Vorgehen im Unterricht

    • (1) 16.03.18 - 11:20

      Hallo,

      wie einige von euch ja wissen, ärgere ich mich in letzter Zeit etwas über die Lehrerin meines Sohnes.

      Nachdem sie ja seine mündliche Mitarbeit bemängelt hatte, haben wir uns im letzten Elterngespräch auf eine regelmäßige Rückmeldung ihrerseits geeinigt, damit wir auch zu Hause dies mit unserem Sohn besprechen können. Logischerweise ist das in den letzten zwei Monaten hier nun häufiger Thema...

      Ich habe jetzt letzten Freitag von der Lehrerin ein abgerissenes Monatskalenderblatt für den Februar bekommen, mit kleinen Symbolen, an welchen Tagen mein Sohn wie oft zum Unterricht beigetragen hat. Unterteilt durch zwei unterschiedliche Symbole in "einfache Antworten" (z.B. Lösung einer Kopfrechenaufgabe) und "Wortbeiträge", bei denen z.B. etwas erklärt oder begründet werden muss. Die Einträge sind natürlich in der Tat recht spärlich. (so hat sie es mir ja auch vorher schon mitgeteilt...)

      Mein Sohn sagt mir aber, dass er und auch andere Kinder sich häufiger melden, aber halt kaum mal dran genommen werden, während vier von meinem Sohn benannte andere Kinder dauernd aufgerufen werden.

      Meine Nachbarin, deren Tochter lt. meinem Sohn auch kaum dran kommt, hat ihre Tochter (auf meinen Wunsch hin) diesbezüglich gefragt, und sie hat daraufhin geantwortet "Ja, das war doch schon immer so, weil w,x,y und z sind ja auch ihre Lieblingskinder."
      (Mädchen haben da ja echt viel mehr Durchblick... dass seine Lehrerin "Lieblingskinder" haben könnte, da wäre mein Sohn im Leben nicht drauf gekommen :-p)

      Als ich meinen Sohn darauf ansprach, dass seine "ausführlichen Wortbeiträge" im Vergleich zu den einfachen Antworten sehr rar gesät sind, teilte er mir mit, dass er keine Lust habe, Dinge vor der ganzen Klasse zu erklären, weil es den Kindern erlaubt ist, wenn sie der Meinung sind, das ein Kind gerade eine falsche Antwort gibt, das Wort "Falsch" reinzurufen, und dürfen dann mit der eigenen, vermeintlich richtigen Antwort dazwischengrätschen. #schock (auch das hat die Tochter meiner Nachbarin bestätigt)

      Was sind denn das für seltsame Regeln? Sind das normale Unterrichtsgebaren?

      Haben eure Kinder sowas auch schon mal berichtet?

      Ich könnte schon wieder aus der Haut fahren, aber natürlich bin ich im Bezug auf die Lehrerin etwas angespitzt, deshalb würde ich gerne mal wissen, ob das vielleicht normal ist. #gruebel


      LG Svenja

      • Hallo
        Über das Thema Mitarbeit will ich mich nicht mehr ärgern. Bei meinen Kindern war alles dabei und meiner Meinung nach ist es oft einfach Willkür. Lehrer die reinrufen toll finden und das auch positiv aufnehmen, Lehrer die für eine drangenommen Meldung einen Strich vergeben ( x Striche = Note x), völlig egal ob es dann heißt „Ups, vergessen“, ob eine durchdachte Antwort kommt oder irgendein Mist gesagt wird, einfach um etwas gesagt zu haben,...
        Mein schüchternes und ruhiges Kind war bei manchen Lehrern generell unten durch und einfach mit einer schlechten Mitarbeitsnote dabei, andere redeten mit ihr, nahmen sie gezielt dran und sagten ihr klar sie wissen was sie kann und es wäre schön, würde sie sich auch mehr von alleine trauen etwas zu sagen.
        Die Sache mit dem „falsch“ rufen, hätte bei ihr wohl auch dazu beigetragen dass sie sich definitiv nicht selbst meldet. Die Lehrer die ähnlich handelten, fanden sowas aber auch toll und waren eben der Meinung so ist das wahre Leben. Gut, von guter und angemessener Kommunikation usw. habe ich persönlich andere Vorstellungen.

