Wie Frustrationstoleranz erhöhen ?

    • (1) 16.04.18 - 08:57

      Wir haben mit unserem Kleinen, 8 Jahre, 2.Klasse, schon fast immer das Problem, dass er nur ganz schwer Niederlagen verkraften kann. Er dreht auch oftmals durch, wenn er Kritik bekommt oder eine Schulaufgabe nicht auf Anhieb versteht.

      Erst letztens hatte ich ihn bei einer Matheaufgabe nur kurz darauf hingewiesen, dass er sich das Ergebnis noch einmal anschauen soll, sofort wird geweint, gewütet und ganz verzweifelt Gejammer, dass er das nicht versteht und nicht kann und, und, und. Er ist dann immer ganz außer sich und nur schwer zu beruhigen.

      Das Gleiche auch beim Sport. Wir spielen zur Zeit immer mal im Garten bisschen Handball mit seiner Zwillingsschwester und sobald er das Gefühl hat, er verliert, ist es aus. Er macht nicht mehr mit, alles ist uuungerecht und wieder wird gewütet.

      Leider macht er so etwas auch ab und zu in der Schule.

      Er möchte alles gut machen, hat eine perfektionistische Ader, aber etwas dafür tun, möchte er nicht. Sobald etwas etwas Anstrengung bedarf, macht er dicht und hat keine Lust mehr. Seine Schwester ist da komplett anders, die beißt sich durch und ist ehrgeizig ohne Ende, wobei auch sie mit Kritik nicht gut umgehen kann.

      Ich dachte immer, das gibt sich mit der Zeit, denn der große Bruder hatte mit 6-7 Jahren auch solche Anwandlungen, inzwischen ist davon aber nichts mehr zu spüren (er ist nun 11). Aber bei seinem Bruder bessert sich leider nichts.

      Ich rede schon immer, wenn er sich wieder beruhigt hat, mit ihm. Sage, dass diese Wüterei doch gar nichts bringt. Man darf sich natürlich ärgern, aber es soll nicht so ausarten. Habe ihm auch schon verschiedene Strategien vorgeschlagen, z.B. erstmal bis 10 zählen, an was Schönes denken etc., aber in solchen Momenten scheint er nicht klar denken zu können. Ich habe es mit positiver Motivation versucht, es gab auch schon Strafen, aber nichts hilft.

      Ich habe das auch schon beim Kinderarzt angesprochen, wollte Ergotherapie haben, aber nach einem Test dort, kam nur heraus, dass er sehr intelligent ist und ihm eine Ergotherapie nicht helfen wird.

      Kennt Ihr das von Euren Kindern ? Habt Ihr Tips, wie man das bessern kann ?

      • (2) 16.04.18 - 09:32

        Auffällig ist ja bei euch, dass er eine Zwillingsschwester hat, die scheinbvar viel ergeiziger und taffer ist. Gerade bei Zwillingen gibt es wahrscheinlich von der Umwelt einen bewußten oder unbewußten, permanenten Vergleich der beiden Geschwister.
        Vielleicht vergleicht er sich selbst auch permanent mit ihr und fühlt sich "übertrumpft" von ihr und hat insgesamt ein etwas mangelndes Selbstbewußtsein.
        Gehen die beiden in die selbe Klasse?
        Hat jeder von ihnen eigene Hobbys?
        Hat jeder von ihnen einen eigenen Freundeskreis?
        Ich würde versuchen (falls noch nicht geschehen), ihn ganz klar von seiner Schwester abzugrenzen und gezielt seine Stärken fördern, damit er sich bewußt wird, was er gut kann. Und: ihn immer wieder loben und bestärken in allem, was gut läuft und was er gut macht.

        • (3) 16.04.18 - 09:54

          Ich glaube, da triffst du den Nagel ziemlich auf den Kopf.

          Die Beiden vergleichen sich leider sehr oft. Seine Schwester ist andersrum auch schnell sauer, wenn er mal etwas besser konnte oder gelobt wird. Ist gar nicht einfach, da die Waage zu halten.

