Der Schule fern bleiben wegen Bauchschmerzen oder doch nur Show???

    • (1) 31.01.18 - 09:28

      Hallo zusammen,

      ich habe ein Thema auf dem Herzen, was bei uns immer mal wieder vorkommt und ich nicht weiß, ob wir richtig reagieren.

      Ich bin getrennt vom Vater meines 1. Kindes (Trennung war schon vor 6 Jahren), wir wohnen aber nicht weit auseinander und unser Sohn lebt im Wechselmodell - eine Woche ist er bei mir, die nächste bei seinem Vater.
      Mein Exmann und ich haben ein super gutes, freundschaftliches Verhältnis und versuchen wirklich alles, um unserem Sohn die Trennung einigermaßen leicht zu gestalten.
      Damals sind wir alle nach der Trennung in einen anderen Ort umgezogen, hatten gerade neu gebaut und konnten uns das Haus jeweils alleine nicht leisten. Dies hatte zur Folge, dass unser Sohn auf eine neue Schule musste (war damals gerade eingeschult worden), niemanden kannte und sich bis heute sehr schwer tut, Anschluss zu finden.

      Es ist so, dass er immer mal wieder plötzlich Bauchweh bekommt und aus der Schule abgeholt werden möchte bzw. morgens tierisch starke Bauchschmerzen hat und zu Hause bleiben will. Mittlerweile hinterfragen wir das sehr gründlich, weil es schon oft vorkam, dass er keine wirklichen Schmerzen hatte, sondern nur einer unangenehmen Situation in der Schule aus dem Weg gehen wollte.
      Das Problem ist halt, dass man einfach nicht weiß, wann er wirklich Schmerzen hat...
      Wir haben diesbezüglich schon mit den Lehrern, Ärzten, Psychologen und ihm gesprochen...aber immer wieder kommt diese Situation und ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalten soll.

      Gestern wollte er abgeholt werden und weil es weder bei seinem Papa noch bei mir mit der Arbeit klappte, habe ich gesagt, dass wir nicht kommen können.
      Dann hatte er seit gestern Nachmittag Bauchweh und klagte heute früh auch wieder darüber und es sei so stark, dass er nicht in die Schule könne.
      Mit viel Zähneknirschen bin ich nun zu Hause geblieben, beim KiA wurde natürlich nichts gefunden und irgendwie habe ich den Eindruck, dass es ihm auch schon wieder viel besser geht...
      Es ist zum Mäuse melken. Ich will ihn natürlich nicht mit starken Schmerzen in die Schule schicken, auf der anderen Seite denke ich jetzt wieder, er hat nur eine Ausrede gesucht, um nicht dorthin zu müssen. Auf unsere Nachfrage, ob irgendwas vorgefallen sei, wovor er Angst hat, verneinte er.
      Manchmal denke ich, dass diese ganze Trennungssituation dazu beigetragen hat, dass er so ist wie er ist. Und ich habe Schuldgefühle. Nun bin ich wieder verheiratet und mit meinem 2. Kind schwanger. Vielleicht belastet ihn auch das?

      Wie würdet ihr in solchen Situationen reagieren? Hart bleiben und ihn trotz Quengeln in die Schule schicken?

      • Ich war selber Scheidungskind und bei mir kam hinzu daß meine Eltern " Krieg" führten
        Also ich hätte mir damals vor über 35 Jahren jemanden zum Reden gewünscht!
        Vllt. Kommt dein Sohn dem Wechsel-Modell nicht zurecht oder,oder,oder...wir können nur rätseln.

        Vllt. solltet ihr wenn organische Probleme ausgeschlossen sind wirklich nochmal einen Psychologen hinzuziehen!
        Der dann eine längere Therapie mit ihm macht!
        Und das Problem erforscht u angeht...

        Alles Gute!
        #klee

        • Danke für deine Antwort. Über das Wechselmodell haben wir uns auch schon öfter Gedanken gemacht, weil mein Examen und ich recht unterschiedlich Dinge/Aussagen wahrnehmen und er uns so recht leicht ausspielen kann. Aber unser Sohn möchte kein anderes Modell und das verstehen wir. Er sagt immer, er vermisst uns sonst so sehr, wenn er zu lange von einem getrennt ist...
          Und zum Thema Psychologen: Da scheiden sich bei uns auch die Geister. Wir waren bereits mit ihm in psychologischer Behandlung, führen viele Gespräche mit der Klassenlehrerin, aber mein Sohn will nicht mehr zum Psychologen. Ich glaube, dass er denkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt...

