Zeugnis 1. Halbjahr / 2. Halbjahr

    • (1) 15.11.17 - 08:14
      Inaktiv

      Huhu,

      vorneweg: es ist nichts Schlimmes, ich habe KEIN Problem, es interessiert mich einfach nur, wie es woanders gehandhabt wird, weil ich es bisher nicht kannte.

      Ich habe letzte Woche erfahren (von einer Lehrerin), dass an der weiterführenden Schule meines Sohnes im kommenden Schuljahr eine Art Blockunterricht gemacht wird (ich glaube, es heißt "epochal"). Ein Fach wird nur in einem Halbjahr unterrichtet, im zweiten Halbjahr gibt es dann ein anderes Fach. Also beispielsweise 1. Halbjahr Chemie, 2. Halbjahr Physik. Im Zeugnis des 2. Halbjahrs stehen aber beide Fächer und die Noten aus dem 1. Halbjahr sind auch versetzungsrelevant (ist ja auch irgendwie sinnvoll).

      Auf der anderen Seite sind in NRW die Noten in den anderen Fächern immer auf das jeweilige Halbjahr bezogen, in dem sie geschrieben werden. Bisher war es auch so, dass ein Fach, was nur in einem Halbjahr unterrichtet wurde, auch nur in dem einen Halbjahr auf dem Zeugnis stand (z. B. Medienunterricht) und im anderen Halbjahr gar nicht erwähnt wurde.
      In NRW gibt es ein Zeugnis 1. Halbjahr und 2. Halbjahr (steht auch so auf dem Zeugnis). Die Noten vom ersten Halbjahr fließen nicht direkt in das vom 2. Halbjahr ein, es handelt sich um zwei getrennte Bewertungen. („Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer entscheidet über die Note in ihrem oder seinem Fach und begründet diese in der Versetzungskonferenz auf der Grundlage der Leistungen der Schülerin oder des Schülers im zweiten Schulhalbjahr.“)

      Es ist in NRW damit theoretisch möglich, in einem Halbjahr eine 2 und im anderen eine 5 zu haben. (Im Netz steht: der Lehrer kann eine Gesamtentwicklung berücksichtigen, aber er hat da Spielraum, da es eben kein arithmetisches Mittel ist.)

      Bei diesem aufgeteilten Unterricht ist es wohl aber so, dass beide Fächer im Zeugnis des 2. Halbjahres enthalten sind, auch wenn sie nicht in diesem Halbjahr unterrichtet wurden, und eben versetzungsrelevant sind (alles andere wäre auch komisch).

      Meine Fragen dazu:
      - Ist so ein "epochaler" Unterricht üblich? Habt ihr das auch?
      - In Bayern gibt es m. Wissens nach ein Zwischenzeugnis (aktueller Zwischenstand) und ein Jahreszeugnis, in dem die Noten des gesamten Schuljahrs einfließen. Ist das noch so? Wie werden die Jahresnoten berechnet? Halb/halb?
      - Wie ist das in anderen Bundesländern? Zeugnisse der Halbjahre getrennt oder zusammen als Gesamtjahresnoten?

      LG

      Hanna

      • (2) 15.11.17 - 08:26

        Also ich kann dir jetzt nur deine Frage zu Bayern beantworten, beim Rest kenne ich mich nicht aus.

        Bei uns ist das Zwischenzeugnis ein reiner Zwischenbericht, fürs Jahreszeugnis werden alle Noten des Schuljahres (also aus beiden Halbjahren) berücksichtigt und entsprechend der Schnitt berechnet. Es gibt die Leistung des gesamten Schuljahres wieder, nicht nur die des 2. Halbjahrs.

        • (3) 15.11.17 - 08:59

          So kenne ich es von früher auch. Das hat ja Vor- und Nachteile, je nachdem, ob man sich verbessert oder verschlechtert. In Bayern hat man länger die Möglichkeit, auszugleichen, aber eine schlechte Note zieht sich halt auch bis zum Ende durch.

          • (4) 15.11.17 - 09:08

            Ja, genau. In meinen Augen ist es korrekter so, weil es die wirkliche Leistung besser wiedergibt und Ausrutscher besser ausgleichen kann (aber vielleicht bin ich es auch nur so gewohnt)

            Aber was mich interessieren würde: Spielen denn dann die Leistungen im ersten Halbjahr überhaupt eine Rolle? Fällt man nur mit den Noten des 2. Halbjahres durch?

