Verletzung aus dem Sportunterricht

    • (1) 06.04.18 - 21:25

      Hallo,

      Ich bin auf der Suche nach Informationen, wichtigen Dingen, ggf.Fristen, To do's der Schule und unsererseits.

      Es geht um Folgendes:

      Mein Kind hatte Ende Januar einen Sportunfall im Schulunterricht. Er ist dabei schwer auf sein Knie gestützt. Als Sofortmaßnahme wurde mit Eis gekühlt und das Kind vom Rest der Stunde befreit.

      Das Knie war natürlich dick und wir haben es die nächsten Tage geschont und keinen Sport gemacht. Beim Arzt waren wir nicht. Bis jetzt hat das Kind immer mal wieder latent über Schmerzen geklagt, aber nie so, dass ich einen Arztbesuch in Erwägung gezogen hätte. Nun waren wir in den Osterferien mit dem Fahrad unterwegs und bereits nach dem ersten Tag wurden die Schmerzen im Knie wesentlich stärker. Wir haben darauf hin unseren Urlaub abgebrochen und waren daheim bei einem sehr guten Pysiotherapeuten, um mal über das Knie schauen zu lassen. Seine Einschätzung war sehr sehr ernüchternd.

      Er meinte, wir sollen es auch jetzt noch als Schulunfall melden und zu einem Durchgangsarzt gehen. Termin habe ich bereits ausgemacht.

      Wie ist nun das weitere Vorgehen? Was muss ich tun? Was muss die Schule tun?

      Wer hat schon mal einen Schulunfall "abgewickelt"?

      Über Hinweise bin ich sehr dankbar.

      • Wir hatten das schon mindestens 2x.
        Du musst nichts weiter tun, dort wird aber nach Tag und Uhrzeit der Verletzung gefragt.
        Just for info.

        Du must erstmal in der Schule anfragen, ob die Verletzung nach drei Monaten, ohne jeglichen Arztbesuch, noch als Schulunfall anerkannt wird, da nach dem Unfall nicht mal datiert eine Diagnose beim Arzt vorliegt.
        Im Enddefekt, kann die Schule bzw. deren Unfallversicherung nicht nachvollziehen, ob die Verletzung vom Januar stammt, da kein Arztbesuch , zwecks Probleme , damals statt fand.

        • Hallo,
          diese Entscheidung trifft nicht die Schule, sondern der Unvallversicherungsträger.
          Selbst bei einem sofort gemeldeten und ärztlich abgeklärtem Unfall kann es sein, dass die Unfallversicherung nicht zuständig ist, weil z. B. ein bisher unbekannter Schaden im Knie bestand, der jetzt durch die Prellung des Knies erst auffällig wird, sich aber weit vor dem Unfall bereits entwickelt hat.

          Also Schaden beim Arzt als Schulunfall melden, der Schule Bescheid geben, dass man den Unfall vom xy nun doch noch ärztlich abklären lässt und dann abwarten.

      (5) 07.04.18 - 07:42

      Hallo,
      Ich bin auch nicht sicher, ob das so viele Wochen später noch als Schulunfall anerkannt wird...
      Einen Dienstunffall muss man jedenfalls zeitnah melden, dass er als solcher gilt.
      Es kann also durchaus möglich sein, dass der GUV dafür nicht mehr aufkommt.

      LG
      Delfinchen

      • (7) 08.04.18 - 08:42

        Hallo,
        das stimmt so nicht. Ich kann den Unfall auch erst später melden, selbst nach Jahren prüft der Unfallversicherungsträger noch.
        Aber natürlich ist es sinnvoller, sich zeitnah drum zu kümmern, um keine Ansprüche zu verschenken.