          • Hmm, würde ihm schon Mal deutlich erklären das du/ihr euch Sorgen macht woher die Schmerzen kommen und da soll der Psychologe euch bei helfen. (Weil es stimmt ja wirklich irgendwas nicht....)
            es geht nicht das so oft in der Schule fehlt.
            Da muss er dann schon durch!!!
            ( Ich meine wäre was organische s wo er öfters zum Arzt muss würdest du ihn ja auch hinschicken und nicht sagen brauchste nicht!)

            Ansonsten alternativ ihm sagen das er in Zukunft in die Schule muss wenn der Arzt nix feststellt oder er soll mit euch reden was ihn soooo auf dem Magen schlägt!

      Hallo Faith,

      ich mache es mit unserem Lütten so (hat auch gern mal Bauchweh wenn er keine Lust hat)

      1. bekommt er "Medizin" Schüssler Salze als heisse Sieben (Placebo)
      2. Geht er auf jeden Fall in die Schule. Wenn es nicht geht wird angerufen und ich hole ihn ab (dann ist es aber ernst)
      3. Unspezifische Bauchschmerzen hatte meine Tochter auch mal. Über ein Jahr.
      Es kam und ging Tageweise. Dann war mal wieder 4 Wochen Ruhe, dann wieder ein Tag Bauchweh.
      Am Ende, also nach einem Jahr Haareraufen hat sich ein kleiner Parasit vorgestellt. Meine Tochter hatte Würmer. Nach einer Wurmkur war alles gut.
      Vielleicht wäre dies noch eine Möglichkeit. (Sie hatte keine weiteren Symptome)

      LG Anja

      Hallo,

      hast du deinen Sohn schon mal auf Lebensmittelunverträglichkeiten testen lassen oder Allergien?

      VG

    • (7) 31.01.18 - 11:31

      Hast Du schon mal ein Bauchschmerz-Tagebuch geschrieben? Also alles reinschreiben, was er wann gegessen hat, was für Umstände waren, wann die Bauchschmerzen wie stark waren, wann er keine Bauchschmerzen hatte...Dann könnt ihr nach mindestens 2 Wochen genauer sehen, ob es irgendwelche Zusammenhänge zu Nahrungsmitteln oder äußeren Umständen gibt.

      oje, schwierige situation.

      bei meiner sehe ich es irgendwie an der Nasenspitze an.

      Leichte Bauchschmerzen und ich sehe, dass es ihr soweit gut geht: sie geht zur Schule
      Leichte Bauchschmerzen und ich sehe ihr an, dass es ihr nicht so gut geht: dann entscheide ich nach Situation. Im Zweifel Schule und die Möglichkeit, dass ich sie abhole

      Mittlere Bauchschmerzen ähnlich

      Starke Bauchschmerzen bleibt sie zu Hause. Da zeigt sich dann aber auch meistens, dass noch mehr ist. Also andere Symptome.

      Was sagt denn die Schule?
      Was sagt der Kinderarzt?
      Schule: als meine eine Phase hatte, habe ich mit ihrer Lehrerin gesprochen. Sie fand es gut bescheid zu wissen und ich fand es beruhigend zu wissen, wie sie damit umgehen würde

      Kinderarzt: ich weiß, bei welchen Symptomen ein Arzt sinnvoll ist, wann wir warten können. Ständiges abklären lassen, sprengt die Praxis, nicht abklären lassen, wenn doch was ist, ist auch nicht gut.
      Das Hintergrundwissen hat es mir einfacher gemacht.

      Bei meiner war es wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem Wachstumsschub und ging vorüber. Daher kann ich leider keinen Rat geben, wenn es häufiger ist.



      Wurden bei deinem Sohn auch Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten geprüft?
      Treten die Bauchschmerzen nur vor der Schule auf oder auch manchmal nachmittags, in den Ferien oder am Wochenende?

      Mir schlägt Stress auch schnell auf den Magen. Auch wenn es dann keine organische Ursache gibt, ich fühle mich wirklich unwohl und habe dann auch wirklich Schmerzen!

