Sorge Übertritt

    • (1) 21.02.18 - 21:56

      Hallo ihr Lieben,
      muss mich hier mal über das Schulsystem aufregen. Mein Sohn (9 Jahre, 4. Klasse, Bayern) lag gerade weinend im Bett weil er in der Zuhörprobe in Deutsch eine 3 , knapp an der 2 vorbei, hat. Jetzt macht er sich furchtbar Sorgen wenn er in HSU am Freitag auch nur eine 3 schreibt, er vielleicht nicht den Schnitt fürs Gymnasium schafft. (Da will er unbedingt hin wegen Freund und Cousin )
      Er ist ein guter Schüler, dem vieles bisher einfach zufliegt. Mit richtig lernen hat er es nicht und war bisher auch nicht wirklich nötig (zumindest bis Ende 3. Klasse ). Er bekommt von mir da auch keinen Druck wegen der Noten. Lobe ihn immer sehr und sage ihm wie stolz ich auf ihn bin, dass er es so gut macht.
      Haben sich eure Kinder da auch so einen Kopf gemacht? Kann doch nicht sein, dass in der 4. Klasse schon so viel Druck ist?
      Die Lehrerin redet auch dauernd von dem Übertrifft und wie wichtig das Schuljahr ist.
      Ich finde es ist schon viel verlangt von den Kindern. Z.B. HSU, Thema Wasser, 15 Hefteinträge mit ganz vielen Fremdwörtern (Aggregatzustand, Kondensiert. .) Und noch ein paar Arbeisblätter. 5-6 Wochen im Unterricht behandelt und jetzt über alles am Freitag Probe.
      Ist das bei euren Kindern auch immer so viel? Stell ich mich nur so an?
      Hab ihm schon gesagt, dass eine 3 auch toll ist und es ja noch die Realschüler gibt auf die er gehen kann.
      LG Tina

      • Gibt es in Bayern denn Elternwahl oder muss man sich an die Empfehlung halten?

        • (3) 21.02.18 - 23:24

          Hallo,
          in Bayern gibt es keine Elternwahl. Der Notendurchschnitt ist entscheidend für die weiterführende Schule. Mindestens 2,3 für Gymnasium, 2,6 für Realschule und 3,0 für Hauptschule.
          LG
          Kim

          • Hallo,

            und wenn ein Kind einen Schnitt schlechter als 3,0 hat wird es von der Schulpflicht befreit? Oder was ist in Bayern unter der Grundschule? Förderschule?

            Welche Fächer gehen in den Schnitt ein? Mathe/Deutsch/HSU? Also 2x2 und einmal 3, sonst kommt das Kind auf das Gymnasium? 1x2 und 2x3 Kind kommt auf die Realschule und bei 3x3 kommt das Kind auf die Hauptschule? Mit einer 4 (Schnitt schlechter als 3,0) ist das Kind nicht beschulbar? Irgendwas ist da nicht ganz richtig.

            Liebe Grüße Andrea

      Das ist nicht nur in Bayern so, sondern auch in anderen Bundesländern. In der 4.Klasse fällt in den meisten Bundesländern die Entscheidung für die weiterführende Schule und da ist es dann eben so, dass die Anforderungen auch entsprechend gestaltet sind. Schließlich müssen die Kinder darauf vorbereitet werden auch auf dem Gymnasium bestehen zu können. Dort sind die von dir genannten Punkte selbst in Musik oder Ethik Standard. In Mensch-Natur-Technik hat die Klasse meines Großen in der 5. nach 2 Wochen diese Stoffmenge und dann schreiben sie dazu halt nen Test, teilweise auch unangekündigt. Für eine Klassenarbeit ist es deutlich mehr, dazu dann noch der Transferteil. Dafür ist der eigentlich Lernstoff aber in Mathe, Deutsch und den Fremdsprachen doch recht übersichtlich und damit auch genug Zeit, um für auf die klassischen Lernfächer vorbereiten zu können.

      Ja, es ist großer Mist, dass den Kindern grundsätzlich Angst vor dem Übertritt gemacht und es immer wieder thematisiert wird. Wenn es deinem Sohn so zusetzt, würde ich ggf. mal das Gespräch mit der Lehrkraft suchen. Die Kinder machen sich bedingt durch die starren Vorgaben selbst schon genug Druck, das muss nicht noch verstärkt werden, indem darauf hingewiesen wird, wie wichtig jede einzelne Arbeit ist.
      In Thüringen gilt die Regelung, dass in Mathe, Deutsch und HSK mindestens eine 2 auf dem Halbjahreszeugnis stehen muss - also ein Schnitt von 2,0 oder besser erbracht werden muss - um ohne Umwege wie zusätzliche Empfehlung (um die ranken sich an unserer Grundschule Mythen, weil die so selten sind wie 6er im Lotto) oder Probeunterricht das Gymnasium besuchen zu können. Ich habe trotz dieser Vorgaben für den Übertritt und einer ähnlichen Menge an Test und Arbeiten (es gibt keine festen Vorgaben, unterm Strich kommt das ungefähr hin) aber bisher nicht erlebt, dass das den Kindern so zusetzt, wie es immer wieder aus Bayern berichtet wird. Ich glaube ja, dass dieses Hochstilisieren zum Grundschulabitur es für die Kinder wesentlich schlimmer macht als es eigentlich sein müsste und gerade dadurch viele die geforderten Leistungen nicht bringen können.

      lG, Kathrin

      • Das mit angeschlossener Mittelschule ist bei uns auch. Ist aber auch bekannt bei uns das diese GS deshalb die schwierigste ist.
        Werd nochmals mit Sohnemann reden, das er seine Freunde nicht verlieren wird wenn er nicht aufs Gymnasium geht. Mit der Lehrerin werd ich auch reden, da ich denke ihr Verhalten erzeugt bei den Kindern nur unnötig Druck.
        Die meisten haben schon genug von den Eltern.
        Danke für die Antworten und Anregungen.
        LG Tina

        • Hallo Tina.

