Gymnasium 5. Klasse: Und es läuft steil bergab

    • (1) 24.01.18 - 20:10

      Hallo Ihr Lieben,

      wir hatten uns damals schwer getan mit der Entscheidung, ob unser Sohn überhaupt aufs Gym gehen soll, weil er zwar clever aber stinkfaul ist.

      Letztlich haben wir ihn die Entscheidung treffen lassen und er wollte aufs Gym.

      So, nun trifft genau ein, was ich befürchtet habe: er steht in 2 Fächern aktuell auf 5 (Englisch und Musik), Deutsch und Mathe auf 4 und auch sonst ist nix wirklich gutes dabei.

      Am Anfang habe ich versucht, dass er selbständig (weitesgehend) lernt. Nach den ersten Schulaufgaben/Exen/Proben oder was auch immer mit Note 5 war dann klar, dass das wohl nicht funktioniert.

      Dann habe ich mit ihm über 3 Wochen intensiv zusammen gelernt, aber gebracht hat es notentechnisch noch keine Veränderung.

      Wir haben Techniken zum Lernen besprochen, ich hab Karteikarten mit ihm geschrieben, wir haben es auf`s Handy aufgenommen (Vokabeln z.b.). Er macht dann mit, aber alleine käme er nie auf die Idee, davon irgendetwas wieder aufzugreifen.

      Dann liest er lieber (schnell) die Vokabeln durch und meint danach wirklich, dass er sie kann. Beim Abfragen sitzen dann etwa nur 30%, vom richtig Schreiben können mal ganz abgesehen.

      Trotzdem diskutiert er, ob das denn nötig sei, jetzt nochmal zu lernen, er habe doch schon gelernt. Und schreiben muss er die auch nicht, er weiß schon, wie die geschrieben werden....#bla

      So enden wir regelmäßig in Diskussionen und meistens im Streit.

      Am Montag sprach ich mit seiner Lehrerin. Die meinte, er könne das Gym schon schaffen, aber er müsse halt viel mehr tun! in allen Fächern! Sie denkt, dass er noch nicht verstanden hat, wie er lernt und dass ich doch mit ihm besser das Lernen lernen soll, anstatt der Inhalte.
      Ach ja, und ich solle ihm ausrichten, dass er sitzen bleibt, wenn er nix ändert. (Damit hatte ich bereits gerechnet)

      Soweit so gut. Ich habe ihm also von dem Gespräch erzählt und er war doch etwas geschockt. Wir haben uns dann ganz in Ruhe unterhalten und ich habe ihm auch wiederholt vorgeschlagen, ob er nicht vielleicht doch die Realschule besuchen möchte.
      Nein, das möchte er nicht, er möche das Gym schaffen. Und ab jetzt fleißig lernen.

      Wir haben dann eine "Lern-Strategie" erarbeitet und auf ein großes Plakat die wichtigsten ERkenntnisse geschrieben.

      Außerdem haben wir vereinbart, dass er sich jeden Tag 30 Minuten Zeit nimmt, um den Unterricht für den nächsten Tag vorzubereiten (letzte Hefteinträge lesen, checken ob alles verstanden etc.)

      Das klappte Montag und Dienstag.
      Heute sah seine Unterrichtsvorbereitung für Englisch dann so aus: er läuft durchs Zimmer, räumt auf und hört nebenher die CD zu seinem Englischbuch.
      Auf meine Frage, was er jetzt daraus gelernt hätte, meinte er nur, die Lehrerin hätte ja gesagt, man solle die CD ab und zu hören.
      Und Vokabeln bräuchte er nicht lernen, die könne er sowieso.
      Ich habe dann die aktuellen abgefragt und er konnte 4 von 7 nicht. Dann habe ich aufgehört.

      Es macht mich einfach fertig. #heul Denn ich kann zwar mit ihm lernen, aber wenn er doch selbst nicht erkennt, dass es notwendig ist, kommen wir doch nicht vorwärts.
      und es muss doch möglich sein, dass er zumindest die Vokabeln selbständig lernt, oder? Ich kann doch nicht ständig daneben sitzen und kontrollieren, was er tut.

      Ich habe noch zwei jüngere Töchter und ich habe nicht die Zeit, den ganzen Tag bei ihm zu sitzen und alles mit ihm zu machen. Vor allem ja nicht, weil er es nicht versteht, sondern weil er einfach keinen Bock hat, es alleine zu tun.

      Helft mir! Was kann ihm helfen, den Ernst der Lage zu erkennen?
      Wie schaffe ich es, dass er zumindest ETWAS aus eigenem Antrieb lernt? Z.b. bei einer angekündigten Schulaufgabe?

      Ich habe schon überlegt, ob er vielleicht wirklich sitzen bleiben muss, damit er das kapiert, aber meint ihr, dass das funktioniert?

