Rauswurf aus dem Gymnasium... was dann?

    • (1) 08.02.18 - 18:38

      Hallo!

      Men sohn ist speziell. Wir starten zur Zeit einen erneuten Versuch zu schauen, was er hat. Ich finde, dass sein Verhalten nicht ausschließlich mit Erziehungsfehlern zu erklären ist. Ich arbeite selbst mit schwierigen Jugendlichen zusammen und finde, dass meinem Sohn irgendwas fehlt. Weiß aber nicht was. Bisher heißt die Diagnose "störung des Sozialverhaltens". Wenn ich im Internet lese ist da immer von Erziehungsfehlern oder Traumatisierungen die Rede.
      Klar, machen wir Fehler und könnten bei manchen Situationen besser reagieren, aber ich finde unsere Fehler nicht gravierender, als die anderer Eltern. Ein Trauma kommt meines Empfindens nicht in Frage.

      nun. Die Klassenlehrerin meines Sohnes blökte mich nach einer für sie sehr unangenehmen Situation übers Telefon an und sprach davon, dass sie sich "das nicht mehr gefallen ließe" und sie "was unternehmen werde".
      Mein Sohn beschreibt die Situation so, dass sie wohl der Klasse zeigen wollte, wie nervtötend dieses Geräuschemachen sei und sie das eben nachgemacht habe. Er habe sich das Lachen nciht verkneifen können (naja, er hat eine ganz gemeine laute Lache - mich hätte das in dem Moment auch stark getroffen). Sie beschrieb es mir so, dass er sie ausgelacht habe.
      Ich habe Verständnis dafür, dass die Lehrerin noch jung ist und dass es ihr erstes Jahr als Lehrerin ist. Aber ich finde, dass sie das einfach dumm gelöst hat. Ich habe selbst Klassen von Hauptschülern vor mir und wenn ich so eine Dummheit machen würde, und deren "Verhalten spiegeln" würde, hätte ich aber sowas von verloren... #kratz
      Ich bin übrigens kein Pädagoge.
      Ich habe dazu nichts gesagt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es mein Sohn ausbaden muss, wenn wir die Lehrer kritisieren. Und mir passieren ja auch Fehler. Unser Sohn ist schwer zu händeln. Gerade in Gruppen ist er extrem schwierig. Ich kenne die Gruppendynamik, die durch einen einzelnen Schüler entstehen kann. Dann bist du mal nen Tag nicht gut drauf und die ganze Klasse geht dir hoch.
      Und ich kenne meinen Sohn, wie unbändig er ist, wenn er in einer Gruppe ist. Der kleinste Augenkontakt, das kleinste Lächeln heizt ihn an. Es hilft nur zu separieren und genau DAS ist der Lehrerin verboten.

      Also es herrscht eine sehr unangenehme Situation für die Lehrerin. Ich habe keine Rückmeldung von anderen Lehrern.

      Meine Angst ist, dass er irgendwann "rausfliegt".
      Wir haben das schon in der Grundschule durch und die Erfahrung gemacht, dass ihn KEINE andere Schule aufgenommen hatte. Er musste in eine Förderschule. Erst als wir dem Schulleiter der Förderschule "die Pistole auf die Brust" gesetzt haben, konnte er wieder auf eine Regelschule, weil ER den Schulwechsel initiieren musste.

      Ich arbeite an Oberschulen und kenne auch dort die Tendenz, Eltern weiterzuleiten, wenn sie mit "Problemschülern" kommen.
      Die Klassen sind groß, es gibt keinen Platz für solche Kinder.

      Wir haben auch keine Diagnose (deswegen der erneute Versuch, ihn durchchecken zu lassen). Ich empfinde momentan nur eine fürchterliche Angst, dass mein Sohn weiterhin von Schule zu Schule wechseln muss, weil er zu anstrengend für die Lehrer ist. Er geht jetzt in die 5. Klasse des Gymnasiums und hat schon 3 Schulen besucht.