    Hi,
    wenn eine Verletzung behandelt werden muss (Kühlung) und zur Folge hat, dass das Kind nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann, müsste das eigentlich im Klassenbuch festgehalten werden, ist dokumentiert und somit kann das Datum rückverfolgt werden.
    Inwieweit das dann nach so langer Zeit noch mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden kann, weiß ich nicht.
    Ich würde im Sekretariat der Schule anrufen, denn Fall schildern und dann wird sicherlich ein Unfallmeldebogen erstellt, der von der Sportlehrkraft ausgefüllt wird, dieser wird dann an die Versicherung weitergeleitet. Was die Versicherung daraus macht, werdet ihr ja dann sehen.
    Gute Besserung!

    Vlg tina

    • Vielen Dank. Das Datum wissen wir noch , das ist kein Problem. Ich werde trotzdem nach den Ferien in der Schule anrufen.

      Befürchte uns fällt auf die Füße, dass wir nicht schon beim Arzt waren.

      • (10) 07.04.18 - 20:42

        Was sagt denn der Arzt bei dem ihr neulich ward, was es sein könnte/ist? Ich mein,weiler empfiehlt es noch so viel später als Schulunfall zu melden.

(11) 07.04.18 - 08:48

Hallo,

mein Sohn ist Spezialist in Sachen Schulunfall. Uns legt die Schule immer nahe sofort und zeitnah alles beim Arzt abklären zu lassen. Auch wenn es nach nichts aussieht und man selbst denkt, dass es nur eine leichte Prellung ist. Und zwar aus dem Grund, weil es Monate später nicht mehr als BG-Fall geltend gemacht werden kann. Ich würde an deiner Stelle zum Arzt gehen. Der schreibt einen Unfallbericht mit Datum und Uhrzeit und wie es dazu kam. Dieser Unfallbericht wird an die Schule und die BG weitergeleitet. In euerm Fall müsst ihr dann sehen ob es noch gilt. Wenn nicht greift dann eure normale Krankenversicherung oder private Unfallversicherung. Die private Unfallversicherung kann aber streiken bei Kostenübernahme weil es ein Schulunfall war und sie dafür eigentlich nicht zuständig ist. Relevant ist dies bei Folgeschäden. Gerade im Knie wäre ich vorsichtig. Ich bin schon 6x am Knie operiert worden, durch einen Schulunfall. Es war ein Bänderriss und meine Eltern taten es auch als banale Prellung ab. Fazit war, dass mein Knie instabil wurde und ich somit mehrere Folgeverletzungen hatte. Letztendlich habe ich, 10 Jahre später, ein künstliches Kreuzband bekommen. Ihr müsst jetzt nun mal schauen welche Versicherung greift. Bei mir hat es die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckelt. Aber auch nur, weil der Schulunfall nie zur Sprache kam.
Bei nächsten Mal sofort zum Arzt und attestieren lassen.

LG
Michaela

  • (12) 07.04.18 - 09:16

    Ja, eines habe ich aus den Antworten schon gelernt,- gleich zum Arzt, auch wenn es nach nichts aussieht.

    Nach deiner Antwort -heißt es jetzt eher rauszubekommen, ob es noch als Schulunfall bzw. BG behandelt wird, nicht dass dann die Private auch nicht mehr zählt?

    • (13) 07.04.18 - 12:19

      Die private Unfallversicherung kann sich weigern zu zahlen. Du musst ja auch dort einen Unfallbericht abgeben. Und wenn du dann als Unfallort die Schule angibst, sagt die private Versicherung, dass sie nicht zuständig ist. Ist ja auch logisch. Du darfst die private Unfallversicherung aber nicht mit deiner gesetzlichen Krankenversicherung verwechseln. Falls es die BG nicht mehr zahlt, würde die normale Krankenversicherung die Kosten der Behandlung übernehmen. Private Unfallversicherung oder BG sind halt bei Folgeschäden oder Folgebehandlungen besser.

      (14) 07.04.18 - 20:48

      Wenn man bei einem "normalen" Arzt einen solchen Unfall meldet, will die eigene Krankenkasse doch immer wissen, WO es passiert ist. d.h. höchstwahrscheinlich wird euere Krankenkasse sowieso eine Bericht ja´haben.