            • (5) 15.11.17 - 11:28

              Theoretisch ja, ob es praktisch vorkommt, weiß ich nicht.

              Beispiel von meinem Sohn:
              1. Halbjahr in Sport: Schwimmen, Note 1.
              2. Halbjahr in Sport: Basketball, Fußball, Note 3.

              In Bayern hätte er im Jahreszeugnis eine 2 gehabt, bzw. für eine 3 im Zeugnis hätte er im 2. Halbjahr 4er und 5er haben müssen (was nicht der Fall war, er hatte als Einzelnoten 2,3,3 genannt bekommen). Hier stand wirklich im 1. Zeugnis eine 1 und im 2. Zeugnis eine 3.

              Es ist so beschrieben:
              "Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer entscheidet über die Note in ihrem oder seinem Fach und begründet diese in der Versetzungskonferenz
              *** auf der Grundlage der Leistungen der Schülerin oder des Schülers im zweiten Schulhalbjahr. ***

              Dabei ist die Gesamtentwicklung der Schülerin oder des Schülers während des ganzen Schuljahres und die Zeugnisnote im ersten Schulhalbjahr zu berücksichtigen, sofern die Ausbildungs- und Prüfungsordnung nichts anderes bestimmt.

              Insofern muss bei der Bildung der Endnote das gesamte Schuljahr Berücksichtigung finden. Entscheidend ist jedoch der Begriff "Gesamtentwicklung", der eine bloße Zusammensetzung der Note durch Bildung des arithmetischen Mittels aus zwei Halbjahrsnoten ausschließt und der Lehrkraft pädagogisch zu nutzende Entscheidungsspielräume eröffnet."

              Also hat der Lehrer einen Ermessensspielraum nach oben oder unten, Grundlage sind allerdings die Leistungen im 2. Halbjahr. Da Kombinationen wie 1,1,1 und 5, 5, 5 eigentlich nicht vorkommen, ist es selten dramatisch.

              Mein Sohn hatte aber in einem Fach die Noten 2, 1, 2 im 1. HJ und 2, 3, 4 im 2. HJ und hatte im Zeugnis für das 2. Halbjahr eine 3, in Bayern wäre das wohl trotzdem noch die 2 gewesen. Da die Klausel mit den "Entscheidungsspielräumen" sehr schwammig formuliert ist, weiß man auf jeden Fall nicht genau, wie sich diese Note zusammensetzt.

      Hier auch NRW und das gleiche in grün. Wir müssen für unseren Großen einen Zettel unterschreiben, dass er z.b. mit einer 5 im ersten Halbjahr sitzen bleiben kann, obwohl er das Fach im 2. Halbjahr überhaupt nicht hatte.

    (8) 15.11.17 - 09:00

    Guten morgen,

    wir kommen auch aus NRW und unser Sohn geht in die 6. Klasse einer Realschule.

    Bisher ist uns davon nichts bekannt, allerdings wurden in der 5. Klasse alle Fächer im 1. und 2. HJ. unterrichtet.
    Jetzt in der 6. hat er z.B. Physik, aber kein Erdkunde. Ob sich das zum 2. HJ ändert, weiß ich bis jetzt nicht. Gehe aber nicht davon aus, da dann ja eine Information hätte erfolgen müssen, bezüglich der Versetzung.

    LG
    Tanja

    Ist hier so:
    Chemie und Physik in Doppelstunde und dafür 1/2 Jahr.
    Bio und Geschichte ebenfalls epochal im 2. Halbjahr auch für 1/2 Jahr.
    Die Halbjahresnote steht dann zum Ganzjahreszeugnis.

    Grund hier: Es gibt nicht genügend Lehrer in den obigen Fächern. In der 6. Klasse Gym. wurde beispielsweise gar kein Chemieunterricht erteilt. Dafür muss unser Sohn jetzt in der 7. Klasse den Stoff der 6. und 7. in 1/2 Jahr wegen des epochalen Unterrichts lernen.

    Was mich ärgert, Musik und Kunst wird ganzjährig unterrichtet und auf einem sehr hohen Level.....das Gymnasium ist aber kein musisches Gymnasium.

