Haftpflichtversicherung fürs Kind

    • (1) 20.02.18 - 17:39

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe gerade eine Chance, auszuprobieren, ob wir richtig versichert sind. :-p

      Bei Geburt unseres ersten Kindes habe ich bei der Haftpflicht-Versicherung um das "Rundum Sorglos Paket" gebeten. Also Absicherung auch dann, wenn das Kind zu jung ist um haftungsfähig zu sein, die Aufsichtspflicht nicht verletzt wurde usw.

      Nun hat mein Kind heute im Bus beim rumgestikulieren einem anderen Kind die Brille von der Nase gehauen und diese ist zerkratzt.

      Anruf bei der Versicherung ergab: Man müsse erstmal prüfen, ob wir Eltern überhaupt aufsichtspflichtig waren und nicht irgendwer anders. Denn nur dann würde der Schaden ersetzt.

      Na super. Also doch nicht ganz so rundum sorglos.

      Jetzt habe ich nach etwas googeln die Hoffnung, dass dieser Vorfall abgedeckt ist, weil der Schulweg wahrscheinlich noch in unseren Aufsichtspflicht-Bereich fällt.

      Ich hätte aber gerne auch abgedeckt, wenn mein Kind in der Pause einen Schaden anrichtet. Und habe etwas von einer Schülerversicherung gelesen.#kratz

      Mal die Frage in die Runde: Wie habt ihr eure Kinder abgesichert? Gibt es noch etwas, das ich zusätzlich tun könnte?

      Ach ja - und falls jemand WEISS, wie das mit der Aufsichtspflicht und dem Schulweg ist, wäre ich auch dankbar. Denn die Brille werden wir natürlich auf jeden Fall ersetzen, möchten aber nicht gerne auf dem Schaden sitzenbleiben.

      Danke euch im Voraus! :-)

      LG

      • Hallo!
        Da kann Dir nur Dein Vertrag für Antworten Sorgen. Es muss eine Klausel geben die genau das regelt und vorallem expliziet erklärt.
        Schau mal nach ob Du dazu was finden kannst.

        Gruß

        • Hallo,

          danke für die Antwort.

          Das liegt nach Auskunft der Dame aus der Schadensabteilung NICHT am Vertrag. Sondern es hängt an der Frage, wer im fraglichen Moment aufsichtspflichtig war.

          Und nur derjenige kann haftbar gemacht werden kann. Die private Haftpflicht greift wohl nicht, wenn jemand anders haftbar gemacht werden kann, ganz unabhängig welchen Vertrag man hat.

          Deshalb frage ich hier nach Erfahrungen.

          Wenn das Kind zum Beispiel unter Aufsicht der Oma auf dem Spielplatz jemandem die Brille vom Kopf donnert, könnte man das nach Auskunft meiner Versicherung auch nicht über meine Haftpflicht absichern, und zwar aus gesetzlichen Gründen. Da müsse dann die Oma die entsprechende Haftpflichtversicherung haben.

          Ich dachte, jemand hier im Forum weiß dazu vielleicht mehr oder hat eine Versicherung, die in solchen Fällen eben doch greift. Deshalb die Frage.

          LG

          • Das wurde mir von meiner Haftpflichtversicherung anders erklärt. Ich hatte da mal angerufen, weil mein damals 3 oder 4jähriger im Kindergarten mit anderen Kids zusammen einen größeren Schaden verursacht hatte (er geht in einen Naturkindergarten, die Kinder hatten sich unbemerkt ein Taschenmesser geschnappt und damit die Plane eines Gewächshauses zerschnitten). Die Dame meiner Versicherung meinte, da Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert wären, würde gar nicht geprüft werden, bei wem die Aufsichtspflicht lag (war hier ja eindeutig) und ob diese verletzt wurde. Allerdings hat der Kindergarten gar nicht von uns verlangt, dass wir den Schaden begleichen, von daher hatte sich das ohnehin erledigt.

            LG

      (5) 20.02.18 - 18:48

      Verdammt, jetzt habe ich wieder versehentlich in m P&P gepostet. Das liegt an meinen Einstellungen, ich lande häufig hier, wenn ich eigentlich ins Allgemeine will. #sorry Werde das Team um verschieben bitten.

      #klatsch

      Hallo,

      wir haben eine Familienhaftpflicht und ich denke, ein ähnliches Paket wie ihr. Mein Sohn hat auch mal einem anderen Kind am Schulweg etwas beschädigt und das wurde anstandslos ersetzt. Die Gegenpartei war beim Optiker, der hat bestätigt, dass die Brille nicht mehr zu reparieren geht und wir haben einen Bericht angegeben wie es passiert ist. Dann Rechnung eingereicht und dann hat die Versicherung gezahlt. Wenn dein Kind ein Schulkind ist, musst du es nicht rund um die Uhr beaufsichtigen. Das heißt, in euerm Fall kann keine Aufsichtspflichtverletzung geltend gemacht werden. Aber extra dafür habt ihr die Versicherung. Hättet ihr die Versicherung nicht und könntet nicht zahlen bzw. wolltet nicht zahlen, hätte die Gegenpartei Pech gehabt, da dein Kind in dem Alter nicht haftbar gemacht werden kann und du nicht verpflichtet bist, es am Schulweg zu beaufsichtigen. Die Versicherung prüft natürlich bei jedem Schaden den Sachverhalt. Das muss so sein. Ich denke aber, dass der Schaden übernommen wird.

