Kein Sozialverhalten

    • (1) 06.12.17 - 09:40

      Hallo,
      es geht um meinen 11 Jahre alten Sohn. Er hat Probleme in der Schule mit seinen Mitschülern. Er findet einfach keine Freunde. Er ist immer schon ein Einzelgänger und manchmal habe ich den Eindruck, so wirklich möchte er auch keine Freunde. Er provoziert immer wieder seine Mitschüler mit blöden Kommentaren und Äußerungen. Ich kann dann auch verstehen, dass niemand mit ihm befreundet sein möchte. Wir wissen nicht mehr, was wir noch tun sollen, mit reden kommen wir momentan bei ihm nicht weiter. Wir hatten auch schon ein Elterngespräch und er hat einen Monat einen Verstärkerplan bekommen, in dem alles aufgeschrieben wurde, was gut läuft aber auch schlecht. Sein mangelndes Sozialverhalten macht ihm vieles kaputt. Als letzte Lösung haben wir nun überlegt einen Kinderpsychologen auf zu suchen. Jeden Tag hoffe ich, dass nicht wieder Stress in der Schule war. Gestern haben sie ihn sich zu 6 gepackt, weil er vorher provoziert hat. Es sind keine schlimmen Ausdrücke oder das er gewalttätig anderen gegenüber ist, aber durch seine Kommentare fühlen sich die anderen genervt. Das Problem hatten wir schon in der Grundschule, allerdings ist es seit dem Schulwechsel weit schlimmer geworden. Wenn man ihn fragt, warum er so ist, kann er es nicht sagen. Mir macht es Gedanken, dass er so gar nicht mit anderen Klassenkameraden klar kommt. Hat jemand vielleicht auch solche Erfahrungen? Ich denke auch, dass man nicht nur ihm die Schuld für alles ihm geben kann, die Zeiten sind einfach auch andere als früher. Und gerade manche Jungen aus seiner Klasse sind auch nicht ohne... Unser Sohn haut oder prügelt sich nicht, es sind nur seine verbalen Äußerungen. Auch Gruppenarbeit kann er mit anderen nicht. Er sagt dann selber, er möchte es lieber alleine machen. Die Lehrer wissen damit nicht umzugehen, angeblich hatten sie so was bisher auch noch nicht, dass jemand sich so verhält wir unser Sohn... Von seinen schulischen Leistungen ist alles in Ordnung, aber ich weiß nicht, wie es in Zukunft in der Schule weitergehen soll, denn das machen die Lehrer bestimmt auch nicht dauerhaft mit, wenn er immer wieder den Klassenfrieden stört. Ich würde mich über eure Kommentare und evtl. Tipps freuen.

      • na, wenn es so dramatisch ist, wie du es hier beschreibst, dann würd ich aber mal postwendend mit dem kind zum psychologen gehen. das klingt ja weder für ihn, noch seine umwelt erfreulich.

        aber das erste, was einem jeder psychologe sagt, ist dass jeder selbst für seine handlungen verantwortung übernehmen muss. zu schrieben 'dass zeiten jetzt anders sind' macht da wenig sinn. die zeiten sind ja für alle anders und deswegen sind die meissten leute trotzdem in der lage, nicht nur unmut und streit zu sähen. klar ist es schwer sich überlegen zu müssen, dass mit seinem verhalten irgendwas nicht stimmt, aber deswegen sollte man vielleicht dem reflex, die schuld nach außen verteilen zu wollen, trotzdem nicht folgen, denn das bringt deinem sohn ja nix.
        aber selbst wenn mans ich eingesteht, dass er wohl wirklich ein problem hat, heisst es ja nicht daraus folgend, dass er ein schlimmer mensch ist.

        ich wünsch euch viel glück und dass ihr dahinterkommen könnt, wieso euer kind mit sich und seiner umgebung so garnicht im reinen zu sein scheint. aber ich würde das schon von außen als fall für nen fachmann einschätzen. (so wie du es anreisst, klingt es, als könne da ne depression dahinterstecken. depressive kinder wirken nach außen hin ja oft sehr unausstehlich und querulant, dabei sind sie innerlich total unglücklich und verzweifelt. da hilft dann auch gut zureden nicht und das kind braucht fundierte hilfe.)

