Ist das zeitgemäßer Religionsunterricht?

    • (1) 01.12.17 - 22:55

      Ich war heute Abend mal kurz sprachlos als meine Tochter (3. Klasse) beiläufig erwähnte, dass sie am Dienstag eine KA in Religion schreiben.
      Nicht, wegen der Arbeit, sondern wegen der Themen...
      Es geht erst mal um Martin Luther - soweit alles ok.

      Dann fing sie aber an zu fragen ob Opa August (mein verstorbener Schwiegervater) im Himmel oder in der Hölle sei.
      Ich fragte sie, wie sie denn auf die Hölle käme? Wir selber haben ihr erklärt, dass Opa August im Himmel ist und auf uns runterschaut. Dass man in den Himmel kommt, wenn man stirbt.
      Der Religionslehrer (evang. Pfarrer) hat gesagt, an der Himmelspforte stehe ein Engel und wenn man dann vor ihm steht, weiß er ganz genau ob man ein guter Mensch oder ein schlechter Mensch war. Die Guten kommen in den Himmel, die Schlechten kommen in die Hölle und schmoren im Fegefeuer.
      Angeblich soll anhand von Geschichten über böse und gute Menschen in der KA dann vom Kind entschieden werden ob die Person nun in den Himmel oder in die Hölle kommt.
      Wie bitte???? Sind wir jetzt wieder im Mittelalter angelangt?
      Ist das wirklich Thema in Klasse 3 in evang. Religion? Kann ich jetzt irgendwie nicht glauben.
      Da ich selber schon lange aus der Kirche ausgetreten bin - war katholisch, bin ich in dem Thema auch nicht so drin. Aber Fegefeuer und Engel an der Himmelspforte.....ich komm grad aus dem Kopfschütteln nicht raus.

      • Nein, im Evangelischen glauben kommt jeder Mensch in den Himmel, der Jesus Christus als Erlöser anerkennt. Fegefeuer war im katholischen glauben Thema. Und ist seit Martin Luther die Bibel übersetzt hst auch passe`. Entweder ist der Lehrer nicht evangelisch oder eben kein Lehrer. Denn das, was er da vom Stapel lässt ist nichts weiter als hohlen geredet. Weder richtig noch pädagogisch wert- oder sinnvoll.

        • Der"Lehrer" ist der neue evang. Pfarrer. Also evangelischer geht es nicht - aber eben kein Pädagoge und hat wohl an der vorherigen Stelle auch nicht unterrichtet. Das erklärt dann vielleicht einiges.

      Vermutlich hat er erzählt was die Leute damals bei Luther glaubten um nachvollziehbar zu machen was Ablassbriefe waren ... dein Kind hats einfach falsch verstanden.

      • Das scheint mir auch die einzig logische Erklärung zu sein.

        So wird's gewesen sein!
        Rufe den Pfarrer doch an und frag ihn.
        Martin Luther steht in der vierten Klasse auf dem Lehrplan.
        Der Lebenshintergrund ist "geliebt werden egal ob Leistung oder nicht"(allein durch Glaube an Gottes Liebe, nicht durch Werke werden wir heil).

        Da wir aber dieses Jahr 500 Jahre Reformation haben und das etwas besonderes ist, hat der Pfarrer das Thema wohl vorgezogen.

        • Bei uns ist das Lutherthema grad in der 4. Klasse Thema. Hab da im Reli-Heft auch Sachen von sich geißeln und auspeitschen und Fegefeuer gelesen... Scheint wohl so zu sein.

    Um das Thema Martin Luther schlüssig zu erklären, gehört das Thema Fegefeuer/Himmel dazu. Allerdings würde ich das in dieser Form niemals in der Grundschule machen, frühestens ab Klasse 6/7.
    Er hat sicher kaum pädagogische Ausbildung und MUSS unterrichten. Das liegt sicher nicht jedem Pfarrer - ob evangelisch oder katholisch.

