Wie viel steuert ihr finanziell zur Ausbildung bei?(vor allem bei Studentenkindern)

    • (1) 06.10.17 - 07:55

      Hallo alle,
      vielleicht sind eure Kinder noch zu jung, aber das Schuleforum hat ja was mit Ausbildung zu tun. Ansonsten könnt ihr gern meine Frage verschieben lassen.
      Oft heißt es ja zu recht, dass Kinder erst in der Ausbildung finanziell so richtig "reinhauen". Aber was gebt ihr ihnen denn monatlich? (Vorausgesetzt, es wird kein Bafög gezahlt. Wenn man als Eltern ein nicht abbezahltes Haus hat, kann das ja schon passieren, obwohl die Familie im Alltag gar nicht viel hat.)
      Meine Rechnung bei einem Studenten, der ja meist kein Ausbildungsgehalt bekommt, wäre: WG Zimmer plus Studiengebühr plus Kindergeld. Das wäre für mich so aus der Ferne das Maximum (können natürlich auf den Monat 600€-800€ sein, je nach Uni Stadt). Der Rest müsste durch eigene Nebenjobs abgedeckt werden. Oder ist das noch zu knapp bemessen?
      Was denkt/ zahlt ihr?
      Liebe Grüße!

      • Hallo,

        wenn ich an meine eigene Studizeit zurückdenke, waren Zimmer + Fachliteratur das "schlimmste".

        Ich selbst habe von meinen Eltern nur das Kindergeld und die Krankenversicherung bezahlt bekommen.

        Wohnraum war wirklich ein Problem - es waren neue Studiwohnungen gebaut worden, aber die waren (1) jenseits meines Budgets (2) WG mäßig organisiert - also immer 4er oder 5er Wohnungen, die Nebenkosten wurden pro Person aufgeteilt. Insgesamt heftig teuer und viel Konfliktpotential (Lärm, Putzen, Partys ....). Es gab auch Leute, die von ihren Eltern schicke 1 Zimmer Wohnungen fast auf dem Campus finanziert bekamen, die eigentlich für Professoren konzipiert waren. Ich hatte meistens ein Zimmer zur Untermiete bei Rentnern, dementsprechend "bescheiden" ca. 3-4 Kilometer von der Uni weg. Bei einem durfte ich überhaupt keinen Besuch bekommen, aber es war okay, ich habe regelmäßig in der Mensa gegessen. Das ist "Glückssache", ob man etwas findet und macht mal schnell 100€ - 400€ im Monat aus, je nachdem, wie anspruchsvoll man ist.

        Fachliteratur war bei uns auch megateuer, v.a., weil man immer die neuste Auflage brauchte - kam eine neue raus, war das alte Buch praktisch wertlos, da es nicht mehr den neusten Forschungsstand hatte. Bei uns waren die Standardwerke 1x mindestens als Präsenzbestand in den Bibliothek vorhanden, das half aber nicht viel, da es wirklich Leute gab, die diese entweder ganz entwendeten, oder irgendwo anders in der Bibliothek versteckten. Bei den Juristen gab es einen, der ganze Passagen mit schwarzem Edding unkenntlich machte - daraufhin gab es eine extra "Aufsicht" und beschränkte Öffnungszeiten der Bibliothek. All das führte dazu, dass man eben doch viele Bücher selbst anschaffen musste.

        Ein Arbeitskollege von mir hat ein Kind, das Architektur studiert - das ist ewig kostspielig, da er ständig A0 Ausdrucke braucht, die sehr teuer sind. Was auch doof sind, sind die unbezahlten Praktika in "coolen Stellen" um den Lebenslauf aufzuhübschen. Meine Freundin hat sechs Monate in einer Botschaft in London Praktikum gemacht - und hat das ganze Geld von ihrem Bausparvertrag dafür gebraucht. Also denke auch an sowas.

        GLG
        Miss Mary

        Hallo!

        Deine Rechnung kommt ungefähr hin.
        Wir haben aktuell 3 unserer 5 Kinder im Studium. Wir zahlen unhefähr den Bafög-Satz an die Kinder. Damit können sie gerade so über die Runden kommen (Wohnungen kosten zwischen 350 und 430 pro Studikind bei unseren Kindern).

        Wenn allerdings was extra anfällt (extra Exkursionskosten, oder besondere Krankenkosten oder die Wa-Ma läuft aus, eine Tochter braucht ein ziemlich teures Semesterticket), lassen wir sie auch nicht im Regen stehen, und geben was dazu.

        Dazu verdienen müssen alle 3 etwas, geht gar nicht anders. Je nach Studium ist da mal mehr mal weniger möglich.

