Erste Klasse als Außenseiter und "schwarzes Schaf"

    • (1) 27.02.18 - 19:09

      Hey ihr Lieben... Der Text wird sehr lang.
      Ich weiß momentan einfach nicht genau, was ich tun soll. Meine Tochter ist 6 Jahre und wurde im Sommer eingeschult. An der Schule kannte sie noch niemanden, aber das ging ja einigen so.
      Leider ist sie sehr... Schwierig zu Beginn gewesen. Sie ist ein Einzelkind und kann nicht teilen. Sie ist hochgradig zickig und wenn sie im Umgang mit Gleichaltrigen nur ein wenig nach mir kommt, hat sie das Talent andere bis aufs Blut zu provozieren. Die Lehrerin hatte so ihre Probleme mit ihr und es hagelte Einträge. Hauptsächlich stört sie den Unterricht und geht respektlos mit Lehrkräften um. Das war leider schon in der Kita so..hatte sie das Gefühl, dass jemand "zu weich" ist, erkennt sie selbst keine Grenzen. Sie brauch von Anfang an eine gewisse Strenge. Wir haben also immer wieder Gespräche geführt und eigentlich ist meine Tochter auf der anderen Seite auch sehr bewusst im Umgang mit Kritik und Anregungen. Es hat sich gebessert.
      Die Lehrerin war dann einige Wochen krank, in dieser Zeit gab es auch nur einen Eintrag wegen quatschen. Im Gegensatz zum Täglichen also eine deutliche Steigerung. Jetzt ist sie wieder da und es häuft sich.

      Die Sicht meiner Tochter und die Ergebnisse unserer Gespräche:
      Sie langweilt sich im Unterricht (zu viel malen, lernt in der Betreuung von Älteren Schreibschrift, lernt selbstständig schwere Matheaufgaben) und fängt dann an zu quatschen. Hier wollte ich eigentlich einfach auf Besserung hoffen, wenn die Sachen schwerer werden. Versteht mich nicht falsch, ich halte sie für ein klüges Köpfchen, aber jetzt nicht hochbegabt.
      davon abgesehen, ist sie einsam. Egal, was ist..sie ist diejenige, die von der Lehrerin getadelt wird. Sie muss nur dabei sein, ohne was zu machen. Klar.
      Sie hat bei der Lehrerin den Stempel weg. Aber ist ja auch nicht die Lösung. Außerdem hinterfragt einfach sonst niemand, wieso was passiert ist. Denn was mir mein Kind erzählt, schockiert mich. Da ist eine Gruppe von Kindern, die mein Kind fertig machen. Zu viert um sie herum stehen und sie verprügeln. Und am Ende wird sie getadelt, weil sie nicht pünktlich zum Unterricht kam.
      Ich habe einfach das Gefühl, dass weggeguckt wird. Ich habe heute einen Zettel mitgegeben, dass ich auch gern ein Gespräch mit ihr hätte und sie mir sagen soll, wann es zeitlich passt. Jetzt kommt nur zurück, dass ein Gespräch aktuell nicht notwendig ist.
      Ich weiß auch aus meiner eigenen Schulzeit, dass es keine Lösung ist, eine Ansprache vor der Klasse bezüglich Mobbing zu halten. Das macht es für die Betroffenen nur schlimmer. Es wäre einfach viel schöner, wenn jemand aktiv danach Ausschau halten würde, ohne den Kindern das Gefühl zu geben, sie zu beobachten. Und dann eingreifen..auf frischer Tat. Dann Einzelgespräche mit den Eltern.Aber dafür müsste man sich dafür interessieren.
      Natürlich werde ich noch einmal eindringlich um ein Gespräch bitten.
      Aber habt ihr vielleicht andere Ideen?

      Danke für jeden, der den Text bis zum Ende gelesen hat. Und für jeden Tipp bin ich auch dankbar. Sie ist ein guter, toller Mensch und ich kann es nicht ertragen sie so traurig zu sehen.