      Wenn man ihn einzeln hat, ist er gut führbar. Er hat einen vollkommen anderen Rhythmus, als der von der Schule vorgegebene. Daheim arbeiten wir mit 60min Schule und 20 min Pause im Wechsel. Da arbeitet er konzentriert und effizient.
      Die rasch wechselnden Stunden machen ihm Probleme.
      Ich bin völlig ratlos, wie es weiter gehen soll - auch mit Diagnose (Autismus??? ADS???)

      uff... kennt das wer? oder kann mir irgendwie eine Anlaufstelle nennen?

      • (2) 08.02.18 - 19:10

        Wart Ihr nicht schon mal in einem SPZ? Oder zum Kinderpsychiater? Was sagt der Kinderarzt dazu? Der muss Euch ja entsprechend überweisen und Euch die Adressen geben.

        Ich bin ein wenig irritiert.

        Das Problem besteht nun schon seit 4einhalb Jahren?
        Er ist aus der Grundschule geflogen, musste auf eine Förderschule?

        Spätestens da müsste doch mal jemand eine Diagnose gestellt und eine Behandlung vorgeschlagen haben? Wenn er Förderbedarf hat, dann stellt man doch auch fest, warum und macht einen Förderplan.

        Ich will Dir keine Angst machen, aber ein Junge mit so massiven Auffälligkeiten ist an einem Regelgymnasium wirklich kaum beschulbar. Sie werden sich also alle Mühe geben, Euch so schnell wie möglich loszuwerden. Da er schulpflichtig ist, müsst ihr aber eine Alternative angeboten bekommen.

        Was sagt denn der Kinderarzt dazu? Was der schulpsychologische Dienst?

        Und wieso beschult ihr ihn zusätzlich zu Hause?

        Fragen über Fragen, aber keine Hilfe für Dich. Sorry!

        • Deine Fragen sind berechtigt.
          Das Problem besteht seit seinem 3. Lebensjahr und seit dem sind wir in familientherapeutischer Behandlung. Mit Unterbrechungen (da sonst die KK Probleme mache).
          Er war auch schon ein Mal für 6 Monate in der Tagesklinik.
          Er wurde - ohne Rücksprache mit uns (!!!) - auf sonderpädagogischen Förderbedarf getestet.
          Er wurde 2 Jahre in einer familientherapeutischen Tagesgruppe betreut und trieb auch dort die Erzieher in den Wahnsinn.

          Dass er kaum beschulbar ist, sehe ich, da er definitiv NICHT GRUPPENKOMPATIBEL ist. Und ich weiß nicht, welche Möglichkeiten wir für ihn haben. #kratz

              • stopp, da hab ich zwei städte verwechselt.
                Es sind 81 km, die es entfernt liegt.

                • also ich habd as bei google eingegeben und scheinbar gibts da einen unterschied zu normalen Förderschulen für Erziehungshilfen.
                  Mein Wunsch wäre ja eine Einrichtung, in der seine Probleme Platz haben und gezielt bearbeitet werden.
                  Momentan wird einfach nur an unserem Sohn herumgezerrt.
                  Er WILL sich besser benehmen.
                  Aber er KANN es nicht.
                  Und statt ihn ständig zu strafen und ständig in Situationen zu bringen, die er nicht managen kann (er wurde in der Tagesgruppe fast täglich zum Spielen mit anderen Kindern GEZWUNGEN, was zur Folge hatte, dass er fast täglich zu hören bekam, wie schlecht er sich doch benehmen kann), sollte doch mal geschaut werden, wie er seinen Alttag mit seinen Fähigkeiten so weit auf die Reihe bekommt, dass er halbwegs in der Gesellschaft klar kommt.
                  Ginge es nach mir, säße er im Unterricht mit Aufgabenblättern möglichst abgeschirmt da und würde gelegentlich durch nen Tipp vom Lehrer unterstützt werden. Niemand würde ihn in Gruppenarbeiten zwingen und es gäbe auch nicht so einen raschen Wechsel zwischen den Fächern, wie aktuell.
                  Denn intelligenzmäßig KANN er die Leistungen bringen.
                  Aber nciht, wenn er all seine Kraft dafür aufwenden muss, halbwegs gesittet am Platz zu sitzen und sich nciht von den anderen Mitschülern ablenken zu lassen.
                  Er kann das, aber nicht auf Dauer.

