Kind hat Übergewicht! Was tun?

    • (1) 11.10.17 - 22:07

      Hallo, mein Sohn (11 Jahre) hat deutlich sichtbares Übergewicht. Sein Bauch und Po haben schon Cellulitis, er hat richtige Brustansätze und mehr Hüftspeck als ich. Sein Gesicht ist so propper, das sogar die Lippen beinahe verschwinden.

      Ich möchte ihm so gerne helfen, das er das überschüssige Fett verliert! Natürlich beginnt es so langsam, das er ausgelacht wird, weil er immer mopsiger wird. Wenn er „rennt“ kommt er kaum von der Stelle!

      Wir achten hier alle auf die Ernährung, essen wenig Kohlenhydrate. Obst und Gemüse gibt es immer. Das Problem ist, das er kaum was isst. Er isst kaum Fleisch, also so gut wie nie. Seine Brotdose kommt unangetastet am Nachmittag wieder mit nach Hause. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann er es das letzte mal gegessen hat! Er isst nicht mal gerne Kuchen oder Süßigkeiten. Da hat er sich noch nie was daraus gemacht.

      Waren schon bei der Kinderärztin. Sie nahm ihm ein großes Blutbild und auch die Schilddrüsenwerte ab. Ich habe Hashimoto...hätte ja auch da was sein können. Nichts. Er hat super Werte.

      Wir sollten zur Ernährungsberatung. Dort war sie mit seinem Essverhalten zufrieden. Er soll aber auch mal Fleisch und so essen, sagte sie. Mag er aber nicht.

      Mein Sohn macht auch Sport. Schwimmen/Rudern/Segeln/Teamsport/Radfahren.

      Woran kann es noch liegen? Er tut mir so leid. Mittlerweile haben wir echt Probleme Kleidung für ihn zu finden. Meist muss er nen Gürtel ummachen, weil die Knöpfe nicht zugehen!

      Habt Ihr Ratschläge?

      Kaki

      • (2) 11.10.17 - 22:29

        Ihr achtet sehr auf Ernährung, fast keine Kohlehydrate, nur Obst/Gemüse?

        Noch dazu isst Dein Sohn nix?

        Na, da lügt sich aber jemand in die Tasche #zitter.

        Von nix essen wird man nicht dick.

        Sprich erst einmal mit Deinem Sohn. Nur weil er das gesunde Essen nicht isst, das Du ihm vorsetzt und einpackst, heißt das nicht, dass er nichts isst #aha.

        Und wenn Du dann weißt, woher er das Essen bekommt, kannst Du da auch erst gegensteuern.

        LG

        • (3) 11.10.17 - 23:09

          Wir essen tatsächlich wenig Kohlenhydrate, viel Obst und Gemüse!!! Die Kinder trinken auch größtenteils nur Wasser, ab und an mal Schorle.

          Ich hatte natürlich auch schon daran gedacht, das er von Schulfreunden mit isst oder sich was leckeres in der Pause oder auf dem Heimweg holt. Mein Kind verneint das zwar, aber kontrollieren kann ich es nicht!

            • (5) 11.10.17 - 23:16

              Ich habe nicht gesagt, das er garnicht isst! Nur die Brotdose kommt IMMER komplett zurück! Er „mag“ es nicht! Haben dann gesagt, er soll es sich selber zusammenstellen! Aber selbst dann kommt die Brotdose voll wieder nach Hause! Nur Müsli isst er, wenn er das mit in der Schule hat!

              Hier zu Hause isst er sehr wenig! Und jetzt wo die Kinder Ferien haben, sehen wir ja, was er isst...

              • (6) 11.10.17 - 23:20

                Ich kann es auch ohne Ausrufezeichen lesen ;-).

                Ich wiederhole mich: Sprich mit Deinem Sohn in Ruhe und bekomme raus, wo er sein Essen her bekommt. Irgendwo muss er Futter haben. Sonst wäre er nicht so deutlich übergewichtig, wie Du beschreibst.

                Bis man fast nicht mehr vom Fleck kommt, muss man schon einige Kilo zu viel haben. Es ist wird also Zeit, ernsthaft mit ihm zu sprechen und zu klären (und am besten abzustellen), wo er das ungesunde Essen her bekommt, das ihn so dick werden lässt.

                LG

              • (7) 12.10.17 - 13:10

                Jetzt wo die Kinder Ferien haben?
                Was war in den Sommerferien? Was in den Pfingstferien? Was in den Osterferien? Was war in...