      LG

    • Aufsichtspflicht bei der Haftpflichtversicherung? Bei einer Unfallversicherung ja.
      Falls es im Schulbus Schulweg war, stehst du nicht in der persönlichen Aufsicht.
      Eine (Familien-) haftpflicht ist ja dafür da, da sie Schäden bei Dritter übernimmt.
      Bei noch nicht haftbare Kinder, können Eltern belangt werden und deshalb hat man ja auch eine Familienhaftpflicht.
      Eine Haftpflicht kann nur verweigern, wenn eine eindeutige , mutwillige Zerstörung vorliegt, die aber auch bewiesen/bezeugt werden muss.
      Ruf mal deinen Versicherungsvertreter direkt an, der mit Euch den Abschluss gemacht hat.

      • Natürlich kann eine Aufsichtspflichtverletzung bei der Haftung eine Rolle spielen - nämlich dann, wenn der Schaden von einem deliktunfähigen Kind herbeigeführt wurde. Kinder unter 7 sind nicht haftbar, und da zahlt eine "normale" Haftpflichtversicherung auch nicht - es sei denn, die Eltern haben die Aufsichtspflicht verletzt, dann sind nämlich die Eltern haftbar.
        In viele Familienversicherungen sind aber Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert. Dann wird von Seiten der Versicherung gar nicht mehr geprüft, ob eine Aufsichtspflichtverletzung vorlag.

        Aber auch Kinder über 7 sind nicht automatisch haftbar. Hier kommt es auf die Einsichtsfähigkeit des Kindes an, also darauf, ob das Kind die Folgen seines Handelns absehen konnte. Nur dann sind Minderjährige haftbar. Um beim Beispiel der TE zu bleiben: wenn der Sohn jetzt schon 8 wäre (also nicht generell deliktunfähig), müsste geklärt werden, ob er in der Lage war die Folgen seiner Hampelei abzuschätzen.

        LG

        • Aufsichtsverletzung im Schulbus?#schein

          • Aufsichtspflicht heißt ja nicht, dass jemand 24/7 das Kind im Auge haben muss. Ab einem gewissen Alter dürfen und sollen Kinder durchaus auch mal eine Weile unbeaufsichtigt sein. Wie lange diese Zeit ist, hängt vom Alter und vom Character des Kindes ab. Bei den meisten 6jährigen ist der Schulweg so gestaltet, dass sie ihn alleine bewältigen können. Aber es gibt sicher Kinder, die dazu in dem Alter noch nicht in der Lage sind, und die müssen dann beaufsichtigt werden.
            Der Schulweg unterliegt übrigens der Aufsichtspflicht der Eltern, die Eltern müssen Ihr Kind so erziehen, dass es den Schulweg alleine bewältigen kann und abschätzen, ob das Kind dazu in der Lage ist. Und wenn man einen 6jährigen Chaoten hat, den man noch kaum aus den Augen lassen kann (die soll es ja geben), kann man das Kind nicht einfach in den Bus setzen. Wenn man das dann trotzdem tut, hat man u.U. auch hier seine Aufsichtspflicht verletzt. Bei einem "normalen" Kind, dürfte die selbstständige Bewältigung des Schulweges bei einem Erstklässler nach 1/2 Jahr aber keine Aufsichtspflichtverletzung mehr darstellen (es sei denn, der Schulweg ist besonders gefährlich), und somit wären die Eltern vom Gesetz her hier nicht haftbar.

            LG

    (11) 21.02.18 - 07:42

    Na, dann wird das zerkratzte Glas wohl ausgetauscht und das wäre dann auch nicht sooo teuer.
    Meines Wissen greift ne Haftpflicht doch grade, wenn man nicht neben dem Kind steht, und das ist doch nicht automatisch Verletzung der Aufsichtspflicht.

    Würde mich auch mal bei anderen Haftpflichtversicherungen erkundigen. Unsere Versicherung würde sowas bezahlen. Hat auch den Schaden bezahlt, den mein Sohn mit ca. 11 bei nem Freund verursacht hat als er unglücklicherweise den Freund mit nem Schneelball traf und dessen Brille runterfiel. Nach Meinung deiner Versicherung müssten die Eltern für das eigenen (geschädigte) Kindes den Schaden bazahlen müsse, weil sie nicht im Garten bei den Jungs standen, obwohl du dein kind nicht beaufsichtigen konntest.

    (12) 21.02.18 - 08:44

    Huhu!

    Sprich erstmal mit den Eltern.
    Mein Sohn ist auch Brillenträger und seine Brille ist versichert. Kaufen seine Brille schon lange bei f....Mann und entweder machen sie es aus Kulanz oder die Versicherung tritt ein.
    Einmal im Kindergarten kam die Schadensregulierung von der Stadt von auf.
    Kosten für uns oder andere Eltern gab es noch nicht.

