Zwang zum Arbeiten in Freistunde

    • (1) 16.11.17 - 06:14

      Hallo alle zusammen,
      Unser Kind geht zusammen mit einem weiteren Kind seiner Klasse, 3. KLASSE nicht in rReligion. dieses Jahr liegen die beiden Religionsstunden sehr ungünstig und zwar an einem Tag in der zweiten und an einem anderen Tag in der dritten Stunde. Unser Kind muss dann in eine andere Klasse gehen wo die Lehrerin in Zusatzaufgaben zum Üben gibt.
      wir hatten schon versucht dass unser Kind in dieser Zeit sinnvoll ein paar Hausaufgaben erledigen kann doch leider war da mit den Lehrern nichts zu machen denn sie haben Angst dass sich die Eltern der Religionskinder beschweren denn die können ja in dieser Zeit keine Hausaufgaben erledigen und fühlen sich dann im Nachteil. das müssen wir wohl akzeptieren doch unser Kind bekommt nun Zusatzaufgaben von der Lehrerin und sie macht ihm auch Druck sagt z.b. ach du hast ja erst so wenig erledigt und erledige noch die und die Aufgaben und beeile dich auch dass du was arbeitest und ich entscheide hier was du arbeitest nicht du. natürlich schadet ein bisschen üben nicht dennoch ärgert es uns denn es ist ja immerhin seine freistunde und wir finden es nicht in Ordnung es sollte doch auch möglich sein einfach etwas zu malen zu entspannen oder zumindest diese Zusatzaufgaben ohne zusätzlichen Druck von der Lehrerin zu erledigen und eben das zu machen was man schafft auch wenn es langsam ist. wie ist sowas bei euch an den Schulen geregelt und was meint ihr dazu?
      Liebe Grüße

      • Was und wann haben denn die Kinder, die nicht Religion haben für Ersatzunterricht? Typischerweise sollte das doch Ethik sein? Bei uns wird unterschieden in Ev., RK und Ethik (alle die anderen oder keiner Religion angehören, wobei die auch Religion wählen konnten). Der Unterricht findet nicht zeitgleich statt, sodass mal die einen und mal die anderen Freistunden haben. Wird bei Euch kein Ethik (o.ä.) angeboten, weil es z.B. nur diese 2 Kinder der Jahrgangsstufe betrifft, haben die betroffenen Kinder mitnichten eine Freistunde, sondern anderen Ersatzunterricht und ja, da müssen sie was tun und nicht nur gechillt ein paar Übungsblättchen nach Lust und Laune bearbeiten, schon gar nicht HA erledigen. Anders sähe es aus, wenn die Reli-Kinder ebenfalls eine Freistunde hätten, weil der Rest gerade Ethik hat und sie nichts vergleichbares machen müssten, das würde ich durchaus bei der KL ansprechen.

        Dein Kind hat keine Freistunde. Wenn die Schule ein Alternativfach zu Religion anbieten könnte MÜSSTE es da hin. Und auch dort müsste es aufpassen, Aufgaben erledigen und könnte nicht entspannen. Wenn Dein Kind bisher in den Randstunden statt Religion nach Hause gehen konnte, war das schlicht Glück für Dein Kind. Es hat kein Recht darauf, statt Religion gar nichts zu tun.

        Grüsse
        BiDi

        Wie kommt ihr auf die Idee, dass das eine Freistunde ist?
        Bei meinen Kinder, ja sogar bei mir, war das ähnlich, allerdings hieß das dann Förder- bzw Intensivierungsstunde. Während die einen Religion hatten, wurden die anderen sinnvoll beschäftigt. Einfach vor sich hingammeln war nicht drin.

        Anders geht es auch nicht. Die Kinder müssen ja beaufsichtigt werden und ohne Aufgabe einfach nur sich selbst überlassen sind sie in einer anderen Klasse (die ja normal weiterarbeitet) oft nicht tragbar. Ich finde es sogar gut, dass die andere Lehrerin auch auf die zusätzlichen Kinder schaut, sich kümmert und sie zum Arbeiten anhält.