                Die Kids haben 13 Wochen Ferien im Jahr und da hast Du NICHTS gemerkt bis er so dick geworden ist? #kratz

          (8) 12.10.17 - 12:38

          anders geht es ja gar nicht...

          was Du beschreibst, klingt wirklich nach deutlichem Übergewicht - das geht bei einem gesunden Kind bei fast nichts essen und viel Sport nicht.

          Irgendwo wird er essen - ganz sicher. Und dann leider scheinbar das Falsche...

          LG
          Frauke

          (9) 12.10.17 - 17:32

          Selbst wenn das der Fall wäre, von einer ungesunden Mahlzeit am Vormittag wird man nicht derart übergewichtig!

          Da ist ganz gewaltig was faul...

      (10) 12.10.17 - 08:11

      Bitte geh noch einmal zu einem anderen Arzt oder mach Eurer Beine.
      Ein Schulfreund meiner Tochter ist gerade in stationärer Behandlung wg. einer noch genauer zu analysierenden seltenen Fettstoffwechselstörungen. Man weiß noch nicht genau, welche Lebensmittel die Ursache sind, daher wird nun im Ausschlußverfahren gesucht. Die Mama ist hartnäckig dran geblieben und hat sich von der abfälligen Bemerkung des Kinderarztes von wegen weniger MD und mehr Sport nicht einschüchtern lassen. Sie kennt schließlich ihr Kind und dessen Gewohnheiten am Besten. Nicht immer ist falsches Essen und zu wenig Sport die Ursache und nicht nur die Schilddrüse ist für den Stoffwechsel zuständig.
      Klar könnte es sein, das er heimlich isst, muss aber nicht. Dann müsste das aber spätestens an den Wochenenden/in den Ferien auffallen.
      Alles Gute

      Alles Gute

(12) 11.10.17 - 22:31

Frag bei der Kinderärztin nochmal nach, es gibt verschiedene Programme extra für Kinder/Jugendliche, teilweise aber nur an den größeren Kliniken. Auch die Krankenkassen bieten häufig Programme an.
Ich würde mich mit einer einfachen Blutentnahme bei der Kinderärztin nicht zufrieden geben. Wie hoch sind die Wachstumshormone, der Nüchtern-Cortisol-Spiegel...?
Geh zu einem Kinderendokrinologen und lass ihn nochmals genau durchchecken.
Und dann gibt es extra Kinder-Reha`'s für adipöse Kinder, die sind sehr gut. Versuch aber, dass Du als Begleitperson noch mitkommen kannst (argumentiere damit, dass Du ausführliche Schulungen brauchst), damit Du ihn hinterher zu Hause besser unterstützen kannst!

  • (13) 11.10.17 - 23:10

    Die Kinderendo wäre jetzt auch noch mein nächster Schritt. Mein Endo behandelt leider keine Kinder. Ich werde mal mit unserer Kinderärztin wegen einer Möglichkeit zwecks Reha oder so sprechen!

(14) 11.10.17 - 22:38

Also nach Deiner Beschreibung würde ich ja vermuten, dass Dein Sohn heimlich isst.

Wenn es zu Hause nichts "leckeres" gibt und er zu Hause nichts isst, dann holt er sich vielleicht woanders umso gieriger, was er möchte.

Dann wundere ich mich ein bißchen darüber, dass Dir erst in so spätem Stadium auffällt, dass er immer dicker wird. Müsste man da nicht gleich zu Beginn mal nachforschen, wenn ein Kind scheinbar nichts isst, aber immer dicker wird? Da hätte ich als Mama ganz früh auf der Matte gestanden und nach einer Hormonstörung oder so etwas geforscht.

Aber allein der Satz "Ich kann mich nicht dran erinnern, wann er das letzte Mal was gegessen hat" passt eigentlich nicht so recht ins Bild. Dein Kind kann ja nicht wochen- oder monatelang hungern und Du stehst daneben und sagst nichts? Vor allem nicht, wenn er dann noch zunimmt? Für mich wäre da wirklich die einfachste und logischste Erklärung, dass er woanders isst.

  • (15) 11.10.17 - 23:13

    Wir waren schon vor über einem Jahr bei der Kinderärztin. Sie hat es aber bisher immer damit abgetan, das er halt im Wachstum ist und er nun mal nie ein Schmalhans sein wird. Er hat einen sehr kräftigen Körper und ist groß. Ich sollte mir keine Gedanken machen, es würde sich „verwachsen“!