      • Hallo Herzkasperl,

        Du schreibst selbst, dass deine Maus nicht so ganz einfach ist und der Lehrerin wenig Respekt entgegen bringt. Hast du hier schon mal deutlich mit deiner Tochter geredet?
        Das Gespräch mit der Lehrerin würde ich auch nochmal suchen. Eventuell kann diese sie ja durch extra Arbeitsblätter mehr fordern, damit ihr nicht so langweilig ist .
        Bist du dir sicher dass deine Tochter das "Opfer"ist? Bitte nicht falsch verstehen, aber mein Sohn hat auch die Gabe sich als Unschuldslamm dar zu stellen.
        LG und Gute Nerven
        Tina

        • Ich habe ja bereits geschildert, dass wir einige Gespräche hatten. Da ich offensichtlich die Probleme meiner Tochter kenne und nicht die Augen davor verschließen und nur die Schuld bei anderen suche, werde ich die Gespräche mit ihr schon sehr deutlich gehalten haben.
          Und ja, ich bin mir sicher, dass meine Tochter verprügelt wird. Das macht sie dann, trotz ihres Verhaltens, zum Opfer. Weiß ja nicht, aber für mich und mein Kind ist Gewalt in keinem Konfliktfall eine Lösung. Vielleicht habe ich sie hier sehr hart beschrieben..ich wollte nur zeigen, dass ich mir auch über ihr Verhalten Gedanken mache und nicht nur andere bestrafen will.

          • Wenn sie verprügelt wird, wird sie mit Sicherheit Blessuren davontragen. Damit zum Arzt, dokumentieren lassen und gegebenenfalls Anzeige erstatten. Mein Sohn wurde in der 5. Klasse Opfer solcher Attacken. Von den Lehrern sah das grundsätzlich niemand. Es wollte keiner sehen weil es zusätzliche Arbeit gewesen wäre. Da die mobbenden Kinder namentlich bekannt waren und es ausschließlich immer die selben waren, die Lehrer und der Direktor es nicht im Ansatz ernst nahmen, bin ich mit meinem Kind zum Arzt, habe die Körperverletzung dokumentieren lassen und Anzeige erstattet. Klar, Kinder in dem Alter sind noch nicht strafmündig. Trotzdem setzt die Polizei sich mit der Schule und den Eltern in Verbindung. Bei 2 Schülern, die aktiv an den Prügeleien beteiligt waren, wurde auch das Jugendamt informiert. Ab dem Zeitpunkt fing auch die Schule an zu handeln. Mein Sohn hat zwar die Schule dann gewechselt, aber ich weiß von anderen Eltern, dass Mobbing dort jetzt hart geahndet wird.

            Wird deine Tochter "nur" gehauen, mache ihr begreiflich sich umgehend an einen Lehrer zu wenden. Auch bei verbalen Angriffen. Kinder trauen sich das oft nicht, aus Angst als Petze da zu stehen und noch mehr Ärger zu bekommen. Gegen Mobbing kann ihr aber nur jemand helfen wenn sie sich umstehenden Lehrern mit teilt.

