Prozedere weiterführende Schule

    • (1) 03.02.18 - 09:57

      Guten Morgen,

      kann mir jemand sagen, wie das ist mit der weiterführenden Schule? Welches Zeugnis entscheidet? Das der dritten Klasse oder das der Vierten?

      Und was sind die Ausschlusskriterien fürs Gymnasium? Also, ab wann nimmt einen ein Gymnasium nicht mehr?

      Würde mich interessieren. Und NEIN ich zwinge keins meiner Kinder aufs Gymnasium oder will es unbedingt dort sehen, ich bin sogar eher ein Verfechter der Gesamtschule.

      Mich interessiert das einfach, weil viele Eltern jetzt schon wissen, wo ihr Kind hinkommt#kratz...und das obwohl mein Großer zum Beispiel jetzt erst in der dritten Klasse ist, also zweites Halbjahr beginnt ja erst.

      Und ich habe gehört, dass die Schulen allgemein total überlaufen sein sollen und quasi dann der Notenschnitt entscheidet.

      Liebe Grüße und ein schönes WE!

      • Erstmal ist es wichtig, aus welchem Bundesland du kommst, denn es ist ganz unterschiedliche in Deutschland.
        Beim Großen war schon früh klar, wohin er nach der Grundschule geht.
        Am Gymnasium war die Anmeldung im Februar mit Empfehlung und aHalbjahreszeugnis.
        Beim Kleinen tun wir uns sehr schwer. Er ist so zwischen Gymnasium und Realschule. Ich sehe eher die Realschule für ihn, mein Mann das Gymnasium.
        Die beiden Realschulen, die in Fragen kommen, hatten Auswahlgespräche und möchten die Zeugnisse von 3/2 und 4/1 haben und die Empfehlung.
        Wir sind aus NRW
        Lg

        Hallo,

        da sich da die Bundesländer völlig unterscheiden, musst du dein Bundesland dazu posten.

        Bei uns in Baden-Württemberg ist es so: Du hast kurz vor dem Zeugnis ein Gespräch, in dem du die (nun unverbindliche) Grundschulempfehlung bekommst. Diese errechnet sich aus dem Dezimalschnitt aus Deutsch und Mathe und der Arbeitshaltung und -leistung des Schülers. Aus dem erstellen die Eltern eine (in B-W inzwischen unverbindliche Empfehlung). Als diese noch verbindlich war galt: Schnitt 2,5 oder besser = Gymnasium, Schnitt 2,6 - 3,0 Realschule. Schnitt 3,1 oder schlechter Hauptschule bzw. Werkrealschule. Heute ist es so (und passiert leider auch), dass Kinder mit einer Hauptschulempfehlung auch auf dem Gymnasium angemeldet werden können.

        An staatlichen Schulen gibt es dann, ca. einen Monat später einen zentralen Anmeldetermin, den man aus der Zeitung oder der Homepage erfährt. Zuvor gibt es Tage der Offenen Tür, wo man sich einzelne Schulen und Schularten anschauen kann.
        Zum Anmeldetermin geht man mit Kind, Geburtsurkunde und Seite 4 der Empfehlung hin. Diese Seite 4 enthält keine Noten, nur eine Bestätigung, dass das Kind derzeit die 4. Klasse besucht. Diese wird von der Schule, wo du dich anmeldest, einbehalten, um doppelte Anmeldungen zu verhindern. Du kannst dich ohne Seite 4 nicht anmelden. Zeugnis und Empfehlung selbst werden nicht angeschaut bzw. dürfen nach der gegenwärtigen Rechtslage gar nicht angeschaut werden, selbst wenn du es anbietest. Du hast hier nur einen Anspruch auf die Schulform, nicht auf eine bestimmte Schule. Bei uns ist es so, dass wir in einem Dorf wohnen: in die Stadt A sind es 7km, in die Stadt B 8km, beide Städte haben eine Realschule. Melde ich mein Kind in A an und habe keine weiteren triftigen Gründe für meine Wahl (Arbeitsstelle, Betreuung nach der Schule, Geschwisterkinder) kann es passieren, falls A zu viele Anmeldungen hat, dass beschlossen wird, dass das Kind in Realschule B geht. Das passiert bei uns oft, weil wir "direkt dazwischen wohnen". Es wäre auch denkbar, dass ein Kind aus A B zugewiesen wird, aber bei uns steht der Fahrweg mit bei der Entscheidung.

