vorzeitige Einschulung und jetzt doch nicht...

    • (1) 15.12.17 - 21:04

      Hallo!

      Wir haben im August unseren Sohn(07/12) an der Schule angemeldet. Wir haben gleich ausdrücklich gesagt, dass er nicht in die Schule kommt, die der Schulsprengel vorschreibt. Die Schule, in die er eigentlich müsste, ist für krasses Aussortieren bekannt und unser älterer Sohn hat es am eigenen Leibe erfahren.
      Ich bin immer noch sauer auf die Schulleitung, dass sie alle Alternativen blockiert hatte.
      Inklusion??? Nein Danke! Zumindest auf dieser Schule. Auch von anderen Eltern habe ich gehört, wie massiv die Schüler durch den Stoff geprügelt wurden. Diese Kinder sind jetzt übrigens wieder mit meinem großen Sohn auf dem Gymnasium in einer Klasse und unterscheiden sich von den Leistungen und den Lernkompetenzen kaum von ihm.

      Also: unser kleiner Sohn soll gar nicht erst auf diese Schule und das lassen wir uns auch was kosten - wir schicken ihn auf eine Privatschule. Und da er in Sachsen ein Kann-Kind ist, haben wir gedacht, wir schauen mal, ob er schon so weit ist.

      Mitte September waren wir dann zur Leistungsstanderfassung in der Privatschule. Dort hieß es, dass es zwar mit der Konzentration noch etwas hapere und mit der Motorik, unser Sohn aber nächstes Jahr eingeschult werden könnte. Ein weiteres Kindergartenjahr würde ihm aber auch nicht schaden.

      Anfang Oktober hatte mein kleiner Sohn wieder einen Fieberkrampf und das war dann für mich einfach der Punkt, bei dem ich gedacht habe "Nein. Lass mal. Gönn ihm noch das eine Jahr Kindergarten." Auf mich wirkt er noch nicht so, wie die Kinder aus der Vorschulgruppe.
      Mein Mann steht hinter beiden Entwürfen.

      Heute war der Brief von der Privatschule im Briefkasten, dass sie unseren Sohn aufnehmen wollen, falls bei der Amtsärztin alles OK ist. Untersuchungstermin ist im Februar.
      Ich weiß jetzt überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich will ihn nächstes Jahr nicht einschulen lassen.
      Mach ich alles kaputt, wenn ich das der Ärztin so sage?
      Mir tut meine eigene Courage leid. Ich habe das so angetrieben...
      Wie verhalte ich mich denn bei der Untersuchung?
      Es wird ja auch rauskommen, dass er ja schon in die Schule könnte. Aber ich halte ihn noch nicht für "reif" genug. Wenn ich ihn frage, dann will er nur deswegen in die Schule, weil es da so viel schönes Spielzeug gibt.
      Ohjeh... kennt jemand die Situation? Wie wars denn bei euch?
      Mein großer Sohn war sowas von schulreif, der wurde quasi nur durchgewunken. Die Ärztin wollte von ihm gar nichts weiter sehen.
      Aber die Situation ist jetzt so uneindeutig... #kratz

      • Hallo,

        du schulst doch auf Antrag ein. Dann ziehe doch den Antrag zurück, wo ist das Peoblem. Und die Ärztin informiere doch, dass Du es Dir überlegt hast.

        Die Amtsärzte sind doch nur Menschen, die verstehen, dass man seine Meinung geändert hat. Gehe mit anderem, so wie Du willst, dass man mit Dir umgeht. Offen und ehrlich.

        • OK, das wurde mir anders gesagt.
          Im Rathaus haben sie gesagt, dass unser Sohn mit der Anmeldung automatisch als schulpflichtig gilt und nun die Untersuchung Pflicht ist.
          Ja. ich werde sagen, dass ich ihn nun doch nicht einschulen lassen will. Ich muss nur schauen, dass mein Kleiner nicht mitbekommt, dass ich diejenige bin, die seine Einschulung verhindert. Seit wir mit ihm an der Schule waren, freut er sich wie blöd auf die Einschulung, ohne zu verstehen, was das nach sich zieht - obwohl wir es schon oft gesagt haben.
          #klatsch

          • Da wäre ich ja vorsichtig.

            Schau mal in eure Landesgesetze. Mal angenommen es ist so, empfehle ich Dir eins.

            Gehe zum Amtsarzt und sage, dass du es Dir aus dem und dem Grund überlegt hast.

            Ich garantiere Dir, dass der Arzt es verstehen wird.

            Kein Arzt schult ein vorzeitig eingeschultes Kind gegen den Elternwillen.

            Es sind gebildete Menschen, die verstehen können, dass auch Entwcheidungen umgeändert werden können.

            Habe keine Angst. Nur die Argumentstion muss Hand und Fuß haben.

            #winke

          • Es geht doch gar nicht so sehr darum, ob es als durchfallen gewertet wird. Es geht darum, dass die anderen Kinder ja nicht vergessen, dass der mal bei Ihnen war, aber jetzt muss er nochmal zu den kleinen gehen (hänselpotenzial hoch 10). Und vor allem geht es darum, dass die ersten schulerfahrungen sooooo wichtig sind! Wenn die leicht schlecht oder demotivierend sind, dann zieht sich das meist durch die ganze schullaufbahn.

