Vertretungslehrerin eure meinung

    • (1) 22.11.17 - 09:44

      Hallo,
      ich versuche es mal zu beschreiben worum es mir geht.
      junior ist anfang september in die schule gekommen. abzüglich herbstferien hatte er also bisher gut 8 wochen schule. seit anfang letzter woche ist nun seine klassenlehrerin krank.
      die schule/klasse wird 1./2. klasse zusammen unterrichtet und im offenen konzept soll heißen die kinder haben selbständig an ihren arbeitsheften gearbeitet sich selber hausaufgaben je nach leistungsstand aufgegeben und lediglich in den teilungsstunden wurde sozusagen durch den lehrer unterrichtet und neue themen gemeinsam eingeführt ansonsten war der lehrer beobachter und berater. wenn die kids bis zu einem bestimmten punkt gekommen waren (wurde im heft durch sticker markiert) haben sie ihr heft der lehrkraft abgegegben diese hat es dann kontrolliert und mit dem kind den nächsten abschnitt besprochen.
      so weit lief alles top kind war happy und machte gute fortschritte wir finden die methode als sehr gut umgesetzt. nun sollten eigentlich ab diese woche wochenpläne für jedes kind in kraft treten aber weiterhin halt auf das kind abgestimmt.
      (vielleicht sollte ich dazu sagen, dass in berlin die vorschule nicht existiert und jede kita etwas anders arbeitet und somit der wissensstand der kinder extrem unterschiedlich ist. von nicht mal die buchstaben kennen bis hin zu schon lesen können)
      nun ist wie oben erwähnt die klassenlehrerin erkrankt und dies bis voraussichtlich weihnachten (also noch 4 wochen insgesamt 5 wochen).
      es wurde schnell eine neue lehrerin gefunden (das finde ich toll) welche allerdings auch neu an der schule ist und sozusagen für diese 5 wochen die bisherige lehrerin vertreten soll. die lehrerin war wohl bisher sonderschullehrerin und hat langjährige unterrichtserfahrung.
      wir bekamen dann eine email dass zukünftig die hausaufgaben für alle schüler an der tafel stehen (nicht jedes elternteil holt seine kinder aus der klasse ab), dass sie die hausaufgaben mit den kindern besprechen und vergleichen will und dass die kinder nicht mehr selbständig in ihren heften "vorarbeiten" sollen.
      es klingt sehr stark danach, als wenn diese dame ein völlig anderes konezpt fahren möchte (laut erzieher der klasse möchte sie alle 1.klässler auf einen stand bringen).

      für mich erschließt sich der sinn nicht, dass man nun innerhalb von 4 wochen den kindern mit "gewalt" das eigene konezpt überhäufen will zumal ja danach wieder das alte konzept gefahren wird.
      zumal hier in berlin die SAPh Klasse ja gerade dafür gedacht ist, dass die Kinder zwischen 1-3 Jahre Zeit haben bevor sie in die 3. Klasse versetzt werden. Was denke ich nicht zuletzt an dem späten Stichtag hier liegt.

      Ich habe jetzt um ein Elterngespräch gebeten um einfach von ihr zu hören, wie sie sich das konzept vorstellt oder ob vielleicht einfach etwas falsch rüber gekommen ist in ihrer email.

      wie seht ihr das? sollte die vertretungslehrerin eher versuchen das bisherige konezpt fortzführen oder ist es ok einfach für 4 wochen ein neues zu fahren?

      danke für eure meinung und beste grüße

      • Die Vertretungslehrerin hat das Recht, so zu arbeiten, wie sie es für richtig hält. Wenn sie das Konzept der Klassenlehrerin nicht übernehmen möchte, was ich durchaus verstehen kann, dann muss sie das nicht. Lehrer haben Methodenfreiheit. Das heißt, es liegt voll und ganz in ihren eigenen Ermessen, wie sie den Lehrstoff vermitteln.

        • das die lehrkraft natürlich selber entscheidet wie sie arbeitet ist mir bewusst, dennoch denke ich kann ich ein gespräch mit der lehrkraft suchen und mir nahe bringen lassen, wie sie sich die nächsten 4 wochen vorstellt und was sie womit bezwecken will (bsp. es stehen statt wie bisher gruppentische einige neue zweiertische im raum wohl als strafe fürs quatschen so zumindest die auskunft durch den erzieher). eine lehrkraft gerade wenn es eine neue an der schule ist die dazu "nur" eine vertretung ist, sollte doch annähernd das konzept der schule und des bisherigen lehrers versuchen umzusetzen oder bin ich da zu idealistisch?

          • eine lehrkraft gerade wenn es eine neue an der schule ist die dazu "nur" eine vertretung ist, sollte doch annähernd das konzept der schule und des bisherigen lehrers versuchen umzusetzen oder bin ich da zu idealistisch?
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            Ich weiß nicht, wie Berlin personell aufgestellt ist. Hier in NRW kann man froh sein, so kurzfristig und über 5 Wochen überhaupt EINE Vertretungskraft zu bekommen.
            Aber als Eltern hat man keinen Einfluss darauf, wie der Unterrichtsstoff vermittelt werden soll. Grundsätzlich ist es für die Überganszeit vordergründig wichtig, DASS die Lerninhalte vermittelt werden und die Kinder nicht zurückfallen.

