Evolutionspädagogik Erfahrung? Ich habe ein Mischformer Kind....Schule oder Schulkindergarten?

    • (1) 25.02.18 - 21:59

      Meine Tochter ist ein August Kind und wurde zurückgestellt. Sie ist vom Wesen her im Kindergarten sehr still und zurückhaltend, kann keine richtige Freundschaft schließen, hasst es im Mittelpunkt zu stehen (z.B. Morgenkreiz)). Daheim ist sie extrem stur und steht oft "neben sich".... sie kann nichts mit sich anfangen und ist immer gelangweilt! Mit Spielzeug spielt sie nicht, nur mal kurz malen... das war's. Im Kindergarten sagen sie das sie motorisch weit voraus ist, aber eben sehr ruhig und sensibel. Ich war auf Empfehlung hin bei einer Evolutionspädagogin. Diese stellte mir Ella als sogenanntes Mischformerkind dar. Jetzt absolvieren wir besondere Übungen. Mir kommt es gerade so vor als wenn ihr Verhalten im Moment schlimmer wird#zitterNun gut, aber die Pädagogin meinte ich solle nichts überstürzen mit Schulkindergarten. Eventuell sei sie unterfordert wenn sie im Kiga bleibt. Apropos, hätte sie auch zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins im Kiga gelassen, sie hatte eh so Anpassungsschwierigkeiten damals bei der Eingewöhnung.... Habt Ihr Erfahrung bezüglich Evolutionspädagogik und Schulkindergarten?

      • Ich kann zwar deine Frage nicht beantworten, aber wie wär es evtl. mit einem Verein (Mannschaftssport/Tanzen/ Schwimmen/ Turnen ) oder ein Instrument erlernen.
        Würde einen Ausgleich schaffen, sie werde gefordert und in Vereinen prägt sich oft das Selbstbewußtsein schleichend aus.)

        Hallo,

        ich musste das erstmal googeln. Bin gerade noch am Kopfschütteln. Dein Kind ist zurückhaltend und schüchtern und langwweilt sich schnell. Daher wäre es doch gut, wie jemand schon vorschlug, Aktivitäten in Gruppen oder Mannschaften für sie zu suchen.

        LG
        Mistel

        Was soll ein Mischformer sein? Ich habe mal kurz gegooglt und da stand das die kreative Gehirnseite auch das Schreiben übernimmt. Daraus entstehen alle Probelme die Kinder so haben , Legastenie, Autimus, Adhs usw... Und wenn die Schu/ Eltern / Erzieher das Beachten, dass die Kinder oft verkannte Genies sind.

      • Hallo!

        Ich finde Deine Tochter vollkommen normal, sowie 80% aller Kinder: Im KiGa ist sie zurückhaltend, zuhause nicht. Zuhause ist sie oft gelangweilt. - Na ja.

        - Bis dahin war Dein Post vollkommen normal!

        Aber ab da wird es seltsam in Deinem Post!

        Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich und ungleichmäßig (manche sind grobmotorisch weit vorne, dafür dann aber feinmotorisch oder emotional oder kognitiv etwas langsamer, andere sind kognitiv die Kings und können die Leiter zum Klettergerüst nicht hochklettern.) - das ist normal.
        Ich würde die Evolutionstante sein lassen und mir mein Kind genau angucken: wo sind die Stärken (offensichtlich ist die motorisch sehr fit!) - das würde ich weiterhin fördern und unterstützen und Anregungen bieten - etwa durch Kindersport, Verein, Tanzgruppe, regelmäßig Fahrradfahren (3x wöchentl.), Schwimmen gehen (2x wöchentl.) .... Wo sind ihre vermeintlichen Schwächen: kann nicht alleine spielen - dann spiel Du mit ihr unter Anleitung: puzzeln - zusammen, Steckperlen - zusammen, vorlesen und erzählen und Rollenspiele machen - zusammen, Brettspiel / Kartenspiel finden und zusammen spielen, Malen (Mandala, kreative Kritzelbücher). Irgendwann wird sie das auch alleine machen.
        Und wenn sie sich ihrer Stärken bewusst ist und ihrer Lieblingsbeschäftigungen, kann sie auch selbstbewusster auftreten.