    • Nachtrag

      Prozentual wird Chemie und Physik schriftlich zu 40% gewertet. Mündlich zählt also mehr. Sollten Kinder nun eine 5 im Februar erhalten (Nebenfach), so können sie diese nicht verbessern, da diese im Sommer dann auch im Zeugnis steht. Für einige sehr schwierig....

      • (11) 15.11.17 - 09:33

        Ja, interessant ist dabei schon, dass ich quasi im 1. Halbjahr eine 5 haben kann und alle anderen Fächer OK sind. Aber im 2. Halbjahr kommt ein neues Fach, wo ich prinzipiell auch schlecht sein kann und da kommt die schlechte Note dann "on top" und es sind dann am Ende eben zwei 5er.

        Klar, alles sehr theoretisch, aber bei einem halben Jahr hat man nicht viel Zeit, Ausrutscher auszubügeln...

        Aber, wie gesagt, ich wollte mich nicht beschweren, ich wollte nur wissen, ob das üblich ist. Meines Erachtens ist es dadurch bedingt, dass man in G8 möglichst viel Stoff unterbringen muss und nicht so viele Lehrer hat. Und auch aus didaktischer Sicht sind zwei Stunden pro Woche sicherlich besser als nur eine.

        • (12) 15.11.17 - 09:38

          Hier ist G9 und auch da sind Fächer epochal (Geschichte/Erdkunde und Physik/Chemie z B.).

          klar, 2 Stunden bringen immer mehr. Ist hier bei uns üblich. Sämtliche Fächer werden in Doppelstunden unterrichtet. Beschweren kann man sich nicht und was würde dies auch bringen. Da müssen die Kinder einfach durch.
          In diesen Fächern werden meist auch nur 1 Arbeit geschrieben.....wenn schon epochal, könnte man dieses evtl. abändern. Dieses reicht aber vermutlich von der Lehrzeit nicht.

(15) 15.11.17 - 09:35

Hallo,
selbst zu meiner Schulzeit (Abi 1995, NRW) gab es schon Epochalunterricht. Und die Note des Faches, welches im 1. Halbjahr unterrichtet wurde erschien auf dem Endzeugnis der jeweiligen Klasse.

Bei meinen Kindern (Gymnasium, NRW) ist es immer noch so. Bei der Klassenpflegschaftssitzung wurde sogar explizit darauf hingewiesen, dass die Noten der Epochalfächer des ersten Halbjahres genauso wichtig für die Versetzung sind wie die des 2. Halbjahres.

Und das Zeugnis des zweiten Halbjahres setzt sich aus den Noten des ersten und zweiten Halbjahres zusammen. Dbaie werden die Noten des zweiten Halbjahres stärker gewichtet aber die Note des ersten Halbjahres kann die Zeugnisnote beeinflussen. Z.B. steht eine KInd im ersten Halbjahr in Deutsch auf einer 3 und im zweiten Halbjahr auf einer 3-/4+ wird eher die 3 auf dem Zeugnis stehen.

Liebe Grüße
mckiki

  • (16) 15.11.17 - 11:36

    Ich bin nicht in NRW zur Schule gegangen und kenne das aus meine Schulzeit nicht.

    Die Zusammensetzung der Noten am Ende des Schuljahres ist in Bayern anders, da zählen alle Noten im Laufe des Schuljahres gleich in die Endnote, natürlich mit unterschiedlicher Gewichtung von schriftlich und mündlich, aber es ist egal, in welchem Halbjahr die Note geschrieben wurde.

    Es steht hier in NRW auch auf dem Zeugnis "Zeugnis 2. Halbjahr" und nicht "Jahreszeugnis".

(17) 15.11.17 - 09:36

Hier, in Niedersachsen, gibt es kein "Zeugnis 2. Halbjahr". Es gibt nur

-Zeugnis 1. Halbjahr
-Zeugnis des gesamten Schuljahres.

Epochalen Unterricht gibt es auch, z B. Chemie/Physik. Die Chemienote des 1. Halbjahres steht selbstverständlich im Zeugnis des Ganzjahreszeugnis.

VG

(18) 15.11.17 - 09:55

In BW gibt es kein Zeugnis 1. Halbjahr, es gibt nur nach dem 1. Halbjahr eine Halbjahresinformation, hier gibt es dann auch halbe Noten, z:B. 2,5 .
Die Noten zählen alle das ganze Jahr durch.

