Würdet ihr eure 15-jährige Tochter für ein Jahr ins Ausland lassen?

    • (1) 25.01.18 - 03:24

      Meine Tochter hat mich gestern damit überrascht, dass sie gern für ein Jahr zum Lernen in ein Internat in England gehen würde. Ich war völlig vor den Kopf geschlagen. Ist so ein Wunsch normal? Wie würdet ihr denn damit umgehen? Mir fehlen irgendwie die Worte. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass zu erlauben.

      • Ich wollte nach der Lektüre von Hanni+Nanni auch unbedingt auf ein Internat. Ist bei Deiner Tochter mehr Substanz hinter dem Wunsch? Gibt es irgendeine Kooperation zwischen der Schule Deiner Tochter und dem Internat? Gibt es irgendein englisches Internat, das Schüler aufnimmt, die von vornherein nur ein Jahr dableiben wollen? Kennt Deine Tochter englische Internate?

        Grüsse
        BiDi

        Hallo,

        woher kommt der Wunsch? Was meint die Schule? Wie teuer wäre dies?
        Generell denke ich wird sie in einem Internat altersentsprechend von geschulten Personen betreut, warum nicht...
        Ich würde sie erst auf eine Sprachreise in den Ferien schicken, bieten auch Jugendherbergen an und dann mal schauen wie ihr dass alleine gefällt.
        Oder war sie schon mal ein paar Wochen alleine weg im Ausland?

        Guten Morgen,

        bei uns ist ein Auslandsjahr schon länger im Gespräch, da ältere Kinder aus unserer Verwandtschaft schon mehrfach, auch in dem Alter, ein Auslandsjahr gemacht haben.

        Unsere Große hat diesen Wunsch auch geäußert, nach mehreren Gesprächen sind wir zur Zeit so verblieben, dass sie nach dem Abschluss gegen darf. Da wird sie vermutlich 18 sein und kann dann entscheiden, ob Au-Pair oder College o.ä. Da sind meiner Meinung nach die Möglichkeiten vielfältiger.

        Elbe Freundin meiner Tochter wird wohl auch nächstes Jahr für ein Jahr ins Ausland gehen, sie wäre dann 15/16.

        Wenn es der Wunsch ist, finanziell machbar, warum nicht? Allerdings müsste mein Kind sich die verschiedenen Möglichkeiten und Informationen selbstständig einholen und uns präsentieren.

        VG

      • Natürlich würde ich es erlauben, warum auch nicht?

        Mein Sohn war mit knapp 15 einige Zeit in Australien und hat tolle Erfahrungen von dort mitgebracht. Die Zeit dort kann ihm keiner nehmen und die Erfahrungen dort in der Schule und in der Gastfamilie kann man so nur in der Schulzeit machen.

        Mein Mann wäre sicher nicht so begeistert (vorallem weil er sich dann so lange vom Kind getrennt wäre), aber er ließe sich mit etwas Mühe vermutlich überzeugen;-).

        Finanziell müsste am allerdings sehen, ob es überhaupt möglich ist.

        in welche Klasse kommst sie denn? -- es kann doch gar nicht mehr lange zum Abschluss sein? -- wenn Sie auf einem Gymnasium ist, würde ich mir schon stark überlegen, wie viel Anschluß Sie mit einem Jahr Pause verliert. -- Sprich: mindestens 1 Jahr wiederholen plus ein Jahr weg? kommt drauf an, welche Monate sie in der Schule fehlt und wie gut sie ist und selbst den deutschen Stoff im Ausland mitlernt, der dort im gleichen Jahr nicht auch geleert wird.

        Ich finde die Möglichkeiten NACH dem Abschluß auch besser....

        • Guten Morgen,

          Sehe es genauso! Vor allem ist dann schon älter. Finde 15 Jahre doch relativ jung für so eine " Aktion".
          Okay, ich gebe zu, gehöre auch eher zur Fraktion Glucke#schein#ei ( schade gibt leider kein Huhn bei den Smileys).

          Wünsche euch alles gute für die Entscheidung!

          LG
          Jenny

          Mitlernen funktioniert nicht, darüber muss man sich im Klaren sein.

          Die Kinder sind so mit sich , dem neuen Umfeld, den Leuten und ihrem neuen Leben beschäftigt, dass es unrealistisch ist mal eben paralell ein deutsches Schuljahr mitzulernen. Und wünschenswert ist es auch nicht unbedingt.

          Nein, bei einem so langen Auslandsaufenthalt ist das Jahr in den meisten Fällen "verloren". Wobei es ja nicht wirklich verloren ist, sondern eigentlich wertvoller als die meisten anderen Schuljahre;-).
          Und eigentlich ist es doch egal, ob der Abschluss nun ein Jahr früher oder später stattfindet, oder?

          • (9) 25.01.18 - 10:48

            "Und eigentlich ist es doch egal, ob der Abschluss nun ein Jahr früher oder später stattfindet, oder?"
            Sehe ich auch so - Steuern abdrücken können sie später doch noch lange genug...

            Allerdings steigen hier (NRW) die meisten nach dem einen Jahr im Ausland doch wieder nahtlos in ihren alten Jahrgang ein, auch jetzt noch, nach der Umstellung auf G8. #gruebel Soooo viel verpassen sie dann doch nicht, und es gibt auch genügend Fächer, in denen der Stoff eben NICHT aufeinander aufbaut.