            Die Gründe für ihre Opferrolle hast du ja schon genannt und wenn sie der Lehrerin gegenüber respektlos erscheint, ist es nicht verwunderlich, dass sie deine Tochter eher als Buhmann sieht als andere. Respekt lernt man den Kindern Zuhause. Gegenseitiger Respekt ist hier bei uns höchste Priorität. Wir den Kindern gegenüber (das ist das wichtigste, denn nur so lernen sie Respekt), die Geschwister untereinander und die Kinder uns gegenüber. Respekt lernen Kinder, in dem man ihnen den nötigen Respekt entgegenbringt. Reflektiere stets mit deiner Tochter zusammen ihr Verhalten. Wie würdest du dich fühlen wenn das mit dir jemand macht? Wie würdest du dich fühlen, wenn man dich nicht ausreden lässt? Wie würdest du dich fühlen, wenn du so provoziert wirst?
            Schlagen die anderen Kinder vielleicht weil deine Tochter provoziert und sie sich nicht anders zu helfen wissen? Dann ist deine Tochter nicht Opfer, sondern Täter. In der Klasse meines Sohnes ist ein Kind, das auch oft Opfer von Angriffen seiner Mitschüler wird. Körperlich und verbal. Mobbing würde ich es aber noch nicht nennen. Von außen betrachtet, kann einem das Kind leid tun. Aber der Junge ist nicht das Opfer. Er hat die Gabe seine Mitmenschen so aufs äußerste zu provozieren, dass denen irgendwann der Kragen platzt. Ich habe es selbst am Kindergeburtstag erlebt. Anfangs sahen die Lehrer auch in ihm das Opfer. Die Eltern natürlich auch. Irgendwann haben die Lehrer das Spiel durchschaut und nicht mehr mitgespielt. Körperliche Auseinandersetzungen sind in der Schule zwar verboten, aber nachdem die Lehrer beide Parteien begutachten, werden sie nicht mehr ganz so hart bestraft. Dieses Provozieren ist für mich das höchste Maß an Respektlosigkeit, das man einem Mensch gegenüber bringen kann. Das ist eine Sache, die deine Tochter umgehend lernen muss. Von euch Eltern, nicht von der Schule. Schule ist nicht für Erziehung zuständig.

            Ist deiner Tochter langweilig, hat sie nicht das Recht zu stören. Was wiederum ein Zeichen von Respektlosigkeit ist. Besprich mit der Lehrerin was ihr da tun könnt. Eventuell hat sie Zusatzaufgaben für deine Tochter mit denen sie sich beschäftigen kann. Gerade in der 1. Klasse klafft das Wissen und die Fähigkeiten der Kinder noch auseinander. Es gibt immer Kinder, die manche Sachen besser als andere können, schneller sind etc. Davon sind in den 1. Klassen generell mehrere Schüler betroffen. Trotzdem können sie nicht machen was sie wollen. Und das muss deine Tochter auch verstehen lernen. Es ist langweilig wenn andere noch lesen lernen müssen und man kann es schon, oder man viel Malen muss obwohl man es nicht mag. Sowas passiert einem das ganze Leben lang in irgendwelchen Situationen. Aber auch da muss man lernen zurück zu stecken. Aus Fairness und Respekt gegenüber der Gruppe.

            Vielleicht wäre für deine Tochter ein Teamsport zielführend. So hat sie einen Ausgleich zur Schule, lernt Teamgeist, Gruppendynamik und Sozialkompetenz. Sie lernt auf den Trainer/in zu hören, der im Sinne der Gruppe entscheidet. Sie lernt sich einzufügen und ihre eigenen Interessen auch mal zurückzustellen. Sie knüpft Kontakte und kann Freundschaften schließen. Das ist wiederum wichtig für ihr Selbstwertgefühl. Hat sie ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, muss sie andere nicht provozieren. Dies ist nämlich meist ein reiner Selbstschutz der komplett ins Gegenteil umschlägt.

            LG
            Michaela

      (5) 27.02.18 - 19:43

      Ich verstehe nicht so recht, um was es geht?
      Dass Deine Tochter gemobbt wird, oder selbst andere bis aufs Blut provoziert und hochradig zickig ist?

      • Sie wird verprügelt. Von Gruppen auf einen - Gott, wie kann man so abgedroschen sein und dann okay finden, selbst wenn der gegenüber zickig ist? Und mit zickig behaupte ich nicht, dass sie auf anderen rumhackt..sondern eben sehr stark diesen "das ist meins, damit spiele ich" Drang hat. Wie beschrieben. Ich verdeutliche damit nur, dass ich verstehen kann, wenn man nicht ihre beste Freundin sein will/kann. Aber ist dann die Alternative direkt Gewalt?

        • (7) 28.02.18 - 06:35

          ----Gott, wie kann man so abgedroschen sein und dann okay finden, selbst wenn der gegenüber zickig ist?--

          Ich hoffe mal, Du meinst nicht mich mit abgedroschen und okay finden #aerger

          Warst Du mal in der Schule und hast Dir die Prügelkinder zeigen lassen? Hast Du sie mal angesprochen was das soll?
          In solch einem Fall würde ich ganz bestimmt nicht warten, bis die Lehrerin mal zu einem Gespräch einlädt.