          Vor der Schule hatte ich eigentlich den Eindruck, dass jeder für sich ist. Sie hatten im Kindergarten jeder seine Freunde, teilweise auch die Gleichen, haben auch nicht so sehr zusammengehockt. Nach Rücksprache mit der Erzieherin, haben wir sie auch in eine Klasse eingeschult. Hätten wir das Gefühl gehabt, einer buttert den anderen unter oder sie können nur mit dem Anderen, hätten wir das sicher nicht gemacht. Sie haben dann auch 1,5 Jahre nebeneinander gesessen, wobei ich die Lehrerin schon gebeten habe, sie mal zu trennen.

          In dieser Zeit hat seine Schwester irgendwie das Zepter übernommen, ihm gesagt, welche Seite dran ist, ihn auf Fehler hingewiesen etc. Auf Dauer hat das keinem der Beiden gut getan. Er hat sich auf sie verlassen und immer mehr geträumt und sie war genervt, weil sie ihm immer helfen musst, obwohl er auf keinen Fall schlechter in der Schule ist.

          Leider sind die Beiden dadurch auch in der Schule kaum zu Kontakten zu anderen Kindern gekommen, sie hatten ja immer sich. Inzwischen haben sie anderen Banknachbarn und schon das hat sehr viel gebracht.

          Hobbies haben sie eigentlich zusammen, wobei seine Schwester noch in Bouldern geht, dafür hat er kein Interesse.

          Wie gesagt, Freundeskreis ist sehr eingeschränkt. Die Cousine mögen sie und 2-3 Kinder aus der Klasse, aber da ergibt sich auch nichts Tieferes. Gerade wenn mal jemand zum Spielen kommt, ist nun mal immer auch der Andere dabei.

          Loben und bestärken werden, das haben wir schon bemerkt, braucht er sehr, sein Ego ist scheinbar nicht wirklich gut ausgeprägt, auch wenn er nach Außen nicht gerade unsicher wirkt.

          Was mir auffällt, in letzter Zeit sagt er extrem oft, wie sehr er uns und seine Familie liebt, wie glücklich er ist, so tolle Eltern und Geschwister zu haben. Natürlich bekommt er diese Liebe zurück, wir kuscheln auch viel. Aber vielleicht sucht er auf diese Art seine Bestätigung, vielleicht fehlt ihm an anderer Stelle etwas ?

          • (4) 16.04.18 - 10:19

            Ohje! Gleiche Klasse, gleiche Hobbys, kein eigener Freundeskreis?
            Also ehrlich, das hört sich für mich sehr ungesund an.
            Wenn (Zwillings-)geschwister perfekt miteinander auskommen und ein Herz und eine Seele sind, dann kann man das ja gern so machen.
            Aber bei euch funktioniert das anscheinend nicht und ich finde, hier müßt ihr euch schleunigst was einfallen lassen. Ich würde an eurer Stelle wirklich versuchen, dass die beiden unabhängiger voneinander werden und nicht mehr so viel aufeinander hocken.
            Ich würde jedem ein eigenes Hobby suchen. Ich würde mich mit dem vater aufteilen und immer mal wieder 2 getrennte Unternehmungen machen (also jedes Elternteil unternimmt nur etwas mit je einem Kind und das nächste mal wird gewechselt.). Ich würde beide ermutigen, Spielverabredungen mit einem eigenen Freund zu machen. Nehmt euch einen Nachmittag pro Woche, wo Deine Tochter nachmittags zu einer Freundin zum spielen geht und Dein Sohn zu nem Kumpel. An einem anderen Tag der Woche läd jeder seinen Freund nach Hause ein. Dann würde ich dafür sorgen, dass die Mädels was für sich machen können und die Jungs ebenso.
            usw.
            Ich würde wirklich versuchen, beide darin zu stärken, dass sie als Individuum wahrgenommen werden. Euch als Familie bleiben ja immer noch genug Möglichkeiten, etwas zu viert zu machen.