      • Ernsthaft? Dein armes Kind muss während der Schulzeit Schulaufgaben erledigen? Wie krass #schock

        Hi,
        grundsätzlich finde ich eine „ohne Reli“-Stunde, die nicht sinnvoll genutzt wird, blöd. Sie könnte mit den Kindern an ethischen Themen arbeiten, auch wenn es das Fach so in der GS nicht gibt, zumindest in BaWü.
        Aber viele Kinder kommen mit der Freiheit einer solchen Stunde nicht zurecht und fangen dann an, den Unterricht massiv zu stören. Vielleicht ist dein Sohn ja ein solcher Kandidat.
        Je nach Umfeld hat man in einer solchen Gruppe etliche Kinder mit Migrationshintergrund und sprachlichen Defiziten sitzen, sodass diesen Kindern eine Übungsstunde in diesem Bereich sicherlich nicht schadet.

        vlg tina

      Hallo!

      Ich weiß nicht, aus welchem Bundesland Du kommst, aber in den meisten Ländern ist Religion ordentliches Unterrichtsfach und kann nicht ersatzlos gestrichen werden. Somit ist es auch nicht legitim, dass Dein Kind eine "Freistunde" hat, während die anderen Kinder Religion hat.
      In Hessen ist das ganze relativ klar in einem Erlass geregelt:
      Bei zwei Kindern in der Klasse muss die Schule aber auch noch keinen Ethik-Unterricht anbieten, sie wird aber angehalten, ab einer gewissen Schülerzahl einen jahrgangsübergreifenden Ethikunterricht zu erteilen. Aber auch wenn das nicht möglich ist, haben Kinder, die am Religionsunterricht nicht teilnehmen, keine Freistunde. Allerdings haben Religionsgemeinschaften in dem Fall, wo kein entsprechender Unterricht erteilt werden kann, das Recht, eigenen Unterricht anzubieten. In dem Fall wir dieser Unterricht genauso behandelt und gewertet, wie schulischer Religionsunterricht. Dann hätte das Kind tatsächlich eine Freistunden, während die anderen Kinder Religion haben.
      Abgesehen davon ist in diesem Erlass sogar die Organisation des Unterrichts geregelt und es steht ausdrücklich darin, dass Religionsunterricht nicht ausschließlich in Eckstunden erteilt werden darf. Dass Dein Kind in der 2. Klasse immer früher heimgehen konnte, weil die anderen Kinder Reli hatten, wäre in Hessen also so gar nicht zulässig.

      LG

      P.S.: Bei meiner Tochter in der Klasse sind zwar Kinder, die nicht getauft sind, die nehmen aber trotzdem am Religionsunterricht teil, sie können sich aussuchen, ob evangelisch oder katholisch - sehr zum Leidwesen meiner Tochter, Reli ist ihr Lieblingsfach, und eine Klassenkameradin wird von ihren Eltern so dermaßen antichristlich erzogen, dass es permanent den Unterricht stört mit blöden Bemerkungen.

      • #rofl You made my day!!!

        Wir halten kurz fest: Ein Kind, welches im Pflicht-Religion-Unterricht (was meiner Meinung nach per SE eine Verletzung der Trennung von Staat und Religion ist!!!) quasi verpflichtend gegen die eigene Religion (hier keine!) teilnimmt und dabei kritische Fragen stellt, ist ein Störenfried und stellt "blöde" Fragen.

        Aha. Interessante Ansicht.

        Das Kind wird also GEZWUNGEN, an einem Unterricht teilzunehmen, der der eigenen Religion nicht entspricht und wird dann als blöd hingestellt... Auweia!

