Gespräch mit Hortner, was soll ich tun? Hilfe

    • (1) 27.11.17 - 10:16

      Hallo ihr Lieben #winke

      ich versuche mich kurz zu halten. Unser Sohn wurde dieses Jahr eingeschult und geht in die Nachmittagsbetreuung, also in den Hort. Es sind 28 Kinder in der Klasse, unter anderem auch ein paar naja sagen wir mal Raufbolde. Uns es fallen von einigen in der Klasse Wörter die ich mich nicht einmal in der 10. Klasse getraut habe auszusprechen. Ich erspare euch jetzt Beispiele. Unser Sohn kennt diese Worte, findet sie aber so schlimm, dass er mir nichtmal erzählt um welche es sich handelt weil er sie nicht aussprechen möchte. Ist auch kein Thema bei uns zuhause etc. Sie fallen einfach nicht und es war auch nie Thema in der Kita.
      In der Schule läuft es super, er kommt gut mit, hat Freunde und geht auch total gern. Er meckert schon immer mit mir, wenn ich ihn etwas früher abhole.

      Nun ist es so das im Hort eine Wochenauswertung stattfindet. Es gibt dann immer am Freitag ein Gespräch mit den Kindern und dann werden Smileys verteilt. Es gibt lachende Gesichter, neutrale und traurige Gesichter.

      Am Freitag sagte mir dann der Hortner, das er gern mal mit mir sprechen würde, da unser Sohn in den letzten beiden Wochen zu einem traurigen gesicht neige. Schubsen bzw. hauen sei wohl ein Thema. Unser Sohn versuchte sich gleich zu rechtfertigen im beisein des Erziehers, aber er ließ ihn nicht aussprechen. Im Auto weinte er dann ganz füchterlich und sagte mir das er sich ja nur wehre.

      Ein Jamie und ein Carlos (Namen hier jetzt ersetzt) hauen ihn wohl immer und schubsen ihn, manchmal sagen sie auch ganz schlimme Wörter zu ihm und seinen Kumpel´s a la "verpisst euch sonst verkloppen wir euch" oder "halt deine Fresse oder ich hau dir eine rein".

      Nun ja, wir haben unserem Kind beigebracht das er sich wehren kann, wenn ihm unrecht getan wird bzw. ihm weh getan wird. Als ich unseren Sohn dann fragte wie er denn reagiere wenn die beiden aufgezählten Jungs ihn schubsen oder hauen. Er antwortete dann "ich haue zurück". Sicher löst man Gewalt nicht mit Gegengewalt und das weiß unser Sohn auch. Ich habe ihm seit Schulbeginn eingeflöst, wenn was ist, dann bitte erst zum Lehrer oder erzieher. Aber in manchen Situationen scheint er sich einfach nicht zu helfen zu wissen und haut dann halt zurück. Die anderen Kinder bestätigen das. Auch sie werden durch die anderen beiden oft drangsaliert und geärgert. Ich bin einfach der Meinung, wenn man einmal Opfer ist, ist man immer Opfer. Wenn die beiden Jungs merken "ahhhhhh, den kann man ärgern und uns passiert nichts, dann macht es Spaß und wir machen weiter".

      Das möchte ich nicht. Letzte Woche holte ich meinen Sohn mit einem blauen Auge aus der Betreuung. Kommentar war vom Erzieher: "Jamie hat sich aber entschudigt". Ich finde um jemandem mit der Faust ins Gesicht zu schlagen sodass es zu einem Veilchen wird gehört schon was. Mein Sohn erzählte mir, dass er geschaut hat was sie anderen mit den Autos spielen. Jamie sagte dann zu ihm folgenden Satz: "guck nicht so blöd und hau ab oder ich hau dir eine rein". Unser Sohn ignorierte das und hat sich dann von diesem Jamie eine eingefangen :-[

      2 Tage danach kam unser Sohn nach Hause mit einem traurigen Smiley im HA Heft. Ich fragte ihn was los gewesen sei und seine Antwort: "Wir haben mit Stöckern schießen gespielt und deswegen habe ich ein trauriges Smiley bekommen."

      Bitte? #kratz

      Der eine Darf dem anderen mit der Faust ins Gesicht schlagen und muss sich entschuldigen und der andere bekommt ein trauriges Smiley weil er schießen gespielt hat draußen? Ich bitte euch. Ich bin auch kein Freund davon das es Spielzeugwaffen etc. gibt und sowas gibt es bei uns zu Hause auch nicht. Aber die Jungs haben mit Stöckern draußen gespielt. Das wäre als wenn man den Mädchen verbieten würde Prinzessin oder sonst was zu spielen. Das machen Kinder seit hunderten von Jahren und ist ganz normal meiner Meinung nach.

