IQ TeSt, Begabungstest, LRS

    • (1) 07.10.17 - 06:31

      Hallo Ihr Lieben,

      Meine Nichte, 13 Jahre, hat eine Rechtschreibschwäche- also wenn sie einfach drauf losschreibt, vergisst sie mal nen Buchstaben oder zwei Buchstaben sind "verdreht" (weiß grad nicht wie ich das sonst nennen sollte)
      Sie geht auf die Realschule. Hat aber nicht so gute Noten. Muss jetzt die 7.Klasse wiederholen. Die Eltern wollten sie eigentlich an der Werkrealschule anmelden, aber an dem vor Ort war kein Platz.
      Bisher wurde immer an der Schule ein LRS Test durchgeführt, mit dem Ergebnis, "kein LRS". So wurden die Noten also immer regulär gegeben. (Bei posifovem LRS werden die Noten vorallem in Deutsch dementsprechend gegeben). Das Problem ist, wenn sie den Test macht, dann mcht sie wenig Fehler. Sonst macht sie diese Fehler aber oft, vorallem in der Klausur.
      Dieses Jahr bietet die Schule diesen
      Test nicht mehr an und verwies die Eltern zum Schulpsychologen.
      Die wollen nun zum LRS Test noch einen Begabungstest und einen IQ Test machen und wollen alle bisherigen Zeugnisse sehen. Dürfen die das? Muss man diesen Tests zustimmen? Oder reicht es, wenn man nur den LRS Test verlangt? Meine Schwester möchte den IQ und Begabungstest garnicht machen, das war bisher nie Thema.
      Kann man den Test auch woanders machen lassen, wird der dann von der Schule auch anerkannt?

      Ich hoffe ihr könnt meine Fragen beantworten.

      Liebe Grüße
      Jale

      • (2) 07.10.17 - 07:35

        Guten Morgen!
        Es kommt häufig vor, dass Kinder in isolierten Übungen die Rechtschreibung gut können, aber beim freien schreiben alles vergessen. Mein Großer hat das Problem ebenfalls und der Kleine im Ansätzen. Bei beiden Kindern wird es durch konsequentes Üben aber besser. Der Große geht in die Förderung in der Schule, der Kleine übt mit mir zu Hause.
        Wenn deine Nichte jetzt ein LRS Testung beim Schulpsychologen machen soll, gehört der IQ Test immer dazu! Damit eine LRS anerkannt wird, braucht man eine normale Intelligenz. Sollte eine verminderte Intelligenz vorliegen spricht man von einer allgemeinen Lernschwäche. In diesem Fall werden die Kosten für eine Lerntherapie durch das Jugendamt nicht übernommen.
        Bei einer diagnostizierten LRS kann man versuchen über den Paragraphen 35a eine Förderung zu beantragen.
        Lg Basket

        • (7) 08.10.17 - 18:56

          Das würde bedeuten, dass deine Nichte Förderbedarf im Bereich Lernen hat.
          Die Förderung bei einem Lerntherapeuten würde die Inhalte der Rechtschreibung aufarbeiten.
          Lg

      Hallo,
      das mit der Förderung stimmt, es ist jedoch ein langer und harter Weg, zu dessen Beginn ein SPZ dem Kind bescheinigen muss, dass eine "drohende seelische Behinderung" (Zitat Gesetzestext) vorliegt... Sprich, wenn das Kind sehr leidet...

      Und auch dann ist es ein harter Weg... Der sich jedoch durchaus lohnen kann...

      Alles Gute!

(9) 07.10.17 - 07:43

Hallo,

es ist richtig, dass ein IQ-Test gemacht wird. Ohne einen IQ-Test ist der LRS-Test nicht aussagekräftig.
LG

(13) 07.10.17 - 09:12

Eigentlich gehören diese Tests immer zusammen! Die Diagnose einer LRS gibt es nur bei normaler Intelligenz und normaler Begabung! Eine LRS ist eine Teilleistungsstörung. Bei Deiner Nichte geht es ja im Moment darum, die richtige Schulform zu finden. Mein einer Sohn hat eine sehr schwere LRS und hatte deshalb nur die Realschulempfehlung auf der Grundschule bekommen, da er ja nicht nur b und d, q und p verwechselt, sondern auch mit den Zahlen (3, 8, 6, 9) und Zehner und Einer munter vertauscht hatte...Auch wenn man nicht lesen kann, kann man keine Klassenarbeiten in egal welchem Fach richtig bearbeiten! Bei ihm wurde die Intelligenz aber überdurchschnittlich getestet. Dadurch wussten alle Lehrer, woran sie sind. Der Junge ist nicht dumm, sondern hat eine Teilleistungsschwäche. jetzt ist er auf dem Gymnasium und macht im Frühjahr sein Abitur. Gerade geht es wieder um Tests und Nachteilsausgleich. Wir waren jetzt beim Kinder- und Jugendpsychiater für die Tests, da die Schule einfach nicht an einen Termin beim Schulpsychologen rangekommen ist.
Außer Schulpsychologen testet auch ein SPZ. Bei unserem Sohn wurde dort die richtige Diagnose gestellt, weil er halt auch verhaltensauffällig war in der Schule (fühlte sich nicht verstanden, merkte, dass er anders war)
Je mehr ihr über Deine Nichte wisst, desto individueller kann ihr geholfen werden, von daher würde ich unbedingt alle 3 Tests machen!

  • (14) 07.10.17 - 11:28

    Können sie sie auch in die Hauptachule "schicken" oder nur empfehlen? Und wie bei einer Förderschule?

