Tochter 9 hat Panik vor der Blutabnahme

    • (1) 29.04.18 - 20:41

      Hallo ihr Lieben,
      ich bin wirklich am verzweifeln. Meine Tochter lässt sich, seit einer schmerzhaften Blutabnahme vor 2 Jahren, kein Blut mehr abnehmen. Nun ist dies wichtig und muss gemacht werden und wir waren schon 2 mal beim Arzt. Betäubungsgel mit Lidocain ( kein Emler, etwas besseres, was alles taub macht, hab es selber probiert ) Zeit genommen, alles erklärt usw und sie schrie schon aua als das Desenfiktionsmittel gesprüht wurde. Sie hat geschrien, geweint, sich gewehrt, das volle Programm. Dadurch rutschte die Nadel aus der Vene oder ganz aus dem Arm. 1 Std haben wir jedesmal dort verbracht. Davor sagte sie, sie schafft das, alles gut. Kaum im Zimmer, Tränen, schreien, weinen!
      Sie wollte die Blutabnahme auch, da sie so schlimme Haut hat und sie auch hofft, dass man übers Blut eine Allergie oä rausfinden kann. Den Prick Test am Arm hat sie schon gemacht. War unauffällig, deshalb jetzt Blut.
      Habt ihr eine Idee was ich tun kann? Es scheint mir wie ein Trauma. 🤷🏻‍♀️ Oder kennt jemand einen Arzt der auf solche Ängste spezialisiert ist, in München oder Umland?
      Vielen Dank im Vorraus.
      🌸🌼

      • (2) 29.04.18 - 21:39

        Ich habe leider keine Antwort für dich.
        meine Tochter ist genau so ( 8 Jahre). sie war im klinikum Schwabing wegen einem Lid Phlegmon. Beide male musste eine Infusion gelegt werden und beide male war die hölle los. Das sie sehr schlechte venen hat, macht es nicht besser. selbst vor dem ziehen der Nadel hatte sie große Angst. das letzte mal war vor 3 Jahren glaub ich🤔 eine erneute venenpunktion war bis dato nicht notwendig. Bei der letzten Impfung war sie aber sehr tapfer. auf eigener Aussage, hatte es ihr geholfen dass es eine Frau war, die Ärztin.
        ich hoffe dass meine Tochter wenn nötig, dass nächste mal alles besser verkraftet und les hier gespannt mit 😊
        ganz liebe Grüße

        (3) 30.04.18 - 09:44

        Ich kenne das von unserer großen Tochter, sie war sehr, sehr hysterisch, wenn es um irgendwas mit Nadeln (Impfung, Blutabnehmen, Zugang) ging, ich erinnere mich an eine OP, als sie 4 war, da musste ihr vorm legen der Infusion was zur Beruhigung gespritzt werden, weil sie sich so gewehrt hat, ich war direkt dabei und wir haben es zu dritt nicht hinbekommen, dass sie ruhig gehalten hat.
        Wahrscheinlich war es bei ihr dadurch bedingt, dass sie als kleines Kind viel krank war, auch KH Aufenthalte hatte und daher das alles doof fand.
        Bei Blutentnahmen war sie auch hochgradig ängstlich, allerdings waren wir da meist bei unserer Kinderärztin mit Sprechstundenhilfen, die ihre Ängste kannten und ernst nahmen, allerdings auch nicht dramatisierten. Sie haben ihr dann auch immer ganz genau erklärt, warum das jetzt so wichtig ist. Eine war dabei, die konnte ganze Geschichten erzählen, da wurde einem fast schwindelig davon, klar war zur Ablenkung gedacht.
        Nun gut, einfach war es nie, aber mit der Zeit wurde es besser. Bei uns hat eine Mischung aus Verständnis und aber auch klaren Ansagen gemacht. Ich hab ihr auch vorher nochmal gesagt, dass es jetzt wichtig ist, ich ihr glaube, dass sie Angst hat, es aber auch wirklich keine große Sache sei und man nicht aus solchen Sachen so eine Riesenwelle machen muss, dann würde es in seinem eigenen Kopf immer größer und größer. wenn man es erstmal geschafft hat, ist man ganz stolz auf sich selbst und kann das auch mit Fug und Recht sein! Dies plus Belohnungen, die in Aussicht gestellt wurden haben dann dazu beigetragen, dass es, zwar nicht problemlos, aber immerhin geklappt hat. Bei solchen Sachen wie bei deiner Tochter (aua schon beim Desinfektionsspray), auch gerade schon in dem Alter, hab ich ihr dann auch direkt im ernsten Ton gesagt, dass das jetzt echt Anstellerei ist und sie sich nicht so reinsteigern soll. Manchmal hilft es gar nicht, wenn man sich selbst in den Modus reinziehen lässt. Je dramatischer man das macht, je schlimmer wird es.
        Heute ist sie 18, noch immer nicht begeistert über alles mit Nadeln, aber im normalen Rahmen...hat sich irgendwann so mit 14/15 langsam gelegt.
        LG