        LG, I.

        Ehrlich gesagt beim Lesen deines Posts habe ich mir gerade gedacht, dass man echt für jeden Mist schon einen Namen finden muss.
        Ich würde sagen, dein Kind ist ein völlig normales Kind. Muss man Kinder in Schubladen stecken? Es ist schon schlimm genug, dass man das mit kranken/behinderten Kindern macht - aber jetzt auch schon mit gesunden Kindern?
        Wie schön, dass es auf dieser Welt Individuen gibt. Aber offenbar wollen bestimmte Menschen, dass alle Personen hier gleich und vor allem genormt durch die Gegend springen.
        Es gibt introvertierte und extrovertierte Menschen und es gibt alles dazwischen. Deine Tochter ist introvertiert? Das ist keine Krankheit, sondern vollkommen normal. Das sind Milliarden andere Menschen auch. Ja, also introvertierter Mensch hasst man es im Mittelpunkt zu stehen und man hat so seine Probleme mit Freundschaften schließen, eventuell auch noch mit größeren Gruppen.
        Wenn ein Kind nicht gelernt hat, sich selbst zu beschäftigen, kann es das auch nicht. Daher stellt sich mir zunächst die Frage, hast du deinem Kind denn jemals beigebracht sich selbst zu beschäftigen, oder erwartest du, dass es das von selbst gelernt hat?
        In den heutigen oftmals regelrecht mit Spielzeug "zugeschütteten" Kinderzimmern kann kein Kind durchblicken. Ich habe bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht, dass weniger echt mehr ist. Spielzeug muss auch mal aus der Reichweite des Kindes verschwinden (z.B. in den Keller). So gibt es im Kinderzimmer wieder genügend Platz und plötzlich kann das Kind wählen.
        Ich kenne dein Kind nicht, aber so wie du sie beschreibst, war die Rückstellung vielleicht doch nicht so die richtige Entscheidung. Kann es sein, dass sie sich schlichtweg langweilt? Der Kindergarten sagt, sie sei motorisch schon sehr weit. Kann es sein, dass sie auch kognitiv schon sehr fit ist? Das Selbstbewusstsein stärken gegenüber 3-jährigen? Na ich weiß ja nicht.
        Schulkindergarten wird bei uns der Hort genannt. In einigen Bundesländern ist das aber auch eine Vorklasse. Also was meinst du genau?

        • Heutzutage gibt es doch für jede Verzögerung oder Schwäche in Leistung oder Verhalten einen Namen, früher wurde es so hingenommen, heutzutage braucht man für eine Gesellschaftsfähigkeit , eine medizinische, benannte Ursachenform.

          Darf ich Dir 10 zustimmende Sternchen wenigstens als Text zukommen lassen? Anders geht es ja nicht.
          Grundgütiger, mir stellen sich gerade alle Haare einzeln auf, in welche gruseligen Schubladen Kinder gepackt werden müssen heutzutage. Haben manche Mütter keine andere Beschäftigung, als dauernd nachzubohren, was an ihrem Kind "Besonderes" ist, damit man zu irgendwelchen "Fachleuten" rennen kann?
          Anstatt dass man sie einfach in dem Alter noch K I N D E R sein lässt #klatsch#zitter
          Furchtbar.
          LG Moni

