8jährige in der Küche

    • (1) 22.01.18 - 09:11

      Moin zusammen,
      ich hab gestern mal wieder auf die Lütte einer Bekannten aufgepasst. Wir verstehen uns gut und sie ist gerne bei mir.
      Ich bin dafür bekannt, dass ich gut und gerne koche, die Lütte hat mir auch schon öfter geholfen, alles wunderbar.
      Gestern habe ich Kaninchen gemacht - besagtes Kaninchen war noch im Ganzen und die Lütte kam in die Küche und hat sich erklären lassen, was ich da mache. Ich hab ihr dann alles erklärt und später gab es lecker Kaninchenschenkel für sie.
      Nach dem Essen haben wir die Karkasse, Innereien und Kopf noch für meine Hunde verarbeitet, so wie ich es immer mache und die Lütte hat mir noch geholfen, die Fleischreste von der Karkasse nach dem Kochen abzulösen.
      Alles freiwillig, alles mit viel Neugierde ihrerseits und in netter Atmosphäre... gestern Abend klingelte dann das Telefon und ihre Mama war mindestens mal "not amused", dass ihr Töchterlein nun weiss, dass Fleisch mal ein Tier war...

      Jetzt meine Frage an euch: hätte ich ihr das nicht zeigen dürfen? Hätte ich vorher mit ihrer Mutti Rücksprache halten müssen, was einer 8jährigen nach den moralischen Vorstellungen ihrer Mama zuzumuten ist? Mama ist keine Vegetarierin, sie verarbeitet es offensichtlich nur gerne etwas abstrakter.

      • Hallo,

        also wenn die Kleine das freiwillig und mit Interesse verfolgt, mitgeholfen und gegessen hat, hab ich da überhaupt kein Problem damit.

        Eher im Gegenteil, weil ihr auch noch gezeigt wurde, dass das Tier geschätzt wird und wirklich alles verwertet wurde. Wenn meiner Tochter das auch noch fachgerecht gezeigt wird, würde ich mich sogar freuen , weil ich kann das nicht so wirklich. (mag auch kein ganzes Kaninchen verarbeiten ;-). Allerdings würde meine Tochter, glaub ich ,da nicht so wirklich mitmachen. #schein

        lg
        Silvia

        (3) 22.01.18 - 09:42

        Hallo,

        Ich halte es für außerordentlich wichtig, das Kinder wissen was sie essen. Dazu gehört Fleisch ist totes Tier. Je früher ein Kind das lernt, desto weniger Probleme hat es damit.

        Wer nicht will das sein Kind mit anderen Erziehungsstilen in Berührung kommt, darf sein Kind nicht woandershin lassen.

        Gruß Sol

        (4) 22.01.18 - 09:45

        Meinst du das ernst?

        Du kannst nicht abschätzen, inwieweit das Kind mit diesem Thema schon konfrontiert wurde.

        Nicht alle sehen das mit einer abgeklärten Schlachtermentalität wie du.

        Wenn du der Meinung bist, dass Fleischfresser auch den tierischen Verarbeitungsprozess erleben und aushalten müssen,
        kannst du das deinen eigenen Kindern ja gerne so mitgeben.

        Aber fremde Kinder mit derartigen Grundsätzen ungefragt zu konfrontieren,
        finde ich echt übergriffig.

        Ich wäre als Mutter auch angepisst gewesen.
        (Esse aber auch kein totes Tier.)

        • Bei einem Vegetarier kann ich die Empörung durchaus verstehen und hätte vorher auch Rücksprache gehalten, bzw. erst gar kein Fleisch für die Lütte und damit auch uns zubereitet.

          • (6) 22.01.18 - 10:33

            Ja klar,
            ich hab da natürlich nen ganz anderen Blick drauf.:-)

            Ich gehe auch mal davon aus, dass du es gemerkt hättest, wenn die Kleine nur so tapfer mitgemacht hätte, um vor dir nicht das Gesicht zu verlieren.

            Das wäre nämlich bei meiner Tochtet so gewesen.
            Die hätte aus falsch verstandener Höflichkeit eifrig mit gewerkelt und hier zu Hause nachts nicht mehr schlafen können.

        (7) 22.01.18 - 10:25

        Das Kind hatte der Beschreibung nach weniger Probleme als die dazugehörige Mutter. Und das Kind hat doch von sich aus mitgemacht. Es hat also vermutlich gefragt.

        Bei was müsste man deiner Meinung nach noch vorher um Erlaubnis fragen bevor man es mit einem Kind bespricht/macht?
        Ich persönlich erwarte, dass man mir die Themen mitteilt genau wie Lebensmitteleinschränkungen. Wird die Liste zu lang, kann das Kind nicht zu mir kommen.

        Das Wort Fleischfresser finde ich unangebracht auch wenn du kein Tier isst. Wer noch nicht einmal mit dem Wissen ungehen kann sollte meiner Meinung nach auf alles tierische verzichten.

        • (8) 22.01.18 - 12:48

          Das mag ja jeder anders sehen.