        lg

        Es tut mir Leid für dein Kind. Uch würde es mit einem Psychologen gepaart mit einem Schul- oder wenigstens Klassenwechsel versuchen? Wie soll denn sich ein Kind in dem Alter verhalten, wenn es permanent seit der Grundschule ausgeschlossen wird? Ich kann mir wohl vorstellen, dass er mit Abicht provoziert, aber wahrscheinlich eher unbewusst, um für sich selbst eine Rechtfertigung zu haben, warum keiner mit ihm befreundet sein möchte. Wahrscheinlich kann er dir das auch so nicht erklären, weil es ihm selbst nicht bewusst ist, weil er sich vlt. auch zum teil dafür schämt oder auch als stark dastehen möchte. Ich mach grad mein 1. Staatsexamen und ich hab schon jetzt genug solche Kinder gesehen. Es ist nicht so selten. Du sollst vor allem an dein Kind denken, wie er mit dieser Situation klar kommt, aus dieser sicht wäre eben ein Psychologe nicht verkehrt, da er dir ggf. nicht alles sagen kann, vlt. auch weil er es nicht richtig ausformulieren kann, oder es ihm zum Teil gar nicht bewusst ist. Eins kann ich dir aber mit Sicherheit sagen, da leidet fein Sohn auch drunter, selbst wenn wr es nicht zwigwn will/kann.

        Hallo,

        das klingt schon so, als ob Dein Sohn sozial sehr eingeschränkt ist aktuell und dadurch sich auch in eine sehr verfahrene Situation begibt.

        In dem Alter - und vor allem, wenn das schon früher so aufgetreten ist - ist es aber keinesfalls seine Schuld und er kann das Verhalten wahrscheinlich nicht direkt bewusst beeinflussen.

        Demnach ist ein Termin bei einem Kinderpsychiater (nicht Psychologen), damit eine kinderpsychiatrische Diagnostik gemacht werden kann (vorher kann auch keine adäquate Behandlung bzw. Gesprächstherapie erfolgen), ein wichtiger und nötiger Schritt.

        Die Kinder kommen jetzt in die Pubertät - da wird es allenfalls für alle Beteiligten noch schlimmer.

        Ein Kinderpsychiater ist euer erster Ansprechpartner und kann auch meistens erfolgreich Hilfe leisten. Ich wünsche euch viel Erfolg.

        Liebe Grüße
        monkiwi

      • Aus eigener Erfahrung kann ich dir ein Gespräch mit anschließender Diagnostik bei einem Kinder - und Jugendspychologen empfehlen. Dort wird geschaut, woher sein Defizit stammt, wie weit seine kognitive Entwicklung ist etc.pp.

        Wahrscheinlich bekommt er dann ein Anti - Aggressionstraining. Damit hat mein Sohn gute Erfahrungen gemacht. Es hilft ihm, sich zu reflektieren und Situationen besser einzuschätzen.

        Dein Sohn benötigt wahrscheinlich nur ein wenig Unterstützung. Dann wird das schon.
        Wenn was ist, kannst du mir gerne eine PN schreiben.

        Gruss
        agostea

        Ich würde mal mit einer Familienberatungsstelle anfangen...

      • Hallo,

        Wie steht denn dein Sohn dazu? Stört ihn das? Möchte er Freunde haben oder ist ihm das egal. Habt ihr ihn mal direkt gefragt?

        Lg

        Meine Tochter (12) hat eine Freundin (bis jetzt gehabt)die seit dem KiGa auch stets angeeckt ist und zum Nebenläufer z.T. auch Außrenseiter wurde.
        Sie war stets Bestimmerisch und wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen konnte, wurde sie aufbrausend und die anderen Kinder ließen sie dann stehen.
        Darauhin lief sie immer weinend zur Erzieherin / Lehrer spielte ihre Opferrolle runter und beschuldigte die anderen Kinder unwahrheitsgemäß als Bösewichte, bis sogar die durch Beobachtungen genervt waren.
        Ab der 5.Klasse kamen Fantasie-und Lügengeschichten dazu, wenn unsere Kinder sie auf diese Unwahrheiten durch Beweise aufdeckten, wurde wieder die Opferkeule ausgepackt. Inzw. kommen ordinäre Ausdrücke dazu, sowie seit der 5.Klasse kompletter Leistungabsturz.

        Wenn man merkt, das das Kind durch stetiges Fehlverhalten oder Aufmerksamkeitsdefizit stets aneckt und keine Freunde findet, würde ich den Kinderpsychologen aufsuchen, irgendeine Ursache hat es, sei es die eigene Unzufriedenheit /Frust odes Aufmerksamkeitsdefizit....nur wenn man die Ursache erkennt, kann man daran arbeiten....umso älter sie werden, desto schwerer wird es für die Eltern, die Bahn zu begradigen.