Gruß chantalele

(19) 15.11.17 - 12:11

Hallo
Ja das gibt es in BW auch. Die Halbjahresinformation ist der Stand vom Halbjahr, dann läuft es ganz normal weiter und am Jahresende ist es dann eben der Stand vom Jahresende. Ich wusste ehrlich gesagt auch nicht, dass das nicht überall so ist #gruebel
Dass man den epochalen Unterricht beide Male vorfindet, ist für mich daher auch nur logisch.
Zum Halbjahr steht bei dem einen Fach halt nur "---" und am Schuljahresende dann eine Note.

LG

  • Interessant mit der Halbjahresbeurteilung! Hier in Niedersachsen gibt's ein richtiges Zeugnis, sieht aus wie das Ganzjahreszeugnis, nur halt für das 1. Hj.! Verrückt, wie unterschiedlich das gehandhabt wird!

    • Ich habe gerade extra nochmal nachgeschaut, optisch unterscheidet es sich kaum bzw. überhaupt nicht. Nur steht zum Halbjahr "Halbjahresinformation...." und am Schuljahresende "Zeugnis...".
      Ach ja, ich bin froh wenn ich wenigstens für unser Bundesland den Durchblick habe. Schlimm was es da für Unterschiede gibt.

(22) 15.11.17 - 13:42

Bei uns erstreckt sich das sogar über 2 Schuljahre:
Die Endnoten aus der 5. Klasse Geographie und Politische Bildung stehen auf dem Übertrittszeugnis. Dieses Schuljahr werden stattdessen Physik und Geschichte unterrichtet. (Brandenburg, Grundschule, Ü7)

(23) 15.11.17 - 13:51

Hallo!
Ich selbst bin in Niedersachsen zur Schule gegangen, und da gab es diesen Epochalunterricht schon vor über 30 Jahren. Bei uns stand dann die Note aus dem ersten Halbjahr mit im Endzeugnis und war auch versetzungsrelevant. Allerdings waren die Noten im 2. Zeugnis auch immer Ganzjahresnoten, d.h. die Noten aus dem ersten Halbjahr flossen in die Endnote mit ein.
LG

Hallo,
Epochaluntrrricht heißt hier (SH), dass das Fach nur ein Halbjahr unterrichtet wird, aber dafür mit doppelter Stundenzahl. Steht ein Fach nur einstündig in der Stundentafel, dann wir ein Halbjahr zweistündig das Fach unterrichtet. Damit ist dann auch die Versetzungsrelevanz gerechtfertigt, denn die Gesamtstundenzahl des Faches ist lediglich kompakter verteilt.
Gruß Petra

(25) 15.11.17 - 14:49

Das Schulministerium hat offensichtlich noch nichts davon gehört, dass das 1. und das 2. Halbjahr vollkommen getrennt bewertet werden... das ist nämlich schlicht und ergreifend Quatsch. Ausnahme natürlich die Oberstufe mit Punktesystem.
Es darf auch nicht das arithmetische Mittel aus beiden Halbjahren gebildet werden, sondern es müssen wirklich alle Noten des SchulJAHRES berücksichtigt werden. Mit einem gewissen pädagogischen Spielraum, wenn die Entwicklung stark nach unten oder oben geht.
Und - oh Wunder - das gilt in allen Bundesländern.

Beim epochalen Unterricht werden die laut Stundentafel vorgesehenen Wochenstunden erteilt. Nur eben über einen kürzeren Zeitraum. Stehen also 2 Wochenstunden in der Stundentafel, werden in einem Halbjahr dann 4 Wochenstunden erteilt. Dafür werden in der Regel häufiger Tests geschrieben, damit ein ähnliches Leistungsbild erhoben werden kann wie bei ganzjährig unterrichteten Fächern. Deshalb ist die Note auch versetzungsrelevant. Und das passiert eben nur zum Endjahr.
Ausnahme: Die Stunden können gar nicht erteilt werden, also auch nicht epochal. Dann wird aber eine Ausnahmegenehmigung beantragt, dass das Fach gar nicht benotet wird.

Gilt übrigens auch für alle freien Schulen aka Ersatzschulen, die zu einem staatlich anerkannten Abschluss führen.

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