        LG

        (3) 16.03.18 - 12:10

        Huch, würde ich als Lehrerin allen Eltern Aufzeichnungen über die Beteiligung im Unterricht in schriftlicher Form und dann auch noch möglichst differenziert mitteilen müssen, käme ich vom Schreibtisch nicht mehr weg.
        Ich verstehe den Wunsch der Eltern nach absoluter Transparenz, was die Leistungsbewertung angeht und ich sag dir als Lehrerin ganz ehrlich: Die gibt es nicht.
        Ich mache mir in der Regel nach jeder Stunde Aufzeichnungen (allerdings nur +/-/0), aber 100 Prozent valide sind diese Bewertungen sicherlich nicht. Stell dir das doch einfach mal vor: Du stehst vor +/- 25 Kindern, in der Regel stellst du zig Fragen und auf diese zig Fragen melden sich immer viele. Selbst wenn du dich anstrengst, dir zu merken, wie oft sich jetzt ein einzelner Schüler gemeldet hat und was genau er gesagt hat: das schaffst du nicht. Und wer dir was anderes erzählt, lügt.
        Und ich gebe offen und ehrlich zu: Nach einer Weile hat man ein Bild von seinen Schülern und sie stecken in Schubladen (weswegen ich immer allen bekannten Kindern rate, in den ersten Wochen mündlich Vollgas zu geben). Meistens passen die sogar. Manchmal aber eben auch nicht.

        Dann mache ich folgendes: Ich vereinbare mit den Schülern, die sich zu schlecht bewertet fühlen, dass sie selbst eine Liste führen, wie oft sie sich in einer Stunde gemeldet haben und kurz zu notieren, was sie gesagt haben. Mit dieser Liste kommen sie am Ende der Stunde zu mir und wir machen einen kurzen Abgleich. So treten Diskrepanzen in der Wahrnehmung der Beteiligung schnell zu Tage und ich bin da gerne bereit, meine Sicht der Dinge zu hinterfragen. Vielleicht kann dein Sohn seiner Lehrerin das vorschlagen?

        Im Übrigen würde ich versuchen, mit der Lehrerin zu besprechen, wie man die "Mündliche Mitarbeit" noch verbessern kann. Die setzt sich ja nicht nur aus Wortbeiträgen zusammen: Die Mappe oder Hausaufgaben können jederzeit eingereicht werden, man kann vielleicht anbieten ein Kurzreferat zu halten. Dann hast du härtere Kriterien, deren Bewertung sich leichter nachvollziehen lässt.

        Dass dein Sohn verunsichert durch das Reinrufen ist, kann ich nachvollziehen. Das würde ich schlicht und ergreifen ansprechen. Da lässt sich doch sicher eine Lösung finden.

        Allgemein würde ich mir wünschen, dass Eltern Lehrern nicht mit einer Haltung von Feindseligkeit gegenübertreten, die ich bei dir zwischen den Zeilen zu spüren glaube, sondern erst einmal davon ausgehen, dass wir es schon gut mit den Kindern meinen und unser bestes geben. Sicher kann man ja nicht jeder Person gut, sicher gibt es unter uns auch sehr kauzige Wesen. Generell fährt man aber wie in allen Bereichen des Lebens, denke ich, besser mit Deeskalation....

        • Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.


          "Ich verstehe den Wunsch der Eltern nach absoluter Transparenz, was die Leistungsbewertung angeht und ich sag dir als Lehrerin ganz ehrlich: Die gibt es nicht."

          Wie können dann aber die "nicht so transparenten" Teilbereiche wie die mündliche Beteiligung die sehr transparenten wie Klassenarbeiten, Heftführung, Hausaufgaben etc. überwiegen?

          Diese Tranzparenz haben wir ja auch nur deshalb verlangt, eben weil die Lehrerin im Elterngespräch so sehr beteuert hat, dass sie die sonstige Mitarbeit trotz guter schriftlicher Leistungen, sauberer Heftführung und vollständiger, ordentlicher Hausaufgaben so schlecht bewerten MÜSSE, dass die Note dadurch herabgesetzt wurde. Und in dieser Schublade steckte mein Sohn ja letztes Jahr noch nicht, wie ist er dann da rein geraten?

          Deshalb wollten wir da mal einen Einblick haben.
          Das haben wir sonst bisher in dieser Ausführlichkeit noch nie von einem Lehrer verlangt.


          "Du stehst vor +/- 25 Kindern, in der Regel stellst du zig Fragen und auf diese zig Fragen melden sich immer viele. Selbst wenn du dich anstrengst, dir zu merken, wie oft sich jetzt ein einzelner Schüler gemeldet hat und was genau er gesagt hat: das schaffst du nicht. Und wer dir was anderes erzählt, lügt."

          Genau das glaube ich auch und ich kann auch nachvollziehen, dass es so ist. Aber dann sollte es auch einen entsprechenden Stellenwert in der Gesamtbewertung haben.


          "Dass dein Sohn verunsichert durch das Reinrufen ist, kann ich nachvollziehen. Das würde ich schlicht und ergreifen ansprechen. Da lässt sich doch sicher eine Lösung finden."