    Es gibt sicher kindgerechtere Formen, Luther den Grundschulklassen näherzubringen. Es ist ja immerhin Lutherjahr, da gehört es in irgendeiner Form auch dazu.

    Das ist weder zeitgemäß noch Unterricht. Das ist einfach Unsinn. Wenn das ausgerechnet von einem evangelischen Pfarrer kommt, ja dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Natürlich könnte deine Tochter ihn falsch verstanden haben, aber wenn die Kinder entscheiden sollen, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt, spricht das eigentlich dagegen.
    Unsere Kinder (katholisch) haben in der dritten Klasse im Religionsunterricht das Thema 'Tod' angerissen und sind zusammen auf den Friedhof gegangen. Aber Himmel, Hölle, das war kein Thema. Der Religionsunterricht ist doch dazu da, das Gute am Glauben zu bestärken und nicht, irgendwelche Ängste zu schüren.
    An deiner Stelle würde ich meinem Kind ganz klar sagen, dass es keine Hölle gibt. Sollte das wirklich Thema in der Arbeit sein, würde ich sie ermutigen, eine Antwort im Sinne von 'kommen alle in den Himmel, weil Gott nicht aufhört uns zu lieben, nur weil wir Fehler machen' zu formulieren. Ob der Pfarrer wirklich behaupten würde, das sei falsch? #cool

    (10) 02.12.17 - 10:09

    Schlimm, das soll wirklich ein Pastor gesagt haben? Vollkommener Blödsinn. Nur die Gnade von Gott rettet den Menschen.Gnade heißt: Gott ist gut zu den Menschen.
    Nur die Bibel ist wichtig.In der Bibel steht alles, was wichtig ist. Der Mensch muss nur an Christus glauben.Dann ist er gerettet. Das hat Luther geschrieben. Die Menschen die zu Gott gehören werden auf einer neuen Erde wohnen.

    (11) 02.12.17 - 10:11

    Komischer evangelischer Lehrer. Hölle ist katholisch, der sollte mal googeln:-)

    War bei uns ab der ersten Klasse ein Thema. Himmel und Hölle. Es gibt nur katholischen Unterricht einer vikarin ( glaube so nennt sich das)
    Erste Klasse, erste Stunde, fröhliche 6jährige, Abfrage wer katholisch, evangelisch, Atheist ist. Allen nicht katholischen wurde erklärt sie kämen eh in die Hölle, Unterricht sei zwecklos, sie würde sie aber dulden. Ergebnis: heulende Kinder und erboste Eltern. Ich weiss das man seit 10 Jahren versucht sie loszuwerden. Keine Chance. Zu Weihnachten gab's kleine Geschenke nur für katholische, ebenso zu Ostern ein Osterei.
    Dafür hat sie den "heidnischen" Kindern eine dornenkrone aufgesetzt damit sie das Leiden Christi nachvollziehen können.
    Soviel zu mittelalter. Fundamentalisten gibt's in jeder glaubensrichtung.
    Dieses Jahr macht unsere "Braut christi" so stellt sie sich vor, eine Auszeit im Kloster. Hoffentlich bleibt sie da....
    LG von einer Mutter mit drei atheistischen Kindern, die auf keinen Fall in diese religionsstunde gehen werden.

    • Hallo,
      bei uns Katholiken gibt es keine Vikarin.....aber bei uns geben u.a. auch die Gemeindereferenten (das sind quasi Assistenten des Pfarres) Unterricht. Vielleicht ist da Dame so etwas. Allerdings sind bei uns die Referenten auch nur bei den Kommunionkindern im 3. Schuljahr in der Seelsorgestunde zusätzlich zum Religionsunterricht. Ansonsten gibt es an unserer GS, die eine katholische Ausrichtung hat, "richtige" Religionslehrer.
      Aber davon ab, unsere Gemeindereferentin hat auch einen an der Murmel....sorry, dass ich das so sage. Ich habe seit Jahren durch unseren Gottesdienstkreis mit ihr zu tun und es wird irgendwie immer schlimmer. Weniger, dass sie Nichtgläubigen etwas aufzwingen will oder generell rein menschlich da einen Unterschied macht, ob Christ oder nicht. Bei ihr dürfen auch evangelische, muslimische oder buddhistische Kinder am Krippenspiel teilnehmen, da ist sie sehr offen. Aber sie ist einfach, ach ich weiß nicht. Komisch. Kompliziert. Unorganisiert.
      LG
      Elsa01

      • Hallo!