          Aber ich finde schon, dass man kurz bei den Eltern anfragen kann, bevor der tote Mümmelmann weiterverarbeitet wird.

          Ich bin da aber voreingenommen, da ich kein Fleisch esse.

          Wenn mein Kind irgendwo zu Besuch ist, gehe ich nicht automatisch davon aus,
          dass in der Form wie es die TE beschreibt gekocht wird.

          Kenne ich so überhaupt nicht.

          Da wird höchstens das Filet in die Pfanne gelegt, Gemüse geschnippelt, Salat gewaschen, Dressing zubereitet.

          Ich bin über 40 und hab auch noch nie ein totes Tier auseinandergenommen.

          Hab ich bisher auch noch nicht vermisst.

          Ne Erfahrung, die sich lohnt?
          Muß man das?

          • Ich denke genauso, und esse Fleisch. Und ich habe noch 10 Jahre mehr Lebens- und Kocherfahrung.ir würde da so was von schlecht werden, wenn so ein totes Tier vor mir läge, daher würde ich es auch nicht meinem Kind zumuten (in dem Alter)

            Mir sag der Begriff Karkasse z.B. nichts Aber liebe TE, das brauchst du mir auch nicht erklären Da sterbe ich gerne dumm..

            (10) 22.01.18 - 18:44

            Wenn Du eh kein Fleisch isst, macht es ja auch wenig Sinn, das Tier auseinanderzubauen :-)

            Schau mal, wir essen kein Schweinefleisch (also mein Mann schon, ich nicht, junior nicht) aus religiösen Gründen, dazu keine Meeresfrüchte und dann gibt es noch die eine oder andere kleine Einschränkung.

            Wenn mein Kind jetzt bei Leuten, die wie mein Mann alles essen, zu Hause wäre, würde ich kurz mit ein, zwei Sätzen erläutern, was nicht geht. In Deinem Fall würdest Du vermutlich den Babysitter bitten, kein Fleisch zu präsentieren und auf Alternativen auszuweichen. Kinder geben sich ja meist auch mit Nudeln und Tomatensoße zufrieden :-)

            Wer aber solche Aussagen nicht trifft, muss halt damit rechnen, dass das Kind (sofern es das selbstständig akzeptiert) Dinge isst und zubereitet, die es von zu Hause aus nicht kennt.

            Ist ja ähnlich wie bei ner Allergie, ein dreijähriger, der ne Haselnussallergie hat, von der kein Mensch was weiß, und Schokolade oder Nutellabrot bekommt, hat im Zweifel gesundheitliche Probleme. Daher müssen das die Eltern VORHER ansprechen.

            "Du, wenn Du heute kochst und sie mit Euch mit isst, bitte keine Experimente oder so, wir essen zu Hause wenig Fleisch/Nudeln/Haselnüsse, also wenn Du was mit Fleisch/Fisch machst, dann nur Filet ohne Gräten oder Fleisch ohne Schwarte/Haut/Knochen."

            Im Rahmen dieses Gesprächs ergibt sich dann weiteres.

      Meinst DU das Ernst?

      Wenn man Fleisch und Fisch isst (und zubereitet), sieht ein Kind das doch automatisch! Supenhuhn, Brathähnchen, ganze Forelle, Knochen für Brühe, Spanferkel, Ente, Gans ist doch völlig normal, wenn man Fleisch isst. Es sei denn, man kocht nicht wirklich oder man lügt sein Kind an.
      Fändest du es auch schlimm, wenn jemand deinem Kind erklärt, dass aus Eiern eigentlich Kücken schlüpfen? (Das wissen ja doch die meisten Kinder im Kindergarten schon, da schreit auch keiner auf..)

      LG #winke

      • (12) 22.01.18 - 10:38

        Ich sehe das aus der Prägung eines Stadtkindes.

        Um meinem Sohn zu vermitteln, dass sein Schnitzel mal gelebt hat, gibt es viele Möglichkeiten. Er muß nicht zwingend ein Schwein ausweiden.

        Und wenn, würde ICH das gerne mit ihm erledigen. Jedenfalls das erste Mal.

        • Stadtkinder können auch ganze tote Tiere im Supermarkt oder Metzger kaufen.
          Es geht doch auch nicht ums Töten und Ausweiden!
          Wie lange lebst du schon vegetarisch, schon immer?
          Bei einem küchenfertigen Kaninchen (oder Huhn, oder Fisch oder Ente) sieht man, dass das ein Tier ist, aber ausnehmen oder rupfen oder häuten muss man da nix mehr.

          Ich kann verstehen, dass du das für dein Kind nicht wollen würdest (solltest du aber jeder Betreuungsperson mitteilen) du bist kein “Fleischfresser“!
          Die Mutter des Mädchens schon.

          LG #winke

          (14) 22.01.18 - 11:02

          "Und wenn, würde ICH das gerne mit ihm erledigen. Jedenfalls das erste Mal. "

          Das kann ich verstehen, ABER bei einem 8-jährigen Kind setze ich voraus das es weiß woher das Fleisch auf dem Teller kommt.
          Was hat die Mutter dem Mädel denn erzählt bisher ?

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