                (10) 10.02.18 - 16:11

                Bei uns ist eine Familie mal knapp 50 km weiter gezogen, weil da ne´geeignete Sprachheilschule für ihre Tochter war. Das war dem Vater sogar wert, nun 40 statt bisher 18 km zur Arbeit zu fahren.

                Machbar ist also Einiges, wenn man WILL!

            Ok, dann wäre meine nächste Anlaufstelle wohl auch die Autismusambulanz. Alles Gute!

      Das Kind hat unzählige Therapien und Massnmahmen durch, aber ohne Diagnose?

      Sorry, aber sowas ist NICHT tolerierbar. Oder lässt du dir mal einfach ein paar Bypässe setzen für den Fall, dass deine gesundheitlichen Probleme vom Herzen her kommen? Oder trägst du eine Korrekturbrille ohne augenärztliche Untersuchung, ob überhaupt ein Sehfehler besteht?

      An deiner Stelle würde ich zum Rundumschlag ansetzen, dein Kind ist doch kein Versuchskarnickel. Und sollte tatsächlich eine Autismusspektrumsstörung mit dabei sein, dann ist das Kind eh unterdessen unwiderruflich geschädigt.

      • Die Diagnose lautete "Störung des Sozialverhaltens"
        Wir haben eine umfassende Familientherapie gemacht und es war bis zum Übertritt ins Gymnasium fast alles gut. Dass er kein Musterknabe wird, war uns klar, aber nicht, dass es jetzt so schlimm wird.
        Wir haben diese Diagnose mitgetragen, weil wir ja um unsere Fehler wussten.

        Der Auslöser, jetzt noch mal alles von vorn aufzurollen, lag in der akuten Psychose meines einen Bruders und dem Gespräch mit dem dort tätigen Arzt, bei dem mir mit jedem Satz, den ich von usnerer Kindheit erzählte, mehr auffiel, dass mit uns nicht nur psychisch was nicht stimm, sondern auch psychiatrisch was im Argen liegt.
        Das I-Tüpfelchen war dann noch meine Nichte, die trotz der sehr ruhigen und konsequenten Erziehung meiner Schwester meinem großen Sohn so ähnlich ist und jetzt seit der Einschulung immer schwieriger wird.

        Aitismus und ADS wurden ganz zu Beginn rigoros ausgeschlossen. Das haben wir mitgetragen, weil wir eben wussten, das der Große keinen all zu guten Start hatte. Deswegen wurde es nie abgetestet.

        • Ich kenne das, meine beiden ältesten Töchter hatten sehr schwierige Jahre, da ihr Vater schizophren ist, zudem wurden sie im Grundschulalter von einem Verwandten missbraucht.
          Lange Zeit ging ich mit so einer "Schuldhaltung" durchs Leben, bei jeder Schwierigkeit dachte ich, es läge an den schweren Umständen und das Ganze wäre meine Schuld.

          Tja, irgendwann sah ich das anders, und seither positioniere ich mich ganz anders. Keiner benutzt mehr eins meiner Kinder für Karnickelstudien, keiner weist mir Schuld zu wo keine ist, und ICH bin die erste Fachperson was meine Kinder anbelangt.
          Ach ja, die erste Tochter hatte NIE Probleme, trotz schwerem Hintergrund, die zweite hatte Probleme, aber das lag am Autismus und einer auditiven Wahrnehmungsstörung (erst während dem Studium abgeklärt).

(15) 08.02.18 - 19:11

Hi,
wenn er schon immer so schwierig war, was sagen denn die Ärzte, da müsst ihr doch schon einiges durch haben und Verdachtsdiagnosen erhalten haben.

Warum war die Förderschule schlecht für Ihn?