          Sie ist ein Einzelkind und kann nicht teilen. Sie ist hochgradig zickig und wenn sie im Umgang mit Gleichaltrigen nur ein wenig nach mir kommt, "hat sie das Talent andere bis aufs Blut zu provozieren. "

          Naja, früher gabs ein Sprichwort, wer nicht hören will, muss es halt spüren.
          Zwar mit Gewalt keine Lösung ...aber wenn deine Tochter nicht aufs Blut provozieren würde, würden die anderen auch nicht so weit gehen.

          Da muss an Eurer Tochter auch sehr viel gearbeitet werden.
          Macht mal einen Test mit ihr, wenn es nicht an einer Hochbegabung liegen sollte, dann kann es auch eine evtl. Aufmerksamkeitsdefizit sein....

          Da die Kinder und Lehrer bereits genervt sind und keine Freunde findet( im Prinzip ihren Stempel schon hat) , würde ihr ein Schulwechsel evtl. eine neue Chance bieten.Aber bevor ihr , die Ursachen nicht kennt, woran es liegt, damit man Abhilfe leisten kann, bringt ein Schulwechsel noch nichts, da es sonst dasselbe käme.

    Die eine Seite....Schule tadelt sie stets, sie provoziert und zickt........anbdere Seite...sie ist einsam, wird gemobbt und verprügelt.

    Bisher kam nur die Version von deiner Tochter an....

    bitte Eurer Lehrkraft nochmal dringend zu einem Gespräch, notfalls einfach zu ihrer Sprechstunde erscheinen.

    Im Enddefekt brauchst du auch mal die Sicht der Lehrerin.....kennst du Kinder aus ihrer Klasse, damit du auch etwas Feedback bekommst.

    Ohne die wahre Geschichte , wird man vorerst nicht zu den Ursachen kommen.

    Man glaubt seinen Kind, aber jede Partei verschönert ihre Seite und verschärft die andere Seite....du suchst ja nach der wahren Mitte.

    • Wie beschrieben habe ich nach einem Gespräch gefragt, was abgelehnt wurde. Wie ebenfalls beschrieben, werde ich weiter nach dem Gespräch suchen und morgen einen neuen Versuch starten.. dachte nur es gibt weitere Tipps, die ich meinem Kind mitgeben kann.. damit sich irgendwas ändert. Ich kann ihr nicht sagen, bzw fruchtet es nicht, dass sie mit ihrem Verhalten keine Freunde finden wird. Dann ist es eben so. Ich kann ihr Liebe geben, aber das muss sie selbst lernen. Trotzdem finde ich nicht, dass sie Gewalt erleben muss.

      • 1. Du hast Recht auf ein Elterngespräch
        2. Wenn du beide Versionen kennst, wirst du besser reagieren können...evtl. anschließend auch mal zum Vertrauenslehrer.

        Du musst ihr einen Spiegel vorhalten, damit sie lernt sich selbst zu reflektieren. Reines reden was sie falsch macht bringt da nichts.

        (13) 28.02.18 - 14:17

        Was ist das denn für eine Einstellung als Mutter. Mein Kind ändert sich nicht, also brauch ich mich darum nicht weiter kümmer; .dann hat sie eben Pech, keine Freunde zu finden.

        Klar ist es jetzt schwierig, nachdem es sich 6 (oder fast?) 7 Jahre eingespielt hat. Aber das ist deine Aufgabe als Mutter, deinem Kind auch soziale Fähigkeiten mitzugeben. Auch wenn es schwierig ist, sie braucht jetzt deine Hilfe, nicht deine Hilflosigkeit oder Gleichgültigkeit...Wende dich an Fachleute um Hilfe zu bekommen.