        Ich glaube, viele Gemeindereferentinnen haben in irgend einer Weise "einen an der Murmel", ich kenne da auch die ein oder andere merkwürdige Person. Wir hatten bei unserem Kleinen das Taufgespräch mit der Gemeindereferentin - die Frau konnte uns nicht wirklich etwas neues erzählen, kam aber vom 100sten ins Tausendste, es war einfach grauenhaft (schlimmer als bei der Großen, wo ein erzkonservativer brasilianischer Pater kam!). Und auch wenn ich die Damen und Herren Referenten so erlebe, frage ich mich wirklich, ob die überhaupt lebensfähig sind.
        Allerdings setzt die Ausbildung zur Gemeindereferentin an vielen Fachschulen eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus - da könnte ich mir schon vorstellen, dass das die ein oder andere Person im Ausbildungskreis landet, die in ihrem eigentlichen Beruf nicht zurecht kam...
        Und dann habe ich mittlerweile bei allen Mitarbeitern der katholischen Kirche das Gefühl, dass die "Guten" irgendwo im Bistum, Hochschule, Verwaltung o.ä. landen, für die Gemeindearbeit bleibt nur noch der Ausschuss. Wir hatten in der Gemeinde einmal einen ganz tollen Kaplan - heute ist er Bischofssekretär.
        Ich bin eine ganze Weile - aufgrund der Wohnortnähe - sonntags immer in den Dom ins Kathedralamt gegangen. Dort haben eben Priester die Messe gelesen, die ansonsten im Bistum und eben nicht in einer Pfarrei beschäftigt waren - das waren teils echt tolle Leute, die v.A. in der Predigt nicht irgendwelchen weltfremden Nonsens von sich gegeben haben, sondern lebensnah und sehr fundiert gepredigt haben.

        LG

    Warum darf dieser Mensch überhaupt noch Unterrichtrn????? Wo wohnt ihr?? Das scheint ein falls für die Presse mindestens zu sein. Warum gibt es nicht Ethik oder Ev. Religion bei euch, wenn anscheinend genug Ki der da sind?? Warum unterrichtet sie die nicht Katholiken?? Wo anders haben die dann frei...

    • In bawü. Eltern versuchen seit Jahren die loszuwerden, erfolglos. Warum weiss ich nicht, bin ja nicht betroffen.
      Dieses Jahr während der vakant ist eine Aushilfe da. Die Kinder sind völlig platt.
      Unser Nachbarkind aus der zweiten Klasse hat erzählt, die würde Geschichten vorlesen in denen keiner umgebracht wird ( anscheinend hat die anderen sind Vorliebe für Märtyrer Geschichte, in der ersten Klasse!!!!)
      Und die neue würde Lieder singen UND erstaunlicherweise gar nicht rumschreien und schimpfen.
      Hab ich erwähnt das meine Kinder AUF KEINEN FALL in unsere Grundschule Reli gehen werden.
      Mein Mann und ich sind evangelisch und ich hab meinen grossen Sohn jetzt an einer katholischen Schule angemeldet. Der Kiga ist auch katholisch. Macht mir nix aus, es sind hindus, Moslems, katholische, evangelische und was weiss ich im Kiga die gehen zum Segen, beten, in die Kirche. Nur die Schneide in der Schule stellt sich an als gäbe es noch hexenverbrennungen.

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