Ihr seht ja selber, das ihr Eurem Sohn nichts gutes tut, bzw. den anderen Kindern.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das junge Llehrer oder Referendare besonders motiviert sind und alles probieren.

lg
lisa

  • (16) 08.02.18 - 20:37

    Die Förderschule war deswegen schlecht, weil der Fachunterricht quasi hintenrum fiel.
    Ich habe 2 seiner Schulkameraden zu seinem Kindergeburtstag eingeladen. 1 Stunde. Es war der absolute Graus! #zitter 1x ADHS; 1xschwere emotionale Störung; 1x mein Kind.
    In der Klasse waren 9 Kinder, alle irgendwie emotional schwer behindert.
    Die 1. Klassenlehrerin ist Floristin geworden.
    Die 2. Klassenlehrerin ist 3 Monate nach Einstellung schwanger geworden und war als Quereinsteigerung völlig mit iherer Arbeit überfordert.
    Die 3. Klassenlehrerin hat uns unterstützt, ihn auf die Regelschule zu bringen.
    Die Klasse wurde sehr oft "ausnahmsweise" von der Erzieherin, die mit in der Klasse ist, unterrichtet. Diese Frau hat den Kindern nicht gut getan. Wertschätzung war für sie ein Fremdwort. Da gabs eine Menge kleine und große Demütigungen gegenüber Kindern und Eltern.
    Unser Sohn war sehr froh, als er aus dieser Klasse raus kam. Und er hat den versäumten Schulstoff (er hing durch die Förderschule und den dort herrschenden Lehrermangel mehr als ein halbes Jahr im Stoff hinterher) sehr rasch aufgeholt. Er hatte nur 1er und 2er auf dem Abschlusszeugnis der Klasse 4, alle empfohlen das Gymnasium. Dass es ein derartiger Albtraum wird, war zum Zeitpunkt der Einschulung ins Gymnasium nicht absehbar. Ich habe aber den Verdacht, dass die Oberschule die selben Probleme macht.

    Mag sein, dass du junge Referendare oder Lehrer kennst, die alles probieren. Die Klassenlehrerin meines Sohnes hat den Kanal voll.
    Nachvollziehbarerweise.

    • Ok, vergiss meine Frage oben. Das habt ihr schon durch.

      Hallo!

      Nun mal ganz ehrlich: ADHS, schwere emotionale Störung und 1x Dein Kind, so wie Du es beschreibst .... ganz ehrlich ich sehe das ADHS-Kind welches in behandelter Form aus deiner Liste des Grauens am ehesten rausfällt (ich habe 2 davon und wir standen mit einem schon 1 mm vor der Förderschule, nach 3 x KiTa-Wechsel, 2 Schulwechsel bis zur 2. Klasse und der drohenden Förderschulversetzung ....) und keineswegs Deinen Sohn. - Es klingt bitter ist aber so!

      Offensichtlich gehört Dein Sohn mit seinen kognitiven Fähigkeiten aufs Gym (oder ist er dort ohne Empfehlung?), aber die sozial-emotionale Entwicklung ist im Argen. Das ist auch vollkommen schnurz, ob es an mangelnden Dopamin-Rezeptoren im Hirn liegt, an einer emotionalen Fehlentwicklung oder an Euren Erzhiehungsmethoden - DAS interessiert nur einen Arzt und die Eltern, die das Problem an der Wurzel beheben sollen, aber ganz sicher nicht die Lehrer, die Trainer, die anderen Kinder, .... kurzum die Gesellschaft!

      Ich würde Dir dringlichst dazu raten einen Kinderneurologen / Kinderpsychiater zu kontaktieren mit einem ganz langen Erfahrungsschatz (also etwas älter als 25 ist!) in der klinischen Diagnostik sozial-emotionale Entwicklungsstörungen (das ist eigentlich nur der Oberbegriff von vielen spezifischeren Diagnosenn und man kann tatsächlich auch auch mehrere davon gleichzeitig haben - tolle Mischung!).

      Dann würde ich mal dringlichst nach Schulen suchen, die genau auf solche Kinder spezialisiert sind, und da meine ich explizit nicht alternative Schulformen (Waldorf, Monte, ....) - es sind halt leider nur private / halb-öffentliche - bspw.:CJD (hat mehre Niederlassungen), HEBO-Schulen, ...
      Leider wirst Du gar keine Unterstützung vom Schulamt / Jugendamt / Sozialamt / Förderschulen bekommen, weil die keinen Plan haben und ggf. Kosten übernehmen müssten - deswegen lieber nichts wissen.
      Setz Dich mit den Schulen in Kontakt um zu klären ob sie ihn aufnehmen würden (wahrscheinlich braucht man Gutachten) und wie ggf. die Kosten übernommen werden können (ggf. SGB VIII, §22).