        (4) 30.04.18 - 11:18

        Mein Sohn (10) muss leider auch häufiger gepiekst werden. Er bekommt zwei Mal im Jahr mehrere Spritzen in die Wadenmuskulatur. Das ist richtig schmerzhaft und jedes Mal sind wir alle danach fix und fertig.
        Letzte Woche musste er auch zum Pricktest und kaum lag er auf der Liege, fing er fast panisch an zu weinen.

        Wichtig ist, dass ich ihm Zeit gebe, da müssen die Ärzte dann mithelfen und nicht einfach drauf los. Wir machen dann immer so eine Art Entspannungsübungen, also er soll tief ein und ausatmen und mir dabei in die Augen gucken. Beim Pieksen halte ich seine Hand und rede ununterbrochen mit ihm, damit er sich auf meine Stimme konzentriert.
        Einmal hat er fast hyperventiliert, da musste ich dann einmal kurz laut werden. Nein, ich habe ihn nicht angeschrien, aber ich musste ihn einmal "zurückholen", wenn du verstehst.

        Mir graut es vor jedem Termin, aber inzwischen kommen wir beide ganz gut klar damit. Wir reden viel darüber. Vor dem Pricktest habe ich ihm sogar ein youtube-Video dazu gezeigt, damit er genau weiß, was passiert.

      • (5) 30.04.18 - 13:50

        Mein Sohn hat eine Schilddrüsenunterfunktion, regelmäßige Blutentnahmen seit Jahren. Wichtig ist, nicht nachzugeben.

        Ihr geht erst, wenn Blut abgenommen worden ist. Keine langen Vorbereitungen, Arzt kommt rein, fängt sofort an. Nebenher mit Handyspiel oder-Film ablenken,

        Ärzte und Arzthelferinnen, die nicht sicher und ungeschickt sind, wechseln oder gleich nach dem Spezialisten in de Praxis fragen, der aufs erste Mal trifft.

        Am Anfang habe ich teure Belohnungen versprochen und auch gekauft, das wird mit der Zeit besser.

      (9) 30.04.18 - 13:54

      Tja, es ist schwierig. Hier bin ich ganz pragmatisch bei „der Zweck heiligt die Mittel“ und würde ihr ein Geschenk versprechen. Etwas, was sie sich wirklich sehr wünscht, bei meinem Kind war es ein Playstation Spiel (bei einer Impfung). Wenn der Teufelskreis erst einmal durchbrochen ist, dann geht es in Zukunft auch wieder. Das Geschenk ist also nur ein einmaliger Anreiz.
      Dann würde ich mit ihr vorher durchspielen, wie lange es dauert (in der Regel 1 min, wobei man ja nur den Einstich spürt, der 1 sek dauert und - ehrlich gesagt - das tut auch nciht richtig weh, ist bestenfalls unangenehm).
      Auch den Schmerzgrad könntet ihr ausprobieren, indem man mit dem Fingernagel in die Unterarminnenseite drückt. Doller tut es nämlich wirklich nicht weh.
      Sag ihr, sie muss 1 min durchhalten, und dass das ein ganz ganz kurzer Zeitraum ist. Sag ihr, der Piks, der wehtut, dauert nur 1 sek.