    • (15) 07.10.17 - 11:53

      "Schicken" im Sinne von zwingen, kann Deine Nichte niemand. Es können Empfehlungen gegeben werden. Aber es hilft Deiner Nichte ja nicht, wenn sie auf einer ungeeigneten Schule ist. Wenn sie eine LRS bei normaler Intelligenz hat, wäre die Werkrealschule wohl die falsche Schulform. Es ist immer gut, wenn man bei einem Kind genau weiß, woran man ist, um es seinen Begabungen und Fähigkeiten entsprechend fördern zu können.

      (16) 08.10.17 - 18:13

      Wo kommt ihr denn her?
      Bei uns ist der Elternwille maßgebend.
      Wir in Rlp haben auch keine Hauptschule mehr.

      Auch ich hätte den iq test empfohlen!

(17) 07.10.17 - 11:36

"Die wollen nun zum LRS Test noch einen Begabungstest und einen IQ Test machen"

Eine sinnvolle Testung auf LRS geht immer auch mit einem Begabungstest einher.
Die Ergebnisse der LRS - Testung müssen in Realation zum Begabungsrahmen gesehen werden. Besteht hierbei eine große Differenz (sprich schlechte Rechtschreibung bei eigentlich guter Begabung) ist eine LRS, also eine Teilleistungsschwäche anzunehmen.
Ist jedoch die Rechtschreibung ebenso wie die Begabung allgemein unter dem Durchschnitt, liegt auch keine Teilleistungsschwäche in der Rechtschreibung vor.

(18) 07.10.17 - 13:04

Hallo,

wir haben den Test bei unserer Tochter vom Jugendpsychiater machen lassen! Und zu einem solchen würde ich an euerer Stelle auch gehen. Es waren glaube ich 5 oder 6 Tests an verschiedenen Tagen jeweils vormittags.

Der IQ MUSS mit ermittelt werden - ist klar. Ein Kind mit IQ 75 wird aufgrund dieses niedrigen IQs teilweise Rechtschreibung etc. nicht verstehen. Ein Kind mit IQ 100 wird aufgrund der vorhandenen Intelligenz das ganz normal verstehen, es klappt aber nicht, weil eben diese LRS vorliegt. Du verstehst, was ich meine?

Meine Tochter hat eine isolierte Lesestörung, das ist ein Teilbereich - so etwas gibt es auch und um herauszufiltern, um welche Störung es sich genau handelt werden verschiedene Tests durchgeführt.

Bei uns kam raus, dass sie bei Mathe SEHR weit über dem Durchschnitt liegt - beim Lesen war es so, dass nur 20 % der Kinder genauso "schlecht" sind wie sie, alle anderen sind besser. Die Indikation war eindeutig und sie bekommt einen Ausgleich, indem sie 10 - 15 Minuten länger bei Schulaufgaben bekommt, um in Ruhe zu lesen, die BUchstaben sind größer und die Lehrkraft darf auf Wunsch auch vorlesen.

VG
Gael


Insofern: ICH würde grundsätzlich nur vom (unabhängigen) Jugendpsychiater testen lassen.

VG
Gael

(19) 08.10.17 - 02:19

Hallo Jale,

ein IQ-Test darf nur mit Zustimmung der Eltern durchgeführt werden und ist in Zusammenhang mit der LRS-Testung auch meines Wissens nach notwendig.

Diese Testungen können auch im SPZ durchgeführt werden. Hat unser Sohn auch hinter sich, wir hatten mehrere Termine, bis das Ergebnis feststand. Das würde ich auch empfehlen.

Sämtliche Berichte und Unterlagen sind an uns gegangen und wurden von uns an die Schule weiter gereicht. Das SPZ selbst hat nichts direkt an die Schule geleitet.

Die Kostenübernahme einer Lerntherapie ist dann noch eine andere Sache und nicht ganz so einfach. #schmoll Wir kämpfen auch weiterhin drum, unser Sohn ist ganz stark betroffen (Legasthenie und Dyskalkulie) und psychisch belastet. Wir zahlen derzeit die Therapie selbst und stehen mit dem Jugendamt in engen Kontakt. #gruebel

Alles Gute für deine Nichte!

LG erdbeerchen

  • Hallo,
    nicht alle SPZ führen LRS-Testungen durch. Manche delegieren das.
    Aber zur Beruhigung sei noch angemerkt:
    Schulpsychologen, Psychiater, Beratungslehrkräfte, das SPZ... Sie alle unterliegen der Schweigepflicht!!
    Schulpsychologe ist eine Qualifikation und bedeutet nicht, dass Daten ohne Schweigepflichtsentbindung weiter gegeben werden.

    Gruß bommelmuetze

(21) 08.10.17 - 13:17

Hallo,

meine Kollegin hat eine LRS, und sie kann sich so sehr konzentrieren, wie sie will, sie macht immer ungefähr gleich viele Fehler. Sie kann auch so viel Rechtschreibung üben, wie sie will, es klappt nicht. (Ihre Mutter hatte mit ihr als Schülerin viel geübt.)
Sie hat übrigens einen Bachelor, obwohl sie in der Schule keinen Nachteilsausgleich hatte.

Da es bei Deiner Nichte besser wird, wenn sie sich konzentriert, finde ich es sinnvoll, sich nicht auf eine LRS zu versteifen, sondern auch anderweitig nach Ursachen zu suchen. Ich finde, das klingt eher nach einem Konzentrationsproblem. In den Klausuren ist sie gedanklich mit dem Inhalt beschäftigt und dann kommt es zu den Fehlern.

LG

Heike

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