Plötzlich LRS?!

    • (1) 23.02.18 - 12:28

      Hallo zusammen. Mein Sohn geht in die 3. Klasse. Er ist seit Jahren verhaltensauffällig, hat keine Freunde in seiner Klasse obwohl der klassenkern seit der krippenzeit zusammen ist. Es sind nur 18 Schüler in seiner Klasse. Auffällig sind provokantionen aller Kinder untereinander. Kein friedliches miteinander. Die Lehrer sind mit unserer Klasse seit der Einschulung total überfordert und mein Kind sagt seit Beginn an, es hasst die Pausen!!

      Naja in der 1. Klasse haben wir unser Kind im Krankenhaus untersuchen lassen. Von Kopf bis Fuß. Es stellte sich heraus das er eine visuelle Wahrnehmungsstörung hat und die Empfehlung von ergotherapie. Haben wir auch alles getan. Bis jetzt hat sich nichts gebessert am verhalten. Schulwechsel haben wir schon versucht aber keine schule im Umkreis würde ihn nehmen. Selbst eine private hat abgelehnt. Schulpsychologin eingeschaltet, überprüft und gemeint er solle im klassenverband bleiben um an seinen Fehler arbeiten. Jugendamt kann uns nicht weiter helfen da sie der Meinung sind, das Problem liegt an der schule.

      Jetzt war unser Sohn erneut zur Überprüfung im Krankenhaus und mir wurde gesagt er sei in der schule überfordert und hat Lrs. Die ergotherapie und schule meinte er macht nur konzentrationsfehler ( i-punkte und großschreibung. Kleinschreibfehler nicht und Buchstaben ect. Verwechselt er auch nicht). Sein Notenschnitt in deutsch ist 2,5 ( inkl. 2 x ne 6 bei Diktaten und abschreiben) und er würde auffällig sein bei diskalkunie. Obwohl er in Mathe auf 1,8 steht.

      Die schule sagt es ist nur sein Verhalten und er muss auf eine sonderschule. Diese ist aber ca. 30km entfernt und würde seinen kompletten tagesablauf ändern. Sein Sportverein den er seit 4 Jahren gerne Besucht nicht mehr machen können.

      Wie können wir unserem Sohn besser helfen das sich der schulalltag verbessert?

      • (2) 23.02.18 - 14:01

        >> Wie können wir unserem Sohn besser helfen das sich der schulalltag verbessert?

        Ich habe andere Fragen: wie schätzt du denn sein Verhalten zuhause ein? Ist er zuhause ein unbeschwertes, zufriedenes Kind oder habt ihr zuhause auch Konflikte oder Baustellen? Wie siehst du seine Fähigkeiten generell an?

        • Also Zuhause habe ich den Eindruck eines ganz normalen Kindes. Etwas verträumt und vergesslich aber sehr hilfsbereit, lustig, kindisch. Mit seinem 4 jährigen Bruder versteht er sich super. schulisch generell hab ich den Eindruck das er keine größeren Probleme hat. Bis auf das Schreiben eben
          Aber das hab ich der schule Ende der 1. Klasse und Anfang der 2. Schon mitgeteilt
          Ich denke ansich liegt es nicht an Lrs sondern an der Konzentration. Er arbeitet sehr sehr schnell und macht viel Flüssigkeitsfehler. Findet beim drüberlesen und kontrollieren auch meist alle Fehler selbst. Aber diese Zeit haben sie in der schule selbst kaum, und wenn doch macht er es leider nicht. Wenn Sie Aufträge in der schule bekommen, fängt er selbst auch sehr spät an, macht vorher 1000 andere Sachen. Daher natürlich der Zeitdruck. Inhaltlich stimmt fast alles. In den meisten arbeiten hat er nur wegen Flüchtigkeitsfehler oder in deutsch eben schreibfehlern ne 2. ( finde ich persönlich überhaupt nicht schlimm, ihm selber stört das sehr) . Aber gerade in deutsch werden bei arbeiten eben auch die Rechtschreibung Bewertet.

          In Mathe rechnet er schnell und meistens richtig. Da hängt es wenn am logisch denken und zusammenschlüsse bei einigen Sachen zu erkennen.
          Er selbst findet es nicht tragisch und uns stört das bisher auch nicht. Da denke ich macht es halt den Unterschied zwischen einer 1 und einer 2 aus. Und da ist ne 2 wirklich kein Problem. Schlechtere Noten kamen wirklich kaum. Am schlechtesten ist bisher nur Werken 4. Etwas besser Musik und Kunst 3. Aber deutsch, Mathe, sachunterricht und Sport ist gut. Von den kopfnoten nur Mitarbeit und Fleiß 2. Ordnung naja... 3 und für einen jungen typisch. Verhalten mit 4 ausbaufähig.

      Ich versuche es mal.
      Dein Kind hat VISUELLE WAHRNEHMUNGSSTÖRUNGEN. Das ist wieder so eine Diagnose, die jeder gekonnt ignoriert, weil er nichts damit anfangen kann. Die Augen deines Kindes sind also ok, aber das Gehirn kann die Signale, die das Auge sendet, leider nicht richtig verarbeiten. Da aber ohne Gehirn nichts funktioniert, ist dein Kind also teilweise blind. Im Großen und Ganzen kann dein Kind das zwar kompensieren, weil es ja doch irgendwie funktioniert, aber eben nicht komplett.
      Wenn du dir das mal vor Augen hältst, kannst du dir vielleicht vorstellen, wie die Noten zustande kommen. Schreib mal ein Diktat mit einer Brillenstärke, die absolut nicht für deine Augen gemacht wurde. Visuelle Wahrnehmungsstörungen sind zwar nochmal etwas anderes, aber vielleicht kann man es sich so ganz gut vorstellen.
      Dein Sohn hat VIELLEICHT LRS, aber zunächst einmal müsst ihr ihm das Lernen mit seiner Wahrnehmungsstörung ermöglichen. Das bedeutet, ihr müsst mit seinem Facharzt reden, der diese Diagnose gestellt hat. Der soll mal ein Gutachten schreiben, welche Nachteilsausgleiche für deinen Sohn in Frage kommen. Die müsst ihr dann in der Schule beantragen. Sowas könnte z.B. sein:
      - mehr Zeit bei Arbeiten/Tests
      - größer kopierte Arbeitsblätter
      - die Möglichkeit, Hilfsmittel zu nutzen
      - in Tests vorab wichtige Stellen vom Lehrer markiert

    • Hallo,

      dein Kind gehört für mich nicht auf eine Sonderschule. Schon gar nicht bei den Noten. Mir ist nicht klar, wie die Schule darauf kommt.

      Die Eltern entscheiden alleine über die Schulform. Die Schule meines Sohnes war in der 2. Klasse der Meinung, dass er nicht auf der Schule klar kommen würde. Er hatte auch schlechte Noten. Unser Sohn ist leicht autistisch und hatte ein sehr schwere LRS. Er ist auf einer Regelschule.

      Wir haben unseren Sohn weiter auf der Schule belassen (Grund- und Oberschule). Er hat gute Noten in der Oberschule und zählt zu den besten Schülern seiner Klasse. Heute will man von der damaligen Empfehlung nichts mehr wissen. So, als ob es diesen Irrtum nie gegeben hätte.

      Ich würde mich daher als Eltern selbst fragen, was das Richtige ist und danach entscheiden. Vielleicht hilft auch ein Wechsel auf eine andere Regelschule.

      LG

      Carola

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