Altershomogene Klasse vs. Jahrgangsübergreifend (1/2.Klasse)! Was ist sinnvoller?

    • (1) 30.01.18 - 14:09

      Hallo! Und gleich noch eine Frage#schein
      Unser 3. Kind kommt im August zur Schule. Dank verändertem Stichtag hat er ein Jahr länger Zeit bis die Schule losgeht. Er ist Anfang Dezember geboren, wird also mit 6 3/4 eingeschult.
      Nun meine eigentliche Frage. Unsere Schule ist normalerweise in der 1/2. Klasse Jahrgangsübergreifend (JÜL). Nun ist es aber dieses Jahr so, dass unsere Rektorin eine Altershomogene Klasse aufmacht. Unsere Töchter gehen auf diese Schule ich behaupte zumindest einen halbwegs guten Draht zur Rektorin zu haben.
      Ich war bei meinen Töchtern (die allerdings aus verschiedenen Gründen einen holprigen Schulstart hatten) vom JÜL nicht sonderlich begeistert! Ich bin der Meinung das Kinder die eine Lernschwäche haben in so einer Klasse nicht unbedingt gut aufgehoben sind. Zumindest bei einer recht anspruchsvollen Lehrerin.
      Aus diesen Erfahrungen raus sind wir am überlegen einen Platz in der altershomogenen Klasse für ihn zu bekommen. Klar, ob sie das dann so macht kann ich nicht wissen, aber einen Versuch ist es zumindest Wert, Aber vielleicht überzeugt ihr mich ja auch vom Gegenteil;-)
      Mein Sohn ist ein ganz anders Kind als seine Schwestern. Ruhiger, viel konzentrierter, Gewissenhaft, Ehrgeizig! Aber manchmal auch ziemlich stur#augen Wenn ihm etwas nicht gelingt, ist er schnell frustriert. Da muss er bis zur Schule noch etwas "gelassener" werden.;-) Er braucht aber auch recht klare Strukturen. Manchmal muss man ihn etwas zu seinem Glück "zwingen". #augen
      Er kann ohne Probleme bis 30/40 Zählen, im 10er Bereich einfache Aufgaben rechnen, kennt das Alphabet und schreibt Buchstaben. Er hat eine hohe Merkfähigkeit.
      Das haben wir aber alles nicht mit ihm geübt, viel macht die Kita! Viel kommt vom ihm alleine. Er ist aber auch nicht sehr schnell, alles muss perfekt sein.
      Er ist ein zartes Kind, 110 cm, vielleicht 16 kilo. Kein Draufgänger, dauert bis er sich wehrt#schmoll
      Ich glaube er hat von sich noch nie einem anderem Kind weh getan. Eher hat er eingesteckt!
      Klar, es ist wahrscheinlich schwer aus diesen paar Sätzen sich ein Bild zu machen, aber vielleicht kann mir ja doch der ein oder andere seine Meinung schreiben#bitte
      JÜL oder Altershomogen? Gerne auch die Meinung von Lehrer(innen)!!:-)
      Ich denke halt das ihm die klareren Strukturen in der altershomogenen Klasse gut tun#pro. Alle lernen das Gleiche und sind ungefähr am gleichen Stand! Es sind keine 2. Klässler dabei die 2 Köpfe grösser sind und ihm körperlich total überlegen sind. Klar ist nicht das entscheidende, aber auch nicht ganz außer acht zu lassen. Finde ich.
      Wir hatten keinen schönen Schulstart mit den Mädchen. Sie haben nach 5 Monaten die Schule verweigert und sind lange nur noch mit Bauchschmerzen hin. Ich habe damals viele Fehler gemacht und die heutigen Anforderungen an den Grundschulen unterschätzt:-(
      Nach nun 5 Jahren Erfahrungen mit Schule und Lehrern möchte ich zumindest versuchen für meinen Sohn bessere Vorraussetzungen zu schaffen das er gerne zur Schule geht. Zumindest in den Bereichen wo es mit (eventuell) möglich ist.
      Werde auch noch die Einschätzung der Erzieher in der Kita einholen. Wenn ich das Gespräch mit der Rektorin suche möchte ich auch ein paar pädagogische "Fakten" in der Hand haben.
      Bin gespannt was hier jetzt so kommt;-)
      Gruss und #danke
      Aprilmama

      • Bei uns gab es nur Altershomogene Klassen, das finde ich auch sinnvoller, die Kinder haben eh schon so riesige Unterschiede und Ansprüche das ich finde in einer jahrgangsübergreifenden Klasse kann man kaum jedem Kind gerecht werden. Das einzig positive für die Kinder ist, das man nicht direkt merkt wenn einer die 1. Klasse wiederholt 😉. Sonst sehe ich da nur Nachteile.

        LG
        Visilo

        Hallo!