          Ich finde das Schulsystem hier in Bayern auch nicht in Ordnung. Schon alleine was von den Kindern so verlangt wird, wird immer härter. Habe einen direkten Vergleich. Die Proben von meinem Sohn (drei Jahre älter) waren vor allem in Mathe bei weitem nicht so schwierig. Klar kann man sagen, der Lehrplan ist doch überall in etwa gleich. Aber die Aufgabenstellung ist der Teufel im Detail.#schwitz


          Meine Tochter geht auch gerade in die 4. Klasse und kann (obwohl in sämtlichen anderen Fächern nur 1en und 2en) wegen ihrer Dyskalkulie nicht auf eine weiterführende Schule wechseln. Ihre Freundinnen gehen alle auf Gym oder Realschule. Aber was hilfts....#schmoll
          Obwohl sie sehr traurig drüber ist, auf der Mittelschule bleiben zu müssen, hat sie mittlerweile kapiert, dass das der Freundschaft zu den anderen Mädels keinen Abbruch tun muss. Gut, auch diese Freundinnen werden auf der neuen Schule auch neue Freunde finden. Aber sie auf der Mittelschule doch hoffentlich auch.:-)

          Auch wenn diese zwei 3en das Gym vielleicht nicht möglich machen werden.... Vielleicht merkt er dadurch, dass man fürs Gym halt einfach wirklich was machen muss. Er kann ja auch nach der 5. Klasse noch übertreten, wenn er dann den Notendurchschnitt schafft.

          Alles Gute!

      Das ist nicht ganz richtig. Hier werden auch Kids mit 3 er und 4 er auf dem Zeugnis auf dem Gymnasium angemeldet und auch angenommen! Da komt es nicht auf den Notendurchschnitt an.

      • Ne 4 in Kunst hindert ja auch niemanden daran Abitur zu machen. Entscheidend sind die Noten in Mathe, Deutsch und Heimat- und Sachkunde. In Bayern ist mit ner 3 in einem der Fächer noch der benötigte Schnitt möglich. In Thüringen müssen es mindestens 2en sein und in anderen Bundesländern dürfen Eltern ihr Kind auch am Gymnasium anmelden, wenn es mit ner 5 in einem Fach gerade so versetzt wurde.
        Ob die unterschiedlichen Regelungen mmer so sinnvoll sind, steht ja auf nem ganz anderen Blatt.

        • Die Kinder hatten in den Hauptfächern 4er!

          • Dann schreib das doch auch so und es wäre es vielleicht hilfreich zu erwähnen, wo "hier" ist... Die Möglichkeit des Probeunterrichts mit abschließenden schriftlichen Tests gibt es ja auch noch, in Thüringen können auch Empfehlungen ausgestellt werden. Würde aber keine Grundschule machen, wenn die Noten nicht auf lange Krankheit oder massive Probleme (Tod eines nahen Verwandten etc.) zurückzuführen wären. Das wird dann aber nicht in der Klasse kommuniziert...
            Aber ich sag's mal vorsichtig: Das ist zwar theoretisch möglich, hier schnappt sich der Schulleiter aber bereits bei Anmeldung die jeweiligen Kandidaten und redet nochmal mit deren Eltern, ob sie das wirklich für ne gute Idee halten.

(14) 22.02.18 - 05:35

Huhu!

Das Problem ist sehe ich eher darin, dass dein Sohn wegen seinem Freund und seinem Cousin auf das Gymnasium will. Das ist die falsche Motivation. Bestärke ihn darin, dass er die Freundschaft auch pflegen kann, wenn beide nicht auf die selbe Schule gehen. Rede mit ihm darüber, wann und wie beide trotzdem Kontakt haben werden. Das nimmt ihm bestimmt ein wenig den Schrecken vor der anderen Schule.
Es bringt ihm ja auch nichts, wenn er mit viel Mühe und Tränen den Schnitt für das Gymnasium schafft und dann dort extrem viel machen muss um gerade so über die Runden zu kommen.

LG

Nicht umsonst sagt man oft, das der Übertritt nee Art Grundschulabi ist;-)
Es kommt schon viel auf die GS/Lehrer drauf an...reine GS bereiten meist ihre Kinder gezielter auf die Tests vor, um den Erfolg von vielen Gymübetreter zu erlangen, als wie GS mit angehöriger Mittelschule, da dort auch wieder eine neue 5.Klasse besetzt werden muss.Die müssen meist breitflächiger ihren Stoff lernen, um die Klassenarbeit zu bewältigen, was ihnen aber für die weiterführende Schule wieder zugute kommt.

Aber im Enddefekt übereinstimmen die Arbeitersblätter mit den Hefteinträgen und in der 4.Klasse werden Klassenarbeiten in M/D/HSU rechtzeitig angesagt.Aber am Besten stets seinen aktuellen Stoff immer gleich vertiefen, um nicht soviel Stoff bis zum Test anzustauen, denn in der weiterführenden ist tägliches vertiefen /festigen des Stoffes Alltag, da regelmäßig in der Folgestunde mündlich der aktuelle Stoff abgefragt wird.

Bei uns machten eher viele Eltern den Druck....da fingen oft Kinder bei einer 3 oder 4, das weinen an, dass ihre Mama (Papa) schimpft, weil es evtl. das Gym nicht schafft.
Man kann Kinder nur in gewissen Rahmen unterstützen, aber ein Druck ist der falsche Weg.

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