          Das habe ich bereits am Montag getan und umsetzbare Vorschläge für eine Lösung erfragt. Hier steht die Antwort noch aus.


          "Allgemein würde ich mir wünschen, dass Eltern Lehrern nicht mit einer Haltung von Feindseligkeit gegenübertreten, die ich bei dir zwischen den Zeilen zu spüren glaube, sondern erst einmal davon ausgehen, dass wir es schon gut mit den Kindern meinen und unser bestes geben."

          Da hast Du richtig zwischen den Zeilen gelesen. Ich habe ja auch in meinem Beitrag geschrieben, dass die Situation bereits angespannt ist. D.h. aber nicht, dass ich generell jedem Lehrer misstrauisch gegenüber stehe. Im Gegenteil ist das hier unsere erste "schlechte Erfahrung". Auch Lehrer meiner Tochter sind ja nicht immer nur voll des Lobes und haben mal Kritik geübt, die aber war konstruktiv und hatte auch immer "Hand und Fuß".

      (5) 16.03.18 - 12:11

      Ich finde dieses "Falsch" rufen auch ziemlich dämlich.

      Aber, ihr habt doch die 4. Klasse fast geschafft, die letzten Wochen gehen auch noch vorbei, der Übertritt ist auch geregelt.
      Lohnt es sich denn jetzt wirklich noch, sich über dies und jenes aufzuregen. Die Lehrerin mag eine doofe Nuss sein, aber die Kinder kennen sie und ihren Unterricht doch nicht erst seit gestern, sie werden die letzen Wochen auch noch schaffen.

      Ich würde mein Kind weiter anhalten fleißig mitzuarbeiten, damit keine zu großen Lücken für die weiterführende Schule entstehen.

      Bei meiner Tochter wurde mir auch schon seit der 1.Klasse (jetzt 7.Klasse) hier und da gesagt, dass sie sich zu wenig meldet.
      Da sie eine sehr gute Schülerin ist und beim mündlichen Abfragen meist eine 1-2 erlangt, konnten wir bis jetzt keine notenliche Nachteile , durch wenigen melden erkennen.
      Inzwischen meldet sie sich mehr, , da sie inzw. ihre Schüchternheit um einiges abgelegt hat, aber sie sagt auch, dass bei gewissen Lehrer , gewisse Schüler stets dran kommen.....dazu zählt jetzt eigentlich auch.....
      Aber ein guter Lehrer geht nicht danach, wie oft sie dran kommen, sondern hat es im Blick, wer sich regelmäßig in der Klasse meldet und auch was dazu beitragen zu hätte..

    • jaja....das sagte mir mein Kind auch dauernd:

      Mein Sohn sagt mir aber, dass er und auch andere Kinder sich häufiger melden, aber halt kaum mal dran genommen werden, während vier von meinem Sohn benannte andere Kinder dauernd aufgerufen werden.

      und es entsprach nicht der Wahrheit....

      mein Kind ist Mundfaul...meldet sich auch nie...ich würde eher der Lehrerin glauben, als meinen Kind...

      Geht es um einen Grundschüler?
      Ich aus meiner persönlichen Lehrersicht das Gehampel in die mündliche Mitarbeit total furchtbar. Ziel ist es doch, dass die Kinder so viel wie möglich lernen. Ob sie ihr Können/ Wissen dann der Klasse kundtun, ist doch völlig unerheblich. Für mich ist der mündliche Unterricht dazu da, zu merken ob noch viele Fragen zum Thema zu klären sind und um Kindern die Möglichleit zu geben, ihr Wissen zu teilen, wenn sie wollen. Im Idealfall lernen dabei andere etwas, was sie durch meine Erklärungen noch nicht verstanden haben. Zur mündlichen (unterrichtlichen) Mitarbeit gehören übrigens auch die Stillarbeitsphasen mit Arbeitsblatt. Solange ich da sehe, dass das Kind weiß was zu tun ist, reicht das völlig.
      Bei euch scheint das anders zu sein aber als Mutter würde ich es einfach hinnehmen, dass sein Sohn so ist wie er ist. Ob die Lehrerin nun Lieblingsschüler hat, weiß niemand (sie wahrscheinlich auch nicht ;-)). Da würde ich vermitteln, dass er immer sein Bestes geben soll und dann ist es wie es ist.
      Alles Gute!

      • (9) 17.03.18 - 08:28

        Ich finde dich toll und hätte mir so eine Lehrerin gewünscht.