        Ja, jetzt sind die Kinder tatsächlich am teuersten.....

        Aber wenn die dann alle fertig sind, müsste bei uns rein rechnerisch quasi der Reichtum ausbrechen :-)
        Dann wird gefeiert und endlich mal wieder ein großer Urlaub geplant...

        Lg, liki

        Unseren großen Sohn haben wir damals (ab 2003) monatlich 750€ zukommen lassen, seine Oma hat aber noch zusätzlich Sponsoring betrieben :-)

        Er hat im Südwesten studiert und wohnte in einer Studentenbude.
        Heute denke ich würde das nicht mehr ausreichen.

        • Hallo!

          Ich denke auch, dass es mit 750€ monatlich eng werden könnte, aber der Bafög-Höchstsatz liegt noch deutlich darunter. Ein Student, der sich nicht selbst versichern muss, bekommt momentan höchstens 649€ Bafög.
          Ich selbst habe Mitter der 90ger Jahr ca. 400€ von meinen Eltern bekommen, das wären heute bei einer Preissteigerung um 30% ca. 530€ - damals bin ich gut mit dem Geld ausgekommen, ich weiß aber nicht, wie weit ich damit heute käme. Allerdings kann ich auch nicht sagen, wie sich z.B. die Preise für ein Mensa-Essen entwickelt haben...

          LG

      Wir werden sehen.
      Unser Ältester hat nun diese Tage mit dem Studium begonnen. Er hat nach dem Schulabschluß (Abi) erst mal eine Ausbildung gemacht, die hat er im Sommer beendet und konnte noch zwei Monate als Geselle dort weiterarbeiten. D. h. er hat sich da einen kleinen Grundstock geschaffen.
      Wohnen kann und will er weiterhin zuhause, da nimmt er lieber die einstündige einfache Wegzeit in Kauf.
      Vorläufig bekommt er von uns jetzt erst mal das Kindergeld - ich denke, sein Erspartes wird die ersten Monate reichen, wie wir das dann weiter händeln, werden wir sehen.
      Er ist zwar relativ sparsam, hat aber ein Auto und Ausgehen am Wochenende will er natürlich auch. Seine Freundin ist derzeit für ein halbes Jahr in Frankreich, die will er natürlich auch mal besuchen.
      Klar werden wir ihn unterstützen, wenn es nötig ist. Aber er wird sich auch selber was dazuverdienen müssen.
      Das Ausbildungsgehalt war bei beiden unserer Kinder genug, daß sie von uns nichts mehr dazu bekamen (vielleicht mal einen kleinen Zuschuß, wenn sie eine größere Ausgabe hatten).

    • Hallo Pommel,

      musste grade grinsen, weil ich mich vor ein paar Tagen mit einer anderen Mutter über das Thema unterhalten habe. Sie hat mich belächelt, weil wir bereits seit ein paar Jahren einen monatlichen Betrag fürs Studium unserer 12jährigen Tochter zurücklegen.

      Sollte sie eine Ausbildung machen, können wir es immer noch sinnlos verprassen :-)

      Meine Eltern haben sowohl meinem Bruder als auch mir das WG-Zimmer bzw. Studentenwohnheim, die Unterrichtsmaterialien und zusätzlich 200,- als Lebensunterhalt gezahlt. Da man im Studium selber dazuverdienen kann, halte ich das tatsächlich schon für ein Luxusleben als Student. Wir haben es jedenfalls so empfunden...

      Insofern denke ich, dass Du mit Deiner Rechnung ganz gut hinkommst...

      Liebe Grüße
      Grizzy

      • so zum belaecheln ist das gar nicht. es ist wichtig schon frueh anzufangen. wer weiss denn schon, was in ein paar jahren kommt. du darfst diese mama dann spaeter belaecheln;-) wir zahlen auch schon, seit der geburt, auf ein extra konto fuer die ausbildung.

    Okay meine Kinder sind noch nicht an der Uni, also ein Bericht von mir....

    Gezahlt haben meine Eltern mein Essen und ich konnte umsonst zu Hause wohnen.
    Meist habe ich auch NOTWENDIGE !!!! Kleidung wie Hosen, Schuhe etc. bekommen, mehr nicht.

    Für alles andere bin ich arbeiten gegangen - einen Abend in der Woche habe ich in einer Kneipe gekocht - das war das wöchentliche Spritgeld. Für Schreibkram, Bücher, Semsterbeitarg, Motorradversicherung, Partyleben etc. bin ich in den Sommersemsterferien im Akkord arbeiten gegangen mindestens 6 Wochen, die sind nämlich steuerfrei!!!! und das lohnt sich.
    Zeitfaktor: Aufwand für Studium war relativ hoch, war eben Maschinenbau.