      #herzlich Danke für jede Hilfe

      Froschmama

      • Hi du! Also mir scheint schon das es möglicherweise das richtige Lernen noch nicht ganz überrissen hat. Aber es ist ziemlich häufig so das Kinder recht clever sind aber in Sachen SChule trifft das anfangs oft nicht zu. Dich scheint er aber nur bedingt ernst zu nehmen was deine Vorbehalten, Sorgen und Tatsachen betrifft.
        Er will zwar was, aber dafür etwas tun? No way. Ergebnis ist ja mehr als deutlich sichtbar. Wenn er meint er muss nicht lernen würde ich eines klar kommunzieren: Er sieht das er selbst die Quittung in Sachen Noten für sein Tun bekommt wenn er weiterhin meint er kann die Vokabeln dann soll er das meinen!
        Ich frage mich hier ob ein Gespräch deines Kindes mit der Lehrerin vielleicht auch was brächte. Sie könnte ihm sagen das anhand seiner Noten so das nichts wird ( natürlich höflicher und kindgerecht aber doch deutlich verpackt). Vielleicht kommt das mehr bei ihm an!
        Denn du redest dir ja schon lange genug den Mund fusselig. Er glaubt weiterhin sein Lernen reicht. Von daher hätte er noch Zeit bis zum Schuljahresende und sonst muss er wechseln. Jedenfalls würde ich so handeln. Denn wenn er nichts tun will oder kann und sämtliche Hilfe bisher nichts brachten, dann macht es auch weiterhin keinen Sinn.

        Ela

        • Danke für deine Antwort.

          Die Lehrerin hatte mir angeboten, dass er Lerncoaching bei der Schulpsychologin bekommt, allerdings findet das während der Unterrichtszeit statt und daher bekommen das alle mit. Das wollte ich dann - zumindest erstmal - nicht, weil ihm das bestimmt unangenehm ist.

          Die Lehrerin meinte auch, dass sich die Jungs in der 5. eher schwer tun, den Ernst der Lage zu erkennen, aber spätestens das Zwischenzeugnis sollte ihn da auf den Boden der Tatsachen bringen.

          Warten wir es ab. Ich hoffe, dass es mehr bringt, wenn er es schwarz auf weiß hat.

          • Entschduldigung, aber das verstehe ich wirklich nicht: Es gib die Möglichkeit auf professionelle Unterstützung und die soll er erstmal nicht bekommen, weil ihm das unangenehm sein könnte? Ich kann mir vorstellen, dass es auch nicht sonderlich angenehm ist, wenn man am laufenden Band Vieren und Fünfen bekommt, während der Großteil der Klasse wahrscheinlich deutlich besser ist. Das bekommen die anderen ja auch mit und werden sich Kommentare sicherlich nicht immer verkneifen können.

            Die Noten verschwinden im zweiten Halbjahr ja auch nicht einfach. Das Tempo zieht weiter an, der Lernstoff wird umfangreicher, gerade in den (Fremd)sprachen machen sich die Lücken dann immer deutlicher bemerkbar. Auch professionelle Unterstützung greift nicht sofort... Sei froh, dass ihr Hilfe bekommen könnt - vorallem, wenn es die angespannte Situation zu Hause entlastet.

            lG, Kathrin

            • "Die Noten verschwinden im zweiten Halbjahr ja auch nicht einfach. Das Tempo zieht weiter an, der Lernstoff wird umfangreicher, gerade in den (Fremd)sprachen machen sich die Lücken dann immer deutlicher bemerkbar. "

              Ich sehe das genauso. Bei uns war in der 5. das erste Halbjahr wirklich noch "Schonzeit" und ab Februar ging es so richtig los.

              Und in der 6. kommt auch noch die 2 Fremdsprache dazu....

              Ich würde jetzt sofort handeln und die Unterstützung annehmen.

              LG,
              Natalia

              Das kam vielleicht falsch rüber.

              Ich meine nicht unangenehm im Sinne von, das wird ihm unbequem, weil er sich anstrengen muss, sondern unangenehm, weil es bei der Schulpsychologin während des Unterrichts stattfindet und die Lehrerin selbst meinte, dass das für die Schüler meistens eine große Belastung ist, weil jeder mitbekommt, dass sie zur Schulpsychologin gehen.

              Das finde ich halt schwierig. Die Noten bekommen zwar die anderen auch mit, aber damit ist er in der Klasse nicht alleine. Die letzten Notendurchschnitte der Klasse lagen zwischen 3,5 und 4,5. Wenn er also eine von 10 5ern hat, fühlt sich das wahrscheinlich nicht so extrem an, wie als Einziger zur Schulpsychologin zu gehen.

              Gäbe es die Möglichkeit, am Nachmittag dort hinzugehen, hätte ich das Angebot gern angenommen. Aber am Vormittag würde ich das gern - zumindest erstmal - vermeiden.