        Und gut, dass du nochmal mit der Lehrerin reden willst. aber mach es sachlich. Nicht nur dass die Anderen Schuld sind.. Wie hier gesagt, eine Reaktion (der Anderen) wird immer von etwas hervorgerufen (dem Verhalten/Worten? deiner Tochter) .
        Und nimm endlich wahr, dass deine Tochter zwar Opfer ist, aber auch kein Unschuldslamm,

Sehr geehrte Frau xy,
auf mein Schreiben vom ...... teilten Sie mir mit, dass Sie momentan ein Gespräch mit mir nicht für notwendig erachten. Ich gehe davon aus, dass es sich hier um ein Missverständnis handelt.
Ich möchte nochmals ausdrücklich um ein zeitnahes Gespräch, gern während Ihrer Sprechstunde bitten.
Gern können Sie mich auch telefonisch, beruflich unter.... oder in den Abendstunden privat unter..... erreichen.
Sicher handelte es sich hier nur um eine Startschwierigkeit und ich bin guter Dinge, dass wir Probleme gut miteinander angehen.
Die Schulleitung setze ich nachrichtlich auf cc.

Freundliche Grüße
xy

...das würde ich jetzt tun. Egal ob nun Dein Kind ein Hexenbein ist oder nicht. Es braucht ja eine Lösung.

  • Danke. Die erste wirkliche Hilfe :)
    Ja, ich werde erneut das Gespräch suchen. Ich war nur eben so traurig, dass man es einfach abtut.

    • Das wird schon. Sicher braucht auch Frau Zwerg ne Rüffelrunde aber es wird schon. Im Moment ist sie in der ersten Klasse und sicher musst Du als Mutter für sie einstehen.
      Steh der Lehrerin aufgeschlossen gegenüber und schau das es sich findet.
      Alles gute für Euch!

(17) 27.02.18 - 21:10

Hallo,

Kinder können allgemein sehr grausam sein und wer zickt, provoziert und respektlos ist, wird nunmal nicht zur Freundin.

Das hätte Dein Kind eigentlich schon im KiGa lernen sollen, wie seid ihr denn mit ihrem Verhalten umgegangen? Ich hoffe, dass ihr nicht nur Gespräche geführt habt ... Gespräche kann man mit älteren Kindern führen, junge Kinder brauchen eine klare Erziehung und Konsequenzen.

Ungeachtet dessen, dass Deine Tochter dringend (!) an ihrem Sozialverhalten arbeiten sollte, würde ich Dir dennoch spezielle Mobbingseminare empfehlen. Meist geht es darin nicht um spezifische Vorfälle sondern um einen besseren Klassenzusammenhalt - der jedoch nur funktioniert, wenn sich auch Dein Kind unterordnet.


LG und alles Gute!

  • Glaub mir...diese Sache mit ihrem Verhalten nehmen wir nicht auf die leichte Schulter. Da es aber m.E. nach kein Grund für Prügeleien ist, bin ich nicht näher darauf eingegangen. Daran arbeiten wir natürlich..aber ja, sie hat bereits im Kindergarten gelernt, dass sie so nicht viele Freunde bekommen wird. Und auf der Schule hat es nicht geändert.

    Was sind das für Seminare? Ist das für mich und sie..oder sollte ich der Lehrerin vorschlagen, daran teilzunehmen?

Hallo,
mein Sohn ist kein Einzelkind aber ähnlich schwierig. Er weiß sofort, bei welchen Lehrern er sich so unmöglich benehmen kann.
Nachdem der Ärger zunahm und er nicht mehr zur Schule wollte, war ich zur Beratung. Habe mein Leid geklagt und war von der Reaktion total geschockt. Ich dachte, die schickt mich zur Erziehungsberatung oder so. Nein, sie ist der Meinung mein Sohn ist hochbegabt. Der Test fiel dann tatsächlich entsprechenden aus. Darauf wäre ich nie gekommen. Das Kind war hochgradig unterfordert.
Lg Nica