            • (5) 16.04.18 - 10:43

              Also generell verstehen sich die Beiden super. Natürlich gibt es mal Streit, aber ich finde, der hält sich echt im Rahmen.

              Hobby ist so ´ne Sache. Wenn es nach ihm ginge, würde er wahrscheinlich eher den ganzen Tag in seinem Zimmer Lego spielen, lesen und CD hören. Für sie wiederum kann es nicht genug Action geben. Von daher bin ich schon froh, dass er überhaupt mal aus dem Haus kommt.

              Aber ich könnte ihn mal fragen, was ihm gefallen würde. Leider wird das dann organisatorisch sicher nicht einfacher, denn durch die Schichten meines Mannes bin ich oft alleine mit den Kindern und muss auch aller 14 Tage am Wochenende arbeiten.

              Beim Handball wird es wahrscheinlich aber eh so sein, dass sie nach den Sommerferien in getrennte Trainingsgruppen aufgeteilt werden und somit nicht mehr zusammen Training und Spiele haben. Das Gejammer seinerseits ist natürlich jetzt schon groß, aber das war es auch, bevor sie nicht mehr nebeneinander sitzen durften. Inzwischen findet er es gar nicht mehr schlecht und ich es ihm natürlich gleich vor Augen gehalten, dass Veränderungen gar nicht so schlimm sind.

              Freunde hat er leider so gar keine, also schwer mit Einladungen. Wir hatten auch mal Spielbesuch da, ging von der Schwester aus, aber bis jetzt kam leider auch nichts zurück, dass mal einer der Beiden eingeladen wurde. Aber da werde ich mal noch mehr forcieren, dass sie offener werden.

              Danke für deine vielen Tips :-).

              • (6) 16.04.18 - 10:56

                naja bei uns hat geholfen, das ich angekündigt habe unter diesen Umständen zum Beispiel nichts mehr zu machen wo es Sieger und Verlierer gibt, wie Spiele.

                wenn sich jemand ärgert,also ausflippt wird er aufs Zimmer geschickt, dann legt sich das schnell danach wird in Ruhe geredet über die Situation, als wir zuviel darauf eingingen zog sich das wurde nur schlimmer.

                Meine älteste Tochter und mein ältester Sohn haben auch so ein konkurenzkampf manchmal, da sag ich klar das beide toll sind aber es nicht toll ist wenn es stress gibt, wegen konkurenzkampf, dann zieht die kollerktivstrafe sehr gut wie gemeinschaftliches aufräumen, putzen usw, danach gehts wieder ruhiger zu zumindest für ne Weile.

                Also bei den beiden hilft es tatsächlich keinen zu bevorzugen, also auch nicht auf theater eingehen.

                Wenn selbstzweifel kommen, dann erinnere ich die Kinder daran was sie früher so nicht konnten und jetzt perfekt können, und das es auch nicht von allein ging.

                zu Freunden mach dir nicht soviele Gedanken ich habe zwar keine zwillinge aber mehrere Kinder mit kleinen Abstand, die verabreden sich nur wenn ein anderes Kind das möchte und dann am besten zu hause , sie haben auch sich gegenseitig und teilen ähnliche außerschulische Aktivitäten, Freunde natürlich auch, aber die sind eher auf Schule und Sport bezogen.

                • (7) 16.04.18 - 11:06

                  Vielen Dank für Deine Antwort.

                  Es ist ja generell etwas besser geworden, mit der Verlieren können. Früher hatte er ja generell kaum Gesellschaftsspiele gespielt, aus Angst, verlieren zu müssen. Es ist zwar immer noch tagesformabhängig, wie er es aushält, aber es geht schon besser ;-).

                  Das mit dem darauf hinweisen, dass niemand alles gleich perfekt kann, dass Schule dazu da ist, auch mal etwas nicht gleich zu wissen und dass sie inzwischen jetzt schon so viel können, was sie erst lernen mussten, dass ist bei uns auch ständig Thema, nur hilft das leider in solchen Frustmomenten nicht. Das kommt dann in der ruhigen Minute auf den Tisch und ich hoffe, dass es nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein", sich im Kopf verankert ;-).