          Hallo Kati! Danke für deine tolle Reflektion! Es ist tatsächlich schwer in der heutigen Zeit- im Rahmen des Überflusses so eine Frage zu stellen...Da ich ja drei Mädels habe weis ich das man Spielen nicht lernen kann.... ic denke der eine kann es und der andere nicht! Ella ist wirklich etwas anders.... es ist sehr schwer zu erklären😔 ! Sie ist hochgradig zickig , einerseits möchte sie Hilfe im nächsten Moment schreit sie und zieht sich wieder völlig aus. Sie möchte etwas bestimmtes essen und dann schiebt sie es energisch weg, sie isst nur von einer bestimmten Gabel, ihre Strumpfhose muss exakt sitzen oder sie rastet aus.... ach man kann es nicht beschreiben.... sie ist so extrem in allem!!! Sie tyrannisiert alle in der Familie!!! Im Kindergarten ist sie ruhig und zurückhaltend... kann sich mit niemanden beschäftigen bzw. anfreunden! Mir wurde jetzt tatsächlich geraten in einer kinderpsychiatrischen Praxis sie einfach mal anschauen zu lassen! Ich weis das nun viele hier denken, schon wieder wird ein Kind in eine Schublade gesteckt nur weil es anders ist! Aber es sollte sich keiner ein Urteil erlauben wer sowas nicht selbst miterlebt hat! Wir leiden ALLE darunter. Leider habe ich bereits ein Kind was eine Teileistungsstörung hat Legastenie mit überdurchschnittlicher Intelligenz)..... ich habe sehr gehofft ein "normales" Kind zu haben..... anscheinend ist es tatsächlich vererbt! Ich wünsche es niemanden!!! Bin echt grad verzweifelt....

          • Tja, meine beiden Söhne sind schwerst mehrfachbehindert. Die KJP steht auf meinem wöchentlichen Therapieplan mit drauf - wir sind dort Dauergäste. Natürlich haben meine Kinder eine Psychiaterin, eine Psychologin - eigentlich sogar gleich 2 (natürlich jeder) wegen Frühkindlichen Autismus und ADS. Der Neurologen für die Epilepsie, der Augenarzt für die Ptosis (der Große) und Amblyopie und Optikusatrophie (der Kleine), dann noch einige Chirurgen aus verschiedenen Fachbereichen und der HNO für den Kleinen und der Pädaudiologe für den Großen. Die Legasthenie meines Ältesten ist geradezu erholend wenig an Behinderung.
            Ich kenne dein Kind nicht - aber ich kenne meine Kinder. Ich glaube schon, dass jedes Kind spielen lernen kann. Aber nicht jedes Kind spielt auf die gleiche Art und Weise. Mit Spielzeug konnten meine Kinder auch nie spielen.
            Ich habe noch nie ein gesundes Kind gehabt. Allerdings war ich selbst auch nie in meinem Leben gesund. Ich würde aber schon sagen, dass meine Kinder normale Kinder sind. Gibt es echt unnormale Kinder?
            Niemand sagt dir hier etwas, wenn du dein Kind in einer ORDENTLICHEN (!) KJP anschauen und eine Diagnostik durchführen lässt. Nur eine kinderpsychiatrische Praxis ist leider nicht "ordentlich". Die hat viel zu wenig Erfahrung. Schubladen hin oder her - wenn du der Meinung bist, dass dein Kind auffällig ist, dann bringe es nicht zu so einem Pfuscher, der der Meinung ist, du hast ein Mischformer Kind, sondern lass die echten Fachleute ran, die deinem Kind helfen können. Melde dein Kind in einer KJP an - also in einem Krankenhaus in der Kinder- und Jugendpsychiatrie für die Diagnostik. Bei uns in der Gegend hat man da so 8 Monate Wartezeit bis zum Testtermin. Falls da eine Diagnose rauskommt, wird man deinem Kind dort helfen können.
            Ich wünsche behinderte Kinder auch niemanden, aber dieser Kelch ist leider nicht an mir vorbeigegangen.

      (11) 26.02.18 - 13:04

      Halllo,

      ehrlich?
      Diese Evolutionspädagogik ist offenbar so wenig anerkannt, dass es nicht einmal einen Wikipedia-Artikel darüber gibt. Nach meinen (kurzen) Recherchen hat da jemand einfach den altbekannten Entwicklungsstufen von Kindern neue Namen verpasst, die mit der Evolution der Tierwelt übereinstimmen.
      Ja... Kann man machen. Kann man auch bleiben lassen. Weiterhelfen tut das jedenfalls keinem.
      Dass diese Übungen nichts bringen, hast Du ja schon gemerkt.

      Und das hier habe ich auch noch gefunden:
      "Eine Internetsuche zeigt sehr schnell, dass Evolutionspädagogik ausschließlich in kommerziellen und nicht in wissenschaftlichen Zusammenhängen auftaucht. Der Begriff selbst ist ein Markenname, die Hauptvertriebsstelle ein Unternehmen nahmens "Institut für praktische Pädagogik I.P.P." im Besitz Konebergs."