      Als Kind hatte ich das auch schon. Klar wurde ich gefragt, ob es andere Gründe geben könnte. Erst war ich zu klein, um es in Worte fassen zu können, dann hab ich gelogen, weil ich erstens wusste, dass meine Eltern die Antwort eh nicht interessiert und ich mit ihnen auch überhaupt nicht über meine Probleme reden wollte.

      Ich kann mir also vorstellen, dass er die Schmerzen nicht nur vorschiebt, sondern auch wirklich hat, aber einfach nicht abstrakt in Worte fassen kann, warum er sie hat. Mein Sohn ist acht Jahre alt, der kann mir nicht mal sagen, wo der große blaue Fleck an seinem Schienbein herkommt, wie soll ein Neunjähriger dann sagen können, dass ihm Trauer, Unwohlsein oder Stress auf den Magen schlägt?
      Das ist viel für ein kleines Kind.

      Ich würde seine Schmerzen schon ernst nehmen, aber auch nicht überdramatisieren. Findet gemeinsam Dinge, die ihm helfen. Vielleicht eine zweite Trinkflasche mit etwas warmen Tee, Wärmflasche ist in der Schule schwierig, aber es gibt diese Taschenwärmer, die man knicken muss. Steck ihm 1-2 in den Ranzen, dann kann er sich einen nehmen, wenn es nötig ist.
      Was hilft ihm denn zu Hause noch, wenn er Bauchschmerzen hat?

      lg

      Beim nächsten zweifelhaften mal Bauchweh würde ich ihn zwar wieder abholen, aber dann Abends postwendend Papa einladen (vorher absprechen) und zusammen mit ihm ernsthaft sprechen.

      1. Darüber, dass euch die häufigen Bauchschmerzen komisch vorkommen. Entweder hat man sie, weil eine körperliche Erkrankung vorliegt, oder deshalb weil die Seele krank ist. Und beides müsse man abklären.

      2. Dass er, wenn ihr das nicht tun würdet, a) sehr viel in der Schule verpasst und das kann sich irgendwann auch in schlechteren Noten, Problemen mit Mitschülern niederschlagen b) ihr eure Arbeit verpasst, was dazu führt, dass eure Chefs denken, ihr habt keine Lust auf eure Arbeit oder so ein problematisches Leben, dass es auch für euch zu Problemen im Job führen kann und dass das wirklich ernste Konsequenzen für eure Familien haben kann. Das ist nämlich die Realität. Und das sollte er wissen.

      Daher also muss er jetzt wirklich ganz ganz ehrlich sein und ihr müsst das jetzt abklaren. Dann nachhaken. Gibt es:
      - Probleme mit dem Lernen
      - Probleme mit bestimmten Fächern
      - Probleme mit Lehrern
      - Probleme mit Mitschülern
      - Probleme mit anderen Kindern/Erwachsenen in der Schule z.b auf dem Schulhof oder Weg zur Schule
      - Mobt/bedroht/schlägt ihn jemand?
      - Wird er gehänselt?

      Könnte davon etwas ein Grund sein, warum er Bauchschmerzen bekommt?

      Wenn JA: - Gespräch mit Lehrer/Schulleitung, Schulpsychologe

      Gibt es Dinge durch die Trennung, die ihn belasten. Möchte er etwas am Wechselmodell ändern?

      Wenn Ja: Regelung zum Kindeswohl finden/ändern oder Termin beim Psychologen zur Aufarbeitung der Trennung (Da führt dann kein Weg dran vorbei).

      Wenn Nein: Beim Kinderarzt anrufen, die Situation so genau wie möglich schildern, Termin machen zum Durchschecken körperlicher Ursachen. Um Überweisung bitten wegen Allergie und Unverträglichkeiten-Test
      Um Überweisung bitten für Kontrolle der Magenschleimhaut, des Verdauungstraktes etc.

      Wenn das alles durchgecheckt ist und es keine akute körperliche und keine erkennbare seelische Erklärung gibt und er immer noch oft wegen Schmerzen ausfällt/Ausfallen will, dann würde ich auf Psychosomatisch, chronische Schmerzen tippen und mich um eine Kinderkur mit spez. Therapie bemühen.

      D.h. die Schmerzen werden in kleinen und großen Stresssituationen urplötzlich ausgelöst. Sie sind dann tatsächlich da, haben aber keine körperliche Ursache. Meist geht dem Ganzen eine tatsächliche Erkrankung voraus, die echte Bauchschmerzen bewirkt hat, die aber längst abgeheilt ist, der Körper hat sich den Schmerz aber gemerkt und reagiert bei Stress mit chronischen Schmerzen.