            Außerdem ist es vermutlich einfacher, die Kinder in anderer (klassischer) Form zu unterrichten, als eine Lehrkraft dazu zu nötigen ein Konzept umzusetzen, mit dem sie vielleicht keine Erfahrung hat.

            Bist du die Elternvertreterin in der Klasse? Dann bitte um weitere Informationen für alle Eltern.. ansonsten ist es nicht sehr beliebt, wenn Eltern alle einzeln angedackelt kommen und um detaillierte Erläuterungen der Unterrichtsführung bitten. Jetzt sind doch auch irgendwann Beratungstage oder Elternsprechtage, oder bei euch nicht? Zur Not kann man auch da kurz die eine oder andere Frage stellen.

          Hallo,

          wenn Dein Hausarzt eine Vertretung hat, gehst Du dann hin und läßt Dir über das Behandlungskonzept aufklären? Ich kenne keinen Beruf, in denen sich die Eltern dermaßen einmischen. So lange nichts Gravierendes vorliegt, laß die Vertretungslehrerin einfach ihre Arbeit tun.

          LG
          Mistel

    Guten Morgen,

    das hört sich super an, wie eure erkrankte Lehrerin das (ich vermute) Schulkonzept umsetzt. Jeder wird da abgeholt wo er steht.

    Ein solches Konzept ist mit sehr viel Erfahrung und Vorbereitung verbunden!

    Nun kommt eine Vertretungslehrerin, die bisher total anders gearbeitet hat. Für diese Lehrerin ist es sehr schwierig und sehr aufwändig das bestehende Konzept fortzusetzen. Sie kennt den Leistungsstand der einzelnen Kinder nicht und muss die Kinder überhaupt erstmal kennenlernen.

    Von daher kann ich es schon verstehen, dass sie den Unterricht und die Lerninhalte anders konzipiert, so wie sie es gewohnt ist. Darin fühlt sie sich sicher.
    Außerdem weiß sie nicht, ob sie an der Schule bleibt oder nicht nach den Ferien anderswo einspringen muss. Sie muss das Kolkegium kennenlernen und den Alltag dort meistern. Aus ihrer Sicht verstehe ich die ArbeitsweisE und kann sie nachvollziehen.

    Für die Kinder ist das natürlich ein Umbruch, aber für einen gewissen Zeitraum werden sie damit umgehen können.

    Alle auf einen Stand bringen ist in den 4 Wochen nicht möglich, da alle Kinder unterschiedlich weit sind. Ich vermute es wird sich ein Konsens finden und hoffe für die Kinder, dass keines auf der Strecke bleibt.

    Stell dir vor, du müsstest alle 4-6 Wochen in einem neuen Unternehmen arbeiten und bekommst immer wieder neue Konzepte vorgelegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von einem "normalen" Arbeitnehmer über Jahre leistbar ist.

    Verkehrt ist es nicht einen Termin zu machen und freundlich nachzufragen. Leistungseinschätzungen wird sie nicht abgeben können.

    VG

    • hallo,
      du hast recht, dass das konzept unserer schule bisher sehr gut umgesetzt wurde.
      und ich verstehe natürlich auch die lehrkraft dass es extrem schwer ist ein fremdes konzept einfach zu übernehmen und man da gern mal sein eigenes fahren möchte.
      mir stellt sich halt tatsächlich die frage ob man nicht nach rücksprache mit der klassenlehrerin eher die kinder im bisherigen konzept für die 4 wochen hätte lassen können (die kinder gaben sich selber jeden tag hausaufgaben auf) die unterstützung durch den erzieher welcher das konzept sehr gut kennt hätte sie ja da gehabt.
      eine leistungsbeurteilung möchte ich gar nicht sondern eher wissen ob ich sozusagen ihr vorgehen falsch verstanden habe, da man eine email ja auch falsch verstehen kann (darin stand sie möchte die hausaufgaben künftig besprechen, vergleichen und korrigieren könne -> das hört sich für mich etwas altbacken an und bei unterschiedlichen leistungsständen halt auch schwer)
      ich danke dir für deine meinung

      Genauso sieht es aus. Bis die Vertretung ein gutes Bild des Lernstandes hat - denn nicht immer heißt weit im Heft sein, dass man den Stoff auch beherrscht - ist die Klassenlehrerin schon wieder da.
      Viel wichtiger als das Gespräch zu suchen, um ihr zu erklären, dass du den Konzeptwechsel blöd findest, finde ich es deinem Kind das Ganze zu erklären. Dass Lehrkräfte unterschiedliche Arten haben zu unterrichten; dass das auch heißen kann, dass manche Dinge nochmal gemacht werden und dadurch eben besser geübt werden können und dass das Ganze eben nur auf eine absehbare Zeit so gehandhabt wird. Wichtig ist darauf zu achten, wo sie einsteigt und ob das eigene Kind im Lernstoff schon dort angekommen ist. Dann sollte nachgearbeitet werden. Ansonsten einfach durchatmen und die Lehrerin ihren Job machen lassen. So viele andere Eltern wären froh, wenn ein fester Ersatz möglich wäre und nicht jeden Tag eine andere Lehrkraft mit anderen Methoden und keinerlei Einblick in die Klasse vor den Kindern stehen würde. Das bringt nämlich viel mehr Probleme mit sich als jetzt 4 Wochen nach einem etwas anderen Konzept zu lernen, Material etc. bleiben ja gleich. Die Umstellung wird für die Kinder daher wahrscheinlich wesentlich unproblematischer laufen als das von außen betrachtet erstmal klingt.