    • (16) 12.10.17 - 11:09

      Hallo!

      Genau das habe ich von unserer Kinderärztin auch gesagt bekommen, als ich vor gut 2 Jahren die Gewichtsprobleme unserer Tochter bei ihm angesprochen hab. Das war aber noch vor der Einschulung der Kleinen - im Kindergarten war die Verpflegung ausgewogener und die Kids haben sich natürlich noch mehr bewegt. Somit war sie damals nur knapp über dem Normalgewicht. Mit der Einschulung ging sie dann in die Nachmittagsbetreuung der Grundschule, die Verpfegung dort war quasi das Gegenteil von dem, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährungswissenschaften für Schulkinder empfiehlt (4*/Wo Fleisch, wenig frisches Gemüse, so gut wie nie Fisch, dafür aber reichlich Pommes, Nudeln und Bratkartoffeln!), außerdem hatten die Kinder kaum "Auslauf", da die Nachmittagsbetreuung nahezu ausschließlich in einem umfuntionierten Klassenraum stattfand. Somit hatte das Kind innerhalb von 6 Wochen 2kg zugelegt. Aus der Nachmittagsbetreuung haben wir die kleine mittlerweile rausgenommen, aber mittlerweile ist die Kleine natürlich noch schwerer geworden, auch wenn ich zuhause auf eine ausgewogene Ernährung achten.
      Vor ein paar Wochen hatten wir die U10. Die Kleine hat lt. bmi-Tabelle ca. 4-5kg zu viel auf den Rippen. Mein Mann (der das Ganze leider etwas lockerer sieht als ich) war mit unserer Tochter beim Kinderarzt, ich hatte allerdings im Vorfeld schon einmal um eine Notwendigkeitsbescheinigung für eine Ernährungsberatung gebeten (wir sind privat versichert, sollte als von daher kein Problem sein). Die Bescheinigung hat die Ärztin uns zwar gegeben, allerdings hat sie meinem Mann gesagt "Naja, die S. kommt halt nach Ihnen, der Kleine (eher untergewichtig) kommt nach ihrer Frau!" Beim Kleinen hat sie aber bei der U9 gesagt, er wäre untergewichtig (lt. BMI-Tabelle unterer Bereich Normalgewicht). Macht sich die Kinderärztin wirklich bei einem drahtigen kleinen Jungen (der Zwerg ist fit wie ein Turnschuh, springt, rennt und klettert wie ein Weltmeister, im Weitsprung erreicht er fast die gleiche Weite wie seine 20cm größere Schwester, die im Verein LA macht) mehr Sorgen darüber, dass er sehr leicht ist als bei einer sichtbar zu dicken 8jährigen?
      Ich würde mir wirklich jemanden wünschen, der meinem Mann auch mal gehörig den Kopf wäscht. Wenn es nach mir ginge, würde es in unserem Haushalt nur zu Anlässen andere Getränke als Wasser geben, und Süßigkeiten würden auch nur in kleinen Mengen ausnahmsweise gekauft. Mein Mann schleppt Cola, Limo und fertig Apfelschorle an, und klar trinken die Kids das auch. Wenn ich nicht aufpasse, macht mein Mann sogar Limo in die Trinkflaschen für Schule und Kindergarten! :-[
      Bei uns ist also die Ursache bekannt, die liegt hauptsächlich im Kaufverhalten meines Mannes, der Schulverpflegung würde ich nur eine geringe Mitschuld geben. Mein Mann sagt zwar immer, er würde die Süßigkeiten und gesüßten Getränke für die Firma kaufen, dort kommen sie aber nie an - und m.E. war das auch nie so beabsichtigt. Mein Mann steht aber auf dem Standpunkt, dass unsere Tochter die Süßigkeiten, die er überall versteckt, ja nicht essen müsse - zeig mir ein 8jähriges Kind, welches willensstark genug ist, solcher Versuchung zu widerstehen. Klar gibt es Kinder, die nicht so heiß auf Süßigkeiten sind, aber dazu gehören unsere Kinder leider nicht. Und wenn sie eine Schublade aufziehen und unerwartet eine Tafel Kinderschokolade finden, bedienen sie sich natürlich. Und ich kann dann immer die Böse sein, die jede Süßigkeit verbietet...