Hast du wegen den Unfalls schon mit der Schule rücksprache gehalten?

Ist dort der Hergang dokumentiert?

Schulunfälle müssen unverzüglich gemeldet werden, egal wie gering teilweise der Unfall war.

Man muß nicht immer gleich zum Arzt rennen, aber die Schule muß es in den Akten haben....

Hier in Berlin gibts da gar nichts abzuwickeln. Du musst nur zu einem Unfallarzt gehen und dort vor der Behandlung ansagen, dass es sich um einen Schulunfall handelt, wann und wie der Unfall passiert ist.

Einen Unfallbericht sollte die Schule geschrieben haben, das müssen sie notfalls nachholen.

Nach meiner Erfahrung ist es immer von Vorteil, wenn man sich Verletzungen in der Schule/im Hort/in der Kita oder bei der Arbeit zufügt. Ich hab das Gefühl, man wird bevorzugter behandelt. Irgendjemand hat mir mal erzählt, die Kasse würde besser (oder mehr Sachen?) zahlen als die normale Krankenkasse. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen.

Meine Kleine hat jedenfalls nach einem Radiusbruch im Hort alle Möglichkeiten ausschöpfen können, incl. Ergotherapie zur Stärkung des Handgelenks. Das kenne ich von Privatbrüchen so nicht.

(18) 07.04.18 - 14:17

Hallo!

Ich meine, dass mit Schulunfällen genauso umgegangen werden muss wie mit Unfällen im Kindergarten.

Ich bin Erzieherin und muss jeden "Unfall", also auch Bagatellverletzungen, mit denen nicht zum Unfallarzt gegangen wird, im sogenannten Verbandbuch eintragen.
Der Grund dafür sind Fälle wie der deines Sohnes: Verletzungen, bei denen sich erst später herausstellt, dass sie doch schwerwiegender waren als zuerst angenommen. Aufgrund des Eintrags im Verbandbuch kann so eine Verletzung auch später noch dem GUV gemeldet werden.

Ich hoffe also, dass auch eure Schule so ein Buch führt......

LG und gute Besserung für den Sohn, Gabriele

  • (19) 07.04.18 - 20:02

    Vielen Dank für deine Antwort. Ich hoffe, es ist dokumentiert-sonst muss es eben nachgeholt werden.

    Generell, allen vielen Dank für die Hinweise.

    • (20) 10.04.18 - 08:41

      Es ist kein Problem das in der Schule dokumentieren zu lassen (auch im Nachhinein noch).
      Einfach einen Zweizeiler an die Klassenlehrerin, mit Bitte um Eintrag ins Unfallbuch und Angabe von Zeit und Ort. Und fertig.
      Wir haben im Nachgang noch einmal einen Anruf vom Sekretariat der Schule bekommen, wo nach Zeugen usw. gefragt wurde und das war es.

An unserer Schule muß dafür ein Unfallbericht ausgefüllt werden.
Am besten zusammen mit der Sekräterin - anrufen, fragen.

Überlegt schon mal wann der Unfall war, die Schule benötigt das Datum und die Uhrzeit.

(22) 07.04.18 - 21:48

Macht es Euch für die Zukunft als Grundsatz, IMMER bei einem Schulunfall zur Sicherheit zeitnah zu einem D-Arzt zu gehen! Es könnte immer Spätfolgen geben und dann seid ihr über die Unfallversicherung deutlich besser abgesichert als über die Krankenkasse!
Jetzt unbedingt zügig zum D-Arzt, der entscheidet dann, ob es noch über die Unfallversicherung laufen kann oder nicht. Also ob z.B. der Schaden eindeutig im Zusammenhang mit dem beschriebenen Unfall stehen kann. Montag gleich in der Schule anrufen und Unfallmeldebogen ausfüllen lassen. Letztendlich entscheidet die Unfallversicherung, ob sie die Kosten übernimmt, oder nicht.

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