      • hallo,
        mein kind ist relativ easy und lässt sich von sowas nicht schocken. um mein kind brauche ich mir also nicht wirklich einen kopf machen.
        aber der punkt den du ansprichst ist auch ein punkt der in meinem kopf schwirrt. die kinder haben bisher zum großteil selbständig in der schule gearbeitet ein gespräch zum aktuellen lehrstand hatten wir noch nicht, da genau dort die lehrerin krank geworden ist. hefte mit nach hause nehmen ist momentan nicht gewünscht, da die lehrerin sich einen überblick verschaffen will (für mich verständlich). soll heißen ich habe gar keinen wirklich aktuellen stand der leistung außer dem was in den heften bearbeitet ist.
        da die kinder aber aktuell nur an einem bestimmten heft in deutsch arbeiten dürfen (ein knobelheft) und in mathe ein neues anfangen sollten lässt sich für mich schwer feststellen, an welchem punkt sie aktuell einsteigen will und ob mein kind schon auf diesem stand ist (ich denke es wird auch anderen eltern so gehen).
        nochmal gemacht wurde im übrigen laut meinem kind bisher noch gar nichts. und mit dem nacharbeiten zb. in deutsch ist ja auch nicht ohne weiteres getan denn es gibt kinder die können bereits lesen und andere haben gerade erst mit dem lies mal heft angefangen und erst rund 13 buchstaben des alphabetes im druckschriftlehrgang bearbeitet.
        es ist halt alles nicht ganz einfach und ich fände es einfach schade wenn den kindern welche momentan tatsächlich sehr motiviert scheinen die schule "mies" gemacht wird weil sie beim öffentlichen hausaufgaben vergleichen schlecht abschneiden oder ähnliches

Ich finde es total daneben, ein bestehendes Konzept (nach diesem Konzept lernt mein Sohn auch und es ist wirklich toll) einfach umzuschmeißen für einen Monat und dann geht es für die Kinder in dem alten Konzept weiter.

Zumal dieses "alle auf einen Stand bringen" totaler Blödsinn ist. Besser ist, die Kinder lernen mit Ehrgeiz in ihrem Tempo anstatt mit Zwang.

Ich würde nochmal mit dem Elternvertreter sprechen und versuchen, ob man nicht klären kann, dass die Lehrerin das übernimmt, was bereits da war. Immerhin sind es nur ein paar Wochen.

Die Schule wird sich ja auch Gedanken gemacht haben, warum sie dieses freie Konzept eingeführt haben - bei uns an der Schule gab es auch Vertretungslehrer, die mussten sich aber an das Schulkonzept halten. Ich kann mich erinnern, dass ich mich in der 2. Klasse auch beschwert habe - einige andere Eltern ebenfalls. Die Lehrerin wurde dann aufgefordert, sich an das Konzept zu halten und dies wurde auch von der Schulleitung überprüft (soweit ich mitbekommen habe, ging aber eine Einführung in das Konzept voraus und die Lehrerin hat sich einfach nicht dran gehalten).

Frag doch einfach mal nach und spreche an, dass es Unsinn ist, die Kinder jetzt auf einen Stand "zu trimmen", wenn es doch ganz anders geplant ist und auch ganz anders weiter gehen wird.

Liebe Grüße
monkiwi

  • Hallo,
    ich habe mit der elternvertreterin per mail geschrieben und auch sie weiß nicht wieso plötzlich jemand als vertretung in die klasse kommt und alles umschmeißen will. sie hat auch angeboten beim gespräch mit der lehrerin anwesend zu sein, was ich natürlich dankend annehme.
    noch habe ich ja die hoffnung, dass es alles eher in richtung eines mißverständnisses geht.
    ich bin gespannt ob die lehrkraft für ein gespräch zur verfügung stehen wird.
    danke auch dir für deine meinung

    • Ja genau,

      so würde ich das auch machen. Erst mal nachfragen und alle Tatsachen erfahren und dann weiter überlegen.

      Die anderen Eltern könnt Ihr ja mit ins Boot hören, wenn es wirklich eine völlige Konzeptänderung sein sollte. Das finden die bestimmt auch nicht lustig #zitter.

      • (15) 22.11.17 - 14:02

        Finde ich klasse, dass ca. 25 nicht Lehramt studierende Eltern einer studierten Lehrerin vorschreiben wollen, wie sie zu unterrichten hat. Es lebe die heutige Elterngeneration! (Ironie off)

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