            Also ich würde ihn wohl einschulen, wenn sonst nichts dagegen spricht. Warum auch nicht? Nur wegen eines fieberkrampfes? Bei uns in Bayern wäre er ein absolutes Muss-kind, da könnte man erst bei Oktober geborenen überlegen

    Also erstmal muss man echt vorsichtig mit vorzeitiger Einschulung sein. Das würde ich wirklich nur Kindern "zumuten" die auch in ALLEN Bereichen soweit sind. Und das ist bei Deinem Sohn scheinbar nicht der Fall, also ist das erstmal richtig, dass ihr einen Rückzieher macht.

    Ich habe meinen Großen, der kognitiv sehr weit war, dafür aber sozial-emotional seine Probleme hatte, ein Jahr zurückstellen lasse, was wir bisher nicht bereut haben. Er ist jetzt in der 5.Klasse.

    Ich meine gelesen zu haben, dass es in Sachsen wirklich so ist, dass, wenn ein Kann-Kind angemeldet wurde, es dann auch als schulpflichtiges Kind läuft und dann regulär eine Rückstellung beantragt werden muss, was bei uns zwar sehr einfach ging, aber das leider nicht in jedem Fall so ist.

    Ich würde einfach auch nochmal mit dem Kindergarten Rücksprache halten, wie sie ihn einschätzen und dann, bei der amtsärztlichen Untersuchung erklären, woher die Bedenken kommen.

    Hallo,

    wir haben unseren Sohn mit 5 in eine Privatschule eingeschult. Das Konzept dort war darauf abgestimmt, dass 5-jährige erwünscht sind, damit sie mehr Zeit um einfinden in die Schule haben. Die meisten anderen Kids in dem Jahrgang waren auch 5 Jahre alt.

    Obwohl ich auch Bedenken hatte, lief es gut und das läuft es auf der Schule auch bis heute (jetzt Klasse 6).

    Der Unterricht wurde so ausgerichtet, dass die "kleinen" immer nur kurze Aufmerksamkeitsphasen "erleiden" mussten und es wurde viel gemeinsam gemacht. Es war also eher Kindergarten mit "Schul"-stunden. Der Unterricht ging aber bis 15 Uhr, danach waren sie dann auch kaputt in den ersten Wochen.

    Ich empfand das alles als sehr druckfrei, die Kinder machten einen glücklichen Eindruck und Probleme gab es wenig. Und wenn, wurde sich wirklich rührend gekümmert von den Erziehern (da Ganztagsschule mit Betreuung von 7 bis 18 Uhr, gibt es auch viele Erzieher, die von Anfang an da sind und auch in den Klassen die Kinder betreuen).

    Wäre es ein "normales" Schulkonzept gewesen, hätte ich mein zartes Blümchen nicht mit 5 eingeschult. Das wäre mir zu "harsch" gewesen. Aber so war es mehr ein fließender Übergang. Er ist bis heute sehr glücklich dort und spielt auch noch sehr viel - das ist also kein Problem.

    Was sagt denn Dein Bauchgefühl zur Schule?
    Und wie viele 5-jährige Kinder werden noch da sein?

    Dadurch, dass der große Bruder ja vorhanden ist, weiß der kleine aber auch mit größeren Kindern gut umzugehen. Ich würde mir da eher weniger Sorgen machen.

    Was ich aber immer wieder gesehen habe, waren Elternpaare, die sich die Schulkosten gerade so leisten konnten und nach kurzer Zeit (1- 4 Jahre) die Kinder wieder raus genommen haben, weil es ihnen den Preis dann doch nicht wert war bzw. finanzielle Engpässe dazwischen kamen oder finanziell zu kurz gedacht wurde. Die Kinder hatten es auf der Regelschule dann schwerer, weil dort doch alles anders läuft.

    Wichtig ist also auch von eurer Seite, dass Ihr die Kosten (weiß nicht, was das bei euch kostet - bei uns waren es in der Grundschule 5 -600 Euro monatlich, ab Mittelstufe jetzt ist es mehr) auch langfristig stämmen könnt. Das ist mitunter ja schon eine Stange Geld über mehrere Jahre, die auch bezahlt werden können muss (mit einer der wichtigsten Faktoren bei der Beschulung in einer Privatschule).

    Wenn das Kind nämlich nach 1 Jahr schon wechseln muss, ist das ziemlich hart, vor allem in dem Alter.

    Ansonsten wird es zu Beginn der Schulzeit immer mal wieder Stolpersteine geben, die man dann aus dem Weg räumt.

    Ich wünsch euch alles Gute
    nebelschnee

    In NRW wäre er nächstes Jahr schulpflichtig. Stichtag ist der 30.9.
    Mein Sohn ist von August. Wir hätten ihn zurück stellen können. Letztlich haben wir ihn regulär eingeschult, weil es ihm im Kindergarten nicht mehr gut ging.
    Für ihn war es richtig. Er ist zwar der Jüngste in der Klasse, kommt aber sehr gut zurecht. (4. Klasse)

    Bist du dir sicher mit deiner Entscheidung?
    Ich habe damals ziemlich rumgeeiert mit der Entscheidung. Das war doof, auch für meinen Sohn.

    Viele Grüße
    Julia

    • Hallo Julia,
      Nein. Mit meiner Entscheidung bin ich mir nicht sicher. wir haben mit dem ggroßen Sohn so viele falsche oder unglückliche entscheidungen getroffen. Ich bin mir nicht sicher.
      Ich geh nach Bauch und der sagt, dass der kleine kognitiv sehr wohl in der lage ist nächstes jahr in die schule zu gehen (er kann schon rechnen und worte selbst bilden - alles freiwillig und ungefördert) aber er ist emptional noch zu sehr Kindergartenkind.
      Außerdem würde er vermutlich übernächstes jahr mit seinem besten Freund eingeschult. Das ist schon wichtig, denke ich.

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