        • Hi,

          ich lese nirgendwo was von "blöden" Fragen, sondern nur von Bemerkungen! Und ich finde, dass man die Religion/Glauben jedes Menschen respektieren kann. Dazu gehört auch, keine irgendwelchen, da in obigem Fall wohl von zu Hause aus religionsfreindlich, dann abfällige oder witzige-doofe "Bemerkungen" zu machen. Man kann jede Religion kritisch hinterfragen, man kann eine andere Meinung und Einstellung haben, aber Respektlosigkeit und sich über Religion irgendwelcher Art lustig zu machen verbietet sich.

          Auch ich lag immer im Streitgespräch mit unserem Pfarrer, der kath. Religion unterrichtet hat (zu meiner Zeit kam "Ethik" gerade erst auf). Aber mir wäre nie eingefallen, "Bemerkungen" zu machen - nein, wenn dann war es Interesse, den Glauben zu verstehen, auch wenn ich selbst nicht gläubig war und mit 18 dann aus der Kirche ausgetreten bin.
          Unsere Kinder sind z. B. nicht getauft und nehmen am Ethik-Unterricht teil. Nichtdestrotrotz leben sie christliche Werte, die von den ersten zwei Geboten mal abgesehen, einfach Werte sind, die, egal was man glaubt, ganz einfach allgemein überall Gültigkeit haben. Das dritte Gebot, nun gut...

          Vg
          Gael

          Das Kind stellt keine kritischen Fragen (so clever ist die Kleine gar nicht), es macht sich über die Religion der anderen Kinder lustig und stört massiv den Unterricht. Weder die anderen Kinder noch die Lehrer haben bestimmt, dass das Kind an diesem Unterricht teilnimmt, die Eltern müssen entscheiden, ob und in welchen Religionsunterricht das Kind geht bzw. die Eltern haben keinen Befreiungsantrag gestellt (warum nicht, entzieht sich meiner Kenntnis) und das Kind wurde gefragt, ob es in den katholischen oder in den evangelischen Religionsunterricht gehen möchte. Das Kind hat sich für katholisch entschieden.

          Abgesehen davon ist ein 3.Klässler noch gar nicht religionsmündig, er hat also in dem Sinne keine eigene Religion sondern plappert allenfalls nach, was Papa und Mama vorplappern. Und dieses Mädchen stört nicht nur im Religionsunterricht sondern auch in anderen Fächern. Nur macht es sich in Mathe nicht darüber lustig, wenn ein anderes Kind eine durchaus richtige Antwort gibt. Dieses Kind ist im Reli-Unterricht, damit es unter Aufsicht ist. Und ich finde, in dem Moment hat dieses Kind in erster Linie zu lernen, dass jeder seine eigene Meinung und seinen eigenen Glauben haben darf, dass aber jeder auch den Glauben des anderen zu respektieren hat. Wenn es das lernt, wäre schon viel gewonnen!

          LG

    Hallo,

    hier kann man zw. katholischer, evangelischer Religion und Ethik wählen. Da diese Unterrichtsfächer nicht zeitgleich angeboten werden, haben die Kinder, die es gerade nicht betrifft eine Freistunde. In der Grundschule ist es so geregelt, dass diese Fächer in den ersten oder letzten Stunden unterrichtet werden und die Kinder, die es nicht betrifft nach Hause gehen können oder durch den Hort betreut werden. Alle Kinder haben aber eine gleiche Anzahl an Unterrichtsstunden. Haben die Kinder z.B. Dienstag in der 5. und 6. Stunde Religion, haben die Ethikkinder frei. Dafür haben die Religionkinder frei wenn die Ethikkinder Unterricht haben. In der Regel bieten alle Schulen eine Auswahl an und man kann unabhängig der Religion wählen. Meine Großen besuchen z.B. am Gymnasium den Ethikunterricht. Obwohl wir katholisch sind und auch entsprechend ihrer Religion aufwachsen. Katholische Religion habe ich sie nur in der Grundschule besuchen lassen.
    Bietet eine Schule nur Religion an und man möchte dies nicht nutzen, sehe ich es als legitim, dass in der Zeit die Schüler Zusatzaufgaben bekommen und dementsprechend anders unterrichtet werden. Quasi keine Freistunde statt findet. Sonst kämen die Religionskinder auf mehr Unterrichtsstunden pro Woche. Gibt es bei euch die Auswahl und die Kinder müssten Aufgaben erledigen und zusätzlich noch den anderen Unterricht besuchen weil die Zeiten unglücklich gelegt sind und die Religionskinder müssten dies nicht,, weil der Ethikunterricht auf die ersten oder letzten Stunden fällt, wäre es unfair.