                  Das mit den Freunden: ich fände es schon wichtig, zumal er ja oft sagt "ihn mag keiner" und sie sehr viel Wert auf Freunde legt und immer sehr sensibel reagiert, wenn mal jemand nicht mit ihr spielen will. Aber da sind wir schon dran und ich werde es noch mehr forcieren.
                  Der Große war in dem Alter aber auch eher für sich, hat nun, in der 5.Klasse, einen richtig dicken Kumpel und versteht sich mit den meisten in der Klasse sehr gut. Er ist richtig selbstsicher geworden, was mich sehr freut, denn früher war er auch eher Einzelgänger, Typ verträumter und zerstreuter Professor ;-).

      (8) 16.04.18 - 10:52

      Da treffen wir uns wieder. Unsere Kinder scheinen ja immer mal irgendwie recht ähnlich getaktet zu sein.

      Unser Exemplar, ist auch nur mit einer sehr geringen Frustrationsgrenze ausgestattet... Ich glaube, für die Kinder selber ist das erst mal gar nicht so schlimm. Es wird schlimm gemacht von der Umgebung.... so benimmt man sich doch nicht... so muss man sich doch nicht aufführen... etc.

      Natürlich muss man das nicht, aber wenn die nun mal so emotional sind, dass sie immer gleich hoch gehen wie ne Sprudelflasche... Was soll man machen? Wir versuchen ihn in Ruhe zu lassen, auch zu zu lassen, dass er sich aus dem Geschehen raus nimmt, sprich weggeht. Aber das Problem ändert sich ja nicht deshalb, ich weiß.

      Wir spielen jetzt vermehrt Gesellschaftsspiele mit ihm... lassen ihn auch durchaus verlieren, also (spielen nicht absichtlich so, dass er gewinnt) und erwähnen dann sehr lobend, wenn er ein guter Verlierer war. Aus der Mensch-Ärger-Dich-Nicht - Runde, die er zu verlieren glaubt entlassen wir ihn natürlich nicht vorher. Und was wie ein Verlieren aussah war am Ende doch ein Sieg... auch das ist erfahrbar.

      Ansonsten kann ich leider auch nicht mit Ratschlägen dienen. Wir sind auch oft an der Grenze des erträglichen mit ihm und haben es gerade im Allgemeinen mit einen sehr aufmüpfigen Kind zu tun, was auch noch immer das letzte Wort haben muss. Es hilft wohl nur wegatmen...

      Gruß
      Skuld

      • (9) 16.04.18 - 11:10

        Wo wohnt ihr ? Wir sollten unsere Kinder mal zusammenbringen ;-).

        Das Verlieren bei Gesellschaftsspielen klappt inzwischen eigentlich meistens gut. Okay, es gibt mal Tränen, das ist aber bei den anderen Beiden nicht anders, dass Frust geschoben wird. Mit Absicht verlieren haben wir noch nie gemacht, außer vielleicht beim Schach, denn sonst haben sie ja nie eine Chance ;-).

        Ich hoffe also wirklich noch auf die Reife des Alters. In einem anderen Forum habe ich übrigens eine interessanten Antwort von einer Fachfrau bekommen. Ich sollte mir mal das Phänomen der "unterkontrollierten Kinder" durchlesen. Das sei wohl eine Frage des Charakters, dass solche Kinder eben erst später diese Impulskontrolle entwickeln.

        • (10) 16.04.18 - 11:17

          ich glaube, wir wohnen verhältnismäßig nah bei einander :-D

          Unterkontrollierte Kinder.... was es nicht alles gibt. Da werde ich doch gleich mal auf die Suche gehen.

          Nein, wir verlieren auch nicht mit Absicht, aber ich kann ja den Stein oder einen anderen setzen oder die oder eine andere Karte ausspielen...

          Die Psychologin letztes Jahr bei unserem Test hat uns auch mehr oder weniger zu verstehen gegeben, dass dieses Kind eben so ist, wie es ist... Allerdings ein bisschen weniger aufbrausend wäre schon schön....