      Dann würde ich proaktiv an die jetzige Schule herantreten (nicht "nur" mit der KL), die Situation darlegen, Deine Ängste formulieren und Offenheit zeigen bei der Lösung des GEMEINSAMEN Problems - Beschulung des Kindes. Nicht warten bis der Brief kommt!
      (Mal ganz ketzerisch gefragt: bei der Auswahl des Gyms habt ihr nicht explizit diese Schwierigkeiten kommen sehen und diese Gespräche? Habt ihr nicht schon gezielt eine Schule gesucht, ggf. mit ihr VORbesprochen, dass da ein dickes Ei kommt?)

      Und nicht ganz zum Schluss redet mit Eurem Kind, erklärt ihm wie es um ihn steht, erklärt ihm, dass er es vielleicht beeinflussen kann (mit einer Diagnose wäre es einfacher zu wissen, was kann man überhaupt aus der Ecke erwarten!), dass er sich echt anstrengen muss. Zeigt ihm die Konsequenzen auf: neue Schule, keine Schule, Internat, ....
      Ggf. wird Euer Kind das als "Neuanfang" sehen und erleichtert sein, oder es wäre ein echtes Schreckensszenario, wenn er sich eigentlich wohl fühlt.

      Angesichts der katastrophalen Situation finde ich seid ihr wenig aktiv ....

      LG, I.

      • Hallo!

        Im Übrigen, AUF DIE SCHNELLE (na ja mal kalkuliere mit Wartezeiten nicht unter 3 Monaten für einen Therapieplatz ....) könnt ihr in jedem Fall mit einer Verhaltenstherapie anfangen - bis die greift vergeht 1 Jahr intensiver Therapie.
        Da wird sowieso auf die "Symptomatik" eingegangen (deplaziertes Lachen! Keine adäquate empathische Äusserung / impulsive Reaktion) eingegangen und diese "falschen Gewohnheiten" durch die "richtigen - sozial angemessenen Verhaltensweisen" ersetzt.
        Und wenn er eine genauer definierte Störung hat, dann kann sie noch wirksamer werden, wenn man das durch weitere therapeutische Maßnahmen unterstützt.

        LG, I.

        ich weiß momentan nicht, an was für schulen ich mich da wenden soll, weil ich schlicht nicht weiß, wonach ich suchen sollte.
        Wie weiß ich denn, welche Schule sich für Kinder mit emotionalen Störungen interessiert?
        Es gibt ne Förderschule in der Umgebung. Da habe ich selbst gearbeitet. Aber ich möchte nicht, dass mein Kind dort in die Schule geht. Erstens bekommt er dort keinen Schulabschluss, zweitens sind die Kinder dort auch leistungsmäßig ganz unten. Ich habe dort Potentialanalysen mit 7.klässlern gemacht. Mein Sohn schafft die Aufgaben von denen mit Leichtigkeit und mit besseren Ergebnissen (sollte er weiter aufs Gymnasium gehen, wird er ja eh keine Potentialanalyse machen müssen, deswegen kann ich die Aufgaben ja an ihm ausprobieren).
        Es gibt hier keinen Kompromiss zwischen Leistungsstärke und emotionale Störung. Entweder Leistungsstark und funktionial oder emotional gestört und leistungsschwach.
        Ich habe beruflich nur mit den Förder- und Hauptschülern zu tun und dort sammeln sich die ganzen "Diagnosen". Einen leistungsstarken Schüler, den ich mit den Fähigkeiten meines Sohnes vergleichen könnte, habe ich dort dabei. Der geht mit nem Hauptschulabschluss aus der Schule raus.
        Das wollte ich irgendwie nicht.