        (10) 25.01.18 - 22:36

        und wenn ein Jahr wiederholt wird -so what....
        Ich kenne einige Schüler, die während der Schulzeit ein Jahr im Ausland waren, sie haben in ihrer Entwicklung, Berufswunsch, zielstrebigkeit enorm viel gewonnen. Und dann die Fremdsprache teils besser als der Lehrer zu beherrschen, für das Abi doch super.

        Wenn meine Kids es möchten und wir können es uns leisten....SOFORT

        lg
        lisa

    Hallo,

    wenn es der Wunsch Eurer Tochter ist und Ihr in der Lage seid es zu finanzieren ein deutliches "Ja".

    Liebe Grüße Andrea

    (12) 25.01.18 - 08:01

    Ja, so ein Wunsch ist völlig normal. In diesem Alter haben viele Jugendliche diesen Wunsch. Was spricht denn dagegen? Ich finde es super, dass sie so mutig ist und sich das zutraut! Englische Kinder sind doch auch dort, ohne Eltern.
    Wie alt ist deine Tochter jetzt genau?
    Hat sie G8 oder G9?
    Ob sie nun ein Jahr nach Australien in eine Gastfamilie oder ein Jahr nach England in ein Internat geht, ist ja ähnlich.

    Ein Austauschjahr im Ausland ist doch großartig! Ich war mit 16 ein Jahr in den USA und es war eine Erfahrung, die mich zu einem viel selbständigeren Menschen gemacht hat. Ich habe dort eine andere Kultur kennengelernt und viele Freunde gewonnen, mit denen ich heute noch Kontakt habe. Ich bin dadurch ein noch weltoffenerer Mensch geworden, denn man bekommt dadurch einen ganz anderen Blick auf verschiedene Aspekte der Gesellschaft. Die Erfahrung hat mich sehr geprägt (positiv) und ich habe heute noch die tollsten Erinnerungen an diese Zeit.

    Heute mit G8 ist es nicht ganz einfach, eventuell muss sie ein Schuljahr wiederholen, wenn sie zurückkommt. Ich habe damals die 11. Klasse im Ausland verbracht und bin danach direkt in die Kollegstufe.

    Ich wollte schon mit 14 weg, bis aber die Organisation gefunden und alles geklärt war, war ich dann 16 zum Zeitpunkt des Aufenthalts.

    Mein Sohn ist erst 11 und auch wenn ich ihn am Wochenende oft kaum sehe, weil er immer irgendwo übernachtet, ist er im Moment noch im Modus "Von zuhause weg? Nie und nimmer!". Ich hoffe, dass sich das noch ändert, denn ich würde mich sehr freuen, wenn er diese Chance wahrnimmt, seinen Horizont zu erweitern. Ich würde meinen Sohn dabei mehr als aktiv unterstützen.

    LG

    Hanna

    PS: Ich hatte auch keine Ahnung, was mich dort wirklich erwartet, meine Kenntnisse zum Teenieleben in den USA hatte ich aus "Breakfast Club" und "Ferris macht blau". :-p Allerdings war es tatsächlich nicht viel anders, die USA sind ein lebendes Klischee. ;-)

    • "PS: Ich hatte auch keine Ahnung, was mich dort wirklich erwartet, meine Kenntnisse zum Teenieleben in den USA hatte ich aus "Breakfast Club" und "Ferris macht blau". :-p Allerdings war es tatsächlich nicht viel anders, die USA sind ein lebendes Klischee. ;-)"

      Ich war damals nur 6 Wochen da, aber genau das war auch mein Eindruck. Man fühlte sich tatsächlich wie in einem Film. Die Poolpartys, die 16 Jährige mit Cabrios und so vielen anderes.

      LG,
      Natalia

(14) 25.01.18 - 09:49

Ich war auch in der 11. ein Jahr nach im Ausland. Allerdings nicht im Internat, sondern bei einer Gastfamilie. Es war die beste Entscheidung! Für meine Entwicklung war es super - ich bin selbstbewusster, offener und selbstständiger geworden. Das Alter war auch perfekt. Die Erfahrungen haben mich die letzten drei Jahre meiner Schulzeit „getragen“.
Die Familie, bei der ich dort lebte, ist heute noch Teil meiner Familie. Wir haben regelmäßig Kontakt, ich war auf den Hochzeiten meiner Gastgeschwister, meine Gasteltern und -geschwister waren bei meiner Hochzeit. Die Chance, als Gastkind den normalen Alltag kennenzulernen und dazugehörigen, hat man auch nicht mehr, wenn man im Gastland als AuPair etc. arbeitete. Die Beziehung ist dann schon eine andere.
Ich würde das Leben in einer Familie sogar dem Internat vorziehen. Internat erscheint mir als sehr begrenzter Raum: Man lernt nur Schüler und Lehrer kennen, bleibt aber weitestgehend in diesem Umfeld.
Ich habe seinerzeit die 11. Klasse in Deutschland überspringen und so kein Jahr verloren. Aber viele andere haben die 11. wiederholt. Dieses Jahr ist es aber wert!

Heute bin ich an einem Gymnasium. Und jetzt kann ich von der anderen Seite beobachten, wie positiv verändert die Schüler nach einem Jahr zurückkehren. Sie sind verantwortungsbewusster und etwas erwachsener als gleichaltrige Mitschüler. Und das ist schulisch durchaus hilfreich. Aber auch hier gehen sie in Fanilien.

Mein Sohn ist erst sieben, aber ich hoffe, dass er eines Tages auch mal ins Ausland geht.

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