      Hierzu folgenden Link:
      http://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de/aerzte-und-therapeuten/chronische-schmerzen-im-kindes-und-jugendalter/

      Dazu habe ich vor einiger Zeit einen Beitrag gesehen. Dabei ging es um einen Jungen (ohne Scheidung) der regelmäßig in der Schule ausfiel wegen Bauchschmerzen. Erst eine Kur mit Therapie mit dem Schwerpunkt psychosomatisch chronischer Schmerzen speziell bei Kindern half dem Kind. Er hatte danach weniger, weniger Intensive Schmerzen und konnte mit denen, die er hatte, besser umgehen.


      Und zu der Sache mit der Trennung. Von meinem Gefühl her, würde ich sagen, ihr habt das alles gut geregelt und er es gut überstanden. Ich habe zwei Trennungskinder zu Hause, eins im Wechselmodell und kann sagen zwischen zwei vernünftigen Erwachsenen ist das die beste und kindgerechteste Lösung. Und bei uns läuft das sehr gut. Bei euch klingt es auch so, daher glaube ich nicht, dass ihr ein schlechtes Gewissen haben müsst. Das hilft ihm ja schließlich auch nicht.

      (11) 31.01.18 - 13:01

      <<<Dies hatte zur Folge, dass unser Sohn auf eine neue Schule musste (war damals gerade eingeschult worden), niemanden kannte und sich bis heute sehr schwer tut, Anschluss zu finden.>>>

      Und jetzt bekommt ihr auch noch ein Kind, wo er sich vielleicht noch mehr abgeschoben fühlt. Wie redet ihr denn mit ihm. Vielleicht stellt ihr auch zu viele Fragen, wo er selbst keine Antworten findet. Versuch mit ihm so ins Gespräch zu kommen. Ohne vielleicht direkte Fragen stellen zu müssen.

      Meine Tochter wurde von der Lehrerin gemobbt (2. Klasse). Hat bestimmt ein halbes Jahr gedauert, bis ich es rausbekommen habe. Alle Kinder haben dicht gehalten, damit sie nicht ins Schussfeld kamen. Meine Tochter hat es nicht realisieren können und fraß somit alles in sich rein. Sie hatte ständig Bauchschmerzen. Die waren sofort weg, als sie zuhause war. Auch die Ärtzin meinte damals, ob sie Probleme hätte, denn organisch ist alles in Ordnung. Ich bin bis zur Bezirksschulleitung gegangen, da die Direktorin und die besagte Lehrerin zusammen spielten. Auch bei einer Psychologin waren wir, sie bestätigte uns das, was wir vermuteten. Die Direktorin war ein halbes Jahr später weg. Ob es nun daran gelegen hat, oder vielleicht war ihr das egal, das sie eh ging. Die Lehrerin hat eine Abmahnung bekommen, da sich plötzlich noch mehr Eltern meldeten. Aber deren Kinder waren wahrscheinlich stärker als meine Tochter. Da ist es nicht so aufgefallen. War eine harte Zeit, da man gegen eine Wand gelaufen ist und nichts machen konnte. Ich habe geheult, weil ich nicht mehr wusste, wie ich an das Kind ran komme. Als der Knoten dann geplatzt war, konnte sie sich öffnen. #schwitz

      Ich würde an eurer Stelle noch mal das psychische untersuchen lassen. Das hat nichts damit zutun, ob er gestört ist. Da bekommt ihr auch einige Tipps.

      Alles Gute.

      LG

      Bei Bauchschmerzen, die öfter auftreten ist immer die Frage, was steckt dahinter. Die Tochter meiner Freundin hat jahrelang immer wieder Bauchschmerzen gehabt - ist damit aber auch zur Schule gegangen - und wurde 3 mal auf Zöliakie getestet! Sie war/ist auch ein Scheidungskind und hatte natürlich auch immer mal Probleme auf die man die Schmerzen so schieben konnte.
      Erst der 4. Zöliakietest hat dann doch ergeben, dass sie daran leidet. Jetzt hat die Familie die Ernährung angepaßt und die Bauchschmerzen sind weg.

      Man weiß es eben nicht.

      Hat er auch Schmerzen, wenn er Ferien hat?

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