        Ich denke, da gibt es keine allgemein gültige Antwort. Jedes Kind ist anders und jedes System steht und fällt mit dem Lehrer.

        Meine Söhne waren in jeweils in einer JÜL, die drei Jahrgänge umfasste, und das war ziemlich großartig. Sie hatten aber auch tolle Lehrerinnen und Lehrer, die durchaus individuell auf die Kinder eingegangen sind. Erst haben meine Kinder davon profitiert, dass Größere in der Gruppe sind, später waren sie selber die Großen und haben "Verantwortung" übernommen.

        Kinder sind nicht per se Monster, die auf Kleineren herumhacken. Ich hatte eher das Gefühl, dass das Verständnis füreinander und das soziale Miteinander in diesen Klassen groß war. Und wenn jemand ein Jahr länger blieb, dann war das eben so.

        LG

        Ich hab bei beiden Kindern (charakterlich sehr verschieden) um Einschulung in eine Regelklasse gebeten.

        Grund: Das Jül-Konzept gefällt mir durchaus, ist aber hier bei uns eher etwas für Utopia und nicht realitätsnah. Wir haben permanenten Lehrermangel, letztlich ist meist eine Lehrerin alleine mit der Jülklasse und dann schnell überfordert. Und dann raucht sich auch die engagierteste Lehrerin auf.

        An unserer Grundschule gab es bislang beides, aber in diesem Schuljahr wurde das Jül abgeschafft eben aus o.g. Gründen.

      Hallo!
      Ich bin von dem Jahrgangsübergreifendem Konzept nicht überzeugt. Es hat vllt. ein paar wenige Vorteile, aber im Großen und Ganzen finde ich die Umsetzung meistens misslungen. Die Lehrerin meines Sohnes ist sehr engagiert, aber sie hat keine Möglichkeit wirklich individuell auf die Kinder einzugehen. (Lehrermangel!!) Für Kinder mit Schwierigkeiten empfinde ich das System als völlig ungeeignet.

      Mein Sohn hat zwar keinerlei Probleme (ich hätte ihn ähnlich beschrieben, wie du deinen Sohn ;-) ), aber hätte ich die Wahl gehabt, hätte ich wohl die altershomogene Klasse genommen.

      LG #winke

      Wir sind mit der altershomogenen Klasse sehr zufrieden. Unsere Schule muss regelrecht darum kämpfen, da Jül auch weniger Kosten bedeutet...

      Auch die Wissenschaft kann keine positive Effekte von Jül nachweisen. Viel mehr kommt es auf ... den Lehrer(in) an ...

      http://www.zeit.de/2013/02/Paedagogik-John-Hattie-Visible-Learning

      Ich würde dir auch zur alterhomogenen Klasse raten. Das jahrgangsübergreifende Konzept ist auch gut und kommt manchen Lerntypen entgegen , steht und fällt aber stark mit den Grundbedingungen und die sind in Deutschland nicht die besten. Hier ist man immer noch der Meinung man reformiert die Schule in dem man Konzepte wie dieses, oder das der Ganztagsschule aus anderen Ländern übernimmt, übersieht dabei aber (absichtlich) dass für diese Konzepte wesentlich mehr Personal in diesen Ländern eingesetzt wird um individuelles Lernen und Förderung zu gewährleisten. In Deutschland ist immer noch in den meisten Klassen nur 1 Lehrer anzutreffen. Genauso wie es nun an Ganztagsschulen Hausaufgabenbetreuung gibt, aber kein Personal, dass gewährleisten kann, dass die Hausaufgaben stimmen und die Schüler sie verstanden haben. Das ist wirklich das traurige an unserem Schulsystem. Es wird mal wieder am falschen Ende gesparrt und dann heißt es die Ganztagsschule, das Klassenübergreifende Lernen oder das gemeinsame Lernen am Nachmittag bleibe hinter den Erwartungen zurück. Dabei ist es strukturell hier so vorgegeben, dass die Konzepte sich gar nicht richtig entfalten können.

      Die altersgleiche Klasse ist mit einem Lehrer jedenfalls dann wieder deutlich im Vorteil.

      Hallo,

      wir machen gerade schlechte Erfahrungen mit unserem Sohn (8, 2. Klasse) und einer altershomogenen Klasse.

      Da werden die schnellen Kinder nämlich ausgebremst und müssen sich dem langsamen Tempo der anderen anpassen, und je nachdem, was für ein Kind man hat, ist das alles andere als gut. Unser Sohn ist Ende letzten Jahres auf die Barrikaden gegangen, hat vor lauter Langeweile und dem daraus resultierendem Frust massiv den Unterricht gestört und die Lehrerin angezickt. Er hat auch gedroht, die Schule zu verweigern. #schwitz

      Momentan schnuppert er in der 3. Klasse und macht seitdem einen deutlich zufriedeneren Eindruck.
      Ideal ist das allerdings auch nicht, weil er 1 Jahr Stoff zu Hause nachholen muss, wenn er da bleiben darf.