      Nun ja, du siehst, andere haben ähnliche Baustellen.
      An Deiner Stelle würde ich einmal schauen, was das Kind so mit dem Taschengeld anstellt (wir selbst wohnen Gott sei Dank so ländlich, dass die Kinder nicht ohne unser Wissen in den Supermarkt gehen können, aber wenn die Kleine auf die weiterführende Schule wechselt, wird sich das ändern) und schauen, ob er sich beim Sport wirklich anstrengt oder eher passiv ist. Ich hatte ein ausführliches Gespräch mit einer Frau, die sich auf Kindersport zur Gewichtsreduktion spezialisiert hat. Die meinte, dass übergewichtige Kinder gerade bei Sportarten, wo sie mit vielen anderen Kindern trainieren, eher nicht an ihr Limit gehen und somit deutlich weniger Kalorien verbrennen als ihre normalgewichtigen Mannschaftskameraden.

      LG

      • (17) 12.10.17 - 14:24

        Ich hätte da eine Idee: beantrage für Deinen 8-Jährigen eine Kinderreha und schicke den Papa als Begleitperson mit! Da bekommt er intensive Schulungen über Ernährung und muss so manchen Sport mit dem Kind zusammen machen. Er weiß dann mehr über die Erkrankung, kann sich mit anderen austauschen und dann wird es für Dich/Euch hinterher hoffentlich einfacher.

        • (18) 12.10.17 - 14:28

          Ich schick den Papa erst einmal zur Ernährungsberatung und geb ihm die Rechnung zum Überweisen. Unsere private Krankenversicherung wird dafür die Kosten nämlich nicht übernehmen, das hab ich schon abgeklärt. Und wenn es ans Geld geht, wird ja vielleicht auch der Papa mal vernünftig. Und wenn nicht, komme ich auf deinen Vorschlag zurück.

          LG

      (19) 12.10.17 - 17:38

      Ich würd mir Gedanken machen wenn ich als Mutter so gar nix zu melden hätte bei der Ernährung meiner Kinder!

      Alles macht Dein mann! An allem hat Dein Mann Schuld!
      Dein Mann kauft süßes, Dein Mann kauft Limo, Dein Mann macht die Brotdosen... Dein Mann... Dein Mann... Dein Mann...

      Mach Dir mal Gedanken !!!

      • (20) 12.10.17 - 18:15

        Glaub mir, ich mach mir reichlich Gedanken um die Ernährung meiner Kinder. Die Brotdose für die Schule mache ich schon, und die Trinkflaschen befülle ich auch. Ich koche, ich sorge dafür, dass das Kind mittags etwas sättigendes, aber nicht dick machendes zum Essen bekommt. Aber ich kann einfach nicht rund um die Uhr kontrollieren, was die Kinder so zu sich nehmen. Ich bin immer der Meinung, wenn nur gesunde Lebensmittel im Haus wären, würden die Kinder sie auch essen. Ich versuche ständig, der Familie eine gesunde, vollwertige Kost vorzusetzen, aber ich habe so langsam keine Lust mehr, mich hier aufzureiben. Ich kann es einfach nicht alleine, wenn mir der Wind ins Gesicht pustet. Manchmal denke ich tatsächlich schon daran, meinen Beruf aufzugeben - halbtags arbeiten geht leider in meinem Job nicht - zumindest nicht nur vormittags. Aber dann fehlen ungefähr 2/3 unseres Haushaltseinkommens.