(22) 28.02.18 - 10:08

Liebe Herzkasperl,

indem, was du hier beschreibst erkenne ich sehr stark meinen Sohn wieder. Auch die Situation mit der Lehrerin war ähnlich, nicht genauso. Uns hat man zum Glück zum Elterngespräch angenommen, der Erfolg war allerdings eher ... naja... vergiss es! Wir saßen als Eltern einem anklagenden Tribunal aus 3 Lehrern gegenüber und sollten uns anhören, was unser Sproß so alles Unmögliches getan hätte... Wir waren unbedingt der Meinung, dass unser Kind da hätte dabei sein sollen, einfach um seine Version der Dinge zu kennen... "Nein, das sei unüblich und nicht nötig!" Zack abgegebügelt.
Letztlich besserte sich die Situation unseres Kindes gar nicht, eher wurde es schlimmer. Letztlich blieb uns nur die Schule zu wechseln. Wir haben damit bis zum Sommer gewartet. Das habe ich schon manchmal bereut. Mein Kind hätte viel früher aus der Situation genommen werden müssen. Aber man läuft ja nicht bei den kleinsten Schwierigkeiten gleich davon...
Dennoch! Warte nicht zu lange! Die von dir beschriebenen Dinge machen auch ganz viel mit deinem Kind!

  • (23) 28.02.18 - 10:13

    Ach und noch etwas...
    Wir haben unseren Sohn dann auch testen lassen. Für hochbegabt hats nicht gereicht, überdurchschnittlich intelligent aber schon...
    Man erzählte uns auch (in der Schule), dass in seiner Art sich auszudrücken, die anderen Kinder verunsichern würde... Sein Verbal-IQ liegt bei über 130... Aber das war alles kein Anlass ihn extra zu fördern oder was auch immer...
    Er hat sehr deutlich gemacht, wie doof er das alles findet... bis hin zum Komplettverweigern.
    Wir hatten wirklich ein schlimmes erstes Jahr...
    Handle! Warte nicht, es wird meistens nicht besser!

(24) 28.02.18 - 13:23

hi,
du beschreibst deine Tochter ja schon recht genau...hochgradig zickig, rechthaberisch, kann bis aufs Blut reizen.....
Da frage ich mich, warum man dann nicht mit den Konzequenzen leben kann?

Eine Lehrerin, die sich solch ein Verhalten nicht gefallen lässt - Pech für Dein Kind.
Mitschüler die sich wehren...Pech für Dein Kind.

Ich würde es ganz einfach handhaben....fahre mit Deiner Tochter zu den Kids und deren Eltern, die sie anscheinend verprügelt haben und stelle sie zur Rede. So hast du beide Seiten auf einmal und kannst dir besser ein Bild bilden.

Ich hatte selber mal zwei Eltern mit Kids vor mir vor der Haustür - super - die haben dann mitbekommen, warum sich mein Sohn gewehrt hat und welche Früchtchen sie zu Hause haben. Da hat sogar eine Mutter bei uns auf dem Sofa geheult, weil ihr Sohn sich ausser Haus unmöglich benimmt, andere Kinder verhaut, beschimpft und total assi drauf ist.

Lehrer bekommen nicht alles mit und werden sich sicherlich nicht einmischen, wenn sie nichts wissen und keinen beschuldigen können.

Viel Glück.
Wenn sich heraussteltt, das Dein Kind "Opfer" ist, dann schnell die Schule wechseln, da wird sie nicht glücklich.
Und die Schiene - sie langweilt sich im Unterricht - solltet ihr beim Lehrer nicht ansprechen, das sehen sie oftmals als dumme Ausrede für schlechtes Verhalten.


Lg
Lisa

(25) 28.02.18 - 15:49

Hallo,

unser Sohn (8, kein Einzelkind) war in der 2. Klasse massiv unterfordert, und hat die Lehrerin fürchterlich angezickt. Die hatte weder eine Idee, wie sie ihn ausreichend fordern konnte, noch konnte sie sich bei ihm durchsetzen. Außerdem hatte er immer das Gefühl, sie könne ihn nicht leiden.
(In der 1. Klasse lief es noch, weil die Klasse in Mathe eine anspruchsvolle Lehrerin hatte, die unser Sohn mochte. Aber die hat mit ihrem Tempo wiederum die halbe Klasse abgehängt. #schwitz)
Unser Sohn hat mir dann mitgeteilt, dass er die Schule kündigen will, weil er da eh nichts lernen würde. Das konnte ich ihm gerade noch ausreden. Außerdem wurde er allgemein immer unzufriedener und gereizter.

