, Unterrichtsstoff,sie konnte sich aufgrund der extremen Überlegenheit nicht so beteiligen wie die es gekonnt hätte,...).
Das hat auch die Schule schnell gemerkt und die waren es dann auch die über passende Lösungsmöglichkeiten nachgedacht haben. Wir hatten da echt Glück. Die Schule und Lehrer sind sehr sehr toll und wir haben es so ermöglicht bekommen dass sie eine weitestgehend tolle Grundschulzeit hatte.
Wir wurden so auch gut beraten zwecks Testung usw. Mit diesem wollten wir erst mal warten bis das Kind selbst Interesse hat. Das kam schneller als gedacht, meinetwegen hätten wir noch warten können. Ihr war es aber sehr wichtig denn es hilft ihr sehr zu verstehen warum sie nicht nur anders, sondern sehr anders, ist.
Wie ist er denn sozial so drauf ?
Es ist schwer irgendetwas zu raten. Die Fälle sind einfach sooo individuell.

LG

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