      Klingt, als wolle da jemand Geld machen...

      Tips bezüglich Mannschaftssport kamen hier ja schon.
      Ansonsten würde ich mal versuchen heraus zu finden, wie weit Deine Tochter kognitiv im Vergleich mit Gleichaltrigen tatsächlich ist. Die Erzieherinnen sollten das eigentlich beurteilen können.
      Ich finde Schulkindergärten und ähnliche Einrichtungen sehr sinnvoll für Kinder, die noch nicht fit für die Schule, aber zu fit für den Kindergarten sind.

      "Daheim ist sie extrem stur und steht oft "neben sich".... sie kann nichts mit sich anfangen und ist immer gelangweilt! Mit Spielzeug spielt sie nicht, nur mal kurz malen..."

      Vielleicht ist sie unterfordert. Ich glaube nicht, dass sie sich für gar nichts interessiert. Unsere Tochter hat in dem Alter kaum mit Playmobil, Puppen, Schleich o.ä. gespielt, aber sie hat sehr gerne große Puzzle gepuzzelt oder Lego-Bausätze gebaut. Vorlesen und Hörspiele fand sie ebenfalls toll. Ab und zu wollte sie basteln oder kneten.

      Wenn Du trotzdem das Gefühl hast, dass mal jemand vom Fach gucken sollte, was mit Deiner Tochter los ist, würde ich zu einem Kinderpsychologen oder Kinderpsychiater gehen und nicht zu irgendeinem merkwürdigen was auch immer.

      LG

      Heike

      • (12) 26.02.18 - 13:28

        "Klingt, als wolle da jemand Geld machen..."

        Das sehe ich auch so. Für eine kommerzielle Nutzung spricht auch der Zusatz: ®, der ja für eine Markeneintragung steht.

        @Threaderstellerin: Hast du dich denn nach der Empfehlung zu einer Beratung über das Konzept informiert und wenn ja, welcher Ansatz hat dich denn da angesprochen? Ich finde da auf Anhieb wenig oder besser gar nichts, was für Seriosität spricht.

        Aber wie auch immer: Dein Kind ist schüchtern, zurückhaltend und langweilig sich schnell. So sind viele Kinder, ich war auch so. Den Empfehlungen einer geeigneten Förderung im Rahmen ihrer Neigungen in einem Verein kann ich mich nur anschließen.

        (13) 01.03.18 - 15:45

        Ein ganz großes Dankescön an all die 9 Antworten auf meine Frage! Es hat mich sehr gefreut das doch so ehrliche Meinungen und Vorschläge gebracht wurden :-) Ella ist im Tanzverein, leider muss ich sie meist überreden dahin zu gehen:-( Dies ist bereits der 3. Versuch sie für einen Verein zu interessieren. Anschluss findet sie dennoch nicht und ich komme mir schon vor wie eine Rabenmutter wo ihr Kind unbedingt in einem Verein unterbringen will:-[ Jetzt habe ich ihr mehrmals schon vorgeschlagen ob sie zum Singen will oder vielleicht Flöte oder in die Musikschule gehen will um einfach mal zu sehen was ihr vielleicht liegt? Leider keine Chance. Sie bockt sofort und ist stur und schreit rum... Natürlich macht sie mal Bügelperlen, puzzel, Knete, töpfern... bin auch gerne bereit ihr das zu ermöglichen, aber sie will nur selten. Natürlich ist es aber auch einfache Sache der Zeit das Kinder eure vieles überdrüssig sind. Ella ist nun mal auch ein typisches Mittelkind, da sie noch zwei Schwestern hat. Mein Gefühl ist tatsächlich das sie VIEL zu kurz kommt und ich insgesamt wenig Zeit für sie habe. Letztendlich glaube ich tatsächlich das sie ihre Zeit mit mir einfordert. Schade nur das ich ihr nicht helfen kann Freunde zu finden:-( Sie wurde erst einmal zu einem Geburtstag eingeladen.... da blutet einem schon das Herz#danke ach ja..... das mit dem Markenname ist ja echt krass:-[ vielen Dank für die Recherchen.......

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