        Anders ist es auf den privaten Schulen. Da durchläuft dein Kind ein richtiges Bewerbungsverfahren, da oft der Zulauf größer ist als die zur Verfügung stehenden Plätze. Das macht jede Privatschule anderns, in der Regel lassen sie sich die Grundschulempfehlung, die letzten Zeugnisse (also Klasse 3 und 4) vorlegen. Oft gibt es noch einen detaillierten Fragebogen und Elterninterviews. Wann dann wer warum einen Platz bekommt ist oft etwas undurchsichtig. Du bekommst in der Regel vor dem Anmeldetermin an der staatlichen Schule Bescheid, ob das geklappt hat und gehst dann mit der Zusage am Anmeldetermin zur Privatschule und schreibst das Kind ein.

        GLG
        Miss Mary

        • Hallo und danke für deinen ausführlichen Beitrag.

          Ja, doof ich habe vergessen zu schreiben in welchem Bundesland. Sind auch in Baden Württemberg.

          " Aus dem erstellen die Eltern eine (in B-W inzwischen unverbindliche Empfehlung)."

          Die Eltern erstellen die Empfehlung?#kratz früher waren das die Lehrer...?

          Das heißt wenn ich jetzt zum Beispiel mein Kind auf dem Gymnasium anmelde, sieht die Schule nicht die Noten? Vielleicht bekommt er dann einen Platz obwohl er nur Vieren auf dem Zeugnis hat (jetzt als Beispiel?).#kratz

          habe ich das alles so richtig verstanden?

          Lg dingens

          • Hallo,

            in Baden-Württemberg ist die Grundschulempfehlung nicht bindend d.h die Eltern können, auch gegen die Empfehlung, entscheiden welche Schule das Kind besuchen soll. Neu seid diesem Schuljahr; man muss jedoch bei der Anmeldung an der weiterführenden Schule die Grundschulempfehlung vorlegen.

            Das ganze Prozedere ist super im Serviceportal Baden-Württemberg erklärt.

            Grüße,
            jojo

            Sorry, das ist ein Tippfehler. Das sind natürlich die Lehrer. #klatsch Sorry.

            Ja, wenn du dieses Jahr dein Kind auf dem Gymnasium anmeldest, bekommen die von den Noten gar nichts mit. Das soll wieder anders werden, weil es wohl (meine Freundin ist Lehrerin) massiv Probleme gibt und die weiterführende Schule keine Informationen von der Grundschule einholen darf.

            Aber so ist es momentan (es sei denn, ich habe eine Neuerung verschnarcht).

            GLG
            Miss Mary

            • Ist das echt so, in BW meldet man ohne Zeugnis an? Hier in NRW muss das Halbjahreszeugnis UND die Empfehlung mitgebracht werden.

              Meine Tochter meldet sich diesen Monat ja am Gymnasium für Klasse 10 an mit dem Halbjahrszeugnis, was sie gestern bekam. Ob sie wirklich den Quailifikationvermerk bekommen wird, muß sie am ersten Schultag am Gymnasium dann mit dem Abschlusszeugnis Ende 10.Kl. beweisen; das sie dann erstmals vorlegt.

              Ist beim Wechsel nach der Grundschule dann ähnlich bei euch?

              • Hallo,

                ja, das war eine Idee der grünen Landesregierung. Jeder bekommt eine Chance jede Schulart, die die Eltern für ihn aussuchen, zu besuchen. Klappt aber nicht so toll und soll auch wieder dahingehend verändert werden, dass Zeugnis und Empfehlung vorgelegt werden müssen. Der Elternwille bleibt wohl trotzdem, aber zumindest kann der Rektor noch versuchen, die Leute umzustimmen, die ein Kind mit D4 und M4 am Gymnasium anmelden.

                Nach dem Wechsel von Klasse 10 auf ein berufliches Gymnasium brauchst du theoretisch mindestens einen Schnitt von 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch und keine 5 in einem der Fächer. Also auch nicht Mathe 5 und Englisch 1.
                Gibt es zu viele Bewerber wird dieser NC hochgesetzt ... bzw. die Vergabe beginnt bei 1,0, absteigend. Wenn ab 2,7 keine Plätze mehr da sind, dann war es halt so.