    LG
    Michaela

    Hallo,
    bei uns wird nur noch katholische Religion unterrichtet. Früher gab es auch evangelisch, aber es gibt aktuell an der GS keinen evangelischen Lehrer, der das Fach unterrichten könnte.
    Also ist es bei uns so, dass ALLE Kinder, egal ob Christ, Muslim oder "Gar nichts" am katholischen Unterricht teilnehmen, denn es ist oft einfach nicht möglich, den Religionsunterricht nur an die Randstunden zu legen. Und andererseits: In Religion spricht man ja nicht nur über Gott und liest die Bibel. Da geht es auch um so Dinge wie Freundschaft oder soziale Dinge. Und ich finde auch, dass Kinder, die in Deutschland wohnen, egal welche Religion sie haben, wissen sollten, warum in Deutschland Weihnachten, Ostern und Pfingsten gefeiert wird. Ich finde, das gehört zur Allgemeinbildung.
    Ich finde es auch vollkommen legitim, dass Dein Sohn Aufgaben zu erledigen hat. Es ist nun mal Unterrichtszeit und keine Freizeit. Und es ist besser, als eine Stunde nur rumzusitzen und evtl. die andere Klasse, in der er zu Gast ist, zu stören. Und wenn an Eurer Schule ein Alternativ-Fach zu Religion geboten würde, müsste er ja daran auch teilnehmen.
    LG
    Elsa01

    Bei uns sind Religion und/oder Lebenskunde beides FREIWILLIGE Fächer, das heißt, die Kinder müssen an keinem davon teilnehmen.

    Was zur Folge hat, dass die Stunden entweder an Rand gelegt werden (1. oder letzte Stunde) oder aber auch notfalls, dass die Kinder zwischendurch tatsächlich eine Freistunde habe. In dieser Freistunde würden sie in die Betreuung gehen und von Erziehern beaufsichtigt werden.

    Es sind bei uns aber nur wenige Kinder, die weder Religion noch Lebenskunde mitmachen.

    Ich finde das Vorgehen der Lehrerin/Schule völlig legitim.
    Warum soll dein Kind in der Freistunden "Chillen" dürfen, es hat schließlich Unterricht. Sehe es doch positiv, so hat dein Kind die Möglichkeit einiges zu vertiefen. Falls es z.b. in Mathe Probleme hat, könnte es in der Zeit Zusatzaufgabe in Mathe erledigen. Ist doch ein Vorteil für dein Kind.

    Bei uns ist es so, dass ALLE Kinder am Reli-Unterricht teilnehmen, egal ob evangelisch, katholisch, Muslim, Atheist.
    Im Reli wird hier nicht nur über den christlichen Glauben gesprochen, sondern auch über Werte, Moral, Ethik etc

    Falls die Kinder mal eine "Freistunde" haben (weil z.B. ein Lehrer krank ist) werden die Kinder mit einem Arbeitsauftrag in andere Klassen verteilt oder jemand kommt zur Aufsicht in den Klassenraum. Wenn z.B. die Deutschlehrerin ausfällt, müssen die Kinder im Arbeitsbuch so und so viele Seiten bearbeiten oder bekommen dann einige Arbeitsblätter zum derzeitigen Thema und das was sie in der Stunde nicht schaffen ist dann Hausaufgabe.

    So ist da bei uns seit der 1. Klasse geregelt.

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