      Ich nehm dieses Smiley auch nicht für voll. Der Erzieher meinte zu mir am Freitag: "Vielleicht gibt es dann zuhause auch mal ein paar Konsequenzen, dann wirds vielleicht besser. Vielleicht sollte er keine Playstation spielen dürfen oder kein TV schauen."

      Häääääää? Playstation oder andere Konsolen besitzen wir nicht und Abends darf er mal eine seiner Serien schauen ansonsten gibts Hörspiele in der Woche. Für was soll ich mein Kind bestrafen? Dafür das es sich zur Wehr setzt? Dafür das es seine Sachen verteidigt die ihm andere weg nehmen und kaputt machen wollen?

      Ich will unser Kind nicht in den Himmel loben, auch er macht mal Mist. Er hat in der 1. Woche ganz groß auf seinen Tisch seinen Namen gemalt #klatsch Konsequenz, er musste in der Hofpause seinen Tisch und durfte nicht raus in die Hofpause. Ist auch vollkommen okay und ich sagte ihm auch das er damit dann halt leben muss wenn er sowas macht.

      Aber hier wird er halt erwischt, wenn er sich wehrt. Er darf sich auch garnicht erklären. Er wurde erwischt und nur das zählt.

      Nun habe ich mit dem Hortner heut ein Gespräch. Wie würdet ihr reagieren? Ich weiß garnicht so recht was ich dem sagen soll.

      Sorry das es doch so lange geworden ist.

      • Hallo!

        Ich würde einfach zuhören und offen hingehen.
        So wie Dein Sohn Gewalt mit Gegengewalt nicht gelöst bekommt, wirst Du nicht die traurigen Smileys beeinflussen indem Du noch schlimmere Exemplare zitierst.

        Ich würde auch gar nicht die Smileys diskutieren wollen (kann sich der Hortner an sein Schienbein kleben!), sondern vielmehr zuerst anhören was der Hortner zu erzählen hat. Dann würde ich ihm auch erklären, dass Du dich sehr freust über dieses Gespräch, weil Du merkst dass Dein Sohn als Erstklässler kommunikativ die Konflikte mit Jamie und Carlos nicht lösen kann, aber auch offensichtlich nicht genügend/keine Unterstützung / Anleitung zur Konfliktlösung von Erwachsenen erhält. Das hätte Dein Sohn schon oft artikuliert, Du wüsstest jetzt aber nicht wie Du die Arbeit im Hort an der Stelle unterstützen könntest. Erkläre ihm, dass Du schon sehr gute Erfahrungen gemacht hättest mit "beide Seite anhören" und gemeinsam in kleinen Schritten Verhaltensregeln erarbeiten, die beiden helfen nicht mehr in Konflikt zu treten.
        Auch wäre es sinnvoll mit dem Kind zu helfen das Vertrauen aufzubauen, dass ihm in Not geholfen wird und es nicht selbst zuschlagen müsste.

        Konsequenzen gäbe es zuhause nur wenn der Sachverhalt aufgeklärt wäre und die vorgesehenen pädagogischen Ordnungsmaßnahmen des Hortes langfristig nicht fruchten würden.

        LG, I.

      Ich würde an deiner Stelle dem Horterzieher/ Erzieherin zuhören und dann deine Sicht darstellen. Aussagen wie
      " er solle weniger Playstation oder ähnliches spielen oder Fernseh gucken" würde ich gleich Grenzen setzen. Das ist Familiensache und geht sie rein gar nichts an. Du erwartest, dass dein Sohn fair behandelt wird. Das würde ich ganz klar äußern. Meine Meinung zu Smilys oder wie die blöden Gesichter heissen...zum sorry kotz...! Was soll das für Kinder bringen, außer Frust?

      Hallo,

      du hörst dir (fast) alles brav an und fragst dann welche Maßnahmen ergriffen wurden damit dein Sohn kein weiteres blaues Auge bekommt. Und mit welchen Strategien zur Vermeidung von Gewalt der Hort gute Erfahrungen gemacht hat. Du könntest auch fragen warum er glaubt dass ihr eine Konsole besitzt.

      Sollte dein Sohn nochmal mit blauen Auge oder einer anderen Verletzung nach Hause kommen; geht zum Arzt lass es dokumentieren und verlange eine Kopie des Unfallberichts.