      Wäge mit ihr 1 sek gegen das tolle Geschenk ab. Sag ihr, dass der Pricktest viel schlimmer war von den Schmerzen her (ist so, ich habe den Vergleich! Pricktest war fies!) und auch viel länger gedauert hat, und dass sie das doch ganz toll gemacht hat! Sie kann es also!

      Es kann aber wirklich sein, dass alles nichts bringt. Ängste sind so irrational, dass man da oft richtig machtlos ist. Auch musst du beurteilen, ob du mit einem Geschenk einer „Diva“ Tür und Tor öffnest (man kennt ja den Charakter des eigenen Kindes), oder ob es wirklich eine echte Angst ist und sie deshalb etwas als großen Anreiz braucht.

      (10) 30.04.18 - 14:08

      Hallo,

      kenn ich leider. Unser Sohn 9 muss alle 3 Monate zur Blutentnahme. Hat vor dem Pieks unheimlich Angst. Liegt bei ihm aber wohl daran das er schon 5x operiert wurde und da viel mitmachen musste. Er weiß aber das wir nicht gehen bis es gemacht wurde. Er bekommt das Emla Pflaster drauf und gut ist.
      Am Anfang hat er sich danach immer im Schreibwarenladen ein Heft aussuchen dürfen. Inzwischen geht es ohne.
      Am besten so gut es geht ablenken. Sie merkt von der Nadel ja nicht wirklich was wenn es betäubt wird. Vielleicht mit Handy, Tablet oder so. Der Arzt soll gar nicht viel reden sondern alles so schnell wie möglich machen.
      Ansonsten kann ich dir leider keine Tipps geben. Du wünsche euch starke Nerven

      Ganz ehrlich? Da muss sie durch. Meine Kinder mussten sehr oft operiert werden und wir hatten immer wieder solche Phasen. Ich würde sie zu zweit festhalten, Blut abnehmen, Ende. Das ist wichtig und muss sein - und sie ist alt genug, das zu verstehen.

      • Gott sei Dank wenigstens EINE klipp und klare Meinung: sie braucht die Blutabnahme und fertig. Langes Zureden verbessert die Sache ja offenbar nicht, da wäre ich ganz ruhig und EISERN. Ich war lange als EH in Entwicklungsländern unterwegs, da sieht man viele Dinge, die sich hier kein Kind auch nur im Traum vorstellen kann. Es hilft nichts, die Kinder in Watte zu packen (auch, wenn mir jeder leid tut, der sich vor Spritzen fürchtet) - innerhalb weniger Minuten ist die Sache vorbei, KEIN Arzt (weder in München noch sonstwo) hat Zeit für ewiges Gedöns.
        Lg, evi

        • (13) 30.04.18 - 21:33

          Sie stellt sich nicht an, sie scheint eine Art Trauma seit einer Blutabnahme zu haben. Die war wirklich unschön und wir waren nie wieder bei dem Arzt.
          Nur weil man nicht in einem Dritte Welt Land lebt, hat man trotzdem das Recht ernstgenommen zu werden, wenn man Angst, Traumata oder andere Leiden hat.
          Kinder sind Kinder, egal wo und jedes Kind hat das Recht das man es ernst nimmt.

          Und sie festhalten und Blutabnehmen geht nicht. Haben wir versucht. Sie wert sich so, das es unmöglich ist. Eine Spritze ja, aber abnehmen, keine Chance. Wenn es wirklich um etwas anderes wie einen Allergietest gehen würde, würde ich sie sedieren lassen und es durchziehen, nur das ist hier nicht angebracht, da wir Zeit haben. Deshalb überlege ich wie ich ihr helfen kann diese extreme Angst zu verlieren.

          • Also. Zufällig habe ich ein Kind mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Deine Tochter hat schlicht Schiss. Hab ich auch öfter mal, aber manchmal muss ich halt durch.