        An die Schule herantreten muss ich. Ich weiß eben nicht, ob ich nicht alles viel schlimmer mache. Bisher wurde alles immer viel schlimmer, wenn wir uns eingemischt haben. Von uns wird immer erwartet, dass wir sein Verhalten in der Schule regulieren. Können wir aber nicht. Und es mag auch keiner verstehen, dass das WIRKLICH nicht geht. Unser Vorschläge werden auch nicht angenommen. Alles zu viel Arbeit.
        Ob das mit der jetzigen Schule auch so ist, weiß ich nicht.
        Jedenfalls werden wir nicht informiert, wenn es Vorfälle gibt. Es kommt dann einfach eine Einladung zum gespräch und dann werden wir mit einem Riesenproblempaket überschüttet und die Bitte, die Probleme zeitnah zu benennen, verhallt.
        Ich wollte gern mit einer Diagnose zur Schulleitung gehen und mich mit allen zusammensetzen. Denn bisher läuft unser Sohn unter "schlecht erzogen". Und "schlecht erzogen" ist nun mal unser Auftrag.

        Und dass hier ein "dickes Ei" kommt, war nicht abzusehen. Er wurde auf einer regelgrundschule beschult, es wurde die Gymnasialempfehlung ausgestellt. Woher sollten wir wissen, dass es derart schlimm wird??? Ich kann doch nciht in die Zukunft gucken! Wir waren doch auf nem guten Weg. Es war doch zu dem Zeitpunkt alles entspannt. Es lag doch offiziell nur an uns und wir hatten unsere familiären Verhaltensweisen doch verändert und unser Sohn hatte sich auch positiv entwickelt.

        Die Konsequenzen von seinem Verhalten sind unserem Sohn bewusst. Er WILL sich anders verhalten. Aber er KANN es nicht. Er will auch nciht aus der Klasse raus.

        Dein letzter satz hat mich sehr hart getroffen. Ich bin momentan völlig verzweifelt, weil es noch bis letztes Jahr so gut aussah.
        Wir haben so viel durch.
        Wir haben so viel gekämpft.
        Uns wurden so viele Steine in den Weg gelegt.
        Ich bin momentan an einem ganz persönlichen Tiefpunkt. Völlig im Eimer. Ausgelaugt. Fix und fertig. Und du kommst mit so einem Satz.

        Ist schön, dass es bei euch offensichtlich besser lief.
        Hier läuft nichts. Und da ich mit diesen ganzen Problemen auch noch beruflich zu tun habe, kann ich dir sagen, dass es sehr vielen Eltern so geht.
        Plauen ist ein Drecksloch. Ich will hier weg. Ich gehe auch nicht mehr zu einem Facharzt in Plauen, weil sie alle scheiße sind. 30km weiter weg wirds besser. Deswegen wende ich mich jetzt auch an Hof und vermeide Plauener Einrichtungen.
        In Chemnitz waren wir in deutlich besseren Händen. da lief auch alles besser. Aber nach Chemnitz kann der Junge nicht in die Schule gehen. Ich will ihn nicht im Internat haben.

        Hallo!

        ich noch mal.
        Ich hatte erst mal damit zu tun, mich angegriffen zu fühlen.
        Wie gesagt... das Thema ist für mich hochemotional. Da hängen noch einige andere Faktoren mit dran, die überhaupt nichts mit unserem Kind zu tun haben.
        Ich hab mir deinen Beitrag auch schon x mal durchgelesen und hab mich einfach an dem letzten Satz aufgehängt.

        Ich danke dir für die detaillreichen Infos.
        Ich hab jetzt beim Suchen ein Gymnasium gefunden, das uns schon mal empfohlen wurde, und bei dem explizit drinsteht, dass sie kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf beschulen.
        Wir hatten uns letztes Jahr dagegen entschieden, weil die Transport da hin nicht geklärt ist und wir das auch nicht so richtig gecheckt haben, dass das Gymnasium was für ihn sein könnte. Es wurde uns damals wegen der guten Förderung von hochbegabten Kindern empfohlen. Dass sie sich auch Kindern mit emotionalen Störungen annehmen könnten, war uns nicht klar.
        Da müssen wir mal schauen, wie wir das machen können. Es gibt da keinen Schulbus von uns aus da hin.
        Außerdem muss ich da erst mal mit der Schule reden, ob die unseren Sohn überhaupt nehmen.

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