        Und ich muss leider tatsächlich sogar die Hauptschuld an den Ernährungsgewohnheiten unserer Tochter meinem Mann geben. Das Ganze fing nämlich schon an, als die Kleine noch Brei bekam. Ich bin mit dem besten Willen an die Ernährung unserer Kleinen gegangen, hab mich an alle Empfehlungen gehalten... Mit 6monaten bekam unsere Tochter einen Halbmilchreisbrei, nach und nach haben wir den Milchanteil erhöht, aber es blieb bei einem frisch zubereiteten zuckerfreien Reisbrei. Die Kleine hat den auch problemlos gegessen, war alles kein Problem. Aber nach ein paar Monaten, wollte unsere Maus den Brei nur noch vom Papa. Bei Papa wurde die Portion problemlos weggefuttert, bei mir blieb die Hälfte stehen. Es hat eine Weile gedauert, aber irgendwann wußte ich, was das Problem war: Papas Reisbrei wurde lecker mit Ahornsirup gesüßt, meiner war naturbelassen. Natürlich war ich da stinksauer und es hing erst einmal der Haussegen schief, das hat aber meinen Göttergatten nicht besonders beeindruckt. Als das Kind knapp 1 Jahr alt war, kam er mit ihr voller Vaterstolz vom Sportplatz zurück: "Stell Dir vor, die S. kann schon Gummibärchen essen! #huepf" Statt zu unterbinden, dass das Baby von einem anderen Kind mit Gummibärchen gefüttert wird, war der Mann sogar stolz darauf, dass sie die essen konnte. Auf der anderen Seite waren Kirschen oder Weintrauben mit Schale natürlich noch mit 2 viel zu riskant, da entfernen wir vorsichtshalber die Schale (hast du schon einmal Kirschen geschält?) und die Kerne...
        Nun ja, soviel nur zur Babyzeit, jetzt geht es weiter in der Gegenwart:
        Da mir das Gewicht unserer Tochter wirklich große Sorgen bereitet, versuche ich natürlich alles, damit das Kind wieder normalgewichtig wird. An meinem freien Tag koche ich mittags nur für uns beide ein möglichst leichtes Mittagessen, ich koche beutelweise Essen zum Einfrieren, damit das Kind auch an den Tagen ein kalorienarmes aber sättigendes Mittagessen bekommt (in der Schule isst sie nur wenig), ich koche sogar abends nach der Arbeit noch, damit das Kind nicht das falsche isst. Ich kaufe Schlösser für unseren Süßigkeitenschrank und fürs Eisfach, damit sich die Kinder nicht ungefragt bedienen, backe für die Große zuckerfreie Kekse...
        Und was macht der Papa? Wenn er seinen freien Tag hat und nachmittags die Kinder betreut, esses sie zum Mittagessen Kartoffelbrei UND Klösse mit Soße, Spaghetti Bolognese, Bratwurst mit Bratkartoffeln... Und wenn mein Mann tatsächlich einmal selber etwas kocht, deckt man meist den Tageskalorienbedarf mit einer Portion.

        Glaub mir, ich mach mir Gedanken genug, aber ich hab diesbezüglich das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen.
        Aber Du hast bestimmt eine Idee, wie ich verhindern kann, dass die Kinder die Mengen an Süßigkeiten, die mein Mann so anschleppt, nicht maßlos in sich hinein stopfen. Der abschließbare Schrank hat leider nicht so viel gebracht, das Schloss hatte meine Tochter gleich geknackt.Verstecken funktioniert auch nicht besser. Und ich rede hier nicht von einer Tüte Gummibärchen und 2 Tafeln Schokolade. Vor ein paar Monaten habe ich einmal alle Süßigkeiten, die ich so im Haus finden konnte, zusammengetragen - eine große Lidl-Tasche hat nicht gereicht!
        Mir fällt als einzige Möglichkeit noch ein, dass ich mich von meinem Mann trenne und das alleinige Sorgerecht für die Kinder beantrage - will ich das meinen Kindern antun? Und wird mir das ein Richter zusprechen, "nur" weil mein Mann den Kindern Süßigkeiten gibt? Ich glaube nicht!
        Aber jetzt her mit Deinen Ideen. Du weißt es ja so gut!

        LG

        • (21) 12.10.17 - 22:03

          Ich kann dich verstehen. Unsere Kinder sind zwar normalgewichtig, aber was den Gegenwind vom Papa angeht, mache ich ähnliche Erfahrungen. Ich schränke den Zugriff auf Süßigkeiten ein, Papa futtert nen Schokoriegel und reicht jedem Kind auch einen, obwohl er weiß, dass beide ihre Ration für den Tag schon bekommenh haben. Ist nur ein Beispiel. Ich weiß, wie schwer es ist, da gegenzusteuern.

          Wenn Du merkst, dass Du "mit Gewalt" nicht weiterkommst, dann würde ich einfach mal versuchen, am Bewusstsein des Kindes zu arbeiten. Gerade bei 8jährigen kann man da doch noch ganz viel erreichen. Wenn sie die Ernährungsumstellung nicht von Dir aufgedrückt bekommt, sondern sich dafür entscheidet, dann wird es auch klappen. Und sie hat vielleicht auch bessere Karten den Papa ins Boot zu holen als Du, wenn die Fronten schon so verhärtet sind.