            • Krass du kennst meine Tochter. 👍🏻
              Nein, sie hat nicht „ nur schiss „ das hat sie auch oft und stellt sich mal an. Beim Zahnarzt zum Beispiel. Und das macht sie auch mit, wenn auch wiedereinliefre.
              Das mit der Blutabnahme ist anders. Und mehr sag ich dazu jetzt auch nicht mehr.
              Schön Tag

          (16) 01.05.18 - 21:51

          Ich finde einfach, dass der Begriff TRAUMA viel zu inflationär verwendet wird. Mehr möchte ich dazu nun auch nicht mehr sagen. Ernst nehmen: ja, auf jeden Fall, immer. ABER: immer auch Maß und Ziel im Auge behalten.
          evi

          • (17) 01.05.18 - 22:56

            Da hast du wohl recht. Ich wusste es nicht besser auszudrücken u schrieb deshalb eine „ Art Trauma „
            Nachdem was ich hier als Antworten bekommen haben scheint es mir eher eine Nadelphobie zu sein, ausgelöst durch den damaligen Vorfall. Ich hoffe das wir es schnell in den Griff bekommen.

    Festhalten haben wir versucht. Keine Chance. Selbst als die Nadel drin war kam dann kein Blut, weil sie so rummachte. Ne Spritze wär gegangen.
    Bei etwas anderen als Allergietest würde ich sie sedieren müssen. Aber ich hoffe jetzt ihr helfen zu können, ohne das dies nötig wird.
    Liebe Grüße

(19) 30.04.18 - 17:08

Hallo,

ich bin betroffen von der Nadelphobie!

Ich hab richtig Panik davor, es geht mir schlecht, meine Hände werden eiskalt und feucht, der Puls rast.
Es ist keine Einbildung sondern ein Trauma aus meiner Kindheit wo ich von mehreren Schwestern festgehalten werden musste für ne Blutabnahme. Und dann hat es noch nicht Mal geklappt..

Ich bin mit der Nadelphobie sogar in Behandlung.

Es ist so schlimm, dass ich lieber auf der Stelle spontan entbinden würde als mir einmal Blut abnehmen zu lassen.

Was mir auf keinen Fall hilft ist es mir zu erzählen dass es ja " nur ein kleiner Piks ist oder gar nicht wirklich weh tut!"

Mir tut es weh!!! Es tut mir sehr weh, ich bin da einfach sehr empfindlich was den Schmerz beim Einstich angeht.

Mein Psychologe hat mir erklärt dass es eine begründete Angst des Menschen ist. Angst davor gestochen zu werden. In unserer Evolutionsgeschichte war ein Stich oft von Krankheit oder gar Tod gefolgt. Gestochen haben giftige Tiere oder Pflanzen. Auf jeden Fall hatte der "Stich" ist unangenehme Folgen. Heute desinfizieren wir die Stelle wenn wir uns stechen an ner Rose oder so, früher ging das nicht.

Mir hat all das geholfen zu verstehen warum man Angst vor Nadeln hat. Natürlich nicht jeder. Meine Angst blieb mir dennoch, wenn ich auch im Hinterkopf hab dass da wohl noch zu viel Steinzeitmensch die Oberhand hat ;)

Vor einer Woche war ich zu einer Zweitmeinung für ne OP in einem Krankenhaus. Bis dahin war alles okay, aber als dann klar wurde dass ich um ne OP nicht herum komme, plante der Arzt gleich ne Menge Untersuchungen die er gleich machen wollte, unter anderem Blutabnahme für Blutgruppe (brauche zwei Blutkonserven für die OP) und Antikörper.

Ab diesem Moment war der Tag erledigt für mich. Ich verfalle immer wieder in das kleine hilflose Mädchen welches ich damals war und welches festgehalten gezwungen wurde Blut abnehmen zu lassen.

Mir hilft mittlerweile folgendes....

1.) Eine Schwester die sicher im Umgang mit Blutabnahme ist. Das frage ich vorher immer!

2.) Ein Pulli den ich mir vors Gesicht halten kann, ich möchte nicht gesehen werden.