        Hilf ihm bitte! Ich habe die Nase von Kindern voll, die andere ärgern und dann auch noch behaupten, sie hätten sich nur gewehrt! Ich habe die Nase voll von Kindern, die nicht akzeptieren, wenn andere sagen, wir möchten nicht mit dir zusammen sein und die Kinder weiter bedrängen! Die eine Mitarbeit verweigern, weil sie meinen, sich nicht in der Gruppe anpassen zu müssen.
        Aktuell gibt es dieses Thema bei uns sehr akut! Ein Junge, der Nachrichten verbreitet, andere würden ihn schlagen, die Eltern, die die Schule aufmischen und ungefiltert Sachen verbreiten und am Ende stellt sich heraus, nichts von alledem war wahr.
        Ich habe absolutes Mitgefühl für deinen Sohn, aber versetz dich auch mal in die Lage der anderen Jungs.....die werden solche Sachen auch nicht so einfach einstecken (Provokationen können sehr wohl verletzen).
        Dein Sohn benötigt Hilfe. Mit 11 ist er doch schon fast in der Pubi-Phase und was kommt dann ?
        Allein kann er sich keine Hilfe holen und dafür sind doch Eltern da.

        11 Jahre ist alt genug, um einen Charakter herausgebildet zu haben. Und es gibt nicht nur angenehme Menschen, es gibt auch [vom urbia-Team editiert]

        Hör auf, es auch nur zu Teilen auf etwas anderes zu schieben. Nein, "die Zeiten" sind keine anderen. Arschlöcher sind unbeliebt, sympathische Kinder sind beliebt. Wenn sich etwas geändert hat, dann das: Früher hätten sich schon längst ein paar Kerle deinen feinen Sohn geschnappt und ihm die dummen Kommentare [vom urbia-Team editiert]. Das ist heute im Zuge der Verweichlich- und Verweiblichung der Erziehung verpönt - hat aber damals so manchen glattgezogen.

        Was du tun kannst? Nichts. Du kannst versuchen, ihn außerhalb der Schule z.B. in Vereinen anzumelden. Denn Freunde müssen nicht unbedingt Schulfreunde sein. Ich konnte mit denen aus meiner Klasse auch nie etwas anfangen, hatte dafür viele Freundinnen und Freunde beim Sport. Wenn er sich da genauso aufführt, dann ist er alt genug, mit den Konsequenzen selbst klarzukommen.

        hallo,
        mein Großer ist ein bisschen wie Deiner. Er ist aufgrund seiner Art auch nicht sonderlich beliebt. Nie würde ich auf die Idee kommen, ihn aufgrund seiner Charaktereigenschaften zu einem Psychologen oder Psychiater schicken. Ich denke, die Kinder seiner Umgebung werden ihn schon zurechtstutzen....
        Ich muss jedoch sagen, dass mein Großer nicht den Unterricht stört oder sonderlich aggressiv/brutal ist. Er ist nur sehr laut, regelt gern alles in seinem Sinne und ermahnt gerne andere. Das macht ihn nicht beliebt.

        Er wird ruhiger, seitdem er ein paar Erfolgserlebnisse hatte (in der Freizeit, beim Sport, mittlerweile auch einmal eine beste Klassenarbeit).

        Vielleicht kannst Du ja auch ein paar Erfolgserlebnisse für Deinen Sohn "erschaffen". Was kann er besonders gut, was macht er gerne? Das stärkt sein Selbstbewusstsein und er muss nicht mehr den Klassen"idioten" mimen.....

        LG, Cherish

        Hallo,
        du hast gerade meinen Sohn beschrieben!!! Leider wurde mein großer irgendwann auch körperlich agressiv, und war somit nicht mehr an der Regelschule tragbar.
        Im KIndergarten hatte er immer nur einen Freund, wenn der nicht da war, hat er sich meist alleine beschäftigt, war aber sonst absolut unauffällig.
        In der Grundschule hatter er in der dritten Klasse einen Monat in dem es sehr schwierig war, ich habe das aber mit der Trenn ung von meinem damaligen Mann geschuldet.
        Bis zum Beginn der 6. KLasse war alles OK. Immernoch "nur" einen Freund, aber immernoch problemlos. Nach der 2 Schulwoche ging es los... Er wurde agressiv und verschwand regelmäßig aus der Schule, weil er sich provoziert fühlte von den anderen Schülern und Lehrern.


        Ich möchte dir raten wirklich möglichst schnell einen Therapeuten aufzusuchen und am besten keinen Psychologen sondern einen Psychiater. DIeser kann deinen Sohn nämlich wesentlich besser austesten, falls er eine Vermutung hat, was dahinter stecken könnte.

        ICh wünsche dir viel Kraft!

        Das Problem besteht seit Jahren und ihr habt keine Lösung. Dein Sohn wird regelmäßig zur Zielscheibe.

        Wird Zeit, dass ihr handelt. Eine Überprüfung der sozialen Entwicklung bei einem Spezialisten wäre sicher ein sinnvoller Ansatz.

        Vielleicht findet sich so eine Lösung, die es ihm leichter macht.

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