          • (11) 16.04.18 - 11:26

            Ja, ich lese ja auch viel im Internet, aber das Wort kannte ich auch noch nicht ;-).

            Ich finde meine Kiddies ja auch toll, aber auf dieses "am liebsten im Boden versinken wollen" kann ich gern verzichten.

            • (12) 16.04.18 - 11:32

              Ich habe ja auch immer das Gefühl, dass es schlimmer wird, je mehr wir etwas zum Thema machen.

              Außerdem scheinen alle Kinder irgendwie immer bestens mit Antennen ausgestattet zu sein, wenn irgendwie nicht wirklich Zeit für sie ist... sprich: Es umfassendere, andere Probleme zu bewältigen gibt, jedenfalls scheint unser Kind das voll umfänglich verinnerlicht zu haben. Das Leben ist eben wie Ketchup: Erst kommt lange Zeit nichts und dann alles auf einmal.

    (13) 16.04.18 - 16:25

    Hallo,

    das haben wir hier auch, fast als hättest du von meinem Kind geschrieben, puh, also so großartig viel Rat habe ich dir nicht.
    Ist auch so, dass ich oft vor den Kopf geknallt bekomme, dass es mal besser Geschwister hätte, als Einzelkind sei das naja, doch nicht gewohnt, blablabla. #bla

    Was mir inzwischen wichtig ist, es darf so sein, das Kind. Wo ich weiß, das könnte eine Situation geben, wo es sich in eine Frustsituation verbeißen könnte, da rede ich vorher mit ihm, welche Möglichkeiten es gibt, wo es sich darauf einstellen kann, Unerwartetes ist schrecklich für es.
    (Auch wenn es schon von vornherein wahrscheinlich ist, z.B. im Spiel verlieren oder nicht genauso gut in einer Prüfung...)
    Das gibt ihm Sicherheit, manchmal habe ich echt das Gefühl, dass es sich einfach machtlos fühlt, weil es immer jemanden gibt, der etwas noch besser kann, egal, ob Naturtalent oder nur besser vorbereitet.

    Und es gibt auch Fortschritte, deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass es schon richtig wird.

    VG an euch, midnatsol

    (14) 16.04.18 - 16:39

    Also, ich denke, du redest von meinem Sohn - der hat aber nur eine kleine Schwester mit 2 Jahren, also am Zwilling liegts schon mal nicht. Am Einzelkind auch nicht und an der Schwester auch nicht, denn er war vorher schon so. Ist wahrscheinlich Typsache und - vielleicht auch - ein bisschen Lernen am Modell. So ganz ehrlich gesprochen kann ich nämlich auch nicht wirklich gut mit Kritik umgehen und wenn mich was zu sehr fuchst, dann lass ich es auch bleiben. Mein einziges Glück war immer, dass ich "gescheit genug" war um die Schule ohne Anstrengung zu schaffen, sonst hätte mich meine Mutter wohl auch noch durch die Hauptschule "prügeln" (übertragen gesprochen!) müssen.

    Das ist die Hoffnung, die ich auch bei meinem Sohn habe. Aber es nervt gewaltig! Es ist halt so anstrengend, gerade bei den Hausaufgaben, aber auch so. Alles, was er nicht wirklich gut kann, mag er nicht. Zum Glück habe ich aber wenigstens beobachtet, dass er die allermeisten Dinge (lesen, skifahren, rechnen, ...) irgendwann, nachdem ich ihn damit in Ruhe gelassen hab, einfach konnte. Warum auch immer?!?!?

    Das hilft dir jetzt wohl alles nicht wirklich weiter. Außer dass du weißt, du bist nicht allein ;-). Aber vielleicht gibt's hier ja noch Tipps, die über "klar, wenn sie doch Zwillinge sind" oder "klar bei nem Einzelkind" hinaus gehen.

    • (15) 16.04.18 - 16:43

      Jaaa, genauso.