              • Ich habe das schon so verstanden, dass das Ganze während des Unterrichts stattfindet. Und gerade, wenn der Rest der Klasse auch so dermaßen schlechte Noten hat, wäre es vielleicht sinnvoll sich mit anderen Eltern zusammen zu tun, damit die Psychologin ein paar anderen Kindern gleich mit helfen kann. Dann wäre auch die Ausnahmestellung weg, wenn er nicht der einzige wäre.
                Und Verzeihung: Vielleicht mal zur allgemeinen Einschätzung. Hier gab's noch keine Arbeit mit einem solchen Schnitt. Trotz anspruchsvollem Unterrichts. Ne Arbeit mit 10 5en hätte da wahrscheinlich auch nochmal geschrieben werden müssen.
                Wie sieht es denn bei euch mit dem Übertritt aus? Reiner Elternwille oder auf Basis von Noten bzw. Empfehlung? Entweder siebt die Schule gewaltig aus oder aber es wäre angebracht, wenn sich die Elternvertretung ob des Leistungsstandes mal mit den Lehrkräften der Hauptfächer zusammen setzt und einen Plan erarbeiten. 5. Klasse ist ja nun noch nicht wirklich viel neuer oder schwerer Stoff. Das sind Grundlagen, die in den kommenden Jahren fehlen - und dann zu massiven Problemen führen...

          Hi du! Ok ich kann ja verstehen das nicht die ganze Klasse alles mitbekommen muss. ABer immerhin wurde dir hier doch Hilfe angeboten. :Und ich denke diese Chance sollte man nutzen. Es wird immer wieder Dinge geben die andere Mitschüler mitbekommen. Doch die Frage ist dann was die Alternative ist wenn es so schon nicht klappt!

          Ela

          PS: Vielleicht wirst du mehr wissen wenn das Zeugsnis vorliegt. Wobei ich fast denke er weiß schon was rauskommt. ODer denkst du er begreift es wirklich erst dann weil er sich sonst noch was vormacht?

    Hallo,

    was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass er in Deutsch und Mathe auch auf 4 steht. Das ist doch weitgehend Wiederholung in der 5. Selbst meine Tochter, die sich mit Mathe echt schwer tut, steht momentan auf einer 2 in Mathe.

    Was hatte er denn da für Grundschulnoten?

    Ich würde mal in mich gehen und wirklich überlegen, ob er nur stinkfaul und nicht vielleicht doch total überfordert ist..

    Lg

    • Also ich finde nicht, dass es nur Wiederholung ist....
      Aber er gatte in der Grundschule 2er. In Deutsch eine knappe, aber in Mathe eine gute.

      Er ist halt oft unkonzentriert und vor allem zu oberflächlich, das war jetzt sein Problem in Mathe: er hatte die Ergebnisse ohne Rechenweg!

      Wir hatten wehen der Unkonzentriertheit mal einen Test machen lassen, oder evtl ADHS oder irgendetwas anderes vorliegt. Dabei wurde auch ein IQ Test gemacht, der ein Ergebnis von 122 brachte.
      Damit hat er zumindest grundsätzlich mal eine gute Basis für's Gym, aber allein der IQ reicht halt nicht.

      Mein Bedenken (oder vor allem die meines Mannes): Auch auf der Real muss er lernen. Was passiert, wenn er da auch zu faul ist?

      • (11) 24.01.18 - 21:56

        Hallo,

        kann dir nicht raten, aber fürchte auch, dass es auf der Real nicht besser wird mit der Einstellung. Mein Sohn ist auf der Realschule. Natürlich gibt's auch dort Spezi, die z.B. keine Vokabeln lernen und dann schlechte Noten kassieren. In Mathe wird nicht mehr wiederholt, soweit ich das einschätzen kann.
        Dein Sohn hätte nach einem Wechsel einen Vorsprung, aber was dann? Da dein Sohn auf dem Gym bleiben möchte, würde ich ihn dort lassen. Wenn er es selbst nicht einsieht zu lernen, muss er halt notfalls wiederholen. Entweder ändert er dann seine Einstellung oder nicht. Das kann keiner voraussehen, aber er muss halt seine eigene Erfahrungen machen.

        Alles Gute! 🍀

      da stimme ich zu. In Mathe haben sie nicht nur Wiederholungen in der 5. gehabt. Unser hatte in Mathe in der Grundschule eine 1 und hat Wettbewerbe gewonnen und trotz allem in der 5. dann nur eine knappe 2 im ersten Halbjahr gehabt....weil mündlich soviel zählt.....

Das erleben wir hier absolut anders!

Nehmen wir mal als Beispiel schriftliche. Klar, Thema war in Klasse 4 dran und wird in der 5 wiederholt.

Aufgabe Klasse 4: Rechne 128:4 schriftlich. Mache einen Überschlag und die Probe.

Aufgabe Klasse 5: Ein Zaun mit 174,5 m Länge soll neu gebaut werden. Dafür werden Latten mit einer Breite von 36cm verwendet werden. Eine Latte kostet 7,38 €. Wie viel € kostet der neue Zaun?

Gleiches Thema, gleiche Grundfähigkeiten (schriftliche Division, schriftliche Multiplikation, runden). Und dennoch ist es problemlos möglich, in der einen Aufgabe volle Punktzahl zu bekommen und in der anderen nicht einmal die Hälfte. Vor allem dann, wenn man Niveau 2 in 4 Schuljahren nicht ein einziges Mal gesehen hat.

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