    (10) 06.10.17 - 22:33

    Ich studiere selbst noch und meine Eltern sind auch zu "reich" . Sobald Mutti nicht zuhause hockt, hast du eigentlich gar keine andere Möglichkeit. Meine Eltern arbeiten eben beide Vollzeit und... naja, über manche Themen könnte man sich ewig aufregen, aber falsches Thema. Jedenfalls: Ich kriege 735€ von meinen Eltern. In den Semesterferien arbeite ich (jetzt nicht mehr, da dann das Kind da ist). Das Geld kommt aber auf einen Bausparvertrag wenn ich dann später ein Haus bauen will. Die 735€ (inkl. Kindergeld) sind schon wichtig. Für uns war eben klar, ich möchte STUDIEREN und nicht bei Aldi an der Kasse sitzen. Sprich: So schnell wie möglich fertig mit dem Studium und dadurch eben monatlich mehr Geld von meinen Eltern.
    Das Geld setzt sich zusammen aus etwa:
    Fixbeträge:
    250€ für die Wohnung (wohne mit meinem Freund in einer wirklich kleinen Wohnung, aber dafür nah der Uni)
    150€ für Essen
    50€ monatlich umgerechnet für Studiengebühren
    100€ Krankenversicherung
    50€ monatlich Vereinsbeitrag + Sachen für mein Hobby
    Der Rest (ca. 150€)wird gespart (z.B. für Waschmaschine, Staubsauger etc., was man halt im Haushalt so braucht) und für Geburtstagsgeschenke, Bücher für das Studium, evtl. mal einen Urlaub etc. Es bleibt nicht wirklich was über, aber es reicht für einen Studenten. Ich trinke aber auch keinen Alkohol sondern ausschließlich Leitungswasser, rauche nicht, gehe nichts ins Kino, essen oder in die Disko usw. . Das sind natürlich Punkte, die die monatliche Rechnung extrem nach oben treiben können.
    Ob jedoch Kindergeld (~200€ meine ich) für Essen, Krankenversicherung, evtl. noch ein Hobby und notwendige Neuanschaffungen reicht, wage ich zu bezweifeln. Das Problem mit den Nebenjobs ist halt, dass sie das Studium verlängern.

Sorry, die blöde Frage, aber ich komme aus Wien. Mein Sohn studiert in Wien und wohnt bei uns, genauso wie er es tat im Gym. Ich bezahle nicht mehr oder weniger, als ich tat, als er Schüler war. Studieren eure Kinder so weit weg von zuhause, dass sie eine Studentenwohnung, WG oder ähnliches brauchen? Oh Gott, das könnte ich mir nicht leisten.

  • (13) 07.10.17 - 01:38

    Mein Sohn ist heuer im Abiturjahr und geht dann ebenfalls studieren. Die nächste Uni ist 3 Autostunden (einfacher Weg) entfernt. Also MUSS er zwangsläufig auswärtig wohnen.

    Wir werden aufgrund der Einkommensverhältnisse keinerlei Studienbeihilfe erhalten, dabei sind wir weiss Gott keine Großverdiener. Die Bemessungsgrundlage ist m.E. ein Witz. Deshalb haben wir seit Jahren monatlich schon Geld für sein Studium zurückgelegt (seit absehbar war, dass er aufgrund seiner schulischen Leistungen vermutlich Abitur/Studium machen wird).

    Wir rechnen mit ca. 800,-- Euro pro Monat Studienkosten (WG-Zimmer, Essen, Jahresbahnkarte zum nach Hause fahren, Handy, etc.. wirklich nur das nötigste vom nötigen) Private WG-Zimmer von ca 10m2 kosten an seinem Studienort locker an die 500,-- pro Monat. Ein Zimmer im Studentenheim zwischen 300-400 Euro.
    Sein angepeiltes Berufsziel verlangt mind 12 Semester, dann muss er aber Arschbacken zusammenkneifen und reinhauen beim Studium.

    Es wird also für uns finanziell echt ein Kraftakt bis er mit dem Studium durch ist. :-( Aber was soll man machen....er hat das Potential und den entsprechenden Berufswunsch. Schliesslich will man ja für sein Kind das absolut Beste, also kneifen eben auch mein Mann und ich finanziell die Arschbacken zusammen...Wehe wenn er dafür dann nicht irgendwann den Nobelpreis nach Hause bringt. :-p

Es wird ja nicht jeder Studiengang an jeder Uni angeboten.

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