      Man muss ihn machen lassen und darf ihn nicht drängen (Skifahren, Radfahren ...). Alles Sachen, die seine Schwester eigentlich mal so fix nebenbei macht und wo man sich denkt: "Mensch, nu mach doch auch mal ...". Aber Druck erzeugt bei ihm nur das Gegenteil, zumal er der eher vorsichtige Typ ist, während sein Schwesterchen einfach mal drauflosmacht, natürlich mit den entsprechenden Blessuren.

      Ich selber bin übrigens auch groß im Vermeiden von Sachen, bei denen ich unsicher bin. Die Angst vorm Versagen kommt also nicht von ungefähr ;-).

      • (16) 16.04.18 - 16:49

        So, die Gründe hätten wir, wenn das mit der Lösung jetzt auch noch so fix geht, dann war das ein erfolgreicher Tag #rofl. Im Ernst, puh, so schwierig. Ich bin auch immer am Hoffen. Bei uns ist die Kleine erst 2 und schon jetzt sieht man, dass sie ganz ein anderer Typ ist. Bin mal gespannt, wie das noch wird.

(17) 16.04.18 - 21:19

Hallo,
Ich habe hier ebenfalls Zwillinge von 8 Jahren - zwei Mädchen - und kenne das Ganze exakt auch so.
Rezept hab ich leider noch keines gefunden, aber es ist nervenaufreibend 😢.

Leider keine Hilfe, nur eine „es-geht-uns-such-so-Unterstützung“.

Liebe Grüße
Delfinchen

(18) 17.04.18 - 09:37

Hallo,

ich würde zusehen, dass der Junge in eine andere Klasse kommt, als das Mädchen. So sieht er keine Notwendigkeit, sich abzunabeln, weil er ja an seiner Schwester kleben kann. Wenn er irgendwo alleine ist, ist er gezwungen, sich mit anderen Kindern zu befassen.
Das hätte Euch eigentlich schon der Kindergarten raten sollen. Da gab es das Problem ja vermutlich auch schon.

Wegen der Frustrationstoleranz würde ich mal zu einem Kinderpsychologen gehen. (Den Ihr Euch am besten empfehlen lasst. Da gibt es leider einige Flachpfeifen.)
Es gibt Übungen, die man mit den Kindern machen kann. Ich glaube, das ist nicht das gleiche, wie Ergotherapie. Unser Sohn hat mal bei einem Kinderpsychologen ein paar Stunden gehabt, um seine Frustrationstoleranz zu verbessern. Das hat definitiv etwas gebracht.

LG

Heike

(19) 17.04.18 - 11:37

Ohja, das kenne ich! Meine Tochter (6) ist genauso. Sie ist auch sehr intelligent, will aber nichts anfangen, bei dem sie scheitern könnte. Wenn Dinge nicht beim ersten Versuch klappen, möchte sie sie meistens gar nicht mehr probieren. (was echt schwierig ist, bei Dingen, die sie ja nun einmal lernen muss). Sie sucht auch Berufswünsche danach aus, wieviel man dafür lernen muss. Im Moment ist Zirkusplakatkleber ganz hoch im Kurs, weil man dafür nach ihrer Aussage nicht viel können muss. Tipps in dem Sinne habe ich nicht. Es ist einfach ein langer Weg. Wir versuchen ihr immer wieder zu erklären, dass man nichts einfach so kann, dass man alles üben muss, dass man manchmal einfach dran bleiben muss, dass man nicht immer gewinnen kann, dass man nicht immer alles gut können kann, dass es eh immer jemanden geben wird, der besser ist als man selbst etc. etc. Es ist in jedem Fall sehr mühsam. Gottseidank ist es so, dass sie das vor allem bei uns macht, bei externen (sprich Lehrer oder so) ist sie sehr autoritätshörig und traut sich nicht, ihre Sachen hinzuschmeißen, nur weil es nicht klappt. Wir hoffen ein wenig darauf, dass diese Erfahrung, dass man ja doch was erreicht, wenn man nur dran bleibt, ihr auf Dauer helfen wird geduldiger zu werden.

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