      Gruß Sol

    • Hallo,

      also, ich habe den Beitrag gelesen, bin erstmal weiter und muss jetzt doch was dazu schreiben...

      Zunächst einmal: Hortner, was ist das für ein Begriff? Das sind HortERZIEHER! Pädagogische Fachkräfte... Gibt es für KitaerzieherInnen einen analogen Begriff (Kitarin???) ?
      Mein Mann ist selber Horterzieher, er fände so eine Bezeichnung wohl ziemlich abwertend (und ich auch). So wie wenn man zu einer Sekretärin "Tippse" sagt.

      Für mich kommt hier so ein bisschen der Grundtenor rüber, dass der Erzieher dazu nicht kompetent wäre. Ich möchte nur anmerken, dass HorterzieherInnen die gleichen Menschen sind, die auch eure Kinder in der Krippe und Kita betreuen. Da gibt es keine andere Qualifikation. Es ist keiner besser oder schlechter gestellt. Wie würdest Du die genannte Beurteilung der Situation von einer Kita-Erzieherin auffassen?

      Zur Sachlage: wie ist bei Euch das System Schule/Hort an sich aufgebaut? Sowohl bei meinem Sohn als auch bei meinem Mann ist es so, dass die HorterzieherInnen direkt am und im Unterricht beteiligt sind. Einen Teil davon übernehmen sie sogar selbständig. Ihnen stehen dann auch alle Kompetenzen zu, die auch ein Lehrer/eine Lehrerin hätte.
      In der Klasse meines Sohnes (2. Klasse) wird ausschließlich mit Smiley-System gearbeitet, da es hier noch keine Noten gibt. Am Ende der Woche gibt es im HA-Heft einen Smiley, der das Verhalten und die Arbeitsbereitschaft der Woche beurteilt. Diesen vergibt die Lehrerin im Einvernehmen mit der betreuenden Hort-Kraft.
      Das ist hier üblich und kein "doofes" System.

      Ich würde mir im Gespräch zunächst ruhig anhören, was der Erzieher zu sagen hat.
      Und dann auch zur Sprache bringen, was mit den anderen beiden Jungs los ist und inwiefern für diese (auch) irgendwelche Konsequenzen gezogen werden.
      Vielleicht sollte auch noch einmal geklärt werden, welche Regeln im Hort gelten.
      Im Hort meines Sohnes ist schießen bzw. Schießspiele schlichtweg verboten. Das wissen die Kinder auch. Wer dort dagegen verstößt, hat mit Konsequenzen zu rechnen.
      Schlagen ist natürlich genauso verboten.
      Dass Dein Kind da leiden muss, geht natürlich gar nicht und sollte auch auf jeden Fall thematisiert werden.

      Der Spruch mit der Playstation war wahrscheinlich so dahin gesagt, weil es tatsächlich erstaunlich viele Hortkinder gibt, die ihre Freizeit und Wochenenden ausschließlich davor verbringen. Da kann man ja einfach drüber aufklären, dass das bei Euch eben nicht so ist.

      Vielleicht stellt sich die Situation auch etwas anders dar, als Dein Sohn berichtet hat (also, was der Erziehern getan/gesagt hat). Das hatte ich mit meinem Sohn auch schon, dass er erzählt hat dass Marco (sein Erzieher) gemeckert hätte und auf Nachfrage sah die Sache dann ein bißchen anders aus. Für mich liest sich das so, als wenn der Erzieher gleich ein rotes Tuch für dich ist. Ist das so?

      Gruß, S.

      • Laut Duden ist Hortner eine Berufsbezeichnung.
        https://www.duden.de/rechtschreibung/Hortner
        https://berufskunde.com/ausbildungsberufe/ausbildung-hortner.html

        (11) 29.11.17 - 13:17

        Aha....na ja, der 2. Link stammt aus der Schweiz. Vielleicht ist das dort ein üblich gebrauchtes (regionales) Wort. Ich habe es hier bei uns zumindest noch nie als "normale" Bezeichnung gehört.
        Schon allein die Beschreibung im Link passt ja nicht auf deutsche Verhältnisse (bei uns werden nur Kinder ab Einschulung -i.d.R. 6 Jahre- bis 10/12 Jahre im Hort betreut).
        Das Einzugsgebiet von Urbia ist ja nun groß und besteht nicht nur aus dem süddeutschen Sprachraum. Bei uns in Berlin gibt es auch einige umgangssprachliche Redewendungen, bei denen ich nicht selbstredend davon ausgehen würde, dass sie für alle "Gesetz" und verständlich sind.