    LG
    Jenny

    aktuell haben wir einen ähnlichen Fall. Unser Sohn ist gefallen, als er das Handy eines Freundes in der Hand hatte.....Display beschädigt. Versicherungsschaden wurde gemeldet. Jetzt wird richtig aufgefahren mit Sachverständigen etc.
    Der Junge soll sein Handy natürlich heile Instand gesetzt bekommen. Hätten wir aber gewußt, wie lange sich das in die Länge zieht und das ein Handy eingeschickt werden muss...und der Tathergang rekonstruiert wird, dann hätten wir wohl einfach das Handy selbst reparieren lassen oder gleich ein neues gekauft.....die Reparaturkosten sind in keinem Verhältnis zu dem Schaden. Den Vorschlag hatten wir zunächst auch unterbreitet. Das ist übrigens der erste Schaden seit 20 Jahren! Unser Kind ist bei uns mitversichert, und zwar vollumfänglich.

    (14) 21.02.18 - 16:00

    Wenn die Sache mit der Brille auf dem Schulweg passiert ist, müsste wahrscheinlich die gesetzliche Unfallversicherung zahlen. Brillen, die man auf hat, zählen hier meines Wissens als Personenschaden.

    > falls jemand WEISS, wie das mit der Aufsichtspflicht und dem Schulweg ist, wäre ich
    > auch dankbar.

    Wissen kann man sowas nicht, weil es immer eine Ermessensentscheidung ist. Aber dass jemand sein Kind im Schulbus begleitet, ist doch eher unüblich. In vielen Fällen wird es gar nicht möglich sein, da du im Schulbus nicht mitfahren darfst. Also ich würde mal zu 98 % sagen, dass du die Aufsichtspflicht nicht verletzt hast. Es mag anders aussehen, wenn ein Kind auf dem Schulweg schon mehrfach in entsprechende Raufereien o. ä. verwickelt war.

    Ist deine Tochter denn über oder unter 7?

    Über 7 wird deine Tochter (und damit die Versicherung) wahrscheinlich schon haften müssen. Die Einsichtsfähigkeit, dass man niemandem die Brille von der Nase hauen darf, war ja wohl schon vorhanden. Es ist halt versehentlich passiert, genauso wie es einem Erwachsenen hätte passieren können.

    Haftpflichtversicherung unter 7 funktioniert leider allenfalls sehr notdürftig: nur auf ausdrücklichen Wunsch, nur wenn keine andere Versicherung eintrittspflichtig ist, nur bis zu recht geringen Höchstgrenzen usw.

    (15) 21.02.18 - 17:32

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten.

    Zunächst einmal die Auskunft der Versicherung: Der Schaden wird beglichen. :-)
    Begründung: Auf dem Schulweg sind die Eltern aufsichtspflichtig. Und das heißt keineswegs, dass sie immer dabei sein müssen - wenn sie ihr Kind mit dem Schulweg vertraut gemacht haben, reicht das. Sie müssen nicht dabei sein.

    Ich habe also meine Aufsichstpflicht NICHT verletzt, die Versicherung greift aber DESHALB, weil wir den Prämiumschutz haben (Zahlung auch dann, wenn die Aufsichtspflicht nicht verletzt wurde)

    Mir ging es aber eigentlich noch um etwas anderes, und ich glaube, das wurde nicht verstanden:

    Durch diesen Schadensfall habe ich erst erfahren, dass mein Kind immer dann NICHT abgesichert ist, wenn wir Eltern im fraglichen Moment NICHT AUFSICHTSPFLICHTIG SIND. Beispiele:

    - Mein Kind zertrümmert auf dem Schulhof eine Brille. Aufsicht war auf dem Hof, Aufsichtspflicht wurde also seitens der Lehrer nicht verletzt --> Schaden wird von keiner Versicherung übernommen. Die Diensthaftpflicht der Lehrerin greift nicht, da keine Aufsichtspflichtsverletzung vorlag und meine Haftpflicht greift nicht, weil ich nicht aufsichtspflichtig war.

    - Mein Kind spielt mit der Oma auf dem Spielplatz und macht dort irgend etwas kaputt. Oma hat die Aufsichtspflicht nicht verletzt, ihre normale Haftpflicht greift nicht. Oma hat natürlich keine Haftpflicht, bei der Kinder auch dann versichert sind, wenn die Aufsichtspflicht nicht verletzt wurde (wozu auch, Oma hat ja keine Kinder mehr) --> Schaden wird von keiner Versicherung übernommen.

    Um solche Fälle ging es mir. Ob man das absichern kann oder nicht.

    Laut meiner Versicherung nein, aber vielleicht hat ja jemand hier eine Versicherung, die sowas doch absichert?

    Denn selbstverständlich lasse ich fremde Leute nicht auf einem Schaden sitzen, den mein Kind verursacht - völlig unabhängig davon, ob ich rechtlich gesehen zahlen müsste.

    Kann ja auch mal um etwas teureres gehen als eine Brille. Deshalb interessiert mich das.

    LG

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