          • Das funktioniert mal ne Weile, aber irgendwann wird dann auch der Neid auf den Kleinen Bruder, der rappeldürr ist und sich natürlich munter an allem Süßen bedient, übermächtig. Eifersucht ist momentan ohnehin immer ein Thema, und Rücksicht kennt ein 5jähriger eben noch nicht (unser indiesem Fall jedenfalls noch nicht). Wie oft hat dieses kleine Mädchen schon weinend vor mir gestanden und auf den Papa geschimpft, weil der wieder die Lieblingsschokolade mitgebracht hat und den Verzicht so schwer gemacht hat. Mir tut das Kind ja auch leid, wenn ich alle Süßigkeitn verbieten muss, aber genauso leid tut sie mir, wenn sie im Sport nicht mithalten kann. Und ich weiß natürlich um die Folgen von Übergewicht...:-(
            LG

            • Dann klär den kleinen Bruder gleich mit auf. Nur weil man dünn ist, sollte man sich doch nicht übermäßig von Süßigkeiten ernähren. Sich ausgewogen zu ernähren hat viel wichtigere Gründe als die Kilozahl auf der Waage.

              Wenn Deine Tochter weint, weil Papa ihre Lieblingsschokolade mitgebracht hat (ich nehme an, sie hat geweint, weil sie sie gegessen hat, nicht weil er sie gekauft hat?), dann schick sie damit zu ihm. Mit 8 Jahren sollte sie in der Lage sein, ihren Vater um Unterstützung zu bitten.

              Alle Süßigkeiten zu verbieten fördert nur den Heißhunger, das macht keinen Sinn. Ich hab schon mit stark adipösen Jugendlichen gearbeitet, die haben ihre Pläne bekommen, in die immer auch Zucker eingebaut war, damit sie nicht in die Heißhungerattacken geraten. Und ganz wichtig sind ausreichend viele Mahlzeiten. Vielleicht lasst Ihr Euch da noch mal gemeinsam beraten?

              Und dann natürlich täglich gemeinsam Sport machen, das tut allen Familienmitgliedern gut.

              • Der Kleine Bruder hat den Vorteil, dass seine Essensvorlieben insgesamt deutlich gesünder sind als die seiner großen Schwester. Während ich bei der Großen immer überlegen muss, was ich ihr in die Brotbox machen kann, damit sie es isst und ich dabei kein schlechtes Gewissen haben muss (klar, ein Fertigjoghurt ginge immer, Brot und Rohkost mag sie gar nicht, bei Obst ist sie recht wählerisch), ist das z.B. beim Kleinen ganz einfach: Eine Scheibe Vollkornbrot (oder Knäckebrot) mit etwas Butter, dazu reichlich Obst und Rohkost, damit ist er mehr als zufrieden - und wenn etwas übrig bleibt, ist es das Brot. Bei der Ernährung verzeiht der Körper Süßigkeiten eher, als wenn die Essensvorlieben schon weniger gesund sind.

                Aber ich geb dir Recht, auch der Kleine sollte nicht maßlos Süßes essen - auch wenn er noch so ein dünner Hering ist. Irgendwann wird es sich auch bei ihm rächen. Aber das zu vermitteln ist natürlich auch wieder schwierig, wenn dem Vater eine gesunde, vollwertige Ernährung am A... vorbei geht.
                Die Ernährungsberatung ist allerdings schon angeleiert, da muss ich jetzt erst einmal ein Ernährungsprotokoll erstellen, und dann machen wir einen Termin mit der Beraterin. Und an diesem Termin werden wir ALLE hingehen. Mit dem gemeinsamen Sport ist das hingegen so eine Sache - mein Mann und ich kommen beide erst spät von der Arbeit, 2* in der Woche werden die Kids nachmittags von einer Tagesmutter betreut, ansonsten ist immer nur einer von uns bei den Kids. Und abends um 19:00 mach ich mit einem 5jährigen keinen Sport mehr. Bewegungsmangel ist bei uns aber auch nicht das Hauptproblem, die Kinder machen beide Sport, die Große zusätzlich zum Schulsport 5 Stunden in der Woche, der Kleine 2 Stunden (der ist aber im Waldkindergarten, da ist er ja ohnehin den ganzen Tag in Bewegung ;-)), und am Wochenende versuchen wir uns auch zu bewegen. Aber unter der Woche klappt es einfach nicht.

                LG und Danke für deine Anregungen.

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