Wir waren dann bei einem Kinderpsychiater/-psychologen, der heraus gefunden hat, dass unser Sohn überdurchschnittlich intelligent ist und außerdem einen Lehrer braucht, der eine klare Linie fährt und sich durchsetzen kann.

Momentan ist unser Sohn seit 5 Wochen testweise in der 3. Klasse, und siehe da, er ist mit dem Stoff zufrieden. Außerdem ist er bei dieser Lehrerin ganz pflegeleicht. Die kann sich nämlich durchsetzen, und unser Sohn findet sie nett.

Die Sache mit dem Mobbing kennen wir von unseren Kindern in dem Umfang nicht. Unser Sohn ist eigentlich ein beliebtes Kind, aber Lehrer können so etwas durchaus unbewusst anheizen.
Bei unserem Sohn war es so, dass er bei Konflikten mit anderen Kindern für die Lehrerin der 2. Klasse automatisch angefangen hatte. Sie hat da gar nicht mehr nachgefragt. Folglich dachten ein paar Rabauken, dass ihnen nichts passiert, wenn sie auf unseren Sohn losgehen.
Zu ihrem Pech hat sich unser Sohn beim nächsten Vorfall auf dem Schulhof drei Kinder als Zeugen gegriffen und ist mit denen erst bei einer anderen Lehrerin aufgelaufen und dann bei der Klassenlehrerin. Da blieb der nichts anderes übrig als doch die Rabauken zu bestrafen... :-p

Anders herum hat die Lehrerin unserer Tochter bei Vorfällen immer alle beteiligten Kinder befragt und, je nachdem, auch zum Vorteil von Kindern entschieden, die sich häufig schlecht benommen haben. Sie sagte, dass auch die nicht automatisch immer schuld sind.
Ihr war der Klassenzusammenhalt sehr wichtig, und sie hat sehr darauf geachtet, dass keiner ausgeschlossen wurde. Die Klasse hatte einen so starken Zusammenhalt, dass da Möchtegern-Mobber gnadenlos an einer Mauer von Kindern abgeblitzt sind.
Das gleiche macht jetzt die Klassenlehrerin, die unsere Tochter auf dem Gymnasium hat.
Nach allem, was ich mitbekommen habe, ist die Lehrerin der 3. Klasse, wo unser Sohn gerade ist, ähnlich eingestellt.

Ich würde an Eurer Stelle Eure Tochter testen lassen (Tests bei Psychiater werden von Schulen anerkannt, die von Psychologen nicht unbedingt), und entweder versuchen, sie eine Klasse höher springen zu lassen oder, wenn sie nicht fit genug dafür ist, mich nach einer anderen Klasse/Schule umsehen. Dann möglichst nach einer, wo auch flottere Kinder gefördert werden.

Man muss übrigens nicht hochbegabt sein, um sich in der Grundschule zu langweilen. Da reicht es, wenn man fitter ist, als der Durchschnitt. In der Grundschule sitzen die Kinder, die später mit Ach und Krach die Hauptschule schaffen, neben dem 1er Abiturienten, und bei allen sollen die Grundlagen sitzen. Das heißt, das Niveau ist eher niedrig. Es gibt flotte Kinder, die einfach damit leben, dass sie auf die anderen warten müssen und sich freuen, dass sie alles gut können, und es gibt welche, die auf die Barrikaden gehen.

Ich denke, bei dieser Lehrerin bekommt Deine Tochter keinen Fuß mehr auf den Boden. Du hast ja auch schon gesehen, dass es bei der Vertretung besser lief.

Parallel muss Eure Tochter aber auch an sich arbeiten. Man kann sich nunmal nicht wie die Axt im Wald benehmen und erwarten, dass die anderen die Bäume spielen...
Aber auch da kann Euch ein Kinderpsychologe Tips geben.

LG

Heike

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