      Ich denke, in einer JÜL-Klasse wäre das nicht passiert. Da hätte er in seinem Tempo lernen können. Aber solche Klassen gibt es in unserer Ecke nur sehr selten und an unserer Dorf-Grundschule gar nicht.

      Wenn Dein Sohn weit ist und schnell begreift, würde ich eher zu der JÜL-Klasse tendieren.

      Das Problem mit den stärkeren Kindern haben die Erstklässler immer. Auf dem Schulhof sind ja alle zusammen, und in der Klasse wird die Lehrerin ja wohl dafür sorgen, dass keiner Deinen Sohn verhaut.

      Durchsetzen kann man sich übrigens auch, wenn man klein und zart ist. Unsere kleine, zierliche Tochter (10) hat sich bisher noch jeden Rabauken erzogen, auch wenn der 2 Jahre älter und 2 Köpfe größer war, als sie. ;-)
      Das konnte sie auch schon als Erstklässlerin.

      LG

      Heike

      Hallo,

      ich halte das JüL-Konzept, so wie es in der Praxis ausgeführt wird, für gescheitert.

      Als meine Tochter 2012 in einer Berliner Grundschule eingeschult wurde, war JüL in Berlin Standard. Es gab eine nahe gelegene Grundschule (nicht Einzugsschule), die altershomogene Klassen anbot. Vollkommen überlaufen, wir hatten trotz Begründung keine Chance dorthin zu kommen.
      Meine Tochter hatte JüL Klassenstufe 1-3. Totale Katastrophe. Das Ideal sah damals vor, dass in der Konstellation 2 Lehrerinnen plus 1 Erzieher permanent in der Klasse sind. In der Praxis war eine Lehrerin oft allein, da der Gruppenerzieher durch Personalmangel bereits woanders aushelfen musste (krank war er auch noch oft dazu).
      Das Ergebnis war, dass meine Tochter ständig andere Sachen gemacht hat (von den Älteren), aber nicht das was vorgesehen war. Bei unserem Umzug nach Brandenburg wurde bei Einschulung in die 2. Klasse (altershomogen) festgestellt, dass sie im Stoff total zurück hängt und dazu eine ausgeprägte LRS hat. Ist in Berlin der Lehrerin leider nicht aufgefallen. Laut ihrer Aussage war immer alles ganz toll, obwohl ich sie mehrmals ansprach.
      Mein Mann war zu der Zeit Erzieher im Hort einer Berliner Grundschule, die (natürlich) auch JüL hatte und berichtete das gleiche.
      Ach ja, in den meisten Berliner Schulen wird JüL wieder abgeschafft. Unter anderem auch an unserer damaligen Schule - die Eltern hatten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen.

      Mein Sohn wurde 2016 "ganz normal" in Brandenburg in einer altershomogenen Klasse eingeschult. Hier läuft alles ruhig und ordentlich. Die Lehrerin hat alle Schüler im Blick. Wer Hilfe braucht, weil er etwas hinterher hängt, bekommt sie in Form von anderen Aufgaben sowie Förderunterricht. Wer schneller ist, bekommt Extra-Aufgaben. Das alles erkennt die Lehrerin. Ein Fußballkumpel meines Sohnes hat sogar die 1. Klasse übersprungen. Es ist der Schule/Lehrerin aufgefallen, dass er mehr braucht....

      Also, von mir ein klares JA zu altershomogen und NEIN zu JüL.

      Gruß, S.

      • Hallo! Und vielen Dank für die Nachricht!
        Wir wohnen auch in Berlin und unsere Einzugsschule ist eine der wenigen die noch JÜL macht.
        Habe heute mit der Kittleitung meines Sohnes gesprochen. Sie wird die Rektorin der Schule ansprechen und sie bitten meinen Sohn in die altershomogene Klasse einzuschulen.
        Hoffe das es klappt!#zitter
        Gruss Aprilmama

    Wir haben beides hier und uns für die kombi entschieden. Auch die zweite wird dahin kommen.

    Es kommt ja immer drauf an, wie es umgesetzt wird. Bei uns hier sind die Kinder oft getrennt, zb in Deutsch ubd Mathe. Dann werden 7 Kinder unterrichtet! Das ist der reinste Luxus!

    Gerade schüchterne Kinder kommen in der kombi viel besser zurecht, weil es eben viel weniger Kinder sind, also auch der Konkurrenzkampf kleiner ist und die vergleichsmöglichkeiten.

    Wenn er sich wie beschrieben gut konzentrieren kann, dann würde er bei uns perfekt in die kombi passen!

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