        • Danke! Aber auch mit mir kommen nicht alle zurecht. Es gab schon eine Mutter, die sagte zu mir: "Ich kämpfe gegen Sie!" Wenn ich ihr Kind gelobt habe, rief sie an: Ich solle solche Sprüche lassen, ihr Kind sei immer gut. Wenn ich etwas kritisiert habe, war es natürlich auch daneben. DasProblem war, dass ich mich mit ihrem einzigen "Schatz" einfach gut verstanden habe und er mich mochte. Sie war extrem eifersüchtig. Da muss man auch erstmal drauf kommen.#schock
          Und eine andere Familie findet, ich müsse ihren Sohn härter ran nehmen. Zu Hause würden sie alles wieder wegradieren, was ihnen zu unordentlich ist (1. Klässler). Der Junge zuckt zusammen, wenn ich ihn nur anspreche, kann aber keine Minute still sitzen (ausßer zu Hause das gesamte Wochenende vor der Konsole). Da habe ich mit ihm ganz andere Baustellen und bin froh, wenn er im Unterricht überhaupt ein Wort schreibt.#schwitz Auch süßer Kerl übrigens mit toller Auffassungsgabe. :-)
          Ich kann immer nur das Beste für die Kids versuchen und die Eltern versuchen mit ins Boot zu holen. Die sind schließlich die Experten für ihre Kinder.
          #winke

      So wie Du es hier beschreibst, hat es die Grundschullehrerin meiner Tochter auch gehandhabt. Meine Tochter war wirklich still im Unterricht, das hab ich bei jedem Elternsprechtag zu hören bekommen. Trotzdem hat sie den Stoff drauf gehabt und das hat die Lehrerin eben auch honoriert.

      Mein Sohn hat übrigens subjektiv auch kein "Problem" mit der Lehrerin und wir möchten auch, dass das so bleibt und halten mit unserer Meinung in seiner Gegenwart hinterm Berg.

      Dass seine Mitarbeit jetzt im Fokus steht, haben wir für ihn auch gar nicht mit der Notengebung in Zusammenhang gebracht.

      Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass ich mich mittlerweile über Dinge aufrege, die ich früher mit einem Kopfschütteln abgetan hätte. Das stört mich selbst, aber es lässt sich nicht vermeiden.

      Auch meinem Mann geht es mittlerweile so, z.B. sollten die Kinder diese Woche nochmal Kopiergeld mitbringen, dies soll immer in einem mit Kindesnamen versehenen Umschlag abgegeben werden. Mein Sohn brachte den entleerten Umschlag wieder mit nach Hause. Auf meine Frage, ob die Lehrerin keine Umschläge mehr möchte, sagte er: "Nee, sie hat nur meinen ausgeleert und zurückgegeben. Von den anderen Kindern hat sie das Geld mit Umschlag eingesteckt." Während ich "nur" misstrauisch war, unterstellt mein Mann schon, dass sie demnächst ankommt und nochmal Geld einfordert. Er hat den Umschlag schon als "Beweismittel" archiviert. #rofl

      Aber so ein Blödsinn resultiert ja auch nur aus der Summe der Vorfälle...

(12) 16.03.18 - 14:47

wir hatten einige Klo-Kinder in der Grundschulklasse.

Diese heftige Melden mit dem gedrückten "mh mh mh mh" , vorbeugende Mädchenhaltung ..,,das hat der Lehrerin so genervt, das die Klokinder bevorzugt ran genommen worden sind.

Da konnten sich andere melden wie sie wollten. Kinder die eher längere (aber richtige ) Antworten gegeben haben, wirden selten bis gar nicht ran genommen.
Besonders in der Grundschule gibt es Lieblingskinder bei den Lehrern, besonders Mädchen oder Kinder der Elternbeiräte.
Man kann es sich auch erkaufen mit Sponsoring in der Schule..... oder die backende Mütterfraktion, die ständig um den Lehrer herumschwänzeln und allem alles Recht machen wollen.

lg
lisa

P.S. nicht jeder Lehrer hat ein Händchen zum Unterrichten oder mit Kindern umzugehen.
Ist halt auch nur ein Job.

  • (13) 16.03.18 - 15:03

    Hallo,

    sorry, ich steh auf dem Schlauch!

    Was sind Klo-Kinder?

    VG

    • (14) 16.03.18 - 15:10

      hab ich doch beschrieben....Mädchen, die sich vorgebeugt heftig melden und ständig "mh mh mh" rufen...als ob sie auf dem Klo sitzen und drücken....
      ist übrigens bei uns ein gängiger Begriff in der Grundschule gewesen.

      • (15) 16.03.18 - 15:16

        Ah! Jetzt hab ich es verstanden. Kenne den Begriff nicht, gehe aber gebildeter ins Wochenende.

        Grundsätzlich kommen professionelle Lehrkräfte mit einem solchen Verhalten klar und können gut gute von Blender Antworten trennen.

        VG

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