3.) Ich sage offen dass ich große Angst habe. Merke ich dass das akzeptiert wird und die Schwester einfühlsam ist, dann geht es mir besser.

4.) Ich bitte die Schwester mir irgendwas zu erzählen, irgendwas schönes, ihre letzte Reise oder so. Darauf konzentriere ich mich dann....

5.) Wenn die Nadel liegt schau ich hin und Stelle jedesmal fest dass es ok war. Trotzdem nehme ich mir mein Recht als Phobiker raus dass ich Tränen freien Lauf lasse. Je nach Sympathie entweder in meinen Pulli oder auch ohne.

Es tut mir weh!!! Ich denke dass es viele Menschen und besonders Kinder gibt die da ein anderes Schmerzempfinden haben als andere.

Im Sommer stehe ich vor einer großen OP und ich hab schon wieder mehr Angst vor dem Nadel legen als vor der OP an sich.

Das muss man akzeptieren und seid ich es selbst akzeptieren kann, geht es besser.

Für Zahnbehandlungen mit spritzen zum beispiel habe ich Tavor daheim. Das ist sehr stark, aber mir hilft es auch psychisch damit besser klar zu kommen..


Man muss kein Held sein, man darf Angst haben! Und wer Angst hat und diese auch haben darf wird besser mit ihr Leben können.
Aber das ist nur meine Meinung.

Meine große Tochter hat auch Angst vor Nadeln. Sie weiß dass ich diese auch habe und gemeinsame haben wir ne Impfung geschafft. Sie wusste es muss sein, ich wusste sie hat Angst und Hand in Hand sind wir da durch.

Nimm dein Kind ernst, Frage den Arzt nach Beruhigungsmitteln (also nicht gleich Tavor oder so, gibt auch was anderes, pflanzliches)

Wie gesagt, man kann ne Angst nicht weg zaubern und es gibt heutzutage genug Möglichkeiten dagegen was zu unternehmen.


Upsi, länger Text ;)

  • (20) 30.04.18 - 21:15

    Hi, vielen Dank für deine Antwort. Das hat mir weiter geholfen meine Tochter besser zu verstehen. An ein Beruhigungsmittel habe ich auch schon gedacht. Sie hat wirklich soviel Angst.
    Heute fragte ich sie ob sie es vielleicht nochmal versuchen möchte, sie bekäme dann auch ein richtig großes Geschenk u dürfte bei Oma schlafen. Nix zu machen. Nein sie will nicht. War richtig verängstigt. Sie meinte sie spürt die Nadel in der Vene und das tut ihr auch noch furchtbar weh. 🤷🏻‍♀️

    Ich bin da wirklich hilflos, denn ich weiß einfach nicht, wie ich ihr in dem Moment die Angst nehmen kann. Sie möchte auch hinschauen, denn sie will wissen wann die Nadel kommt und nicht einfach gestochen werden.
    Ach Mensch.
    Liebe Grüße

(23) 01.05.18 - 08:47

Ein Arzt der sich damit auskennt, wäre wohl sinnvoll.

Bei mir war es ähnlich. In der Schwangerschaft wurde es besser. Seither geht es (meistens). In der Schwangerschaft konnte ich mich daran gewöhnen, weil es regelmäßig war in kurzen Abständen - und weil es für mein Kind war, nicht für mich!
Durch die kurzen regelmäßigen Abstände, konnte ich viele gute Erfahrungen in kurzer Zeit machen und mich in gewisser Weise dran gewöhnen.

Je länger die Abstände waren, desto mehr schob ich Panik.
Vorher war alles - nicht ok - aber "machbar". Geschützter Raum, Wartezimmer usw.

Sobalbd ich in dem Zimmer saß, Panik.
Alle Bestechungen, alles zureden half - NICHTS

Wie ist es, wenn andere Personen dabei sind?
Die unterschwellige Aggression, Frust und Verzweiflung (und Bestechung) meiner Mutter, machte es irgendwie schlimmer. Alleine hätte ich mich aber auch nicht getraut.

Im Nachhinein und wenn ich das von dir so lese, ja vielleicht wäre was mit Trauma möglich.