        Ich hab mich nunmal sehr sehr über das Wort gewundert. Hier werden ja öfters regionale (süddeutsche) Bezeichnungen als überall üblich vorausgesetzt.

        Im Duden findet man übrigens auch den Begriff "Kindergärtner/in" und da weiß ich definitiv, dass dies bei meinem Mann und seinen Kolleginnen als Abwertung aufgefasst wird. O
        b der Duden da jetzt das Mass aller Dinge ist?

Hallo Wunderkind 2018,

ich nehme an, das Gespräch mit dem Horterzieher war bereits. Ich hätte dir auch nicht sehr viel mehr dazu sagen können als es dir anzuhören und und ihm eben eventuell ein paar Dinge (die ich anderes sehe oder handhabe) zu erläutern.
Entscheidender als all das finde ich aber, dass dein Kind nicht mit Blessuren nach Hause kommt. Das geht überhaupt nicht! Uns er ging es ähnlich. Ein ca. 2 Köpfe größerer und älterer Junge trat unseren Jungen ins Gesicht. (Unser Junge befand sich kauernd am Boden). Im Hort hatte man nichts gesehen, nur dann das Geschrei und Gewüte meines Kindes mitbekommen.
Es muss wohl auch eine Aussprache unter den Kontrahenten gegeben haben, wo bei sich der Tretende entschuldigt haben soll...
Ich habe darauf bestanden, dass das ins Unfallbuch eingetragen wird (ich hoffe, die haben es auch getan). Dann habe ich das blaue Gesicht meines Kindes dokumentiert. Am nächsten Morgen wurde meinem Mann der "Übeltäter" durch ein anderes Kind präsentiert. Seine Worte zu ihm waren folgende: "Du bist also der XY? Was ich dir sagen will, kannst du dir sicher denken..." XY bestätigte kleinlaut, dass er wisse, worum es ginge... Damit war das "Gespräch" unter Männern beendet.
XY lässt mein Kind in Ruhe. Ziel erreicht.
Dem Hort hab ich erklärt, dass ich diesmal still sein werde. Kommt es noch mal vor, dass jemand mein Kind so aussehen lässt, ziehe ich andere Seiten auf.
Damit war alles gesagt, es ist alles in Ordnung - bisher....

Hallo,

ich muss dir ganz ehrlich sagen: An deiner Stelle würde ich mich mehr auf das konzentrieren, was mein Kind womöglich falsch macht und nicht ausschließlich auf das, was die anderen Kinder und die Erzieher ganz bestimmt falsch machen.

Schau dir deinen Post mal an: Im gesamten ersten Absatz ziehst du erstmal über die andern Kinder im Hort vom Leder. Dann kommt dein eigentliches Anliegen: Dein Kind wurde auf Fehlverhalten hingewiesen. Dein Erklärungsmodell: Die andern haben angefangen, dein Kind hat sich nur gewehrt und wenn dein Kind vielleicht doch etwas falsch gemacht hat (mit Stöcken wild spielen ist wahrscheinlich in der großen Gruppe verboten), dann war das garantiert nicht so schlimm und vor allem, was total wichtig ist, die andern Kinder waren schlimmer (und werden dafür ganz bestimmt weniger bestraft als dein Kind!)

Geh mal in dich und überlege dir, ob der Wirklichkeitsentwurf: "Mein armes Kind wird von den Erziehern viel strenger behandelt als alle andern" denn wirklich so realistisch ist.

Ich sehe ansonsten in den nächsten Monaten für alle Beteiligten viele ermüdende und fruchtlose Gespräche zum Thema: "Aber was haben denn die andern gemacht und werden die denn genauso bestraft wie mein Kind?" kommen. Und du wirst dich wundern, warum dein Kind nicht aufhört, in Schwierigkeiten zu geraten.

LG

  • Hallo ilva,

    Ich wundere mich ein wenig: Mit Stöcken schießen spielen hat doch eine andere Qualität als jemanden gezielt (mehrfach) zu gängeln.
    Wäre es mein Kind, würde ich dem auch mehr Bedeutung, d.h. Gesprachsbedarf beimessen.
    Wir kennen ja die Beteiligten nicht, daher ist beides denkbar: Eine Mutter mit Liebkind und die anderen sind immer schuld oder aber auch zwei Arschlochkinder, die mit allem durchkommen und ein Kind, das eben fur Lappalien gestraft wird, weil es weniger gut vertuschen kann. Je nach Situation muss der Rat doch ein anderer sein, oder nicht?


    Und token-Systeme darf man ja ganz unabhängig von der eigenen Betroffenheit doof finden.

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