                GLG
                Miss Mary

                • Danke für die Info für Übergang nach der Grundschule. Wie gesagt bei mir ist das schon 13 bzw. 9 Jahre her mit den weiterführenden Schulen, bin nur durch bekannte auf dem Laufenden (NRW)

                  das mit dem Übergang nach der 10.Kl. ist hier vergleichbar. Meine Tochter meinte, nach den Schnuppertagen im Dezember, das Gymnasium hier in der Kreisstadt hat keinen N;, das ca. 5 km weiter entfernt in die andere Richtung hat den NC 2,5..

                  Qualifikation für die Oberstufe bekommt man hier, wenn man im Abschluss nen Durchschnitt von unter 3,0 hat. ansonsten wie du beschrieben hast. Ne 4 in Deutsch, Englisch oder Mathe kann man durch ne 2 oder 1 ausgleichen.

              Nochmal sorry, es ist dieses Jahr wohl neu wieder so, dass der Elternwille immer noch zählt, aber dass die ganze Grundschulempfehlung (also auch die Seiten, wo was Interessantes draufsteht) vorgelegt werden müssen. :-p

              Das Zeugnis will weiterhin niemand sehen.
              https://www.service-bw.de/lebenslage/-/sbw/bergang+in+weiterfuehrende+Schulen-5001333-lebenslage-0

              Ich war noch auf dem Stand vom letzten Jahr.
              GLG
              Miss Mary

              also bei uns wollen die "Schulen" die Zeugnisse und auch die unverbindliche Empfehlung bei der Anmeldung haben .... --- egal, ob da in der Landesordnung was anderes steht ...

              ich schätze mal, das entscheidet jede Schule selber ...

          Ja, das hast du... #schein
          Seit diesem Jahr legt man (wie es oben steht) die Empfehlung wieder vor.
          Sie ist nach wie vor nicht bindend, aber auch nicht mehr gänzlich geheim...
          Gruß
          bommelmuetze

    Meine Enkelin wurde mit dem Halbjahreszeugnis vom Feb. 2017 in der Privatschule mit Realschul-und Gymizug angemeldet. Kein Bewerbungsverfahren, keine Fragebögen, nur eine Art Personalfragebogen.. Bescheid gab es dann am 1.4., dass sie aufgenommen wurde, was wahrscheinlich nach Notenschnitt ging, weil die Schule einen Riesenzulauf hat im Umkreis von 30 km. Eine schriftliche Grundschulempfehlung gab es auch nicht. Die Lehrer der Grundschule waren ohnehin sehr seltsam und unkooperativ, weil sie einen Direktor haben, der am liebsten kein Kind gehen lassen möchte von seiner Gemeinschaftsschule. LG Moni (Baden-Württ.)

    • Hallo,

      Privatschulen können sich ihre Auswahlkriterien aussuchen, wie sie wollen.
      Ich finde es aber eine Unverschämtheit, in BW die Zusage/Absage erst am 01.04. rauszugeben. Da sind die staatlichen Anmeldungen durch und Abgewiesene müssen nehmen, was übrig bleibt.

      Die Privaten hier im Raum starten mit dem Bewerbunsgverfahren bereits im Dezember (unter Vorlage des Jahreszeugnisses der 3.Kl), der Bescheid geht im Februar raus und die offizielle Anmeldung erfolgt dann mit dem Halbjahreszeugnis der 4.
      Die staatlichen haben ihre Anmeldetage Mitte März.

      LG

      • Geb ich Dir recht. Aber was willst machen, die Schule ist sehr begehrt, das Schulgeld erschwinglich; die erfolgreichen Abgängerinnen dort haben ihre Ausbildungsstelle quasi in der Tasche, was auch immer sie machen wollen. Das einzige Zugeständnis, was sie machen, ist eine mündliche unverbindliche Aussage bei der Anmeldung über die Chance, aufgenommen zu werden. Aber das ist natürlich nicht verpflichtend. Gottseidank hatte Leonie so gute Noten, dass die dort gleich freudig mit dem Kopf nickten und sie auch angenommen wurde.
        LG

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