Was mir heute noch wichtig ist: wegsehen. Irgendwo draufbeißen geht leider nicht.
Je nachdem wie meine Gesamtumstände sind, geht von locker lassen bis "eine Vertrauensperson muss meinen Arm verrutschfest festhalten" einiges. Letzterer muss ich aber selbst vertrauen. Gewalt in der Kindheit und ich wurde festgehalten von NICHT einfühlsamen sondern beleidigenden Schwestern "du stellst dich nur an" "wie dumm kann ein Kind nur sein" "DIE müsste mal ...." haben es eher verschlimmert.

Mich mit einer Hand festkrallen und mein anderer Arm wird festgekrallt, kann schon eher helfen.
Alles was VORHER oder HINTERHER ist, bringt nichts, wenn in DEM MOMENT nur das "überleben" zählt.


Vielleicht mal bei der Krankenkasse fragen, ob sie Ärzte kennen mit Traumaspezialisierung oder für Angstpatienten?
Manchmal hat meine Krankenkasse mir schon gute Tipps gegeben. Sie weiß nicht zu allem was, aber manchmal schon.

Gute Besserung, starke Nerven

  • (24) 01.05.18 - 11:59

    Vielen Dank für deine Antwort!
    Du tust mir wirklich leid!
    Das mit der KK ist eine gute Idee! Werde da gleich morgen anrufen.
    Ich finde es sehr schlimm, wenn gesagt wird, oder direkt zu meiner Tochter, sie soll sich nicht so anstellen, sie zickt nur, das tut nicht weh oä. Sie hat schlichtweg Panik. Ob Trauma oder Phobie weiß ich nicht, aber ihr muss geholfen werden.
    Wenn sie Angst hat u zickt, sieht das anders aus. Du weißt bestimmt was ich meine. So wie bei der Blutabnahme kenn ich sie gar nicht. ☹️
    Ich kann auch nicht verstehen, dass andere Menschen Phobien oä nicht ernst nehmen und sich lustig drüber machen oder als Eltern behaupten dass das Kind sich nur anstellt. Das ist so ein Vertrauensbruch dem Kind gegenüber. Deshalb nehm ich das auch sehr ernst und bin dankbar über hilfreiche Tipps!
    Alles gute Dir und vielen Dank!

    • (25) 01.05.18 - 13:02

      "Ich kann auch nicht verstehen, dass andere Menschen Phobien oä nicht ernst nehmen und sich lustig drüber machen oder als Eltern behaupten dass das Kind sich nur anstellt. Das ist so ein Vertrauensbruch dem Kind gegenüber. Deshalb nehm ich das auch sehr ernst und bin dankbar über hilfreiche Tipps! "

      Das ist leider so wahr.
      Dass du sie ernst nimmst, finde ich wichtig.
      Das ändert zwar erst mal nichts daran, dass es gemacht werden muss. Aber ist für das Kind schon trotzdem ein großer Unterschied.

      Bei Menschen mit Spinnenphobie ist es oft ok. Gesellschaftstauglich.
      Bei Höhenangst geht es so la la. Bei Spritzen :-[

      Vor Spinnen habe ich zwar keine Angst, kann aber verstehen, wenn manche dann außer sich sind. Eben weil ich es bei Spritzen kenne.

      Der Schmerz der Angst
      oder auch wenn daneben gestochen wird
      tut weh. Manchmal sogar noch sehr viel mehr, als der Pieks an sich.

      Und jeder Pieks ist anders! Nadeln sind unterschiedlich groß. Impfwirkstoffe können brennen. Die Stelle ist anders.

      Am Handrücken kann es tage danach noch SEHR weh tun. Ist manchmal aber einfacher bei mir zu treffen. Dann wenn in den Armbeugen 3 Versuche pro Arm benötigt werden #schwitz meine Adern sind oft kaum zu sehen.
      Rekord waren bisher 7 Stiche für eine Blutentnahme :-[ Kindergarten und Blutabnehmende Person fanden die blauen Flecken witzig. Von wegen tut nicht weh. :-(

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